54 Kein Anspruch auf mündliche Verhandlung im Beschwerdeverfahren vor
Verwaltungsgericht betreffend Steuern
- Auf Steuerverfahren findet Art. 6 EMRK keine Anwendung.
Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 21. Oktober 2009 in
Sachen H.G. und B.G. (WBE.2008.291).
Aus den Erwägungen
2.
Dem sinngemässen Antrag auf eine mündliche Verhandlung
kann nicht entsprochen werden. Das Verfahren der 2. Kammer des
Verwaltungsgerichts ist in Steuerverfahren grundsätzlich schriftlich
(vgl. MICHAEL MERKER, Rechtsmittel, Klage und Normenkontroll-
verfahren nach dem aargauischen Gesetz über die Verwaltungs-
rechtspflege [Kommentar zu den §§ 38-72 VRPG], Diss. Zürich
1998, § 57 N 12). Eine mündliche Äusserungsmöglichkeit ist hier
nicht geboten, da es weder um persönliche Umstände geht, noch tat-
sächliche Fragen zu klären sind, die sich nur aufgrund einer mündli-
chen Anhörung klären liessen (GEROLD STEINMANN, in: St. Galler
Kommentar zur Bundesverfassung, 2. Aufl., Zürich 2008, Art. 29
N 25 mit Hinweisen). Ein Anspruch aus Art. 6 EMRK besteht im
Übrigen schon deshalb nicht, weil Art. 6 EMRK auf Steuerverfahren
keine Anwendung findet (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
15. August 2006 [2A.79/2006], Erw. 2.2). Zudem würde selbst Art. 6
Ziff. 1 EMRK nicht in jedem Fall die Durchführung einer mündli-
chen Verhandlung verlangen (JOCHEN ABR. FROWEIN/ WOLFGANG
PEUKERT, Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK-Kom-
mentar, 3. Aufl., Kehl 2009, Art. 6 N 163).