Unfallversicherung - Adäquater Kausalzusammenhang von Unfallfolgen / Psychische Überlagerung

Soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, hat der Unfallversicherer die Versicherungsleistungen (Taggelder, Renten, Behandlungskosten) bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu erbringen. (Art. 6 Abs. 1, 10 Abs. 1, 16 Abs. 1 und 2 UVG; E. 2).


Eine Leistungspflicht besteht nur, wenn zwischen dem versicherten Unfall und der erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht Sofern klar ausgewiesene organische Unfallfolgen vorliegen, wird bei Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhanges grundsätzlich auch der adäquate erfüllt sein. Bei einer Distorsion der HWS beziehungsweise einem äquivalenten Verletzungsmechanismus ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle ist der natürliche Kausalzusammenhang in der Regel zu bejahen, wenn ein derartiges Trauma diagnostiziert ist und das für diese Verletzung typische Beschwerdebild vorliegt. Der Nachweis des natürlichen Kausalzusammenhangs ist eine Tatfrage, welche vom Gericht nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu beurteilen ist (E. 3).


Grundsätze zum Beweiswert medizinischer Unterlagen und zur Beweiswürdigung im Sozialversicherungsrecht (E. 4).


Ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Beeinträchtigung nachgewiesen, besteht eine Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn zusätzlich - im Sinne einer Haftungsbegrenzung auch ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Im Bereich organisch klar ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz praktisch keine Rolle. Fehlen derartige organisch hinreichend nachweisbaren Unfallfolgen ist zu unterscheiden, ob die versicherte Person eine Distorsion der HWS oder eine äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat, oder ob es sich um einen Unfall mit anderen somatischen Verletzungen und gesundheitlichen Folgen handelt. Im letzteren Fall erfolgt die Adäquanzprüfung nach den (strengeren) Kriterien der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen. Liegt demgegenüber eine HWS-Distorsion oder eine äquivalente Verletzung vor, beurteilt sich die Adäquanz gemäss den vom Eidgenössischen Versicherungsgericht in BGE 117 V 359 ff. entwickelten Kriterien. Der Unterschied besteht im Wesentlichen darin, dass bei HWS-Distorsionen auf eine Unterscheidung von physischen und psychischen Unfallfolgen verzichtet wird. Demgegenüber sind bei den übrigen Unfällen für die Beurteilung der Adäquanz psychischer Fehlentwicklungen lediglich das Unfallereignis als solches und die dabei erlittenen körperlichen Gesundheitsschäden sowie deren objektive Folgen massgebend (E. 3.1 - 3.3).


Sind die zum typischen Beschwerdebild einer HWS-Distorsion gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben, treten im Vergleich zur bestehenden psychischen Problematik aber gänzlich in den Hintergrund, ist die Beurteilung der Adäquanz nach der für psychische Fehlentwicklungen nach Unfällen geltenden Rechtsprechung vorzunehmen. Dabei ist möglich, dass die psychische Überlagerung im Sinne einer vorbestehenden Prädisposition innert sehr kurzer Zeit nach dem Unfall eintritt oder die physischen Beeinträchtigungen im gesamten Verlauf gänzlich in den Hintergrund treten und von der psychischen Problematik gleichsam verdrängt werden (E. 5.4 - 5.5, E. 7 und 9).


Ob die geklagten Beschwerden adäquat kausale Unfallfolgen sind, ist erst nach Abschluss des normalen, unfallbedingt erforderlichen Heilungsprozesses zu prüfen (E. 6).



Sachverhalt

M. war seit dem Jahre 1997 bei der O. AG als Barmann angestellt und in dieser Eigenschaft bei der A. Versicherungs-Gesellschaft (Versicherung) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Laut der Unfallmeldung vom 21. September 2001 wurde der Versicherte am 16. September 2001 in einen Auffahrunfall verwickelt. Demnach sei der Versicherte auf der Autobahn im dichten und langsamen Kolonnenverkehr unterwegs gewesen, als der vor ihm befindliche Lenker eine Vollbremsung durchführte. M. konnte sein Fahrzeug nicht mehr zum Stillstand bringen und kollidierte mit dem vor ihm zwischenzeitlich zum Stillstand gekommenen Personenwagen. Der nachfolgende Lenker konnte ebenfalls nicht mehr bremsen und prallte seinerseits ins Heck des vor ihm befindlichen Fahrzeugs des Versicherten. Anlässlich der gleichentags durchgeführten Erstuntersuchung wurde ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS) diagnostiziert. (vgl. Bericht Stadtspital T. vom 11. Dezember 2001). In der Folge erbrachte die Versicherung die gesetzlichen Leistungen (Taggelder, Heilbehandlung). Am 31. Dezember 2001 sei der Versicherte in eine tätliche Auseinandersetzung verwickelt worden. Dabei sei er von einer anderen Person mit einem Holzstück geschlagen worden und er habe sich eine kleine Rissquetschwunde an der linken Stirnseite zugezogen.


Mit Verfügung 12. November 2004 stellte die Versicherung fest, dass sich auf somatischer Ebene keine pathologischen Befunde objektivieren lassen würden. Die aktuellen Beschwerden seien auf die psychische Problematik (Anpassungsstörung) zurückzuführen. Weiter wurde ausgeführt, dass kein rechtserheblicher Zusammenhang zwischen den geklagten Beeinträchtigungen und dem Autounfall vom September 2001 bestehen würde. Die Versicherungsleistungen würden deshalb rückwirkend auf den 31. August 2004 eingestellt. Die von M. vertreten durch Anwalt Z. dagegen gerichtete Einsprache wies die Versicherung mit Entscheid vom 6. Juli 2005 ab.


Am 6. Oktober 2005 reichte M. beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der Versicherung ein und beantragte dessen Aufhebung. Die Versicherung sei anzuweisen, über den 31. August 2004 hinaus weiterhin die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Diese hielt in Ihrer Vernehmlassung vom 7. Dezember 2005 an ihrem Einspracheentscheid fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.



Erwägungen

1. (…)


2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Versicherung ihre Leistungen mit Verfügung vom 12. November 2004 per 31. August 2004 einstellen durfte oder ob der Versicherte über den genannten Zeitpunkt hinaus weiterhin Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hat.


Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Dabei hat der Unfallversicherer die Pflegeleistungen so lange zu erbringen, als davon eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (vgl. Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG e contrario). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag und erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person (vgl. Art. 16 Abs. 2 UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. Art. 18 Abs. 1 UVG). Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Diese entspricht dem durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachten und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibenden ganzen oder teilweisen Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. Art. 7 ATSG).


3.1 Für alle diese Leistungen hat der Unfallversicherer nur unter der Voraussetzung aufzukommen, dass zwischen den geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (vgl. RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2; BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen). Sofern klar ausgewiesene organische Unfallfolgen vorliegen, wird bei Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhanges grundsätzlich auch der adäquate erfüllt sein. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhanges sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhanges nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (vgl. BGE 119 V 337 E. 1 mit Hinweisen). Zu ergänzen bleibt, dass das ATSG am unfallversicherungsrechtlichen Begriff des natürlichen Kausalzusammenhangs und dessen Bedeutung als Voraussetzung für die Leistungspflicht nach UVG nichts geändert hat (vgl. Urteil C. des EVG vom 5. November 2004, U 106/04, E. 2; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, Zürich/Basel/Genf 2003, Art. 4 Rz 20), sodass die hierzu ergangene Rechtsprechung auch nach dem 1. Januar 2003 ihre Gültigkeit behält.


3.2 Bei der Beurteilung der natürlichen Kausalität bei HWS-Unfällen ist zu unterscheiden, ob der Unfall zu organisch nachweisbaren Funktionsausfällen geführt hat oder nicht. Solange organische Befunde klar nachweisbar sind, ist der natürliche Kausalzusammenhang zu bejahen und eine Adäquanzprüfung erübrigt sich in der Regel (vgl. BGE 117 V 365 mit Hinweisen). Bei einer Distorsion der HWS ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den bestehenden Beschwerden sowie der damit verbundenen Beeinträchtigung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit in der Regel zu bejahen, wenn ein solches Trauma diagnostiziert ist und das für diese Verletzung typische Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffusen Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung, usw. vorliegt (vgl. BGE 119 V 338 E. 1 mit Hinweis). Dasselbe gilt bei Verletzungen im Bereich der HWS, die auf einem dem Schleudertrauma äquivalenten Verletzungsmechanismus (Kopfanprall mit Abknickung der HWS, Distorsionstrauma der HWS mit Kopfanprall) beruhen (vgl. RKUV 2000 Nr. U 395 S. 317 E. 3; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67). Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei einer Distorsion der HWS auch ohne nachweisbare pathologische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster Art auftreten können (vgl. BGE 117 V 363 E. 5d/aa).


3.3 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 115 V 142 E. 8b mit weiteren Hinweisen) zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1, 119 V 338 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).


3.4 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nach einiger Zeit überhaupt keine natürliche Ursache des Gesundheitsschadens mehr darstellt, wenn also letzterer nur noch und ausschliesslich von unfallfremden Faktoren beherrscht wird (vgl. Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 474). Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist.


Ebenso wie der die Leistung begründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern bei der Unfallversicherung (vgl. Urteil A. des EVG vom 16. Februar 2005, U 339/04, E. 3 mit weiteren Hinweisen).


4. Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c).


5.1 Ist der natürliche Kausalzusammenhang gegeben, setzt die Leistungspflicht des Unfallversicherers zusätzlich voraus, dass zwischen dem versicherten Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden auch ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der wiederkehrenden Formulierung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (vgl. BGE 125 V 461 E. 5a, 123 III 112 E. 3a, 123 V 103 E. 3d und 139 E. 3c, 122 V 416 E. 2a, je mit Hinweisen). Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhanges kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (vgl. BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Gericht zu beurteilen ist (vgl. BGE 112 V 33 E. 1b).


5.2 Innerhalb des Sozialversicherungsrechts spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen praktisch keine Rolle (vgl. BGE 127 V 103 E. 5b/bb mit Hinweisen). Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Unfallfolgeschäden ist wie folgt zu differenzieren (vgl. Urteil D. des EVG vom 7. November 2002, U 377/01, E. 4.3):


5.3 Zunächst ist festzustellen, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der HWS oder einen äquivalenten Verletzungsmechanismus (vgl. RKUV 2000 U 395 S. 317 E. 3; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat, dessen Folgen sich mit jenen eines Schleudertraumas vergleichen lassen (vgl. BGE 117 V 382 E. 4a), oder ob es sich um einen Unfall mit anderen somatischen Verletzungen und gesundheitlichen Folgen handelt. Im letzteren Fall erfolgt die Adäquanzbeurteilung psychischer Unfallfolgen nach den in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien. Bei Unfällen mit Schleudertrauma oder mit einer dieser gleichgestellten Verletzung der HWS oder einem Schädel-Hirntrauma ist hingegen die Adäquanz gemäss BGE 117 V 359 ff. zu beurteilen. Der Unterschied besteht darin, dass bei Unfällen mit Schleudertrauma der HWS oder einer äquivalenten Verletzung auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Unfallfolgen verzichtet wird, da nicht entscheidend ist, ob die Beschwerden medizinisch eher als organischer oder psychischer Natur zu bezeichnen sind (vgl. BGE 117 V 367 E. 6a in fine), währenddem bei den übrigen Unfällen für die Beurteilung der Adäquanz psychischer Fehlentwicklungen lediglich das Unfallereignis als solches und die dabei erlittenen körperlichen Gesundheitsschäden sowie deren objektive Folgen massgebend sind (vgl. BGE 115 V 140 E. 6c/aa). Sind die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben, treten im Vergleich zur vorliegenden ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund, ist die Beurteilung der Adäquanz nach der für psychische Fehlentwicklungen nach Unfällen geltenden Rechtsprechung vorzunehmen (vgl. BGE 115 V 133, 123 V 99 E. 2a mit Hinweisen).


5.4 Der Rechtsprechung gemäss BGE 123 V 99 E. 2a liegt der Sachverhalt zugrunde, dass sehr bald nach einem Unfall mit Schleudertrauma der HWS oder äquivalenten Verletzungen, gleichsam an diesen anschliessend, die psychische Problematik derart überwiegt, dass die mit dem Schleudertrauma einhergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen (buntes Beschwerdebild) völlig in den Hintergrund treten. Mit andern Worten muss die psychische Problematik unmittelbar nach dem Unfall eindeutige Dominanz aufweisen, damit anstelle von BGE 117 V 359 die zur Adäquanz bei Unfällen mit anschliessend einsetzender psychischer Fehlentwicklung geltende Rechtsprechung Anwendung findet. Würde auf das Erfordernis eines nahen zeitlichen Zusammenhangs zwischen Unfall und überwiegender psychischer Problematik verzichtet, hätte dies zur Folge, dass der adäquate Kausalzusammenhang bei den meisten Versicherten, die ein Schleudertrauma der HWS oder eine äquivalente Verletzung erlitten haben und im Zusammenhang mit diesem Unfall auch an psychogenen Beschwerden leiden, nach BGE 115 V 133 zu beurteilen wäre. Denn bei Opfern eines Schleudertraumas der HWS, bei welchen keine organischen Befunde vorliegen, steht mit zunehmender zeitlicher Distanz zum Unfall immer häufiger die psychische Problematik im Vordergrund. Damit würde jedoch die Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS ohne organisch nachweisbare Befunde (vgl. BGE 117 V 359) unterlaufen, für deren Anwendung eben gerade nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (vgl. zum Ganzen: Urteil W. des EVG vom 18. Juni 2002, U 164/01).


5.5 Soll die Rechtsprechung gemäss BGE 123 V 99 E. 2a auch in einem späteren Zeitpunkt angewendet werden, ist die Frage, ob die psychische Problematik die übrigen Beschwerden nach einem Unfall mit Schleudertrauma der HWS ganz in den Hintergrund treten lässt, nicht auf Grund einer Momentaufnahme zu entscheiden. So ist es nicht zulässig, längere Zeit nach einem solchen Unfall, wenn die zum typischen Beschwerdebild gehörenden physischen Beschwerden weitgehend abgeklungen sind, die psychische Problematik aber fortbesteht, diese fortan nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen zu beurteilen, während sie in einem früheren Stadium, als das typische Beschwerdebild noch ausgeprägt war, nach der Schleudertrauma-Praxis beurteilt worden wäre. Vielmehr ist in einem solchen Fall zu prüfen, ob im Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt die physischen Beschwerden gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den Hintergrund getreten sind. Nur wenn dies zutrifft, ist die Adäquanz nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen zu beurteilen (vgl. BGE 115 V 133, Urteil W. des EVG vom 18. Juni 2002, U 164/01).


6.1 Indem das Gesetz den Versicherer ermächtigt, im Einzelfall die diagnostischen und therapeutischen Massnahmen festzulegen, überbindet es diesem gleichzeitig die Verantwortung für die Heilbehandlung; es ist dies ein Ausfluss des für die Pflegeleistungen nach UVG gültigen Naturalleistungsprinzips (vgl. BGE 128 V 171 E. 1b). Entsprechend dem Gesagten (vgl. vorstehende E. 3.4) entfällt die einmal anerkannte Leistungspflicht der Unfallversicherung dabei aber erst, wenn keine behandlungsbedürftigen Folgen des Unfallereignisses mehr vorhanden sind, wobei Pflegeleistungen solange zu erbringen sind, als davon eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (vgl. Urteile K. und K. sowie R. des EVG vom 11. Februar 2004, U 246/03, vom 6. Mai 2003, U 6/03, vom 9. September 2002, U 412/01). Erachtet der Unfallversicherer diese Voraussetzung nicht mehr als gegeben oder hält er eine laufende oder wieder beantragte Behandlung für unzweckmässig, kann er deren Fortsetzung gestützt auf Art. 48 UVG ablehnen (vgl. BGE 128 V 171 E. 1b). Dies muss jedoch ebenfalls mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden, wobei die Beweislast wie erwähnt beim Unfallversicherer liegt.


6.2 Ob die geklagten Beschwerden adäquat kausale Unfallfolgen sind, ist erst nach Abschluss des normalen, unfallbedingt erforderlichen Heilungsprozesses zu prüfen (in HAVE 2004 S. 119 zusammengefasstes Urteil K. des EVG vom 11. Februar 2004, U 246/03; Urteile des EVG K. vom 6. Mai 2003, U 6/03, R. vom 9. September 2002, U 412/01, A. vom 6. November 2001, U 8/00, D. vom 16. März 2000, U 127/99 und H. vom 29. März 2001, U 114/00). Dabei ist es durchaus üblich, dass die Behandlungsbedürftigkeit nach einem Schleudertrauma der HWS respektive einer äquivalenten Verletzung mit ähnlichem Beschwerdebild während zwei bis drei Jahren andauert (vgl. Urteil H. des EVG vom 10. Januar 2005, U 269/04, E. 2.3. mit weiteren Hinweisen). Solange von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine Besserung erwartet werden kann, ist es dem Unfallversicherer mit anderen Worten verwehrt, die Adäquanzprüfung vorzunehmen und dadurch den Behandlungsabschluss herbeizuführen (vgl. Urteil H. des EVG vom 10. Januar 2005, U 269/04, E. 1.3). Umgekehrt ist es nicht Sache der versicherten Person, den Erfolg von Heilungsmassnahmen zu beurteilen. Wenn mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit keine Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann, ändert deshalb auch die Geltendmachung andauernder Schmerzen nichts an der Tatsache, dass ein Anspruch auf eine weiterführende Behandlung nicht mehr besteht und der Unfallversicherer den Fallabschluss vorzunehmen hat (vgl. Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Art. 19, Zürich / Basel / Genf 2003, S. 145). Für die Frage, wann von einem Abschluss der normalen, unfallbezogenen Heilbehandlung zu sprechen ist, muss danach differenziert werden, ob die Adäquanzprüfung nach der Rechtsprechung für psychische Unfallfolgen (vgl. BGE 115 V 133 ff.). oder nach jener für Schleudertraumen (vgl. BGE 117 V 359 ff). vorzunehmen ist. Erfolgt die Adäquanzprüfung nach der Rechtsprechung für psychische Unfallfolgen, genügt es infolge der Ausklammerung psychischer Komponenten, dass die Behandlung somatischer Unfallfolgen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Verbesserung mehr erwarten lässt.


Ebenso ist zu verfahren, wenn zu den auf ein Schleudertrauma der HWS zurückzuführenden Beeinträchtigungen ein psychisches Element hinzugetreten ist, welches die ursprünglich somatischen Beschwerden ganz in den Hintergrund treten lässt (vgl. BGE 123 V 99). Hat die Adäquanzprüfung indessen nach der für HWS-Verletzungen anwendbaren Rechtsprechung zu erfolgen, sind ebenfalls die psychischen, zum typischen Gesamtbeschwerdebild einer HWS-Verletzung gehörenden Beschwerden bei den Unfallfolgen und deren Behandlungsbedürftigkeit mit zu berücksichtigen.


7.1 Die Versicherung anerkennt, dass sich der Versicherte beim Unfallgeschehen vom 16. September 2001 eine Distorsion der HWS mit dem dafür typischen Beschwerdebild zugezogen hat. Dem ist zu folgen. So lässt sich dem echtzeitlichen Bericht der erstbehandelnden Ärzte der Notfallaufnahme des Stadtspitals T. vom Unfalltag entnehmen, dass der Versicherte mit dem Hinterkopf auf die Nackenstütze geprallt sei. Nach der Kollision habe er eine leichte Übelkeit, Schwindel und Schmerzen vom Kopf bis zum Hals verspürt. Eine Bewusstlosigkeit sei keine aufgetreten. Bei der Untersuchung habe sich eine schmerzhafte und leicht eingeschränkte Beweglichkeit der HWS gezeigt. In den Händen und Armen sei eine beidseitig vollkommen erhaltene und seitengleiche Sensibilität sowie eine kräftige Armmotorik festgestellt worden. Radiologisch seien keine Anhaltspunkte für ossäre Läsionen gefunden worden.


7.2 In der Folge hat die Versicherung - obschon das Vorliegen einer HWS-Distorsion nicht bestritten wird - die Adäquanz anhand der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen geprüft, da mittlerweile die im Vordergrund stehenden Beschwerden auf die psychische Problematik zurückzuführen seien.


7.3 Den umfangreichen medizinischen Unterlagen lässt sich entnehmen, dass beim Versicherten wenige Tage nach dem Unfallgeschehen ein unauffälliger neurologischer Status der oberen Extremitäten erhoben worden ist. Dabei seien symmetrische Reflexe und eine intakte Sensomotorik vorgefunden worden. Gleichzeitig werden ausgeprägte, vom Versicherten zum Ausdruck gebrachte Schmerzgebärden beschrieben. Der Patient neige immer wieder zu Hyperventilationen und klage über diffuse Schmerzen der HWS auf allen segmentalen Ebenen. In der Untersuchung habe sich eine diffuse, in den Hinterkopf ausstrahlende und beidseitige aber rechtsbetonte paravertebrale Druckdolenz gezeigt. Weiter seien Myogelosen im verkürzten Trapezmuskel mit ausstrahlenden Schmerzen in die Schulter und in die Brust vorgefunden worden. Die Schulter sei frei beweglich gewesen und bei den Dornfortsätzen am zervikothorakalen


Übergang sei eine mässige Druckdolenz festgestellt worden (vgl. Bericht von Dr. med. S., FMH Physikalische Medizin und Rheumatologie, vom 22. September 2001). In einer weiteren Untersuchung schildert Dr. S., dass keine radikulären oder neurologischen Ausfälle zu beobachten seien. Gleichzeitig wird auf eine ängstlich gefärbte Grundstimmung des Versicherten hingewiesen (vgl. Bericht vom 7. November 2001).


7.4 Der vom Beschwerdeführer in der Folge aufgesuchte Rheumatologe, Dr. med. M., bestätigt in seinem Bericht vom 14. beziehungsweise 17. Dezember 2001 die von Dr. S. erhobenen Befunde. Es zeige sich ein therapieresistenter Verlauf bezüglich der geklagten Beschwerden. Weiter liege nebst einer diffusen Druckempfindlichkeit der paravertebralen Muskulatur ein unauffälliger Befund vor. Eine HWS-Distorsion könne "nicht sicher ausgeschlossen werden". Der Patient zeige aber einen hohen subjektiven Leidensdruck, ein erheblich gesteigertes Schmerzgebaren bei klinisch unspezifischem und geringem Befund, welcher sich auf eine Druckempfindlichkeit der Weichteile beschränke. Weiter wird darauf hingewiesen, dass die physiotherapeutischen Massnahmen keinen Erfolg gezeitigt haben.


7.5 Mit Stellungnahme vom 26. März 2002 berichtete Dr. med. L., FMH Neurologie, über den Versicherten. Dieser habe bereits mehrere Arztwechsel hinter sich und habe sich selber zugewiesen, da er mit den vorangehenden ärztlichen Behandlungen unzufrieden sei. In der Untersuchung habe sich eine "minimale" Verspannung der paravertebralen Muskulatur der HWS gezeigt. Es liege nur ein diskreter klinisch objektivierbarer Befund hinsichtlich der festgestellten Myogelosen vor. Es habe zwar ein Trauma stattgefunden, welches zu den angegebenen zervikozephalen Schmerzen führen könne. Gleichzeitig müsse aber von einem diskreten Befund gesprochen werden. "Gewisse Begehrlichkeiten" seien nicht auszuschliessen.


7.6 Vom 7. Mai bis am 4. Juni 2002 befand sich der Versicherte sodann zur stationären Behandlung in der Rehaklinik R.. Dabei wurde ein zervikozephales Syndrom diagnostiziert. Gleichzeitig bestünden bei einem protrahierten und komplizierten Verlauf multiple psychosoziale Belastungsfaktoren. Differenzialdiagnostisch bestehe der Verdacht auf psychische Beeinträchtigungen im Sinne einer Anpassungsstörung, was aber spezialärztlich zu verifizieren sei. Während des Aufenthaltes in der Rehaklinik erstellte Dr. med. H., FMH Psychiatrie und Psychotherapie, am 29. Mai 2002 ein Gutachten über den Versicherten. Bei diesem bestehe demnach eine Anpassungsstörung mit Angst gemischt mit einer depressiven Reaktion gemäss ICD-10 F43.22. Für die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung würden absolut keine Anhaltspunkte vorliegen. Die vorgefundenen Symptome würden nicht zur Diagnose einer Angststörung ausreichen. Die Schmerzsymptomatik könne nicht nur somatisch begründet werden. Vielmehr sei diese auch psychisch bedingt. Der Versicherte sei in einem wenig stabilen familiären Umfeld aufgewachsen und habe deshalb nicht genügend tragende innere Strukturen aufbauen können, weshalb heute eine Somatisierungstendenz bestehe. Es bestehe eine grosse Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer somatoformen Schmerzstörung. Im weiteren Verlauf des Aufenthaltes in der Rehaklinik habe der Versicherte ein interdisziplinäres Therapieprogramm begonnen, dieses jedoch wieder abgebrochen. In der Physiotherapie sei zudem ein sehr auffälliges starres/steifes Bewegungsverhalten bezüglich der gesamten Wirbelsäule festgestellt worden, was im Widerspruch zur selektiven Beweglichkeit stehe.


7.7 In der Folge veranlasste die Versicherung eine umfassende polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten durch die Klinik V. (vgl. neuropsychologischer Untersuchungsbericht vom 28. August 2003, Radiologiebericht vom 22. September 2003, neurologisches Gutachten vom 11. Dezember 2003 sowie rheumatologisches Gutachten vom 7. Juli 2004). Den genannten Unterlagen zufolge bestehe beim Versicherten ein leicht bis mittelschwer beeinträchtigtes Leistungsprofil, wobei es aus neuropsychologischer Sicht möglich sei, dass Faktoren wie beispielsweise die Krankheits- oder Schmerzverarbeitung einen negativen Einfluss auf das Leistungsprofil ausüben würden. Aus neurologischer Sicht seien durchwegs normale Befunde ohne Zeichen einer radikulären Läsion beziehungsweise einer zervikalen Myelopathie vorgefunden worden. Die HWS sei schmerzbedingt mässiggradig aber global eingeschränkt. Ausserhalb der Testsituationen sei die schmerzbedingte Einschränkung deutlich weniger ausgeprägt. Weiter seien diffuse Druckdolenzen über dem Hinterkopf, dem Nacken und dem gesamten Gebiet des Trapezmuskels geschildert worden. Abgesehen von leichten degenerativen Veränderungen an den Wirbelsegmenten C4/5 habe das HWS-MRI unauffällige Befunde gezeigt. In der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit habe der Versicherte ein demonstratives Schmerzverhalten mit deutlichen Inkonsistenzen und deutlicher Selbstlimitierung sowie Hyperventilationen gezeigt. Beim Betroffenen liege ein chronifiziertes somatoformes Schmerzsyndrom mit zervikozephalen, zervikovertebralen und zervikobrachialen Schmerzen, vegetativen Begleitsymptomen und unsystematisiertem Schwindel vor. Die festgestellten Inkonsistenzen bezüglich der geklagten Schmerzen einerseits und den erhobenen Befunden anderseits seien als Hinweis für die nicht somatische Genese der Schmerzen zu verstehen. Aus somatischer Sicht würden "keine sicheren Folgen des Unfalls vom 16.9.01" vorliegen. Vielmehr seien die aktuell geklagten Beschwerden auf die psychische Problematik zurückzuführen. In der rheumatologischen Begutachtung hätten sich zudem keine pathologischen Befunde hinsichtlich einer radikulären Läsion oder einer Myelopathie erheben lassen. In der radiologischen Abklärung habe sich eine deutliche Streckhaltung der HWS gezeigt. Das Alignement der Wirbelkörper sei aber regelrecht und es bestehe auch keine Verschmälerung der Bandscheiben, wobei das Segment C4/5 leicht dehydriert sei. Der Spinalkanal und die Foramina intervertebralia seien normal breit und auch das Myelon sei bezüglich Form und Signal unauffällig. Ebenso habe sich eine normale Darstellung des kraniozervikalen Übergangs gezeigt. Keine Auffälligkeiten seien auch bei der Interspinal- und Paraspinalmuskulatur gefunden worden. Am Schädel hätten keine posttraumatischen Veränderungen an Gross- und Kleinhirn objektiviert werden können. Weiter wird ausgeführt, dass die radiologische Darstellung der ossären Strukturen von HWS, BWS und LWS unauffällig und einzig an der LWS eine leichtgradig verstärkte Lordosierung festgestellt worden sei. Abschliessend kommen die Gutachter zum Schluss, dass aus somatischer Sicht unter Beachtung vermehrter Pausen eine ganztägige Arbeitsfähigkeit bestehen würde.


7.8 Die vorstehend dargestellten und in ihren Schlussfolgerungen weitgehend übereinstimmenden medizinischen Unterlagen sind umfassend, sie beruhen auf allseitigen Untersuchungen und berücksichtigen die geklagten Beschwerden. Zudem leuchten die Berichte in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge sowie der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen sind begründet. Die ärztlichen Einschätzungen machen deutlich, dass spätestens im Zeitpunkt der rheumatologischen Begutachtung durch die Klinik V. (7. Juli 2004) die vom Beschwerdeführer geklagten somatischen Beeinträchtigungen nicht mehr in Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen vom 16. September 2001 zu bringen sind. Der gesamte Verlauf zeigt, dass bald nach dem Unfall eine psychische Problematik eingesetzt hat, die heute deutlich beziehungsweise gänzlich im Vordergrund steht. Bei der Erstuntersuchung wurden am Unfalltag lediglich diskrete somatische Befunde erhoben und die physischen Beeinträchtigungen haben bald einmal gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt und sind ganz in den Hintergrund getreten. Im massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheides war somit der unfallbedingt erforderliche Heilungsprozess hinsichtlich der somatischen Beschwerden abgeschlossen und von einer Fortsetzung der diesbezüglichen Behandlung war überdies keine namhafte Besserung mehr zu erwarten (vgl. vorstehende E. 6.1 und 6.2). Unter diesen Umständen war die Versicherung befugt, die Adäquanzprüfung durchzuführen und dabei nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolge gemäss BGE 115 V 133 vorzugehen.


7.9 Zu einem anderen Untersuchungsergebnis gelangten die Fachpersonen der psychiatrischen Klinik E. in ihrer Stellungnahme vom 30. Juni 2004 sowie Dr. phil. W., Fachpsychologin für Neuropsychologie und Psychotherapie FSP, in ihrem Bericht vom 23. Mai 2003. Demnach liege beim Versicherten nebst der bereits diagnostizierten Anpassungsstörung eine mittelgradige depressive Episode mit somatischen Syndrom vor. Aus psychiatrischer Sicht sei der Betroffene vollständig arbeitsunfähig. Anamnestisch sei vor dem Unfall keine psychogene Störung vorhanden gewesen. Vielmehr seien die psychischen Beeinträchtigungen erst unmittelbar nach dem Schadenereignis aufgetreten. Der Versicherte habe vor dem Unfall als arbeitswillig, strebsam und engagierter Familienvater gegolten. Ebenso haben sich keine Anhaltspunke für eine pathologische Persönlichkeitsstruktur finden lassen, die den Exploranden in seinen Verarbeitungsmöglichkeiten des Unfallereignisses eingeschränkt hätten. Die jetzt vorhandenen Belastungsfaktoren wie die finanzielle Problematik, die familiäre psychosoziale Belastung, die Überforderung bei der Kindererziehung sowie die subjektive Gereiztheit und Aggressivität seien Unfallfolgen. Es liege eine teilweise psychische Fehlverarbeitung des Unfallgeschehens vor und aus psychiatrischer Sicht sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, wobei kein Endzustand erreicht sei. Dr. W. vertritt die Ansicht, der Versicherte habe vor dem hier relevanten Unfall vom September 2001 bereits vier schwere Unfälle erlitten. Dabei habe er sich von den Unfallfolgen jedes Mal erholt und wieder eine volle Arbeitsfähigkeit erreicht. Insbesondere deshalb könne für den Unfall vom September 2001 keine psychische Überlagerung der HWS-Folgen angenommen werden.


Zu den beiden Berichten ist zunächst festzuhalten, dass deren Schlussfolgerungen im Wesentlichen auf den anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers selbst beruhen. Zudem äussern sie sich nicht beziehungsweise nur am Rande zu der vom Versicherten geklagten Schmerzsymptomatik vor dem Hintergrund der gesicherten diskreten somatischen Befunde. Weiter liefert die Feststellung der Klinik E., wonach die psychischen Störungen unmittelbar nach dem Unfallgeschehen aufgetreten sind, gerade einen wesentlichen Hinweis beziehungsweise Grund dafür, dass die Adäquanzprüfung zu Recht nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen gemäss BGE 115 V 133 durchgeführt worden ist (vgl. vorstehende E. 5.4). Dr. W. gründet ihre Ansicht vollständig auf die anamnestischen Angaben des Versicherten. In den Akten finden sich aber keinerlei Hinweise auf die genannten Unfallereignisse. Vielmehr deutet einiges darauf hin, dass diese nie beziehungsweise nicht in der vom Beschwerdeführer geschilderten Intensität stattgefunden haben. So hat sich die Versicherung an den Beschwerdeführer gewandt, um von diesem nähere Angaben zu den behaupteten Ereignissen zu erhalten. Die von ihm angegebenen Kliniken, in denen er nach den geschilderten schweren und zum Teil von Komazuständen begleiteten Unfällen in Behandlung gewesen sein soll (Kantonsspital B. und L.) haben sodann auf Anfrage der Versicherung mitgeteilt, dass der Betroffene nie beziehungsweise nie wegen gravierender Unfallgeschehnisse hospitalisiert gewesen sei (vgl. Versicherungsaktenstücke Nr. 42 und 48). Die Berichte der Klinik E. sowie von Dr. W. genügen somit den von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätzen zum Beweiswert ärztlicher Berichte nicht (vgl. vorstehende E. 4), weshalb auf deren Meinungsäusserungen nicht abgestellt werden kann.


8. (…)


9.1 In der Folge ist die von der Versicherung gemäss BGE 115 V 133 durchgeführte Adäquanzprüfung zu untersuchen. Wie bereits ausgeführt setzt nach dieser Rechtsprechung die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfallereignis und einer anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung im Einzelfall voraus, dass dem Unfallereignis für die Entstehung der psychisch bedingten Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn es objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. BGE 115 V 141 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung der Unfälle in drei Gruppen zweckmässig erscheint: banale bzw. leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (vgl. BGE 115 V 138 E. 6). Während bei leichten bzw. banalen Unfällen der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel ohne weiteres verneint werden kann, weil auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen, ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen einem Unfall und dessen Folgen bei schweren Unfallgeschehen in der Regel zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken. Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht auf Grund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte oder indirekte Folge davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind nach der Rechtsprechung (vgl. BGE 115 V 140 E. 6c/aa) zu nennen:


besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;


die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;


ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;


körperliche Dauerschmerzen;


ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;


schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;


Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.


Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Das trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, der zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten der Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht wird. Diese einzelfallweise Würdigung des Unfalls zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach anderen Ursachen zu forschen, die möglicherweise, die psychische Fehlreaktion mitbegünstigt haben könnten (vgl. BGE 115 V 140 E. 6c/bb).


9.2 Sind mehrere Unfallgeschehen zu beurteilen, so ist der adäquate Kausalzusammenhang grundsätzlich für jedes Ereignis gesondert zu beurteilen (vgl. Urteil E. des EVG vom 30. November 2004, U 300/03, E. 3.1; RKUV 1996 Nr. U 248, S. 177, E. 4b). So ist mit der Beschwerdegegnerin zunächst hinsichtlich der anlässlich einer tätlichen Auseinandersetzung am 31. Dezember 2001 erlittenen kleinen Rissquetschwunde an der linken Stirn festzuhalten, dass es sich dabei um ein banales Geschehen handelte, welches für sich allein betrachtet keinesfalls geeignet ist, einen erheblichen psychischen Gesundheitsschaden zu verursachen (vgl. vorstehende E. 9.1). Ebenso vertritt die Beschwerdegegnerin zu Recht die Auffassung, dass es sich beim Unfall, den der Beschwerdeführer am 16. September 2001 erlitten hat, um ein mittelschweres Ereignis im Sinne der vorstehend wiedergegebenen Rechtsprechung handelt, wobei dieses innerhalb des betreffenden Spektrums eher im Bereich zu den leichten als zu den schweren Unfällen anzusiedeln ist. Der Versicherte war auf der Autobahn im Raum Winterthur im dichten und langsamen Kolonnenverkehr unterwegs, als der vor ihm befindliche Lenker eine Vollbremsung ausführte. Der Beschwerdeführer seinerseits konnte sein Fahrzeug nicht mehr zum Stillstand bringen und er kollidierte mit dem Heck des vor ihm stehenden Fahrzeugs. Der nachfolgende Lenker konnte ebenfalls nicht mehr abbremsen und prallte seinerseits ins Heck des Beschwerdeführers (vgl. die vom Kantonsgericht bei der Versicherung angeforderten Unfallakten der Kantonspolizei Zürich vom 18. September 2001).


9.3 Der adäquate Kausalzusammenhang zu den heute vorhandenen psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen ist daher nur zu bejahen, wenn mehrere der von der Rechtsprechung aufgestellten Kriterien in gehäufter und auffälliger oder eines davon in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführer trifft dies vorliegend aber nicht zu:


9.4 Der in seiner Art und Weise sehr häufig vorkommende Auffahrunfall hat sich weder unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet noch war er von besonderer Eindrücklichkeit. Ist die Adäquanz einer psychischen Fehlentwicklung nach einem Schleudertrauma - wie hier - allein nach dem erlittenen körperlichen Gesundheitsschaden und dessen objektiven Folgen zu beurteilen, fällt das Adäquanzkriterium der besonderen Art der erlittenen Verletzungen sachlogisch ausser Betracht. Denn ein Distorsionstrauma der HWS oder eine ihm gleichgestellte äquivalente Verletzung stellt in solchen Fällen überhaupt keine unfallkausale Teilursache oder nur eine solche von untergeordneter Bedeutung für die eingetretene psychische Fehlentwicklung dar. Analog verhält es sich mit den übrigen unfallbezogenen Adäquanzkriterien, soweit die ihnen zu Grunde liegenden Unfallfolgen durch die psychische Fehlentwicklung bestimmt oder beeinflusst worden sind. Mit Bezug auf die Adäquanzkriterien der Dauer der unfallbedingten Beschwerden, der ärztlichen Behandlung und der Arbeitsunfähigkeit ist deshalb in Fällen wie dem vorliegenden allein massgebend, wie lange die Unfallfolgen durch den erlittenen körperlichen Gesundheitsschaden in erheblichem Ausmass mit verursacht worden sind (vgl. zum Ganzen: Urteil C. des EVG vom 14. Oktober 2004, U 66/04, E. 6.3).


Die somatischen Unfallfolgen wurden einzig im Rahmen physiotherapeutischer Massnahmen und durch Verabreichung von Analgetika behandelt. Anlässlich des stationären Aufenthaltes in der Rehaklinik R. vom 7. Mai bis am 4. Juni 2002 wurden physiotherapeutische Behandlungen durchgeführt. Bei allen späteren ärztlichen und (neuro-)psychologischen Berichten handelt es sich um Verlaufs- oder Abklärungsberichte, denen nicht eine regelmässige, zielgerichtete ärztliche Behandlung zu Grunde lag. Somit betrug die wenigstens teilweise durch körperliche Beschwerden bedingte Behandlungsdauer rund zehn Monate. Dr. M. attestierte bereits ab 13. Dezember 2001 aus somatischer Sicht wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit (vgl. Unfallschein UVG, Versicherungsaktenstück Nr. 15). In der Folge wurde zwar wieder eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit angenommen (vgl. Unfallschein UVG, Versicherungsaktenstück Nr. 16). Gleichzeitig äusserten sich bereits Ende 2001 mehrere Ärzte dahingehend, dass die Schmerzgenese auf eine psychische Problematik zurückzuführen sei. Gestützt wird diese Ansicht durch das psychiatrische Gutachten von Dr. H. vom 29. Mai 2002, welchem zufolge die Schmerzsymptomatik in erster Linie einen psychischen Hintergrund habe. Im rheumatologischen Gutachten vom 7. Juli 2004 äussert sich Prof. K. dahingehend, dass der Versicherte aus somatischer Sicht zu mindestens 50 % arbeitsfähig sei. Diese Einschätzung erscheint ein wenig zurückhaltend, wird doch in den weiteren Stellungnahmen der Klinik V. eine - aus somatischer Sicht - vollständige Arbeitsfähigkeit postuliert. Zudem ist den medizinischen Unterlagen übereinstimmend zu entnehmen, dass die beim Beschwerdeführer bestehende Arbeitsunfähigkeit in der Hauptsache auf die psychischen Beeinträchtigungen zurückzuführen ist, sodass keine wesentliche somatisch begründbare Arbeitsunfähigkeit mehr besteht. Unter diesen Umständen sind die Adäquanzkriterien der ungewöhnlich langen Behandlungsdauer, wobei bei HWS-Distorsionen eine ärztliche Behandlungsdauer von bis zu drei Jahren durchaus nicht ungewöhnlich erscheint (vgl. vorstehende E. 6.2) sowie der Grad und die Dauer der physischen Arbeitsunfähigkeit nicht beziehungsweise nicht in besonders auffallender Weise erfüllt. Die beiden verbleibenden Kriterien - ärztliche Fehlbehandlung/schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen - fallen ausser Betracht. Die massgebenden unfallbezogenen Kriterien sind somit nicht in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt, was im Ergebnis zur Verneinung der Adäquanz des Kausalzusammenhangs führt.


10. Zusammenfassend ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin weitere Leistungen für den Versicherten mit Wirkung ab dem 31. August 2004 eingestellt hat. Die gegen den betreffenden Einspracheentscheid vom 6. Juli 2005 erhobene Beschwerde erweist sich somit als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss.


11. (Kosten)




KGE SV vom 10.3.2006 i.S. M. (725 05 262)


Der Versicherte hat gegen diesen Entscheid am 14. August 2006 Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Eidgenössischen Versicherungsgericht eingereicht.



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