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Kantonsgericht Schwyz
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\n Urteil vom 20. Dezember 2021
\n ZK1 2021 2
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Mitwirkend
Kantonsgerichtsvizepräsident lic. iur. Stefan Weber,
Kantonsrichter Pius Schuler, Jörg Meister,
Josef Reichlin und Clara Betschart,
Gerichtsschreiberin lic. iur. Cornelia Spörri-Kessler.
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In Sachen
A.________ AG,
Beklagte und Berufungsführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt B.________,
 
gegen
 
C.________ GmbH,
Klägerin und Berufungsgegnerin,
vertreten durch Rechtsanwältin D.________,
 
 
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betreffend
Forderung
\n (Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Höfe vom 30. November 2020, ZGO 2018 28);-
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\n hat die 1. Zivilkammer,
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\n nachdem sich ergeben:
\n A. Die Berufungsgegnerin erwarb von der Berufungsführerin am 24. März 2016 einen Porsche 911 GT3 RS (nachfolgend GT3) zu einem Preis von Fr. 222‘140.00 (vgl. Vi-KB 6 und Vi-BB 3). Die Garage F.________ verkaufte das Fahrzeug am 29. September 2017 für Fr. 199‘900.00 an G.________ (Vi-KB 8) und überwies in der Folge Fr. 197‘400.00 an die Berufungsführerin (vgl. Vi-act. A/I N 5; Vi-act. A/II N 16; Vi-act. A/IV N 31). Die genaueren Umstände dieses Verkaufs und die jeweiligen Rollen der Parteien sowie die Gründe für die Überweisung des Verkaufserlöses an die Berufungsführerin sind umstritten.
\n B. Nachdem an der Schlichtungsverhandlung vom 25. Mai 2018 keine Einigung erzielt werden konnte (vgl. Vi-KB 5), stellte die Berufungsgegnerin mit Klage vom 21. August 2018 beim Bezirksgericht Höfe folgendes Rechtsbegehren (Vi-act. A/I):
\n 1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 197’400.00 nebst Zins zu 5% seit dem 16.11.2017 zu bezahlen.
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\n 2. Es sei der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. xx des Betreibungsamts Höfe aufzuheben.
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\n Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MwSt. zu Lasten der Beklagten.
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\n Mit Klageantwort vom 15. November 2018 verlangte die Berufungsführerin die Abweisung der Klage, soweit auf sie einzutreten sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (Vi-act. A/II). Infolge Verzichts der Parteien auf eine mündliche Hauptverhandlung ordnete die Verfahrensleitung einen zweiten Schriftenwechsel an (Vi-act. 14). Repli- bzw. duplicando hielten die Parteien am 24. Mai 2019 bzw. 23. September 2019 an ihren Anträgen fest (Vi-act. A/III und IV). Am 2. Oktober 2019 reichte die Berufungsführerin eine Noveneingabe zu den Akten (Vi-act. A/VI). Am 17. April 2020 wurde H.________ – rechtshilfeweise durch das Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler – und am 18. August 2020 wurden I.________, J.________, K.________ sowie L.________ als Zeugen befragt (vgl. Vi-act. 3 ff.). Die schriftlichen Schlussvorträge der Parteien datieren vom 21. September 2020 bzw. 29. Oktober 2020 und weitere Stellungnahmen der Parteien vom 11. bzw. 12. November 2020 (Vi-act. D13-D16).
\n C. Mit Urteil vom 30. November 2020 erkannte das Bezirksgericht was folgt:
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  1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin CHF 189’283.10 zuzüglich Zins zu 5 % seit 20. November 2017 zu bezahlen.
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  1. Im obgenannten Umfang wird der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. xx des Betreibungsamtes Höfe beseitigt und der Klägerin Rechtsöffnung erteilt.
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\n 3.1 Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 12’000.00 werden zu 95 % (CHF 11’400.00) der Beklagten und zu 5 % (Fr. 600.00) der Klägerin auferlegt und vom Kostenvorschuss der Klägerin von CHF 12’000.00 bezogen.
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\n 3.2 Die Beklagte hat der Klägerin unter dem Titel des Gerichtskostenersatzes CHF 11’400.00 zu bezahlen.
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\n 4. Die Beklagte hat der Klägerin eine reduzierte Parteientschädigung von CHF 12’600.00 (inkl. MWST und Auslagen) zu bezahlen.
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\n 5. [Rechtsmittel].
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\n 6. [Zufertigung].
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\n D. Dagegen erhob die Berufungsführerin am 19. Januar 2021 fristgerecht Berufung mit den folgenden Rechtsbegehren (KG-act. 1):
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  1. Das Urteil des Bezirksgerichts Höfe vom 30. November 2020 (Ge-schäfts-Nr. ZGO 2018 28) sei aufzuheben und die Klage sei abzuweisen.
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  1. Eventualiter sei das Urteil [des] Bezirksgerichts Höfe vom 30. November 2020 (Geschäfts-Nr. ZGO 2018 28) aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
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  1. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Berufungsbeklagten.
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\n Mit Berufungsantwort vom 22. Februar 2021 ersuchte die Berufungsgegnerin um vollumfängliche Abweisung der Berufung, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Berufungsführerin (KG-act. 7). Je zwei weitere Stellungnahmen der Parteien datieren vom 15. März 2021, 6. April 2021, 30. April 2021 und 11. Mai 2021 (KG-act. 12, 16, 20 und 22).
\n Auf die Vorbringen der Parteien wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen eingegangen;-
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\n in Erwägung:
\n 1. Im internationalen Verhältnis richtet sich die Zuständigkeit nach dem IPRG, soweit keine völkerrechtlichen Verträge vorbehalten sind (vgl.