04-052 Kein Pauschalabzug für eigene Verkaufsbemühungen

Da niemand sich selbst einen Auftrag erteilen und für seine Person Mäkler sein kann, kann Mäkler nur ein Dritter sein. Im Weiteren bedarf es zur Anerkennung des Abzugs einer Mäklerprovision eine in Ausführung des Mäklervertrages zum Liegenschaftenkauf führende Nachweis- oder Vermittlertätigkeit des Mäklers und die Zahlung oder Anerkennung des geschuldeten Mäklerlohnes, beschränkt auf den üblichen Umfang. Demzufolge ergibt sich, dass der Rekurrent keinen Pauschalabzug von zwei Prozent der Verkaufssumme für seine eigenen Verkaufsbemühungen vornehmen kann (Erw. 2b).



Aus den Erwägungen:

2. a) Der Rekurrent macht sinngemäss geltend, er habe zum Verkauf der Liegenschaft (…) in A. einen Aufwand geleistet zum Erstellen von Prospekten, Plänen, Photos, Internet-Text, Inserate und mehrfache Besichtigung des Kaufobjektes. Diese Arbeiten habe er selbst ausgeführt. Über sein Geschäft seien keine Aufwendungen gelaufen. Alle diese Arbeiten möchte er einerseits als Pauschalabzug als Verkaufsaufwendungen bei der Grundstückgewinnsteuer in Abzug bringen und andererseits zu seinem Einkommen dazurechnen.


b) Als Aufwendungen gelten gemäss § 78 Abs. 1 StG Kosten für Bauten, Umbauten, Bodenmeliorationen und andere dauernde Verbesserungen, die eine Werterhöhung des Grundstückes bewirkt haben (lit. a); Grundeigentümerbeiträge für den Anschluss des Grundstückes an Strassen und öffentliche Werke (lit. b); Kosten, die mit dem Erwerb und der Veräusserung des Grundstückes verbunden sind, mit Einschluss der üblichen Mäklerprovision (lit. c). Im Weiteren wird in Abs. 2 der vorerwähnten Bestimmung festgehalten, dass Aufwendungen, die bei der Einkommenssteuer bzw. Ertragssteuer als Abzüge berücksichtigt worden sind, nicht mehr geltend gemacht werden können.


Unter Mäklerprovision ist der Mäklerlohn im Sinne von Art. 413 des Bundesgesetzes vom 30. März 1911 betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht [OR]) zu verstehen. Die Anrechenbarkeit einer Mäklerprovision setzt den Abschluss eines Mäklervertrags im Sinne von Art. 412 OR voraus. Durch einen solchen Mäklervertrag erhält der Mäkler den Auftrag, gegen eine Vergütung, Gelegenheit zum Abschlusse eines Vertrages nachzuweisen oder den Abschluss eines Vertrages zu vermitteln. Da niemand sich selbst einen Auftrag erteilen und für seine Person Mäkler sein kann, kann Mäkler nur ein Dritter sein. Im Weiteren bedarf es zur Anerkennung des Abzugs einer Mäklerprovision eine in Ausführung des Mäklervertrages zum Liegenschaftenkauf führende Nachweis- oder Vermittlertätigkeit des Mäklers und die Zahlung oder Anerkennung des geschuldeten Mäklerlohnes, beschränkt auf den üblichen Umfang. Demzufolge ergibt sich, dass der Rekurrent keinen Pauschalabzug von zwei Prozent der Verkaufssumme für seine eigenen Verkaufsbemühungen vornehmen kann (vgl. Rechenschaftsbericht der Oberrekurskommission des Kantons Zürich 1958; Nr. 98; Ermo Zimmermann, Die basellandschaftliche Grundstückgewinnsteuer in: Basellandschaftliche Steuerpraxis [BStPra.], Band IV, S. 274).


c) Der Steuerpflichtige erwähnt im Rekurs weiter Aufwendungen, die an Dritte zu bezahlende Kosten beinhalten könnten, z.B. Inserate. Bei der Frage, ob solche Aufwendungen entstanden sind, handelt es sich um eine steuermindernde Tatsache, die nach der allgemeinen Regel vom Steuerpflichtigen zu beweisen ist (vgl. Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts [BGE] 121 II 257 E. 4c/aa S. 266). Im vorliegenden Fall fehlt jedoch ein entsprechender Nachweis, weshalb solche Kosten nicht zum Abzug zugelassen werden können.


(…)


Entscheid Nr. 52/2004 vom 28.5.2004



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