Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
1C_449/2025
Urteil vom 4. November 2025
I. öffentlich-rechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichter Haag, Präsident,
Bundesrichter Chaix, Kneubühler,
Gerichtsschreiber Bisaz.
Verfahrensbeteiligte
1. Basler Mieterinnen- und Mieterverband
(MV Basel 1891),
Clarastrasse 2, 4005 Basel,
2. A.________,
3. B.________,
die beiden Letzteren vertreten durch Basler Mieterinnen- und Mieterverband
(MV Basel 1891), Clarastrasse 2, 4005 Basel,
Beschwerdeführende,
gegen
Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt,
Rathaus, Marktplatz 9, 4051 Basel,
vertreten durch das Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt, Rathaus, Marktplatz 9, 4051 Basel.
Gegenstand
Änderung der Wohnraumschutzverordnung des Kantons Basel-Stadt vom 26. April 2022 (WRSchV/BS),
Beschwerde gegen den Beschluss des Regierungsrats des Kantons Basel-Stadt des Regierungsrats des Kantons Basel-Stadt vom 17. Juni 2025.
Sachverhalt:
A.
Mit Beschluss vom 17. Juni 2025 hat der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt eine teilweise Änderung der Verordnung des Kantons Basel-Stadt vom 26. April 2022 über den Schutz von Wohnraum (Wohnraumschutzverordnung, WRSchV; SG 861.540) beschlossen.
B.
Dagegen erheben der Basler Mieterinnen- und Mieterverband (MV Basel 1891), A.________ und B.________ am 26. August 2025 beim Bundesgericht Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten. Sie beantragen, "Art. [richtig: §] 5 WRSchV in der Fassung vom 17./25. Juni 2025" aufzuheben.
Der Regierungsrat beantragt, auf die Beschwerde nicht einzutreten, allenfalls sei sie abzuweisen.
Erwägungen:
1.
Das Bundesgericht prüft seine Zuständigkeit und die weiteren Eintretensvoraussetzungen von Amtes wegen und mit freier Kognition (Art. 29 Abs. 1 BGG; BGE 151 I 187 E. 1; 147 II 300 E. 1).
2.
Nach Art. 82 lit. b BGG beurteilt das Bundesgericht Beschwerden in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen kantonale Erlasse. Die Beschwerde ist gemäss Art. 87 Abs. 1 BGG unmittelbar an das Bundesgericht zulässig, sofern kein kantonales Rechtsmittel ergriffen werden kann (vgl. BGE 147 I 308 E. 2.1). Wird im Normenkontrollverfahren eine Bestimmung des kantonalen oder kommunalen Rechts "abstrakt" (hauptfrageweise) angefochten, beschränkt sich der Streitgegenstand auf die Vereinbarkeit der strittigen Norm mit dem übergeordneten kantonalen oder eidgenössischen Recht (Art. 82 lit. b BGG). Handelt es sich um einen neuen oder vollständig revidierten Erlass, kann jede einzelne Bestimmung hauptfrageweise beanstandet werden (BGE 146 I 83 E. 1.1; 137 I 77 E. 1.2; 135 I 28 E. 3.1.1 und 3.1.2).
3.
Angefochten ist die teilweise Änderung der WRSchV/BS und damit einer kantonalen, regierungsrätlichen Verordnung (vgl. § 105 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Basel-Stadt vom 23. März 2005 [SR 131.222.1]). Gemäss § 30a Abs. 1 lit. b und § 30e Abs. 1 lit. a des Gesetzes des Kantons Basel-Stadt vom 14. Juni 1928 über die Verfassungs- und Verwaltungsrechtspflege (VRPG; SG 270.100) kann beim Appellationsgericht als Verfassungsgericht Beschwerde gegen kantonale Verordnungen geführt werden (vgl. Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt VG.2020.12 vom 21. Mai 2021 E. 1.1; RALPH D. DOLESCHAL, Die abstrakte Normenkontrolle in den Kantonen, 2019, S. 332; MARIE-LOUISE STAMM, Verfassungsgerichtsbarkeit, in: Neues Handbuch des Staats- und Verwaltungsrechts des Kantons Basel-Stadt, 2008, S. 519). Wie der Regierungsrat vor diesem Hintergrund überzeugend darlegt, wurde der kantonale Instanzenzug somit nicht ausgeschöpft. Entsprechend tritt das Bundesgericht auf die Beschwerde nicht ein. Die Sache ist zur weiteren Behandlung an das Appellationsgericht zu überweisen (Art. 30 Abs. 2 BGG analog; vgl. BGE 147 I 333 E. 2; 135 II 94 E. 6; Urteil 1C_299/2023 vom 12. Dezember 2024 E. 4).
4.
Für das bundesgerichtliche Verfahren sind keine Gerichtskosten zu erheben (vgl. Art. 66 Abs. 4 BGG) und keine Parteientschädigungen anzuordnen (vgl. Art. 68 Abs. 1-3 BGG ).
Demnach erkennt das Bundesgericht:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Die Sache wird zur weiteren Behandlung an das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt überwiesen.
3.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt und dem Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 4. November 2025
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Haag
Der Gerichtsschreiber: Bisaz