{"Signatur": "CH_BGE_012", "Spider": "CH_BGE", "Sprache": "fr", "Datum": "2026-04-30", "HTML": {"Datei": "CH_BGE/CH_BGE_012_20260430-52031-21_2026-04-30.html", "URL": "https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?highlight_docid=cedh://20260430_52031_21:de&lang=de&type=show_document", "Checksum": "c734aae85f5bf467f047c3c990b231d1"}, "Scrapedate": "2026-10-02", "Scrapetime": "03:16:26", "Num": ["20260430_52031_21", "N.P. c. Suisse"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "EGMR EGMR 30.04.2026 20260430_52031_21 (N.P. c. Suisse)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "CEDH CEDH 30.04.2026 20260430_52031_21 (N.P. c. Suisse)"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "CEDU CEDU 30.04.2026 20260430_52031_21 (N.P. c. Suisse)"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft EGMR EGMR"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conf\u00e9deration CEDH CEDH"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione CEDU CEDU"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Regeste\n<br><i>Diese Zusammenfassung existiert nur auf Franz\u00f6sisch.</i>\n<br>SUISSE: Art. 8 CEDH. Retrait du droit de garde et suspension du droit de la requ\u00e9rante d'entretenir des relations personnelles avec son fils.\n<br>La requ\u00e9rante fait valoir que la suspension imm\u00e9diate et sans audition pr\u00e9alable de toutes relations personnelles avec son enfant, le transfert de son lieu de r\u00e9sidence \u00e0 l'\u00e9tranger, puis la limitation de son droit de visite \u00e0 un jour toutes les deux semaines, ne peuvent pas \u00eatre consid\u00e9r\u00e9s comme n\u00e9cessaires dans une soci\u00e9t\u00e9 d\u00e9mocratique. D\u00e8s lors, il y aurait eu atteinte disproportionn\u00e9e \u00e0 sa vie priv\u00e9e et familiale.\nSelon la Cour, les d\u00e9cisions litigieuses, qui constituent une ing\u00e9rence dans le droit au respect de la vie familiale, \u00e9taient pr\u00e9vues par la loi et poursuivaient un des buts l\u00e9gitimes \u00e9num\u00e9r\u00e9s \u00e0 l'art. 8 par. 2 CEDH. Il reste \u00e0 d\u00e9terminer si l'ing\u00e9rence \u00e9tait n\u00e9cessaire dans une soci\u00e9t\u00e9 d\u00e9mocratique pour atteindre le but vis\u00e9.\nLa d\u00e9cision superprovisionnelle de retrait du droit de garde et suspension du droit d'entretenir des relations personnelles a \u00e9t\u00e9 prise sans audition des parties sur la base d'un courrier de la curatrice de l'enfant qui rapportait des d\u00e9clarations orales d'un m\u00e9decin selon lesquelles l'enfant \u00e9tait en danger aupr\u00e8s de la m\u00e8re. Cependant, aucune pi\u00e8ce du dossier n'\u00e9tayait ces all\u00e9gations et les rapports vers\u00e9s \u00e0 la proc\u00e9dure concluaient aux bonnes capacit\u00e9s parentales de la requ\u00e9rante.\nLa d\u00e9cision n'indiquait pas les raisons ayant conduit la juge de paix \u00e0 supprimer totalement les relations personnelles entre la requ\u00e9rante et son fils et ne mentionnait pas de mesures moins radicales qui auraient pu garantir la s\u00e9curit\u00e9 de l'enfant. Les autorit\u00e9s n'ont pas pris en compte les effets potentiels d'une s\u00e9paration brutale entre la m\u00e8re et l'enfant.\nLa d\u00e9cision a d\u00e9ploy\u00e9 ses effets pendant cinq mois, p\u00e9riode pendant laquelle la m\u00e8re a \u00e9t\u00e9 priv\u00e9e de relations personnelles avec son fils, bien que les craintes concernant un danger pour l'enfant aient \u00e9t\u00e9 rapidement dissip\u00e9es. Le d\u00e9lai de cinq mois pour statuer de mani\u00e8re contradictoire n'est pas justifiable au vu de la nature sensible de l'affaire.\nEnfin, la d\u00e9cision provisionnelle limitant le droit de visite \u00e0 une journ\u00e9e toutes les deux semaines ne fournit aucune explication quant \u00e0 cette limitation.\nLes juridictions suisses n'ont pas pris en compte l'ensemble des int\u00e9r\u00eats en pr\u00e9sence et le processus d\u00e9cisionnel n'a pas suffisamment prot\u00e9g\u00e9 les int\u00e9r\u00eats de la requ\u00e9rante (ch. 17-29).\nConclusion: violation de l'art. 8 CEDH.\n<br> Inhaltsangabe des BJ\n<br>(2. Quartalsbericht 2026)<br>Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens (Art. 8 EMRK); Entzug des Sorgerechts der Beschwerdef\u00fchrerin f\u00fcr ihren Sohn sowie f\u00fcnfmonatige Einstellung ihres Rechts auf pers\u00f6nlichen Verkehr mit ihm.<br>Die Beschwerdef\u00fchrerin und der Vater ihres Kindes, ein franz\u00f6sischer Staatsangeh\u00f6riger, leben seit der Geburt ihres Sohnes getrennt, sie in Lausanne und er in Nizza. F\u00fcr ihr Kind wurde ihnen die gemeinsame elterliche Sorge zugesprochen. Der Wohnsitz des Kindes wurde bei seiner Mutter festgelegt, die somit die faktische Obhut innehatte, w\u00e4hrend dem Vater ein Besuchsrecht von zwei Wochenenden pro Monat einger\u00e4umt wurde. 2019 beantragte der Vater die Obhut f\u00fcr seinen Sohn. 2020 reichte die Beist\u00e4ndin des Kindes einen vorsorglichen Antrag ein, mit gleichzeitigem Antrag auf superprovisorische Massnahmen, um insbesondere die Obhut an den Vater \u00fcbertragen zu lassen, mit gleichbleibendem Wohnsitz des Kindes bei seiner Mutter, wobei deren Recht auf pers\u00f6nlichen Verkehr mit ihrem Sohn einzuschr\u00e4nken sei, mit der Begr\u00fcndung, dass ein Arzt, der das Kind einige Monate betreut hatte, der Beist\u00e4ndin die Bef\u00fcrchtung anvertraut habe, dass die Beschwerdef\u00fchrerin bei einem Entzug der Obhut einen kollektiven Selbstmord begehen w\u00fcrde. Mit einer superprovisorischen Verf\u00fcgung vom 17. Februar 2020 ordnete die Friedensrichterin im Eilverfahren und ohne vorherige Anh\u00f6rung der Beschwerdef\u00fchrerin an, dass die Obhut f\u00fcr das Kind an dessen Vater zu \u00fcbertragen, der rechtliche Wohnsitz des Kindes bei der Beschwerdef\u00fchrerin beizubehalten und deren Recht auf pers\u00f6nlichen Verkehr mit ihrem Sohn auszusetzen sei. Sie begr\u00fcndete ihren Entscheid mit den von der Beist\u00e4ndin vorgebrachten Gefahren und befand, dass die Beschwerdef\u00fchrerin durch ihre konfrontative Haltung gegen\u00fcber dem Vater das Kindeswohl beeintr\u00e4chtige. Der f\u00fcr den 26. M\u00e4rz 2020 angesetzte Verhandlungstermin zur Anh\u00f6rung beider Parteien wurde wegen der Covid-19-Pandemie aufgehoben, worauf das Verfahren schriftlich fortgesetzt wurde. Mit einem vorsorglichen Entscheid vom 15. Juli 2020 \u00fcbertrug die Friedensrichterin die Obhut des Kindes an den Vater, legte den rechtlichen Wohnsitz des Kindes in Nizza fest und r\u00e4umte der Beschwerdef\u00fchrerin ein Besuchsrecht von jedem zweiten Samstag oder Sonntag ein. Das Kantonsgericht entschied im Wesentlichen, dass die Zuerkennung der Obhut an den Vater gerechtfertigt sei, da dieser als einziger Elternteil in der Lage sei, die Beziehung zum anderen Elternteil zu gew\u00e4hrleisten und das Kindeswohl zu wahren. Die Beschwerdef\u00fchrerin sah ihren Sohn im September 2020 zum ersten Mal wieder. Mit Urteil vom 14. April 2021 erkl\u00e4rte das Bundesgericht die von der Beschwerdef\u00fchrerin eingereichte Beschwerde f\u00fcr unzul\u00e4ssig und stellte fest, dass die franz\u00f6sischen Gerichte im Streit um das Kind zust\u00e4ndig seien, da dessen Wohnsitz im Februar 2020 am Wohnort des Vaters festgelegt worden sei.<br>Vor dem Gerichtshof machte die Beschwerdef\u00fchrerin den Entzug der elterlichen Obhut und die Aussetzung ihres Rechts auf pers\u00f6nlichen Verkehr mit ihrem Sohn geltend.<br>Der Gerichtshof stellte fest, dass die superprovisorische Verf\u00fcgung vom 17. Februar 2020 ohne vorherige Anh\u00f6rung der Parteien erlassen wurde und sich haupts\u00e4chlich auf ein Schreiben der Beist\u00e4ndin des Kindes st\u00fctzte, worin diese aus zweiter Hand berichtete, was ihr ein Arzt m\u00fcndlich anvertraut habe, n\u00e4mlich, dass das Kind bei der Beschwerdef\u00fchrerin in Gefahr sei. Der Gerichtshof befand jedoch, dass die Dringlichkeit einer Entscheidungsfindung ohne Anh\u00f6rung der Parteien relativiert werden k\u00f6nne, da die Beist\u00e4ndin die Justiz einen Monat nach den besagten \u00c4usserungen in Kenntnis gesetzt habe. Zudem gebe es in den Akten keinerlei Hinweis auf eine solche Gefahr. Der Gerichtshof wies ausserdem darauf hin, dass der strittige Entscheid keine Angaben zu den Gr\u00fcnden enthalte, die die Friedensrichterin dazu veranlasst h\u00e4tte, den pers\u00f6nlichen Verkehr zwischen der Beschwerdef\u00fchrerin und ihrem Sohn vollst\u00e4ndig zu unterbinden. Es werde darin auch nicht erw\u00e4hnt, ob allenfalls auch weniger einschneidende Massnahmen die Sicherheit des Kindes h\u00e4tten gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnen. Der Gerichtshof stellte fest, dass der Beschwerdef\u00fchrerin dadurch f\u00fcnf Monate lang der pers\u00f6nliche Verkehr mit ihrem Sohn vorenthalten wurde. Die bef\u00fcrchtete Gefahr f\u00fcr das Kind sei jedoch schnell verworfen worden und s\u00e4mtliche \u00c4rzte, die die Familie betreuten, bef\u00fcrworteten einstimmig, dass der Kontakt zwischen Mutter und Sohn raschestm\u00f6glich wieder aufgenommen werden sollte. Schliesslich wies der Gerichtshof darauf hin, dass der vorsorgliche Entscheid vom 15. Juli 2020 in keiner Weise darlegte, aus welchem Grund die Justizbeh\u00f6rden das Besuchsrecht einschr\u00e4nkten. Er kam zu dem Schluss, dass die nach Artikel 8 EMRK gesch\u00fctzten Interessen der Beschwerdef\u00fchrerin im Entscheidungsprozess nicht ausreichend ber\u00fccksichtigt wurden. Verletzung von Artikel 8 EMRK (einstimmig)."}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Regeste\n<br>SUISSE: Art. 8 CEDH. Retrait du droit de garde et suspension du droit de la requ\u00e9rante d'entretenir des relations personnelles avec son fils.\n<br>La requ\u00e9rante fait valoir que la suspension imm\u00e9diate et sans audition pr\u00e9alable de toutes relations personnelles avec son enfant, le transfert de son lieu de r\u00e9sidence \u00e0 l'\u00e9tranger, puis la limitation de son droit de visite \u00e0 un jour toutes les deux semaines, ne peuvent pas \u00eatre consid\u00e9r\u00e9s comme n\u00e9cessaires dans une soci\u00e9t\u00e9 d\u00e9mocratique. D\u00e8s lors, il y aurait eu atteinte disproportionn\u00e9e \u00e0 sa vie priv\u00e9e et familiale.\nSelon la Cour, les d\u00e9cisions litigieuses, qui constituent une ing\u00e9rence dans le droit au respect de la vie familiale, \u00e9taient pr\u00e9vues par la loi et poursuivaient un des buts l\u00e9gitimes \u00e9num\u00e9r\u00e9s \u00e0 l'art. 8 par. 2 CEDH. Il reste \u00e0 d\u00e9terminer si l'ing\u00e9rence \u00e9tait n\u00e9cessaire dans une soci\u00e9t\u00e9 d\u00e9mocratique pour atteindre le but vis\u00e9.\nLa d\u00e9cision superprovisionnelle de retrait du droit de garde et suspension du droit d'entretenir des relations personnelles a \u00e9t\u00e9 prise sans audition des parties sur la base d'un courrier de la curatrice de l'enfant qui rapportait des d\u00e9clarations orales d'un m\u00e9decin selon lesquelles l'enfant \u00e9tait en danger aupr\u00e8s de la m\u00e8re. Cependant, aucune pi\u00e8ce du dossier n'\u00e9tayait ces all\u00e9gations et les rapports vers\u00e9s \u00e0 la proc\u00e9dure concluaient aux bonnes capacit\u00e9s parentales de la requ\u00e9rante.\nLa d\u00e9cision n'indiquait pas les raisons ayant conduit la juge de paix \u00e0 supprimer totalement les relations personnelles entre la requ\u00e9rante et son fils et ne mentionnait pas de mesures moins radicales qui auraient pu garantir la s\u00e9curit\u00e9 de l'enfant. Les autorit\u00e9s n'ont pas pris en compte les effets potentiels d'une s\u00e9paration brutale entre la m\u00e8re et l'enfant.\nLa d\u00e9cision a d\u00e9ploy\u00e9 ses effets pendant cinq mois, p\u00e9riode pendant laquelle la m\u00e8re a \u00e9t\u00e9 priv\u00e9e de relations personnelles avec son fils, bien que les craintes concernant un danger pour l'enfant aient \u00e9t\u00e9 rapidement dissip\u00e9es. Le d\u00e9lai de cinq mois pour statuer de mani\u00e8re contradictoire n'est pas justifiable au vu de la nature sensible de l'affaire.\nEnfin, la d\u00e9cision provisionnelle limitant le droit de visite \u00e0 une journ\u00e9e toutes les deux semaines ne fournit aucune explication quant \u00e0 cette limitation.\nLes juridictions suisses n'ont pas pris en compte l'ensemble des int\u00e9r\u00eats en pr\u00e9sence et le processus d\u00e9cisionnel n'a pas suffisamment prot\u00e9g\u00e9 les int\u00e9r\u00eats de la requ\u00e9rante (ch. 17-29).\nConclusion: violation de l'art. 8 CEDH.\n<br> Synth\u00e8se de l'OFJ\n<br>(2\u00e8me rapport trimestriel 2026)<br>Droit au respect de la vie priv\u00e9e et familiale (art. 8 CEDH) ; retrait du droit de garde de la requ\u00e9rante sur son fils ainsi que suspension pendant 5 mois de son droit \u00e0 entretenir des relations personnelles avec lui.<br>La requ\u00e9rante et le p\u00e8re de l'enfant, ressortissant fran\u00e7ais, s\u00e9par\u00e9s lors de la naissance de leur fils et r\u00e9sidant respectivement \u00e0 Lausanne et \u00e0 Nice, se sont vu attribuer l'autorit\u00e9 parentale conjointe sur leur enfant. Le domicile de l'enfant a \u00e9t\u00e9 fix\u00e9 aupr\u00e8s de sa m\u00e8re, laquelle exer\u00e7ait la garde de fait, et le p\u00e8re a \u00e9t\u00e9 mis au b\u00e9n\u00e9fice d'un droit de visite sur son fils \u00e0 raison de deux week-ends par mois. En 2019, le p\u00e8re a introduit une requ\u00eate en vue d'obtenir la garde de son fils. En 2020, la curatrice de l'enfant a d\u00e9pos\u00e9 une demande provisionnelle, assortie d'une requ\u00eate superprovisionnelle, tendant notamment \u00e0 l'attribution de la garde de l'enfant \u00e0 son p\u00e8re, au maintien du domicile de l'enfant chez sa m\u00e8re et \u00e0 la suspension du droit de celle-ci d'avoir des relations personnelles avec son fils, au motif qu'un m\u00e9decin ayant suivi l'enfant pendant quelques mois, lui aurait confi\u00e9 qu'il craignait que la requ\u00e9rante e\u00fbt recours \u00e0 \u00ab un suicide collectif \u00bb si le droit de garde lui \u00e9tait retir\u00e9. Par d\u00e9cision superprovisionnelle du 17 f\u00e9vrier 2020, la juge de paix a ordonn\u00e9 \u2013 en urgence et sans entendre pr\u00e9alablement la requ\u00e9rante \u2013 l'attribution de la garde de l'enfant \u00e0 son p\u00e8re, le maintien du domicile l\u00e9gal de l'enfant chez la requ\u00e9rante et la suspension du droit de celle-ci \u00e0 des relations personnelles avec son fils. Elle a motiv\u00e9 sa d\u00e9cision par les dangers all\u00e9gu\u00e9s par la curatrice et a consid\u00e9r\u00e9 que la requ\u00e9rante compromettait le bien-\u00eatre de l'enfant en adoptant une attitude conflictuelle \u00e0 l'\u00e9gard du p\u00e8re de l'enfant. Elle a fix\u00e9 une audience au 26 mars 2020 afin d'entendre les parties. En raison de la pand\u00e9mie de COVID-19, l'audience a toutefois \u00e9t\u00e9 annul\u00e9e et la proc\u00e9dure s'est poursuivie par \u00e9crit. Par d\u00e9cision provisionnelle du 15 juillet 2020, la juge de paix a attribu\u00e9 la garde de l'enfant \u00e0 son p\u00e8re, fix\u00e9 le domicile l\u00e9gal de l'enfant \u00e0 Nice et accord\u00e9 un droit de visite \u00e0 la requ\u00e9rante \u00e0 raison d'un samedi ou dimanche toutes les deux semaines. Le Tribunal cantonal a jug\u00e9 en substance que l'attribution du droit de garde au p\u00e8re \u00e9tait justifi\u00e9e, le p\u00e8re apparaissant comme le seul parent en mesure de garantir le lien avec l'autre parent et de pr\u00e9server le bien-\u00eatre de l'enfant. La requ\u00e9rante a revu son fils pour la premi\u00e8re fois au cours du mois de septembre 2020. Par arr\u00eat du 14 avril 2021, le Tribunal f\u00e9d\u00e9ral a d\u00e9clar\u00e9 le recours que la requ\u00e9rante avait form\u00e9 devant lui irrecevable, estimant que les juridictions fran\u00e7aises \u00e9taient comp\u00e9tentes pour statuer sur les litiges relatifs \u00e0 l'enfant depuis la fixation en f\u00e9vrier 2020 de sa r\u00e9sidence au domicile du p\u00e8re.<br>Devant la Cour, la requ\u00e9rante s'est plainte du retrait de son droit de garde et de la suspension de son droit \u00e0 des relations personnelles avec son fils.<br>La Cour a constat\u00e9 que la d\u00e9cision superprovisionnelle du 17 f\u00e9vrier 2020 a \u00e9t\u00e9 prononc\u00e9e sans audition pr\u00e9alable des parties et se fondait principalement sur un courrier de la curatrice de l'enfant, qui rapportait par ou\u00ef-dire qu'un m\u00e9decin lui avait confi\u00e9 oralement que l'enfant \u00e9tait en danger aupr\u00e8s de la requ\u00e9rante. La Cour a constat\u00e9 que l'urgence d'une prise de d\u00e9cision sans audition des parties pouvait toutefois \u00eatre relativis\u00e9e d\u00e8s lors que la curatrice a inform\u00e9 la justice un mois apr\u00e8s lesdites d\u00e9clarations. En outre, aucune pi\u00e8ce du dossier n'\u00e9tayait l'existence de tels dangers. La Cour a relev\u00e9 que, par ailleurs, la d\u00e9cision litigieuse n'indiquait pas les raisons ayant conduit la juge de paix \u00e0 supprimer totalement les relations personnelles entre la requ\u00e9rante et son fils. Aucune mention n'y \u00e9tait faite d'\u00e9ventuelles mesures moins radicales qui auraient pu garantir la s\u00e9curit\u00e9 de l'enfant. La Cour a constat\u00e9 que la requ\u00e9rante a ainsi \u00e9t\u00e9 priv\u00e9e de relations personnelles avec son fils pendant cinq mois. Or, les craintes concernant un danger pour l'enfant avaient \u00e9t\u00e9 rapidement dissip\u00e9es et l'ensemble des m\u00e9decins en charge de la famille avaient unanimement pr\u00e9conis\u00e9 le r\u00e9tablissement sans d\u00e9lai des relations personnelles entre la requ\u00e9rante et son fils. Elle a relev\u00e9 enfin que la d\u00e9cision provisionnelle du 15 juillet 2020 ne fournissait aucune explication quant aux raisons ayant conduit l'autorit\u00e9 judicaire \u00e0 restreindre la dur\u00e9e du droit de visite. La Cour a conclu que le processus d\u00e9cisionnel ayant men\u00e9 aux d\u00e9cisions litigieuses n'avait pas suffisamment prot\u00e9g\u00e9 les int\u00e9r\u00eats de la requ\u00e9rante prot\u00e9g\u00e9s par l'article 8 CEDH. Violation de l'article 8 CEDH (unanimit\u00e9)."}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Regesto\n<br><i>Questo riassunto esiste solo in francese.</i>\n<br>SUISSE: Art. 8 CEDH. Retrait du droit de garde et suspension du droit de la requ\u00e9rante d'entretenir des relations personnelles avec son fils.\n<br>La requ\u00e9rante fait valoir que la suspension imm\u00e9diate et sans audition pr\u00e9alable de toutes relations personnelles avec son enfant, le transfert de son lieu de r\u00e9sidence \u00e0 l'\u00e9tranger, puis la limitation de son droit de visite \u00e0 un jour toutes les deux semaines, ne peuvent pas \u00eatre consid\u00e9r\u00e9s comme n\u00e9cessaires dans une soci\u00e9t\u00e9 d\u00e9mocratique. D\u00e8s lors, il y aurait eu atteinte disproportionn\u00e9e \u00e0 sa vie priv\u00e9e et familiale.\nSelon la Cour, les d\u00e9cisions litigieuses, qui constituent une ing\u00e9rence dans le droit au respect de la vie familiale, \u00e9taient pr\u00e9vues par la loi et poursuivaient un des buts l\u00e9gitimes \u00e9num\u00e9r\u00e9s \u00e0 l'art. 8 par. 2 CEDH. Il reste \u00e0 d\u00e9terminer si l'ing\u00e9rence \u00e9tait n\u00e9cessaire dans une soci\u00e9t\u00e9 d\u00e9mocratique pour atteindre le but vis\u00e9.\nLa d\u00e9cision superprovisionnelle de retrait du droit de garde et suspension du droit d'entretenir des relations personnelles a \u00e9t\u00e9 prise sans audition des parties sur la base d'un courrier de la curatrice de l'enfant qui rapportait des d\u00e9clarations orales d'un m\u00e9decin selon lesquelles l'enfant \u00e9tait en danger aupr\u00e8s de la m\u00e8re. Cependant, aucune pi\u00e8ce du dossier n'\u00e9tayait ces all\u00e9gations et les rapports vers\u00e9s \u00e0 la proc\u00e9dure concluaient aux bonnes capacit\u00e9s parentales de la requ\u00e9rante.\nLa d\u00e9cision n'indiquait pas les raisons ayant conduit la juge de paix \u00e0 supprimer totalement les relations personnelles entre la requ\u00e9rante et son fils et ne mentionnait pas de mesures moins radicales qui auraient pu garantir la s\u00e9curit\u00e9 de l'enfant. Les autorit\u00e9s n'ont pas pris en compte les effets potentiels d'une s\u00e9paration brutale entre la m\u00e8re et l'enfant.\nLa d\u00e9cision a d\u00e9ploy\u00e9 ses effets pendant cinq mois, p\u00e9riode pendant laquelle la m\u00e8re a \u00e9t\u00e9 priv\u00e9e de relations personnelles avec son fils, bien que les craintes concernant un danger pour l'enfant aient \u00e9t\u00e9 rapidement dissip\u00e9es. Le d\u00e9lai de cinq mois pour statuer de mani\u00e8re contradictoire n'est pas justifiable au vu de la nature sensible de l'affaire.\nEnfin, la d\u00e9cision provisionnelle limitant le droit de visite \u00e0 une journ\u00e9e toutes les deux semaines ne fournit aucune explication quant \u00e0 cette limitation.\nLes juridictions suisses n'ont pas pris en compte l'ensemble des int\u00e9r\u00eats en pr\u00e9sence et le processus d\u00e9cisionnel n'a pas suffisamment prot\u00e9g\u00e9 les int\u00e9r\u00eats de la requ\u00e9rante (ch. 17-29).\nConclusion: violation de l'art. 8 CEDH.\n<br> Sintesi dell'UFG\n<br>(2\u00b0 rapporto trimestriale 2026)<br>Diritto al rispetto della vita privata e familiare (art. 8 CEDU); revoca del diritto di custodia della ricorrente sul figlio, nonch\u00e9 sospensione per cinque mesi del diritto a intrattenere relazioni personali con lui.<br>La ricorrente, madre del bambino e residente a Losanna, e il padre, cittadino francese residente a Nizza, si sono separati alla nascita del figlio con responsabilit\u00e0 genitoriale condivisa. Il domicilio del bambino era presso la madre, che ne esercitava di fatto la custodia, mentre il padre aveva il diritto di visita nella misura di due fine settimana al mese. Nel 2019 il padre ha presentato una richiesta di custodia del figlio. Nel 2020 la curatrice del minore ha presentato una richiesta cautelare accompagnata da una richiesta di provvedimento supercautelare, in particolare per far attribuire la custodia del bambino al padre, mantenere il domicilio presso la madre e sospendere il diritto di quest'ultima di intrattenere relazioni personali con il figlio. Il medico che aveva seguito il minore per alcuni mesi avrebbe infatti confidato alla curatrice il timore che la madre potesse ricorrere a \u00abun suicidio collettivo\u00bb nel caso in cui le fosse stato revocato il diritto di custodia. Con provvedimento supercautelare del 17 febbraio 2020, con carattere d'urgenza e senza consultare preventivamente la ricorrente, la giudice di pace ha accolto la richiesta ordinando l'attribuzione della custodia al padre, il mantenimento del domicilio legale presso la madre e la sospensione del diritto di quest'ultima di intrattenere relazioni personali con il figlio. Il provvedimento \u00e8 stato motivato dal pericolo, segnalato dalla curatrice, che la ricorrente compromettesse il benessere del bambino assumendo un atteggiamento conflittuale nei confronti del padre. L'udienza delle parti, fissata inizialmente per il 26 marzo 2020, \u00e8 stata annullata a causa della pandemia di COVID-19 e il procedimento \u00e8 proseguito per iscritto. Con provvedimento cautelare del 15 luglio 2020 la giudice di pace ha attribuito la custodia del bambino al padre, stabilito il domicilio legale del minore a Nizza e concesso alla madre il diritto di visita un sabato o una domenica ogni due settimane. Il Tribunale cantonale ha sostanzialmente ritenuto che l'attribuzione della custodia al padre fosse giustificata, in quanto risultava essere l'unico in grado di garantire un rapporto con l'altro genitore e di tutelare il benessere del minore. La ricorrente ha rivisto il figlio per la prima volta a settembre 2020. Con sentenza del 14 aprile 2021, il Tribunale federale ha dichiarato inammissibile il ricorso presentato dalla ricorrente, in quanto, vista l'attribuzione del domicilio presso il padre nel febbraio 2020, il caso rientrerebbe nella competenza dei tribunali francesi.<br>La ricorrente ha contestato davanti alla Corte la revoca del diritto di custodia e la sospensione del diritto di intrattenere relazioni personali con il figlio.<br>La Corte ha constatato che il provvedimento supercautelare del 17 febbraio 2020 \u00e8 stato emesso senza previa audizione delle parti e si fondava principalmente su una lettera della curatrice che riportava un colloquio con un medico, secondo il quale il bambino si sarebbe trovato in pericolo con la madre. Secondo la Corte, l'urgenza di emettere un provvedimento senza audizione delle parti veniva meno, o quantomeno si ridimensionava, poich\u00e9 la curatrice aveva informato le autorit\u00e0 soltanto un mese dopo le dichiarazioni del medico. Inoltre, l'eventuale pericolo non era dimostrato con alcun documento e anche nel provvedimento non erano indicati i motivi alla base della sospensione completa dei rapporti personali tra la ricorrente e il figlio. Non \u00e8 stato neanche fatto riferimento a eventuali misure meno drastiche che avrebbero potuto comunque garantire la sicurezza del bambino. Nonostante i timori relativi a un possibile pericolo si fossero rapidamente dissipati, la ricorrente \u00e8 stata privata dei rapporti personali con il figlio per cinque mesi. I medici che assistevano la famiglia avevano raccomandato all'unanimit\u00e0 il ripristino immediato dei rapporti personali tra la madre e il figlio. La Corte ha infine rilevato che il provvedimento del 15 luglio 2020 non forniva alcuna spiegazione relativa alla limitazione del diritto di visita e ha stabilito che le decisioni prese in merito al caso non hanno tutelato sufficientemente gli interessi della ricorrente garantiti dall'articolo 8 CEDU. Violazione dell'articolo 8 CEDU (unanimit\u00e0)."}], "ScrapyJob": "446973/47/3062", "Zeit UTC": "02.10.2026 03:16:26", "Checksum": "31e5ac791f63600d6d1e8f23ff4d93d6"}