|
|
Sozialversicherungsgericht des Kantons Basel-Stadt
|
URTEIL
vom 31. August 2021
Mitwirkende
Dr. A. Pfleiderer (Vorsitz), C. Müller, Dr. med. F. W. Eymann
und Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Dreyer
Parteien
A____
[...]
Beschwerdeführer
IV-Stelle Basel-Stadt
Rechtsdienst, Aeschengraben 9, Postfach, 4002 Basel
Gegenstand
IV.2021.52
Verfügung vom 26. März 2021
IV-Rente
Tatsachen
I.
a) Der 1963 geborene Beschwerdeführer ist gelernter Landschaftsgärtner und verfügt über diverse Zusatzausbildungen in der Sparte Gartenbau (vgl. IV-Akte 6). Er war zunächst selbstständigerwerbend und arbeitete später als Angestellter im Bereich Gartenbau/Landschaftsarchitektur. Seit Mai 2008 war er als Geschäftsführer der von ihm gegründeten B____ GmbH (vormals: C____ GmbH) tätig (vgl. den IK-Auszug [IV-Akte 8]; siehe auch den im Internet einsehbaren Auszug aus dem Handelsregister des Kantons Basel-Stadt).
b) Ab November 2014 war der Beschwerdeführer wegen einer sensomotorischen Lumboischialgie L5 mit Diskushernie in ärztlicher Behandlung (vgl. IV-Akte 9.9, S. 2 und 3). Vom 8. Dezember bis 12. Dezember 2014 war er in der Reha D____ hospitalisiert (vgl. IV-Akte 9.8, S. 2 f.). Ab März 2015 kamen psychische Beschwerden in Form einer längeren depressiven Reaktion hinzu. Er begab sich deswegen in Behandlung zu Dr. E____ (vgl. IV-Akte 26).
c) Im Mai 2015 meldete sich der Beschwerdeführer zum Leistungsbezug bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung an (vgl. IV-Akte 2). Die IV-Stelle Basel-Stadt traf in der Folge entsprechende Abklärungen. Insbesondere forderte sie die behandelnden Ärzte zur Berichterstattung auf (vgl. den Bericht von Dr. F____ vom 22. Juni 2016 [IV-Akte 24] und die Berichte von Dr. E____ vom 11. September 2016 [IV-Akte 26] und vom 16. Februar 2017 [IV-Akte 34]). Die Beschwerdegegnerin gab ausserdem eine Abklärung Selbstständigerwerbende in Auftrag, welche am 26. Januar 2017 durchgeführt wurde (vgl. den Abklärungsbericht vom 9. Februar 2017; IV-Akte 32). Danach legte sie das Dossier dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vor, welcher eine Aktenbeurteilung vornahm (vgl. die Stellungnahme von Dr. G____ vom 15. September 2017; IV-Akte 37).
d) Gestützt auf diese Abklärungen gewährte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 8. Mai 2018 eine Viertelrente vom 1. November 2015 bis 31. Dezember 2015, eine ganze Rente vom 1. Juli 2016 bis 31. Oktober 2016 und eine halbe Rente vom 1. November 2016 bis 31. Januar 2017. Für den Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis 30. Juni 2016 sowie ab 1. Februar 2017 verneinte die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch (vgl. IV-Akte 49).
e) Die hiergegen vom Beschwerdeführer erhobene Beschwerde (IV-Akte 52) hiess das Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt mit Urteil vom 16. Januar 2019 (IV-Akte 64) in dem Sinne gut, als die Sache an die IV-Stelle zur Vornahme weiterer Medizinischer Abklärungen und zum anschliessenden Entscheid über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers ab Februar 2017 zurückgewiesen wurde. In der Folge forderte die IV-Stelle zunächst die behandelnden Ärzte zur Berichterstattung auf (vgl. den Bericht von Dr. H____ vom 18. Oktober 2019, mit Beilagen; IV-Akte 74). Im Anschluss daran erteilte sie Dr. I____ und Dr. J____ einen Auftrag zur bidisziplinären (neurologisch-psychiatrischen) Begutachtung des Beschwerdeführers (neurologisches Gutachten Dr. I____ vom 9. Juli 2020 [IV-Akte 92], psychiatrisches Gutachten Dr. J____ vom 8. August 2020 [IV-Akte 91], Gesamtbeurteilung vom 12. August 2020 [IV-Akte 92, S. 24-26]). In der Folge äusserte sich der RAD am 22. September 2020 (IV-Akte 94).
f) Am 29. September 2020 (Postaufgabe 30. September 2020) erhob der Beschwerdeführer beim Sozialversicherungsgericht Rechtsverzögerungsbeschwerde (Verfahren IV 2020 123). Er beantragte, es sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihm aufgrund einer "jahrelangen Verzögerung" seines Falles, Schadenersatz für die dadurch entstandene Belastung zu bezahlen (vgl. IV-Akte 95, S. 2).
g) Mit Vorbescheid vom 28. Oktober 2020 teilte die IV-Stelle dem Beschwerdeführer mit, man beabsichtige, ihm eine befristete (abgestufte) Rente zuzusprechen (November 2015 bis Dezember 2015 Viertelsrente; Juli 2016 bis Oktober 2016 ganze Rente; November 2016 bis April 2017 halbe Rente). Ab Mai 2017 werde man einen Rentenanspruch ablehnen (vgl. IV-Akte 99). Dazu äusserte sich der Beschwerdeführer am 4. November 2020 (vgl. IV-Akte 103). In der Folge holte die IV-Stelle bei Dr. E____ die Stellungnahme vom 21. November 2020 ein (vgl. IV-Akte 111). Daraufhin erliess die IV-Stelle am 14. Januar 2021 einen neuen Vorbescheid. Sie stellte jetzt die Zusprechung einer wie folgt abgestuften (befristeten) Rente in Aussicht: November 2015 bis Dezember 2015 Viertelsrente, Juli 2016 bis Oktober 2016 ganze Rente, November 2016 bis März 2018 halbe Rente; vgl. IV-Akte 117). Dazu äusserte sich der Beschwerdeführer am 4. November 2020. Er beantragte die Zusprechung höherer Rentenleistungen während einer längeren Dauer sowie deren Verzinsung ab 2016 (vgl. IV-Akte 118).
h) Mit Urteil vom 26. Januar 2021 wies das Sozialversicherungsgericht die Rechtsverzögerungsbeschwerde des Beschwerdeführers ab. Am 26. März 2021 erliess die IV-Stelle eine dem Vorbescheid vom 28. Oktober 2020 entsprechende Verfügung (vgl. IV-Akte 130).
II.
a) Gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 26. März 2021 erhob der Beschwerdeführer am 12. April 2021 Beschwerde bei der IV-Stelle, welche zuständigkeitshalber dem Sozialversicherungsgericht zugestellt wurde (vgl. IV-Akte 134). Er beantragt im Wesentlichen die Ausrichtung höherer Rentenleistungen während einer längeren Zeitdauer. Ausserdem ersucht er um Zusprechung eines Schadenersatzes und um Verzinsung des Rentenanspruches.
b) Die IV-Stelle (Beschwerdegegnerin) schliesst mit Beschwerdeantwort vom 8. Juni 2021 auf Abweisung der Beschwerde.
c) Der Beschwerdeführer hält mit Replik vom 12. Juni 2021 an seiner Beschwerde fest.
d) Die Beschwerdegegnerin schliesst in ihrer Duplik vom 2. Juli 2021 weiterhin auf Abweisung der Beschwerde.
e) Mit Verfügung der Instruktionsrichterin vom 12. Juli 2021 wird dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung bewilligt.
III.
Am 31. August 2021 findet die Beratung der Sache durch die Kammer des Sozialversicherungsgerichts statt.
Entscheidungsgründe
1.
1.1. Das Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt ist als einzige kantonale Instanz zuständig zum Entscheid über die vorliegende Streitigkeit (§ 82 Abs. 1 des Gesetzes vom 3. Juni 2015 betreffend die Organisation der Gerichte und der Staatsanwaltschaft [Gerichtsorganisationsgesetz/GOG]; SG 154.100). Die örtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts ergibt sich aus Art. 69 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20).
1.2. Da die Beschwerde rechtzeitig erhoben worden ist (Art. 60 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) und auch die übrigen formellen Beschwerdevoraussetzungen erfüllt sind, ist darauf einzutreten.
4.1.2. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231, 232 mit Hinweis auf BGE 125 V 351, 352 E. 3a).
4.1.3. Gutachten externer Spezialärzte, welche von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderungen der Rechtsprechung genügen, darf das Gericht vollen Beweiswert zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465, 470 E. 4.4; BGE 125 V 352, 353 E. 3b/bb). Aussagen von behandelnden Ärzten sind grundsätzlich mit Vorbehalt zu würdigen, da es einer Erfahrungstatsache entspricht, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465, 470 E. 4.5 mit Hinweisen).
4.2.2. Zur Begründung legte Dr. J____ dar, der Explorand hinterlasse während der aktuellen Untersuchung insgesamt nicht den Eindruck, unter andauernden schweren und quälenden Schmerzen zu leiden. Die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, respektive einer chronischen Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen Faktoren lasse sich nicht mit Sicherheit stellen. Dementsprechend lasse sich auch nicht mit Sicherheit eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit begründen (vgl. S. 12 des Gutachtens). Es lasse sich die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit chronischem Verlauf, gegenwärtig leichtgradige Episode ohne somatisches Syndrom stellen. Hinweise für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung oder einer Störung aus dem Bereiche Angst, Zwang oder Dissoziation seien nicht zu erkennen (vgl. S. 14 des Gutachtens).
4.2.3. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr. J____ aus, der Explorand könne aktuell in der angestammten Tätigkeit sieben Stunden anwesend sein. Es bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 85 % (vgl. S. 16 f. des Gutachtens). Was den Verlauf angehe, so könnten aufgrund der unpräzisen Angaben des Exploranden und der fehlenden psychiatrischen Akten keine verlässlichen Aussagen gemacht werden. Die 15%ige Einschränkung habe dementsprechend seit dem Untersuchungsdatum (1. Juli 2020; vgl. S. 3 des Gutachtens) Gültigkeit. Gemäss dem Bericht von Herrn Dr. E____ habe früher eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1. Juli 2016 bis zum 31. August 2016 und vom 1. September 2016 bis zum 30. September 2016 eine 100%ige und von Oktober 2016 bis Ende Januar 2017 eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Seit Februar 2017 habe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht mehr begründet werden können (vgl. S. 17 des Gutachtens).
4.2.4. Dr. I____ hielt im Gutachten vom 9. Juli 2020 (IV-Akte 92) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest: (1.) Mässig ausgeprägtes, linksseitiges Lumbovertebralsyndrom mit Sensibilitätsdefiziten entsprechend L5 links, ohne feststellbare motorische Ausfälle, ohne wesentliche Funktionseinschränkung, ohne aktuelle radikuläre Reizsymptomatik, anamnestisch aber rezidivierend, bei Diskushernie LS/S1 mit foraminaler Enge und Kompression der Wurzel L5 links; (2.) leichtes, unteres, linksbetontes Zervikalsyndrom mit leicht schmerzhafter Funktion, ohne damit verbundene neurologische Reiz- oder Ausfallssymptomatik. In der Liste der Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr. I____ an: (1.) Status nach Schultertrauma links mit späterer Arthroseentwicklung anamnestisch; (2.) Status nach Bandläsionen im Bereich der Fussgelenke beidseits anamnestisch; (3.) Status nach Varizenoperationen links vor etwa zehn Jahren anamnestisch (vgl. S. 15 des Gutachtens).
4.2.5. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit legte Dr. I____ dar, als Landschaftsarchitekt könne der Explorand heute acht Stunden pro Tag anwesend sein. Dabei sei die Leistung aber eingeschränkt. Es sei eine Wechselbelastung erforderlich. Sitzen oder Stehen über 30 Minuten seien nicht zumutbar. Der Explorand müsse immer wieder aufstehen und sich bewegen können, mithin die Arbeit damit unterbrechen. Er müsse sich zwischendurch auch hinlegen können. Der Pausenbedarf sei deutlich höher, inklusive längerer Mittagspause. Insgesamt könne die Einschränkung der Leistungsfähigkeit heute auf 30 % eingeschätzt werden. Ab Dezember 2014 sei der Explorand bis etwa Ende Februar 2015 vollständig arbeitsunfähig gewesen. Die danach attestierte Arbeitsfähigkeit von 40 % könne nachvollzogen werden, mit mehr oder weniger kontinuierlicher Steigerung auf etwa 60 % bis Mitte 2015. Seither und bis etwa Mitte 2019 könne die Arbeitsfähigkeit bei schwankenden Verlauf auf zwischen 60 % und 70 % eingeschätzt werden (phasenweise 60 % und phasenweise 70 %), wobei die genauen Zeiträume retrospektiv nicht mehr definiert werden könnten. Seit etwa Mitte 2019 könne von den heutigen Werten, mithin einer 70%igen Arbeitsfähigkeit, ausgegangen werden (vgl. S. 21 des Gutachtens).
4.2.6. Eine optimal angepasste Tätigkeit müsse folgenden Anforderungen genügen: Sie sei körperlich leicht und nur ausnahmsweise mittelschwer. Längere Zwangsstellungen der LWS, insbesondere Sitzen oder Stehen von mehr als etwa 30 Minuten seien nicht notwendig. Die Arbeitstätigkeit sei wechselbelastend. Torsionsbelastungen der Wirbelsäule seien nicht erforderlich. Auch sei erforderlich, dass sie nicht im Knien, kauernd oder vorneübergebeugt stattfinde. Auch gelte es zu beachten, dass ein deutlich höherer Pausenbedarf bestehe, inklusive einer längeren Mittagspause. Die Arbeitsfähigkeit und der Verlauf für eine solche Tätigkeit würde jener in der bisherigen Tätigkeit als Landschaftsarchitekt entsprechen (vgl. S. 22 des Gutachtens).
4.2.7. In der Konsensbeurteilung wurden diese Aussagen – insbesondere zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit – aufgegriffen und klargestellt, eine additive Wirkung der Einschränkungen aus psychiatrischer/somatischer Sicht lasse sich nicht begründen (vgl. S. 26 des neurologischen Gutachtens).
4.3.4. Gemäss dem bidisziplinären Gutachten von Dr. J____ und Dr. I____ hat schliesslich von Oktober 2016 bis Ende Januar 2017 eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Was den Monat Oktober 2016 angeht, so erachtet die Beschwerdegegnerin allerdings (wie im vorangegangenen Verfahren) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als ausgewiesen (vgl. die angefochtene Verfügung 26. März 2021; IV-Akte 130). Sie stützt sich dabei auf die Feststellungen des Sozialversicherungsgerichts (Urteil vom 16. Januar 2019; IV-Akte 64, S. 7 f.) sowie die "echtzeitlichen" medizinischen Unterlagen, was als richtig zu erachten ist. In Bezug auf die Zeit von November 2016 bis Januar 2017 hält die Beschwerdegegnerin schliesslich eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für ausgewiesen (vgl. die Verfügung vom 26. März 2021; IV-Akte 130). Dem kann ebenfalls gefolgt werden. Es gibt keinen Grund, auf das Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 16. Januar 2019 zurückzukommen; denn dieses orientierte sich an den von Dr. E____ gegenüber der Taggeldversicherung "echtzeitlich" gemachten Angaben (vgl. das Attest vom 23. Januar 2017; IV-Akte 33, S. 2) und der darauf basierenden Einschätzung des RAD (vgl. IV-Akte 37, S. 4). Soweit der Beschwerdeführer (gestützt auf den im Vorbescheidverfahren eingereichten Bericht von Dr. E____ vom 2. September 2019 [IV-Akte 106, S. 7] und die Stellungnahme von Dr. E____ vom 21. November 2020 [IV-Akte 111]) insb. für November 2016 eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt haben möchte (vgl. die Beschwerde), kann ihm daher nicht gefolgt werden.
4.3.5. Gemäss dem bidisziplinären Gutachten von Dr. J____ und Dr. I____ hat ab Februar 2017 bis ca. Juni 2019 eine Arbeitsunfähigkeit von 35 % (Durchschnitt von 30 % und 40 %) vorgelegen und hernach noch eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. die Konsensbeurteilung; IV-Akte 92, S. 25 f.). Der Beschwerdeführer hat nunmehr im Vorbescheidverfahren die Bestätigung von Dr. E____ vom 2. September 2019 (IV-Akte 106, S. 7) eingereicht. Darin wurde ihm aus psychiatrischer Sicht ab März 2017 bis mindestens Ende Dezember 2017 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Auf Nachfrage hin bestätigte Dr. E____ diese Angabe mit Stellungnahme vom 21. November 2020 (IV-Akte 111) und äusserte sich auch zu der mit dieser Einschätzung in Widerspruch stehenden Angabe im Bericht vom 5. März 2017 (IV-Akte 34, S. 2). Er wies darauf hin, die Arbeitsunfähigkeiten, welche er (auch) im Zeugnis an die Taggeldversicherung angegeben habe, seien jetzt (richtig) aufgelistet. Diese Aussagen von Dr. E____ wurden von der Beschwerdegegnerin berücksichtigt; sie erachtete auch für die Zeit ab März 2017 bis Dezember 2017 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit als überwiegend wahrscheinlich und nahm erst ab Januar 2018 eine Arbeitsfähigkeit von 35 % an (vgl. die Verfügung vom 26. März 2021; IV-Akte 130). Dem kann gefolgt werden. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (vgl. die Beschwerde) ist nicht bis Mai 2019 von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen; insbesondere gilt es hier zu berücksichtigen, dass die Behandlung bei Dr. E____ im Dezember 2017 endete (vgl. IV-Akte 106, S. 7). Eine massgebliche weitere Arbeitsunfähigkeit ist daher nicht als überwiegend wahrscheinlich zu erachten, zumal sich Dr. E____ diesbezüglich auch sehr zurückhaltend äusserte. Ergänzend ist noch zu bemerken, dass der Beschwerdeführer offenbar per 15. November 2016 aus der Lohnausfallversicherung ausgesteuert war (vgl. das Schreiben der K____ vom 7. November 2016 [IV-Akte 28, S. 2]; siehe auch S. 4 des Abklärungsberichtes vom 9. Februar 2017 [IV-Akte 32, S. 4]) und sich in den vorliegenden Akten kein Zeugnis von Dr. E____ befindet, mit welchem dem Beschwerdeführer ab März 2017 "echtzeitlich" eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wurde. Auch der Beschwerdeführer machte in der Vergangenheit keine entsprechende Arbeitsunfähigkeit geltend (vgl. IV-Akte 52, S. 2).
Demgemäss erkennt das Sozialversicherungsgericht:
://: Die Beschwerde wird abgewiesen.
Der Beschwerdeführer trägt die ordentlichen Kosten, bestehend aus einer Gebühr von Fr. 800.--. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen diese Kosten zu Lasten des Staates.
Sozialversicherungsgericht BASEL-STADT
Die Präsidentin Die Gerichtsschreiberin
Dr. A. Pfleiderer lic. iur. S. Dreyer
Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG]). Die Beschwerdefrist kann nicht erstreckt werden (Art. 47 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdegründe sind in Art. 95 ff. BGG geregelt.
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung zuzustellen. Die Beschwerdeschrift hat den Anforderungen gemäss Art. 42 BGG zu genügen; zu beachten ist dabei insbesondere:
a) Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten;
b) in der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt;
c) die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat, ebenso der angefochtene Entscheid.
Geht an:
– Beschwerdeführer
– Beschwerdegegnerin
– Bundesamt für Sozialversicherungen