VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

 

 

 

Urteil vom 15. November 2018

 

 

II. Kammer

 

 

in Sachen

VG.2018.00072

 

 

 

A.______

Beschwerdeführer

 

 

vertreten durch Rechtsanwalt B.______

 

 

 

gegen

 

 

 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva)

Beschwerdegegnerin

 

 

vertreten durch Rechtsanwalt C.______

 

 

betreffend

 

 

UVG-Leistungen

 

Die Kammer zieht in Erwägung:

I.

1.

1.1 Der am […] geborene A.______ arbeitete seit dem 1. Mai 2014 als Hilfsarbeiter Gipser bei der D.______GmbH in […] und war bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 14. Juni 2017 verlor er während seiner Arbeitstätigkeit auf einer Leiter stehend das Gleichgewicht und schlug mit dem Rücken an die angrenzende Wand.

 

1.2 Am 19. Juni 2017 begab er sich in ärztliche Behandlung und setzte in der Folge seine Arbeitstätigkeit aus. Die Suva teilte am 28. Juni 2017 mit, für die Folgen des Berufsunfalls die Versicherungsleistungen zu übernehmen.

 

1.3 Nachdem A.______ am 3. Oktober 2017 und am 28. November 2017 am Rücken operiert worden war, erfolgte am 4. Januar 2018 eine kreisärztliche Beurteilung durch die Suva. Dabei kam der Kreisarzt zum Schluss, dass Unfallfolgen im Beschwerdebild von A.______ mindestens überwiegend wahrscheinlich keine Rolle mehr spielten. Folglich verfügte die Suva am 14. März 2018 den Fallabschluss und die Einstellung der Versicherungsleistungen per 31. März 2018. Die Krankenversicherung von A.______ erhob am 12. April 2018 vorsorglich Einsprache gegen die vorerwähnte Verfügung, welche sie nach Wahrnehmung ihres Akteneinsichtsrechts am 25. April 2018 wieder zurückzog. A.______ erklärte sich mit der Leistungseinstellung der Suva am 25. April 2018 nicht einverstanden und erhob dagegen mündlich Einsprache. Diese wurde von der Suva am 25. Mai 2018 abgewiesen.

 

1.4 Die D.______GmbH kündigte das Arbeitsverhältnis mit A.______ am 11. April 2018 per 30. Mai 2018.

 

2.

In der Folge gelangte A.______ mit Beschwerde vom 28. Juni 2018 ans Verwaltungsgericht und beantragte, den Einspracheentscheid vom 25. Mai 2018 aufzuheben. Die Suva sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen gemäss dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 (UVG), namentlich Taggeldleistungen sowie Heilbehandlung, auch über den 31. März 2018 hinaus, eventualiter eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung zu erbringen, und ein Gerichtsgutachten, eventualiter ein verwaltungsexternes Gutachten, einzuholen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Suva. In prozessualer Hinsicht beantragte A.______ die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels sowie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung. Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom 12. September 2018, die Beschwerde abzuweisen und den Einspracheentscheid vom 25. Mai 2018 zu bestätigen. Überdies reichte sie eine neurochirurgische Beurteilung vom 31. August 2018 ein. Diese Eingabe wurde A.______ am 14. September 2018 zugestellt. In der Folge reichte dieser am 10. Oktober 2018 eine Replik ein, in welcher er an seinen Rechtsbegehren festhielt. Am 30. Oktober 2018 verzichtete die Suva auf das Einreichen einer Duplik und hielt an ihren Rechtsbegehren fest.

 

II.

1.

Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 56 ff. des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) i.V.m. Art. 1 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung vom 3. Mai 2009 (EG UVG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

 

2.

2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er leide an einer unfallbedingten Diskushernie, was dadurch erstellt sei, dass die entsprechenden Symptome (vertebrales oder radikuläres Syndrom) mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit aufgetreten seien. Dies widerspreche den Feststellungen des Kreisarztes, wonach Unfallfolgen heute keine Rolle mehr spielten, weshalb zumindest geringe Zweifel an dieser kreisärztlichen Beurteilung bestünden. Auch habe er umgehend eine NSAR-Injektion benötigt, was zeige, dass unfallbedingte Schmerzen bestanden hätten. Diese Injektion belege überdies den Konsum von Schmerzmitteln, gegenteilige Ausführungen seien aktenwidrig. Weil es die Beschwerdegegnerin trotz der bestehenden Zweifel an der kreisärztlichen Einschätzung unterlassen habe, die Unfallkausalität zu prüfen, habe sie die ihr obliegende Pflicht, den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen, verletzt. Überdies habe sie bereits Leistungen erbracht, womit sie die Unfallkausalität anerkannt habe. Die Beweislast für den Wegfall der Unfallkausalität obliege der Beschwerdegegnerin. Da keine Umstände, welche einen Wegfall der Kausalität belegen würden, vorhanden bzw. seitens der Beschwerdegegnerin behauptet würden, bestehe diese nach wie vor, weshalb die Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen weiterhin zu erbringen habe. Selbst wenn aber die Diskushernie nicht durch den Unfall verursacht worden wäre, hätte der Unfall zumindest einen degenerativen Vorzustand aktiviert, wofür die Beschwerdegegnerin ebenfalls Leistungen zu erbringen habe. Abklärungen betreffend die Frage der traumatischen Verschlimmerung des Vorzustands seien nicht getroffen worden, womit abermals eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes erstellt sei. Überdies sei der Fallabschluss verfrüht erfolgt, denn im Falle der Aktivierung eines degenerativen Vorzustands hätte die Beschwerdegegnerin gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung für die Dauer von einem Jahr Leistungen erbringen müssen, was sie nicht gemacht habe. Schliesslich sei entgegen den Ausführungen des Kreisarztes ein axiales Trauma bei einem Leitersturz gemäss fachärztlicher Einschätzung grundsätzlich wahrscheinlich. Da die Kreisärztin in ihrem Bericht von der aktenwidrigen Tatsache ausgehe, beim Unfallereignis habe kein axiales Trauma stattgefunden, sei das kreisärztliche Aktengutachten nicht beweistauglich. Auch bestünden Widersprüche zwischen der kreisärztlichen und der fachärztlichen Beurteilung des bildgebenden Materials, womit die geringen Zweifel an der kreisärztlichen Stellungnahme abermals erstellt seien. Entsprechend sei ein Gerichtsgutachten einzuholen.

 

2.2 Die Beschwerdegegnerin weist hingegen darauf hin, dass der Beschwerdeführer erst am 19. Juni 2017 einen Arzt aufsuchte und zu diesem Zeitpunkt keine Medikamente einnahm, was gegen das Vorliegen von unfallbedingten Schmerzen spreche. Aus den bildgebenden Abklärungen vom 19. Juni 2017 ergäben sich keine Hinweise auf unfallbedingte strukturelle Läsionen. Auch spreche die Tatsache, dass der Beschwerdeführer wenige Tage nach dem Unfall in der Lage gewesen sei, nach Italien zu fahren, gegen das Vorliegen dauerhafter Unfallfolgen. Entsprechend fänden sich in verschiedenen ärztlichen Berichten keine Hinweise auf Unfallfolgen. Das Spital E.______ habe den zu operierenden Bandscheibenvorfall sogar als unfallfremd bezeichnet. Die vertrauensärztliche Einschätzung vom April 2018 sei nachvollziehbar und in Berücksichtigung der vorhandenen Unterlagen erstellt worden, womit spätestens im Zeitpunkt der Leistungseinstellung keine unfallbedingten Einschränkungen mehr vorhanden gewesen seien. Die Stellungnahme des behandelnden Arztes des Beschwerdeführers hingegen sei nicht überzeugend. Zum einen sei der Bericht aufgrund des auftragsrechtlichen Vertrauensverhältnisses zwischen behandelndem Arzt und Patient mit Vorbehalt zu würdigen. Zum anderen könne Dr. med. F.______, Facharzt für Neurochirurgie, nicht gefolgt werden, wenn er ausführe, dass seit dem Unfall Beschwerden vorlägen, da der Beschwerdeführer anlässlich seiner ersten Arztkonsultation keine Schmerzmittel eingenommen habe. Der Hinweis darauf, dass vor dem Unfall keine Rückenschmerzen bestanden hätten, sei auch nicht ausreichend, da dies auf die beweismässig ungenügende Formel "post hoc, ergo propter hoc" hinauslaufe. Weiter gehe Dr. F.______ einzig von der Möglichkeit aus, es könne sich um eine traumatische Schädigung der Bandscheibe handeln, was keine überwiegende Wahrscheinlichkeit und damit ein ungenügendes Beweismass darstelle. Schliesslich sei die kreisärztliche Einschätzung vom 31. August 2018 in Kenntnis der Vorakten erstellt worden und ausführlich begründet, worauf abzustellen sei. Weitere Beweismittel seien keine einzuholen, denn eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes liege nicht vor. Mehr als neun Monate seien Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom erbracht worden, weshalb die Leistungseinstellung per Ende März 2018 zu Recht erfolgt sei.

 

3.

3.1 Der Versicherte hat gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG Anspruch auf die zweckmässige Behandlung seiner Unfallfolgen. Ist er infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat er gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf ein Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod des Versicherten (Art. 16 Abs. 2 UVG).

 

3.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige und unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit anderen Worten nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall der Richter im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 117 V 359 E. 4a). Es ist daher unerlässlich, dass die geklagten Beschwerden nicht lediglich den von der versicherten Person subjektiv umschriebenen Leiden entsprechen, sondern medizinisch einer fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung zugeschrieben werden können und diese Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem versicherten Unfallereignis steht (BGE 119 V 335 E. 2b f.). Entscheidend ist dabei die Würdigung der in den Akten liegenden medizinischen Berichte, wobei der Richter bei der Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht ohne zwingenden Grund von der Einschätzung der medizinischen Experten abweicht (BGE 118 V 286 E. 1b).

 

3.3 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaften Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des fortbestehenden Gesundheitszustands darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der krankhafte Gesundheitszustand erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine). Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitszustands ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind. Der Unfallversicherer muss dabei nicht den negativen Beweis erbringen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (BGer-Urteil 8C_847/2008 vom 29. Januar 2009 E. 2, U 290/06 vom 11. Juni 2007 E. 3.3, U 354/04 vom 11. April 2005 E. 1.2). Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes und der Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 139 V 286 E. 6.3).

 

3.4 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt ihm ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen zu. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der jeweiligen Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Beweisgrad ist der Sachverhalt so weit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (BGer-Urteil 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.2.1).

 

3.5 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszustands sowie der Feststellung des natürlichen Kausalzusammenhangs im Bereich der Medizin – ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 157 E. 1b, mit Hinweisen). Nach dem für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren geltenden Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass der Richter alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation des Patienten einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a).

 

3.6 Weil die Beschwerdegegnerin in beweisrechtlicher Hinsicht ein zur Objektivität verpflichtetes gesetzesvollziehendes Organ ist, kann auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Funktion versicherungsinterner ärztlicher Feststellungen besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei (BGer-Urteil 9C_589/2010 vom 8. September 2010 E. 2, 8C_756/2008 vom 4. Juni 2009 E. 4.4). Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c). Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen versicherungsinterner Ärzte (BGer-Urteil 9C_462/2014 vom 16. September 2014 E. 3.2.2, mit Hinweisen).

 

4.

4.1 Die erstbehandelnden Ärzte am Spital G.______, H.______, Assistenzarzt Chirurgie, und I.______, Oberärztin i.V., diagnostizierten am 19. Juni 2017 eine Lendenwirbelsäule-Kontusion. In der Halswirbelsäule wie auch in der Lendenwirbelsäule konnte keine Fraktur festgestellt werden. Im Bereich der Lendenwirbelsäule wurde auf eine leichte Spondylarthrose hingewiesen. Das CT der Brust-/ Lendenwirbelsäule zeigte keine frische oder ältere Fraktur. Hingegen wurden Scheuermann Veränderungen an der unteren Brustwirbelsäule sowie eine Stummelrippe festgestellt. Die erstbehandelnden Ärzte hielten fest, dass der Beschwerdeführer keine Präparate und Medikamente einnehme und eine intramuskuläre Schmerzmittel-Injektion zu keiner Besserung der Beschwerden geführt habe. Es bestünden weiterhin Schmerzen im Bereich des thoraklumbalen Übergangs bis ins Sakrum mit fraglicher Ausstrahlung ins linke Bein, wo er ab und zu auch ein Kribbeln spüre. Der Beschwerdeführer sei vom 19. Juni 2017 bis zum 25. Juni 2017 arbeitsunfähig.

 

4.2 Dr. med. J.______, Kreisarzt der Beschwerdegegnerin, kam im Rahmen einer kreisärztlichen Beurteilung am 4. Januar 2018 zum Schluss, dass das Unfallereignis kein axiales Trauma verursacht habe. Gestützt auf die Ergebnisse der Kernspintomographien vom 19. Juni 2017 und vom 7. August 2017 liege eine Prellung des Rückens vor, welche regelmässig innert wenigen Wochen abheile. Die degenerativen Veränderungen der Brust- und Lendenwirbelsäule wie auch der Bandscheibenvorfall seien nicht durch die Prellung entstanden. Denn gemäss der vorerwähnten Bildgebung habe das Unfallereignis zu keinen zusätzlichen strukturellen, objektivierbaren Läsionen geführt, weshalb Unfallfolgen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Beschwerdebild des Versicherten keine Rolle mehr spielten.

 

4.3 Die Kreisärztin der Beschwerdegegnerin, Prof. Dr. med. K.______, Fachärztin für Neurochirurgie, hielt in ihrer neurochirurgischen Beurteilung am 31. August 2018 fest, dass die vom Beschwerdeführer fünf Tage nach dem Unfall geschilderten Symptome ohne regelrechte Medikamenteneinnahme für eine geringe medizinische Relevanz sprächen. Die radiologischen Befunde und die Beschwerdesymptomatik würden ein relevantes Trauma im Bereich der Lendenwirbelsäule ausschliessen. Aus dem blossen Auftreten der Beschwerden zeitlich nach dem Unfallereignis könne keine Kausalität gefolgert werden. Unter Hinweis auf die medizinische Literatur führte sie aus, dass isolierte Bandscheibenveränderungen ohne Verletzung der angrenzenden Strukturen nicht typisch seien für eine traumatische Verletzung. Auch könne gemäss einschlägigen medizinischen Fachmeinungen dann, wenn keine strukturellen Verletzungen vorlägen, kein kausaler Zusammenhang zwischen einer Kontusion und während längerer Zeit persistierenden Beschwerden hergestellt werden. Vorliegend seien keine strukturellen Läsionen an der Lendenwirbelsäule und am Becken bildmorphologisch nachgewiesen. Bildgebend und auch von Dr. F.______ beschrieben seien degenerative Veränderungen, insbesondere in der Etage LKW5/SWK1. Die kreisärztliche Einschätzung von Dr. J.______ sei basierend auf den vorhandenen Unterlagen daher nachvollziehbar. Die Diagnose eines Bandscheibenvorfalls und einer Einengung der Nervenwurzel S1 zeige entsprechend einen unfallfremden Befund degenerativer Ursache. Es sei von einer Genesungsphase von längstens insgesamt drei bis sechs Monate nach Rückenkontusion auszugehen, weshalb die weiterhin beklagten Beschwerden des Beschwerdeführers nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vom Unfall stammten.

 

5.

5.1

5.1.1 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, den kreisärztlichen Berichten von Dr. J.______ und Prof. K.______ komme aufgrund der daran bestehenden geringen Zweifel, welche insbesondere durch die Berichte des behandelnden Arztes Dr. F.______ hervorgerufen würden, keinen Beweiswert zu, ist ihm nicht zu folgen. So setzt sich insbesondere Prof. K.______ mit der in den Akten vorhandenen ärztlichen Berichterstattung und den entsprechenden Bildgebungen umfassend auseinander. Dabei weist sie in grundsätzlicher Weise auf die von den jeweiligen Ärzten gemachten Schlussfolgerungen hin, welche sie sodann in ihre eigene, fundiert begründete Einschätzung miteinbezieht und, wo nötig, sich damit auseinandersetzt. Namentlich begründet sie unter Angabe der jeweiligen Fachliteratur in nachvollziehbarer und für einen medizinischen Laien verständlichen Weise, dass eine isolierte Bandscheibenveränderung, wie sie beim Beschwerdeführer vorliegt, nicht typisch ist für traumatische Verletzungen. Es leuchtet durchaus ein, dass eine durch ein Trauma verursachte Verletzung nicht nur die Bandscheibe trifft, sondern dass in einem solchen Fall auch die angrenzenden Strukturen in Mitleidenschaft gezogen werden. Da dafür beim Beschwerdeführer keine Anzeichen bestehen, ist der daraus gezogene Schluss des Vorliegens von degenerativen Veränderungen nicht zu beanstanden. Dass degenerative Veränderungen vorhanden sind, ergibt sich im Übrigen deutlich aus den Akten. So weisen bereits die erstbehandelnden Ärzte auf eine Spondylarthrose hin. Dr. med. L.______, Facharzt Radiologie, stellt aufgrund eines MRI der Lendenwirbelsäule am 7. August 2017 eine Osteochondrose L5/S1 und eine hypertrophe Facettenarthrose fest. Er hebt erstmals das Vorliegen einer Diskusportrusion L5/S1 hervor, wobei er auch das Vorhandensein einer Facettenarthrose in diesem Bereich der Wirbelsäule erkennt. Ebenso weist Dr. F.______ als behandelnder Arzt auf eine gewisse vorbestehende Diskopathie hin, womit die berichterstattenden Ärzte übereinstimmend degenerative Veränderungen beim Beschwerdeführer diagnostizieren.

 

Weiter übersieht Prof. K.______ – dies im Gegensatz zu Dr. F.______ (vgl. E. II/5.1.2 hinten) – nicht, dass sich der Beschwerdeführer nach dem Unfallereignis nicht umgehend in ärztliche Behandlung begab, sondern mehrere Tage weiterhin arbeitstätig war, entsprechend mit der Konsultation einer medizinischen Fachperson zuwartete. Es erscheint verständlich und ist daher nicht weiter zu beanstanden, dass Prof. K.______ daraus und gestützt auf die beschriebenen Symptome eine geringe medizinische Relevanz ableitet. Denn es ist nicht weiter zu begründen, dass die verletzte Person bei einem allfälligen Vorliegen von schweren Schmerzen umgehend nach einem Unfallereignis den Rat und insbesondere die Behandlung durch einen Arzt aufsucht. In diesem Zusammenhang leuchtet auch ihr Hinweis auf die Aussage des Beschwerdeführers, dass anlässlich der Erstkonsultation mit Ausnahme einer NSAR-Injektion keine regelmässige Schmerzmedikation stattfand, ein. Denn es darf davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer den erstbehandelnden Ärzten mitgeteilt hätte, dass er zur Bewältigung der dem Unfall folgenden Tage aufgrund massgeblicher Schmerzen regelmässig Schmerzmittel konsumiert habe. Damit darf sich Prof. K.______ auf die vom Beschwerdeführer gemachten Aussagen verlassen und die daraus sich in medizinischer Hinsicht ergebenen Schlüsse ziehen. Gegenteilige Ausführungen des Beschwerdeführers diesbezüglich sind nicht zu hören.

 

Ebenso weist Prof. K.______ in berechtigter Weise darauf hin, dass im Rahmen der Kostengutsprache für die Operationen seitens des Spitals E.______ festgehalten ist, das Leiden sei nicht durch Unfall verursacht worden. Damit zeigt sie zu Recht auf, dass ihre eigene kreisärztliche Einschätzung, welche überdies mit der kreisärztlichen Einschätzung von Dr. J.______ übereinstimmt, in den weiteren vorhandenen Akten durchaus eine Stütze findet. In diesem Zusammenhang unbehelflich ist der Hinweis des Beschwerdeführers darauf, dass Unfallfolgen in der Kopfzeile der Kostgutsprachanfrage genannt sind und dass das Gesuch an die Beschwerdegegnerin als Unfallversicherung gerichtet wurde. Denn das ärztliche Zeugnis als Bestandteil des Kostengutsprachegesuchs nennt als Diagnose eindeutig einen nicht durch einen Unfall verursachten Bandscheibenvorfall. Ebenso nennt das ärztliche Zeugnis von Dr. med. M.______ vom 7. Dezember 2017 als Grund der stationären Behandlung eine Erkrankung, womit die einschlägige ärztliche Einschätzung eine unfallfremde Diagnose stellt, worauf abzustellen ist.

 

Schliesslich erwähnt Prof. K.______ die vom Beschwerdeführer genannten Beschwerden und legt einleuchtend, abermals mittels Hinweis auf die einschlägige Fachliteratur, dar, dass diese aufgrund deren Persistenz nicht in der Kontusion gründen können, da dafür eine strukturelle Verletzung vorhanden sein müsste. Dass dies vorliegend nicht der Fall ist, ergibt sich übereinstimmend aus der einschlägigen Bildgebung und der entsprechenden medizinischen Beurteilung der untersuchenden Ärzte. Ebenso ist die kreisärztliche Einschätzung von Prof. K.______ in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, was sich nicht zuletzt gestützt auf die umfassende Wiedergabe der im Zeitpunkt der Berichterstattung bereits vorhandenen medizinischen Beurteilungen und dem Hinweis auf nicht vorliegende Unterlagen oder aber Unstimmigkeiten in denselben ergibt. Schliesslich leuchtet der Bericht in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und begründet die von Prof. K.______ getroffenen Schlussfolgerungen in sachlich nachvollziehbarer Weise.

 

5.1.2 Im Gegensatz dazu erfüllen die von Dr. F.______ verfassten Berichte die bundesgerichtlichen Kriterien (vgl. E. II/3.5 vorne) an einen Arztbericht nicht. So enthalten diese zum einen keine Anamnese, woraus eben nicht der Schluss gezogen werden kann, sie seien in Kenntnis aller Vorakten verfasst worden. Zum anderen ist den Berichten keine substantiierte Begründung zu entnehmen, weshalb eine traumatische Bandscheibenverletzung beim Beschwerdeführer vorliegen soll. So diagnostiziert Dr. F.______ in seinem Bericht vom 27. September 2017 erstmals und in Abweichung zu den in diesem Zeitpunkt bereits vorhandenen ärztlichen Berichten einen traumatischen Bandscheibenvorfall, begründet anschliessend aber nicht, inwiefern der Bandscheibenvorfall durch den Unfall hätte entstehen können. Stattdessen weist er selber auf eine gewisse vorbestehende Diskopathie hin, was das Vorhandensein vorbestehender degenerativer Veränderungen belegt, und damit der Diagnosestellung der traumatischen Verletzung zuwiderläuft. Der Bericht von Dr. F.______ vom 3. Oktober 2017 erläutert die durchgeführte Sequesterentfernung und Nukleotomie, wobei darin keine Ausführungen zur Unfallkausalität zu finden sind. Im Bericht vom 16. April 2018 weist Dr. F.______ auf nach wie vor bestehende Rückenschmerzen und deren mögliche weitere operative Behandlung hin, Ausführungen zur Unfallkausalität macht er hingegen auch hier keine. Schliesslich hält Dr. F.______ am 27. Juni 2018 fest, ein axiales Stauchungstrauma sei bei einem Leitersturz grundsätzlich wahrscheinlich. Damit macht er allgemeine Ausführungen zur Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer traumatischen Verletzung bei einem Leitersturz, führt aber entgegen den gegenteiligen Ausführungen des Beschwerdeführers nicht weiter aus, ob und aus welchem Grunde ein axiales Stauchungstrauma gemäss dem von diesem geschilderten Sturz nun tatsächlich vorliege. Stattdessen gibt er in der Folge klar zu erkennen, dass er gestützt auf die vorhandene Bildgebung nicht ausmachen könne, ob eine traumatische Verletzung gegeben sei. Damit sind seine Äusserungen betreffend das Vorhandensein einer unfallkausalen Verletzung als Vermutungen einzustufen, womit entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers alleine aufgrund des Berichts von Dr. F.______ nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer Unfallkausalität ausgegangen werden kann.

 

Überdies weist Dr. F.______ auf einen evidenten zeitlichen Zusammenhang zwischen den Rückenbeschwerden und dem Unfall hin, da der Beschwerdeführer vor dem Unfall an keinen Rückenbeschwerden gelitten habe. Diesbezügliche Argumentationen laufen auf die unzulässige Beweismaxime "post hoc ergo propter hoc" hinaus, worauf die Beschwerdegegnerin zu Recht hinweist. Nach deren Bedeutung gilt eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht, wenn sie nach diesem aufgetreten ist, was jedoch nicht geeignet ist, einen natürlichen Kausalzusammenhang nachzuweisen (vgl. Jean-Maurice Frésard/Margrit Moser-Szeless, in Ulrich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Bd. XIV, 3. A., Basel 2016, F. Rz. 105; BGE 119 V 335 E. 2b/bb; BGer-Urteil 8C_310/2011 vom 5. September 2011 E. 4.5.1, mit Hinweisen). Stattdessen setzt der natürliche Kausalzusammenhang vielmehr auch einen sachlichen, d.h. medizinischen Zusammenhang voraus (vgl. VGer-Urteil VG.2017.00077 vom 18. Januar 2018 E. 4.7, nicht publiziert). Dieser wird vorliegend durch die kreisärztliche Einschätzung insbesondere von ProfK.______ in nachvollziehbarer und begründeter Weise widerlegt.

 

Schliesslich hält Dr. F.______ fest, für die Annahme einer primären und unfallbedingten Neurokompression spreche, dass die Schmerzmedikation von Anfang an wenig geholfen habe. Dabei übersieht er, dass der Beschwerdeführer in den ersten fünf Tagen nach dem Unfallereignis gemäss seinen eigenen Angaben mit Ausnahme einer intramuskulären Infiltration von Schmerzmitteln keine Medikamente oder andere Präparate zur Schmerzlinderung einnahm. Überdies geht Dr. F.______ nicht darauf ein, dass der Beschwerdeführer nach dem Unfallereignis mehrere Tage vor seinem notfallmässigen Spitalbesuch weiterhin seine Arbeitsleistung erbrachte. Damit bleibt unklar, inwiefern die Schmerzmedikation von Anfang wenig geholfen haben soll, da ja anfänglich keine regelmässige Medikation eingenommen worden war, sondern lediglich eine NSAR-Injektion ausgeführt worden ist. Ebenso ist nicht nachvollziehbar, wie sich die gemäss Aussage des Beschwerdeführers von Anfang an vorhandenen körperlichen Beschwerden gegenüber der von ihm nachweislich unmittelbar nach dem Unfallereignis weitergeführten Arbeitstätigkeit verhalten.

 

5.1.3 Folglich setzt sich ProfK.______ – dies im Gegensatz zu Dr. F.______ – mit den streitigen Belangen unter Darlegung der medizinischen Zusammenhänge umfassend auseinander. Die von Dr. F.______ erstatteten Berichte vermögen keine auch nur geringe Zweifel an den kreisärztlichen Einschätzungen hervorzurufen, weshalb auf diese abzustellen ist. Bei formell einwandfreien und materiell schlüssigen (beweistauglichen und beweiskräftigen) medizinischen Entscheidungsgrundlagen der Beschwerdegegnerin besteht kein Anspruch auf eine gerichtliche Expertise (BGE 135 V 465 E. 4). Von weiteren Beweisvorkehren ist kein entscheidrelevanter neuer Aufschluss betreffend Unfallkausalität zu erwarten, weshalb darauf im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung zu verzichten ist (vgl. BGE 124 I 208 E. 4a). Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt umfassend und rechtsgenüglich abgeklärt, womit eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 43 ATSG zu verneinen und auf das Einholen eines Gerichtsgutachtens zu verzichten ist.

 

5.2

5.2.1 Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere (was vor allem bei axialen Stauchungstraumata angenommen wird) und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome einer Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten (Kaspar Gehring, in Ueli Kieser/Kaspar Gehrig/Susanne Bollinger [Hrsg.], KVG-/UVG-Kommentar, Zürich 2018, Art. 4 ATSG N. 59; BGer-Urteil 8C_794/2012 vom 26. November 2012 E. 2.2, 8C_151/2012 vom 12. Juli 2012 E. 4, je mit Hinweisen). Ist indessen die Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall aktiviert, nicht aber verursacht worden, hat der Unfallversicherer Leistungen zu erbringen für die unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Nach derzeitigem medizinischen Wissensstand kann das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und Lumboischialgien nach drei bis vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (vgl. BGer-Urteil 8C_346/2008 vom 11. November 2008 E. 3.2).

 

Hat die Beschwerdegegnerin gesetzliche Leistungen erbracht, ohne dass eine Unfallkausalität vorgelegen hat, stellt sich die Frage, ob sie deren Vorliegen anerkannte. Unabhängig davon, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht allenfalls irrtümlich anerkannte, kann sie die Leistungseinstellung mit Wirkung ex tunc et pro futuro verfügen, sofern sie nachweist, dass für die geklagten Beschwerden richtigerweise gar nie eine Unfallkausalität bestanden hat, und dabei auf eine Rückforderung zu Unrecht erbrachter Leistungen verzichtet (BGer-Urteil 8C_819/2016 vom 4. August 2017 E. 6.1; Michael E. Meier, Beweislastverteilung bei Entstehung und Wegfall der natürlichen Kausalität für Heilbehandlung und Taggelder in der Unfallversicherung – Ein Kommentar zum Urteil des Bundesgerichts, in SZS 2017 S. 658 ff., 662).

 

5.2.2 Dr. J.______ schliesst das Vorliegen eines axialen Traumas aus, ebenso äussert sich ProfK.______ in begründeter Weise. Dr. F.______ hingegen weist in allgemeiner Hinsicht daraufhin, dass ein axiales Trauma bei einem Leitersturz möglich sei, begründet aber nicht, aus welchem Grunde ein solches beim Beschwerdeführer vorliege. Auch war der Beschwerdeführer nach dem Unfallereignis nicht mit sofortiger Wirkung arbeitsunfähig. Stattdessen war dieser noch einige Tage arbeitstätig und suchte erst fünf Tage nach dem Unfallereignis einen Arzt auf. Das Vorliegen degenerativer Veränderungen ist zudem erstellt, womit vorliegend in Übereinstimmung mit Dr. J.______ und Prof. K.______ nicht von einer unfallbedingten Diskushernie auszugehen ist. Weiter bestätigt Prof. K.______ in sachlich begründeter Weise die von Dr. J.______ gemachte Einschätzung, wonach Unfallfolgen im Januar 2018 überwiegend wahrscheinlich keine Rolle mehr spielten. Dass in der Folge ein unfallfremder Befund operativ behandelt wurde, bestätigen auch die behandelnden Ärzte des Spitals E.______, welche bereits am 25. November 2017 und abermals am 26. Juni 2018 die zu behandelnden Beschwerden als nicht unfallursächlich einstufen. Damit ist dargelegt, dass weder klinisch noch bildgebend überwiegend wahrscheinlich objektivierbare Unfallrestfolgen vorhanden sind. Ebenso ist damit der Nachweis erbracht, dass betreffend die Diskushernie richtigerweise gar nie eine Unfallkausalität bestand. Gegenteiliges kann den Akten und insbesondere den wenig substantiierten Arztberichten von Dr. F.______ nicht entnommen werden. Entsprechend war die Beschwerdegegnerin berechtigt, ihre Leistungen am 14. März 2018 mit Wirkung für die Zukunft unter einem Verzicht auf die Rückforderung der bereits erbrachten Leistungen einzustellen, zumal sie im Verfügungszeitpunkt für einen Zeitraum von mehr als neun Monaten bereits Leistungen erbracht hatte, womit die Rückenkontusion als abgeheilt zu gelten hatte.

 

5.3 Mangels Vorliegens einer Unfallkausalität kommt dem Beschwerdeführer sodann kein Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG) oder eine Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG) zu.

 

Demgemäss ist die Beschwerde abzuweisen.

 

III.

1.

Die Gerichtskosten sind auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG). Da der Beschwerdeführer unterliegt, steht ihm keine Parteientschädigung zu (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

 

2.

2.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung. Gemäss Art. 139 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) befreit die Behörde eine Partei, der die Mittel fehlen um neben dem Lebensunterhalt für sich und ihre Familie die Verfahrenskosten aufzubringen, auf Gesuch hin ganz oder teilweise von der Kosten- und Vorschusspflicht, sofern das Verfahren nicht aussichtslos ist. Unter denselben Voraussetzungen weist sie der Partei auf Gesuch hin oder von Amtes wegen einen Anwalt als Rechtsbeistand zu, sofern ein solcher für die gehörige Interessenwahrung erforderlich ist (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. f ATSG und Art. 139 Abs. 2 VRG). Der Nachweis der Bedürftigkeit obliegt nach Art. 139 Abs. 3 VRG der gesuchstellenden Partei.

 

2.2 Da die Gerichtskosten von Gesetzes wegen auf die Staatskasse zu nehmen sind, ist das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung als gegenstandslos geworden abzuschreiben.

 

2.3 Die Mittellosigkeit des Beschwerdeführers erscheint aufgrund der Aktenlage als offensichtlich. Zudem kann das vorliegende Verfahren nicht als aussichtslos bezeichnet werden. Da der Beschwerdeführer auf eine rechtliche Vertretung angewiesen war, ist sein Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung gutzuheissen und ihm ist in der Person von Rechtsanwalt B.______ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. Dieser ist mit Fr. 2'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Der Beschwerdeführer ist darauf hinzuweisen, dass eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt worden ist, für den Fall, dass sie später in günstige wirtschaftliche Verhältnisse gelangt, zur Nachzahlung der Verfahrenskosten verpflichtet werden kann (Art. 139a VRG).

Demgemäss beschliesst die Kammer:

1.

Das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.

2.

Das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung wird gutgeheissen. Ihm wird in der Person von Rechtsanwalt B.______ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.

3.

Der Rechtsbeistand wird zu Lasten der Gerichtskasse mit Fr. 2'500.- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) entschädigt.

4.

Die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 139a VRG bleibt vorbehalten.

5.

Die Gerichtskasse wird beauftragt, spätestens im November 2023 zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Nachzahlung erfüllt sind.

und erkennt sodann:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Gerichtskosten werden auf die Staatskasse genommen.

3.

Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4.

Schriftliche Eröffnung und Mitteilung an:

 

[…]