VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

 

 

 

Urteil vom 30. Januar 2020

 

 

II. Kammer

 

 

in Sachen

VG.2019.00128

 

 

 

A.______

Beschwerdeführer

 

 

 

gegen

 

 

 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva)

Beschwerdegegnerin

 

 

betreffend

 

 

UVG-Leistungen

 

Die Kammer zieht in Erwägung:

I.

1.

1.1 Der am […] geborene A.______ arbeitete seit dem 1. August 2001 als Nachtwächter bei der B.______ in […] und war bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 25. März 2017 fiel ihm ein gefrorenes Fleischstück mit einem Gewicht von einem Kilogramm auf die zweite Zehe des linken Fusses, als er zu Hause neues Hundefutter aus dem Gefrierschrank nahm. Daraufhin begab er sich am 27. März 2017 in ärztliche Behandlung. Die Suva erbrachte im Anschluss daran die gesetzlichen Leistungen.

 

1.2 Mit Schreiben vom 14. März 2019 teilte die Suva der Arbeitgeberin von A.______ mit, zu den Versicherungsleistungen nicht eindeutig Stellung nehmen zu können, Abklärungen würden durchgeführt.

 

1.3 Am 26. April 2019 erfolgte eine kreisärztliche Beurteilung durch die Suva. In der Folge verfügte die Suva am 2. Mai 2019 den Fallabschluss und die Einstellung der Versicherungsleistungen per 5. Mai 2019. A.______ erklärte sich mit der Leistungseinstellung der Suva am 28. Mai 2019 nicht einverstanden und erhob dagegen schriftlich Einsprache. Diese wurde von der Suva am 21. Oktober 2019 abgewiesen.

 

2. Dagegen gelangte A.______ mit Beschwerde vom 15. November 2019 ans Verwaltungsgericht und beantragte sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 21. Oktober 2019 und die weitere Ausrichtung von Leistungen der Unfallversicherung.

 

Die Suva schloss am 16. Dezember 2019 auf Abweisung der Beschwerde.

 

II.

1. Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 56 ff. des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) i.V.m. Art. 1 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung vom 3. Mai 2009 (EG UVG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

 

2.

2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er leide seit dem Unfallereignis an Schmerzen am linken Fuss, was sich auch aus den beiden fachärztlichen Berichten ergebe. Danach hätten beide Fachärzte unabhängig voneinander als wahrscheinlichste Diagnose eine posttraumatische, d.h. direkt in der Folge des Unfalls entstandene Fehlstellung der zweiten Zehe links festgestellt. Der kreisärztlichen Beurteilung, wonach die "griechische Fussform" ursächlich sei für die Schmerzen, könne nicht gefolgt werden. Die Beschwerdegegnerin gehe zu Unrecht von einem Rückfall aus. Vielmehr liege ein posttraumatisches Beschwerdebild, welches seit März 2017 persistent vorhanden sei, vor. Ausserdem sei die Erstbehandlung ausschliesslich durch die Assistenzärztin C.______ erfolgt. Dr. med. D.______ habe die Verletzung im Akutstadium nie selbst untersucht. Dass als therapeutische Massnahme der verletzte Zeh an den grossen Zeh des linken Fusses gebunden worden sei, habe letztlich zu dessen unnatürlichen Heilungsverlauf bzw. der resultierenden Fehlstellung beigetragen.

 

2.2 Die Beschwerdegegnerin ist der Auffassung, die ihr im März 2019 durch den Beschwerdeführer gemeldeten Fussbeschwerden seien als Rückfall zu qualifizieren. Weiter habe sie sich bei ihrem Entscheid zu Recht auf die Meinung des Kreisarztes Dr. med. E.______, Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, abgestützt. Es seien keine ärztlichen Einschätzungen vorhanden, welche Zweifel daran erwecken würden und die dagegen erhobenen Einwände des Beschwerdeführers seien unbegründet. Die Berichte von Dr. E.______ seien schlüssig, nachvollziehbar begründet und in sich widerspruchsfrei, weshalb ihnen volle Beweiskraft zukomme. Folglich sei seiner Meinung zu folgen. Danach sei echtzeitlich als Folge des Unfalls vom 25. März 2017 lediglich eine Prellung der zweiten Zehe des linken Fusses erstellt, bei welcher der status quo sine nach Ablauf von vier bis sechs Wochen nach Unfall eingetreten sei. Der Eintritt des status quo sine schliesse sodann einen unfallbedingten Rückfall per se aus. Insgesamt könne ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 25. März 2017 und den im Januar 2019 geltend gemachten Fussbeschwerden keinesfalls mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit bejaht werden. Die letzteren Beschwerden seien vielmehr auf eine angeborene Variation im Sinne einer "griechischen Fussform" sowie eines Senk-Spreizfusses zurückzuführen. Zusammenfassend ergebe sich, dass die Beschwerdegegnerin in Bezug auf die im Januar 2019 gemeldeten Beschwerden gar nie leistungspflichtig gewesen sei; einerseits mangels natürlicher Kausalität und andererseits mangels Arbeitsunfähigkeit. Da die Leistungseinstellung im Mai 2019 ex nunc et pro futuro erfolgt sei, sei sie an zuvor ausgerichtete Leistungen nicht gebunden.

 

3.

3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden bei Unfällen die gesetzlichen Leistungen aus obligatorischer Unfallversicherung gewährt. Ist ein Versicherter nach einem Unfall voll oder teilweise arbeitsunfähig, hat er nach Art. 10 Abs. 1 UVG Anspruch auf Übernahme der Kosten der zweckmässigen Behandlung der Unfallfolgen. Überdies besteht zunächst Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG).

 

3.2 Vorab ist die Frage zu klären, ob die durch den Beschwerdeführer im Jahr 2019 geltend gemachten Beschwerden als Rückfall zu qualifizieren sind.

 

3.2.1 Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung vom 20. Dezember 1982 (UVV) werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, sodass es zu ärztlicher Behandlung und möglicherweise zu einer weiteren Arbeitsunfähigkeit kommt. Von Spätfolgen spricht man demgegenüber, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c, mit Hinweisen).

 

3.2.2 Rückfälle und Spätfolgen können eine Leistungspflicht des Unfallversicherers jedoch nur dann auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit unfallbedingten Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c; vgl. auch BGer-Urteil 8C_382/2018 vom 6. November 2018 E. 2.2).

 

3.2.3 Wurde ein Fallabschluss unter Einstellung sämtlicher Leistungen verfügt, so steht dieser unter dem Vorbehalt einer Anpassung an geänderte unfallkausale Verhältnisse. Dieser in der Invalidenversicherung durch das Institut der Neuanmeldung (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV]) geregelte Grundsatz gilt auch im Unfallversicherungsrecht, indem es einem Versicherten jederzeit freisteht, einen Rückfall oder Spätfolgen eines rechtskräftig beurteilten Unfallereignisses geltend zu machen und erneut Leistungen der Unfallversicherung zu beanspruchen (vgl. BGer-Urteil 8C_382/2018 vom 6. November 2018 E. 2.2, 8C_643/2017 vom 4. Dezember 2017 E. 2.2).

 

3.2.4 Beabsichtigt der Unfallversicherer die Einstellung vorübergehender Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) ohne Zusprechung von Dauerleistungen (Invalidenrente und/oder Integritätsentschädigung), so muss gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung die Anordnung des Fallabschlusses formell verfügt werden (BGE 132 V 412 E. 4).

 

Hat der Versicherer die (ganze oder teilweise) Verweigerung von Leistungen zu Unrecht nicht in Verfügungsform, sondern formlos mitgeteilt und ist die betroffene Person damit nicht einverstanden, hat sie dies grundsätzlich innerhalb eines Jahres zu erklären. Diesfalls hat der Versicherer eine Verfügung zu erlassen, gegen welche Einsprache erhoben werden kann. Ohne fristgerechte Intervention erlangt der Entscheid rechtliche Wirksamkeit, wie wenn er zulässigerweise im Rahmen von Art. 51 Abs. 1 ATSG ergangen wäre (BGE 134 V 145).

 

3.2.5 Der Beschwerdeführer meldete der Beschwerdegegnerin am 3. April 2017 das Unfallereignis vom 25. März 2017. Nachdem der Hausarzt bei der Erstbehandlung am 27. März 2017 lediglich eine Prellung festgestellt hatte, überwies ihn dieser zwei Jahre später, im Januar 2019, wegen unklaren Vorfussbeschwerden an Dr. med. F.______, Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie. Welche Leistungen die Beschwerdegegnerin innert diesen zwei Jahren erbrachte, ob, wann und in welchem Umfang der Beschwerdeführer arbeitsunfähig war sowie ob und welche Behandlungen bisher bereits erfolgt sind, ergibt sich dabei nicht eindeutig aus den Akten.

 

Am 15. März 2019 setzte sich A.______ telefonisch mit der Beschwerdegegnerin in Verbindung und erklärte, er habe eine Zweitmeinung bei Dr. med. G.______, Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, eingeholt. Diese Telefonnotiz wurde von der Beschwerdegegnerin als "Rückfallprüfung" bezeichnet. Vorliegend finden sich in den Akten weder eine Verfügung oder eine formlose Mitteilung noch anderweitige Hinweise an den Beschwerdeführer, welche auf einen Fallabschluss hindeuten würden. Im Gegenteil – die Beschwerdegegnerin teilte am 14. März 2019 noch mit, sie könne zu den Versicherungsleistungen noch nicht endgültig Stellung nehmen. Weshalb die Beschwerdegegnerin davon ausgeht, die ihr im März 2019 gemeldeten Fussbeschwerden seien als Rückfall zu qualifizieren, erschliesst sich dem Gericht nicht. Es ist davon auszugehen, dass der Fall nicht rechtswirksam abgeschlossen wurde. Folglich wären weitere Versicherungsleistungen – sofern die Voraussetzungen dafür erfüllt sind – nicht als Leistungen aus einem Rückfall, sondern als Leistungen aus dem Grundfall zu erbringen.

 

4.

4.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige und unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit anderen Worten nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall der Richter im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 117 V 359 E. 4a). Es ist daher unerlässlich, dass die geklagten Beschwerden nicht lediglich den von der versicherten Person subjektiv umschriebenen Leiden entsprechen, sondern medizinisch einer fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung zugeschrieben werden können und diese Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem versicherten Unfallereignis steht (BGE 119 V 335 E. 2b f.). Entscheidend ist dabei die Würdigung der in den Akten liegenden medizinischen Berichte, wobei der Richter bei der Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht ohne zwingenden Grund von der Einschätzung der medizinischen Experten abweicht (BGE 118 V 286 E. 1b).

 

4.2 Sowohl die Heilbehandlung als auch die Taggelder sind vom Versicherer nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (vgl. BGE 133 V 57 E. 6.6.2).

 

Ob eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands noch möglich ist, bestimmt sich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Diese bestimmt sich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit; unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3, mit Hinweisen).

 

4.3 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaften Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des fortbestehenden Gesundheitszustands darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der krankhafte Gesundheitszustand erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine). Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitszustands ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind. Der Unfallversicherer muss dabei nicht den negativen Beweis erbringen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (BGer-Urteil 8C_847/2008 vom 29. Januar 2009 E. 2, U 290/06 vom 11. Juni 2007 E. 3.3, U 354/04 vom 11. April 2005 E. 1.2). Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes und der Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E. 6).

 

4.4 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt ihm ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen zu. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der jeweiligen Sach- und Rechtslage. Der Sachverhalt ist so weit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (BGer-Urteil 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.2.1).

 

4.5 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszustands sowie der Feststellung des natürlichen Kausalzusammenhangs im Bereich der Medizin – ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 157 E. 1b, mit Hinweisen). Nach dem für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren geltenden Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass der Richter alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation des Patienten einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a).

 

4.6 Weil die Beschwerdegegnerin in beweisrechtlicher Hinsicht ein zur Objektivität verpflichtetes gesetzesvollziehendes Organ ist, kann auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 122 V 157 E. 1c). Die Funktion versicherungsinterner ärztlicher Feststellungen besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei (BGer-Urteil 8C_756/2008 vom 4. Juni 2009 E. 4.4). Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c). Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen versicherungsinterner Ärzte (BGer-Urteil 9C_462/2014 vom 16. September 2014 E. 3.2.2, mit Hinweisen). 

 

5.

5.1 Gemäss der Bagatell-Unfallmeldung vom 3. April 2017 brach sich der Beschwerdeführer vielleicht den linken Zeh, als ihm ein gefrorenes Stück Fleisch mit einem Gewicht von einem Kilogramm auf den linken Fuss fiel.

 

5.2 Dr. med. D.______, Hausarzt des Beschwerdeführers, diagnostizierte anlässlich der Erstuntersuchung am 27. März 2017 vorrangig eine Prellung der zweiten Zehe links. Gemäss Dr. D.______ sei klinisch primär kein Hinweis auf eine Fraktur vorhanden gewesen, weshalb auf eine Befundgebung mittels Röntgen verzichtet worden sei. Der Beschwerdeführer klagte über persistierende Schmerzen, weshalb Dr. D.______ ihn am 11. Januar 2019 an Dr. F.______ überwies. Dabei teilte Dr. D.______ diesem mit, dass die Beschwerden aus seiner Sicht von einem Spreizfuss links herrühren würden.

 

5.3 Dr. F.______ hielt in seinem Sprechstundenbericht vom 18. Februar 2019 fest, der Beschwerdeführer habe eine wahrscheinlich posttraumatische Subluxation im PIP-Gelenk der zweiten Zehe links erlitten. Daraus resultiere eine schmerzhafte Hammerzehenstellung mit Subluxationsstellung im PIP-Gelenk und konsekutiver spontaner Ankylosierung des DIP. Die Röntgenbilder dokumentierten eine Überprojektion der Basis der Mittelphalanx und der Kondyle der Grundphalanx. Im schrägen Röntgenbild zeige sich dann eine Inkongruenz in diesem Gelenk. Die Basis des Mittelgelenks sei nach plantar versetzt, möglicherweise nach Fraktur des Mittelgelenks und Subluxation. Die Stellung des Endgliedes im DIP-Gelenk sei wiederum bedingt durch die Fehlstellung im PIP. Bei Schmerzen empfehle er eine arthroplastische Kondylektomie nach Hohmann auf Höhe des PIP-Gelenkes. Dadurch könne die Zehe begradigt werden und durch das Ausbilden eines Neogelenkes des PIP das DIP unter Umständen beweglicher werden.

 

5.4 Am 14. März 2019 wandte sich der Beschwerdeführer zwecks Einholung einer Zweitmeinung an Dr. G.______. Dieser diagnostizierte eine posttraumatische Hammerzehe mit Subluxation Dig. II. Als Ursache nannte er am ehesten eine in Fehlstellung verheilte Fraktur von DIP II.

 

Nach erfolgter MRI-Untersuchung stellte Dr. G.______ am 21. März 2019 eine Hammerzehenkonfiguration II und III am linken Fuss, leichte degenerative Veränderungen im PIP und DIP II sowie eine Grosszehen-Grundgelenksarthrose fest. Der Leidensdruck bezüglich der Zehe II im DIP sei hoch. MR-Tomographisch zeigten sich deutliche Auffälligkeiten im Endglied der distalen Phalanges II und III, wobei im Bereich II am ehesten eine in Fehlstellung verheilte Fraktur vorliege. Bezüglich der Behandlungsmöglichkeiten schloss er sich der Meinung von Dr. F.______ an, hielt also die Hohmann-Prozedur für eine gute Möglichkeit, die Situation zu verbessern. Der Beschwerdeführer könne sich einen Eingriff momentan nicht vorstellen, weshalb die Beschwerden konservativ behandelt werden würden.

 

5.5 Der Kreisarzt der Beschwerdegegnerin, Dr. E.______, kam im Rahmen einer kreisärztlichen Untersuchung zum Schluss, dass die sogenannte "griechische Fusskonstellation" mit Überstand der zweiten Zehe gegenüber seinen Nachbarzehen bestehe. Dabei handle es sich um eine angeborene Variation, welche durch häufigen Schuhkonflikt zu einer Hammerzehenfehlstellung führe. Medizinisch handle es sich nicht um eine Beeinträchtigung der Gesundheit, sondern um eine Folgeerscheinung des Schuhkonflikts. Bildgebend zeige sich im MRI eine progrediente Subluxationsstellung der Grundgelenke der zweiten bis vierten Zehe im Sinne eines Senk-Spreizfusses. Schliesslich hielt er fest, das Ereignis sei eine Prellung gewesen. Der Status quo sine sei nach einer solchen nach vier bis sechs Wochen erreicht. Eine überwiegend wahrscheinliche Subluxationsstellung liege nicht vor, diese sei nur möglich.

 

6.

6.1 Aus den verschiedenen ärztlichen Berichten ergeben sich unterschiedliche Einschätzungen. Während der Kreisarzt Dr. E.______ sowie der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. D.______, lediglich von einer Prellung ausgehen und die Ursache für die noch andauernden Schmerzen beim Beschwerdeführer in dessen Spreizfuss bzw. in einer angeborene Variation der sogenannten "griechischen Fussform" sehen, sprechen die beiden Fachärzte, Dr. F.______ und Dr. G.______, übereinstimmend von einer Fraktur. So ist gemäss Dr. F.______ die posttraumatischen Hammerzehen-Deformität II am linken Fuss wahrscheinlich auf eine Mittelgelenksfraktur zurückzuführen. Dr. G.______ präzisiert dies insoweit, als er in seinem Bericht festhält, es handle sich am ehesten um eine in Fehlstellung verheilte Fraktur. Einig sind sich die beiden Fachärzte auch hinsichtlich der möglichen weiteren Behandlungsmethode.

 

Die kreisärztliche Beurteilung von Dr. E.______ hinsichtlich des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers erscheint bei gesamthafter Betrachtung als eher rudimentär gehalten. Dabei hat Dr. E.______ den Beschwerdeführer nicht selbst untersucht. Zwar listet er eingangs in seinem Bericht chronologisch alle bisher erfolgten ärztlichen Befunde auf. Eine Auseinandersetzung mit diesen wie auch eine einleuchtende Begründung seiner eigenen Schlussfolgerungen fehlen jedoch weitgehend. Vielmehr beschränkt er sich darauf festzustellen, dass das Unfallereignis eine Prellung gewesen und der status quo sine bei einer solchen nach vier bis sechs Wochen erreicht sei. Er vermag auch nicht darzulegen, weshalb er zu einem anderen Ergebnis gelangt als Dr. F.______ und Dr. G.______. Indessen folgert er relativ pauschal, eine Subluxationsstellung sei nur möglich, aber nicht überwiegend wahrscheinlich.

 

Der vom Beschwerdeführer geschilderte Unfallhergang und die durch Dr. F.______ und Dr. G.______ festgestellten Hammerzehen-Deformität bzw. Konfigurationen lassen die Unfallkausaliät zumindest als möglich erscheinen. All diese Umstände vermögen zumindest die erforderlichen geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen von Dr. E.______ wecken.

 

6.2 Zu berücksichtigen ist sodann, dass es sich um die Beurteilung der Beschwerden aus dem Grundfall und nicht, wie von der Beschwerdegegnerin vorgebracht, aus einem Rückfall handelt. Beweisbelastet ist folglich die Beschwerdegegnerin (vgl. vorne E. II/4.3). Richtigerweise hätte der Kreisarzt in seinem Bericht zum Schluss kommen müssen, dass die noch andauernden Schmerzen des Beschwerdeführers mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf unfallfremden Faktoren beruhen, um einen Fallabschluss bzw. die Verweigerung weiterer Leistungen zu rechtfertigen. Wie man die Frage nach der Verwertbarkeit des kreisärztlichen Befundes beantwortet, ist letztlich unerheblich, zumal Dr. E.______ in seinem Bericht ohnehin nicht zum Schluss gekommen ist, dass die Fussbeschwerden überwiegend wahrscheinlich auf unfallfremde Faktoren zurückzuführen sind.

 

6.3

6.3.1 Hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit führt die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 2. Mai 2019 einerseits aus, die weiter dauernde Arbeitsunfähigkeit und die medizinische Behandlung gingen nicht mehr zu ihren Lasten, sondern der Krankenversicherung. Andererseits macht sie in ihrer Beschwerdeantwort geltend, eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mit Bezug zum linken Fuss stehe weder zur Diskussion, noch sei eine solche aktenkundig. Sodann wird im Arztzeugnis UVG vom 15. April 2019 wiederum eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Entsprechende Angaben zum Grad bzw. zur Dauer der Arbeitsunfähigkeit fehlen jedoch. Aufgrund dieser divergierenden Angaben ist folglich unklar, ob, in welchem Ausmass und in welcher Zeitspanne der Beschwerdeführer arbeitsunfähig war.

 

6.3.2 Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin ist die Arbeitsfähigkeit als Bezugsgrösse nur von Bedeutung, wenn und solange sie im konkreten Fall als Massstab für eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands überhaupt tauglich ist. Dies ist insbesondere dort nicht der Fall, wo ein unfallbedingter Gesundheitsschaden zu einer Einbusse einer Funktion führt, die für den Beruf der versicherten Person nicht von Relevanz ist und daher von vornherein nicht oder kaum zu einer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit führt. In dieser Situation erscheint es hinsichtlich der Beendigung des Anspruchs auf Heilbehandlung sachgerecht, die Frage nach der zu erwartenden namhaften Besserung des Gesundheitszustands anhand der zu erwartenden Steigerung der Funktionsfähigkeit zu beantworten. Würde der Anspruch auf Heilbehandlung gemäss Art. 10 UVG zwingend das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit voraussetzen, bestünde immer dann, wenn ein Unfall zwar zu behandlungsbedürftigen, einer namhaften Besserung zugänglichen Verletzungsfolgen, nicht jedoch zu einer Arbeitsunfähigkeit führt, gar keine Leistungspflicht des Unfallversicherers, was nicht mit der Regelung von Art. 10 UVG zu vereinbaren wäre (Philipp Geertsen, in Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Bern 2018, Art. 19 N. 8).

 

6.3.3 Da aufgrund der Akten unklar ist, ob eine Arbeitsunfähigkeit jemals bestand bzw. noch besteht, kann die Beschwerdegegnerin die Leistungseinstellung nicht mit der fehlenden Arbeitsunfähigkeit begründen. Voraussetzung für eine Heilbehandlung gemäss Art. 10 UVG ist ohnehin eine unfallbedingte Behandlungsbedürftigkeit, nicht aber eine Arbeitsunfähigkeit. Die trotz des Unfalls uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit allein vermag daher ein Dahinfallen des Anspruchs auf Heilbehandlung nicht zu begründen (vgl. BGer-Urteil 8C_354/2014 vom 10. Juli 2014 E. 3.2). Wie bereits ausgeführt (vgl. vorangehend E. II/5.3 f.), empfehlen Dr. F.______ und Dr. G.______ für den weiteren Behandlungsverlauf eine arthroplastische Kondylektomie nach Hohmann auf Höhe des PIP-Gelenkes, wodurch die Zehe begradigt und durch das Ausbilden eines Neogelenkes des PIP das DIP unter Umständen beweglicher werden könne. Im Gegensatz dazu fehlt im kreisärztlichen Bericht von Dr. E.______ eine Beurteilung allfälliger Möglichkeiten einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers sowie eine Auseinandersetzung mit den von Dr. F.______ und Dr. G.______ vorgeschlagenen Behandlungsmöglichkeiten. Somit erscheint die Möglichkeit einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands nach dem heutigen Erkenntnisstand plausibel bzw. zumindest nicht gänzlich ausgeschlossen.

 

6.4 Daraus folgt, dass die Beschwerdegegnerin den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht genügend abgeklärt hat. Dies insbesondere darum, weil zumindest geringe Zweifel an der vorhandenen kreisärztlichen Einschätzung bestehen und überdies die möglichen wie auch zur Beantwortung der Frage der Unfallkausalität nötigen Abklärungen nicht allesamt eingeholt worden sind. Solange jedoch im konkreten Fall notwendige Abklärungen getätigt werden müssen, liegt keine Beweislosigkeit vor. Die Beschwerdegegnerin verletzte folglich die ihr obliegende Untersuchungspflicht (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG).

 

7.

7.1 Gemäss neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Sozialversicherungsgerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zur neuen Begutachtung an die Verwaltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst ein Gerichtsgutachten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachterlich abklärungsbedürftig hält oder wenn ein Administrativgutachten in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Eine Rückweisung an die Vorinstanz bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1 ff.).

 

7.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich vorliegend auf die versicherungsmedizinische Beurteilung durch Dr. E.______, weswegen sie den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den Beschwerden des Beschwerdeführers – und in diesem Zusammenhang auch ihre Leistungspflicht – verneinte. Ob jedoch der Unfall für die Beschwerden tatsächlich nicht ursächlich ist, wurde nicht hinreichend untersucht. Vielmehr erfolgte bereits die Abklärung unter der falschen Prämisse, dass eine Leistungspflicht nur besteht, wenn die geklagten Beschwerden überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall zurückzuführen sind. Unter diesen Umständen erweist sich eine Rückweisung als zulässig. Folglich ist die Sache zur erneuten medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, welche die Akten einem unabhängigen Facharzt zu unterbreiten hat. Dieser wird in überzeugender Weise begründet darzulegen haben, ob die geltend gemachten Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mit dem Unfall in Zusammenhang stehen bzw. ob eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers möglich ist. Ebenso hat die Beschwerdegegnerin Auskunft über die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers einzuholen, zumal sich diesbezüglich widersprüchliche Angaben in den Akten befinden.

 

8.

Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde. Der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 21. Oktober 2019 ist aufzuheben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur weiteren Abklärung an diese zurückzuweisen.

 

III.

1.

Die Gerichtskosten sind von Gesetzes wegen auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG).

 

2.

Gegen diesen Zwischenentscheid steht die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ans Bundesgericht nur nach Massgabe von Art. 93 Abs. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) offen.

Demgemäss erkennt die Kammer:

1.

Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 21. Oktober 2019 wird aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen an diese zurückgewiesen.

2.

Die Gerichtskosten werden auf die Staatskasse genommen.

3.

Schriftliche Eröffnung und Mitteilung an:

 

[…]