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\n \n \n Kantonsgericht Schwyz
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Beschluss vom 22. Februar 2022\n
ZK2 2021 31\n
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\n \n \n Mitwirkend
| \n Kantonsgerichtspräsident Prof. Dr. Reto Heizmann, Kantonsrichterinnen Veronika Bürgler Trutmann und Bettina Krienbühl, Gerichtsschreiberin lic. iur. Gabriela Thurnherr.
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\n \n \n In Sachen
| \n A.________, Gesuchsgegner und Berufungsführer, vertreten durch Rechtsanwältin B.________, gegen C.________, Gesuchstellerin und Berufungsgegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt D.________,
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\n \n
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\n \n \n betreffend
| \n Eheschutz (Kindes- und Ehegattenunterhalt, Gütertrennung)
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\n \n
\n (Berufung gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Einsiedeln vom 3. Mai 2021, ZES 2020 131 und ZES 2020 132);-
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\n hat die 2. Zivilkammer,
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\n nachdem sich ergeben und in Erwägung:
\n 1.
Die Parteien sind die verheirateten Eltern der Kinder F.________ und G.________ (Vi-act. KB 2). Die Parteien leben seit dem 7. Dezember 2019 getrennt. Die Kinder wohnen bei der Mutter.
\n a)
Die Berufungsgegnerin reichte am 20. Oktober 2020 beim Bezirksgericht Einsiedeln ein Eheschutzgesuch mit folgenden Anträgen ein (Vi-act. A/1):
\n 1.3.
[…]
\n
\n 4.
Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, mit Beginn ab März 2020 und ab dann monatlich und zahlbar jeweils im Voraus der Gesuchstellerin an den Unterhalt von Sohn F.________ einen Betrag von CHF 1’690.00 (Barunterhalt) nebst Ausbildungszulage und an den Unterhalt von Sohn G.________ einen Betrag von CHF 2’690.00 (Barunterhalt von CHF 1’713.00 und Betreuungsunterhalt von CHF 977.00) nebst Kinderzulage zu entrichten.
\n
\n 5.
Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, mit Beginn ab März 2020 und ab dann monatlich und zahlbar jeweils im Voraus der Gesuchstellerin einen persönlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 2’050.00 zu entrichten.
\n
\n 6.
Zwischen den Parteien sei mit Wirkung ab Einreichung des Eheschutzbegehrens die Gütertrennung anzuordnen.
\n
\n 7.-8.
[…]
\n Der Berufungsführer gab am 7. Dezember 2020 die Gesuchsantwort ein (Vi-act. A/2).
\n An der Verhandlung vom 27. Januar 2021 wurden die Parteien befragt. Nach Stellungnahme zum Beweisergebnis erfolgte ein Vergleichsgespräch (Vi-act. A/3). F.________ und G.________ wurden am 3. Februar 2021 angehört (Vi-act. A/4).
\n Der Berufungsführer reichte am 19. Februar 2021 eine Noveneingabe ein (Vi-act. A/5). Die Berufungsgegnerin nahm darauf am 3. März 2021 Stellung (Vi-act. A/6). Mit Eingabe vom 17. März 2021 beantragte der Berufungsführer Folgendes (Vi-act. A/7):
\n 1.-3.
[…]
\n
\n 4.
Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin an den Unterhalt der gemeinsamen Söhne, F.________ und G.________, rückwirkend ab 01. August 2020, die nachfolgenden Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar – soweit es sich um künftige Unterhaltsbeiträge handelt – auf den 01. eines jeden Monats:
\n
\n 4.1
Hauptantrag
\n
\n - Für F.________
CHF 746.80 (Barunterhalt zzgl. Ausbildungszulagen)
\n - Für G.________
CHF 2’032.90 (CHF 1’069.90 Barunterhalt und
\n CHF 963.00 Betreuungsunterhalt zzgl. Kinderzulagen)
\n
\n 4.2
Eventualiter
\n
\n - Für F.________
CHF 914.60 (Barunterhalt zzgl. Ausbildungszulagen)
\n
- Für G.________
CHF 2’200.70 (CHF 1’237.70 Barunterhalt und
\n CHF 963.00 Betreuungsunterhalt zzgl. Kinderzulagen)
\n
\n 4.3
Subeventualiter
\n
\n
- Für F.________
CHF 1’105.85 (Barunterhalt zzgl. Ausbildungs-
\n zulagen)
\n
- Für G.________
CHF 2’391.95 (CHF 1’428.95 Barunterhalt und
\n CHF 963.00 Betreuungsunterhalt zzgl. Kinderzulagen)
\n
\n 5.
Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin rückwirkend ab 01. August 2020 den nachfolgenden monatlichen Unterhaltsbeitrag zu bezahlen, zahlbar – soweit es sich um künftige Unterhaltsbeiträge handelt – auf den 01. eines jeden Monats:
\n
\n 5.1
Hauptantrag
\n
\n
- CHF 86.70
\n
\n
\n 5.2
Eventualiter
\n
\n
- CHF 244.85
\n
\n 5.3
Subeventualiter
\n
\n
- CHF 592.35
\n
\n 6.
Es sei festzustellen, dass der Gesuchsgegner seiner Unterhaltsverpflichtung gegenüber der Gesuchstellerin und den gemeinsamen Kindern seit Aufhebung des Haushaltes bis zum 31. Juli 2020 nachgekommen ist.
\n
\n 7.
Der Gesuchsgegner sei zu berechtigen, die monatlich geleisteten Unterhaltsbeiträge seit 27. Februar 2020 (von März 2020 bis Februar 2021 total CHF 56’633.00) bis zum Abschluss des vorliegenden Verfahrens an die vom Gericht festzulegenden Unterhaltsbeiträge inkl. Familienzulagen anzurechnen.
\n
\n 8.-9.
[…]
\n Am 3. Mai 2021 verfügte der Einzelrichter am Bezirksgericht Einsiedeln Folgendes (Vi-act. A/8):
\n 1.-3.
[…]
\n
\n 4.
Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für die Kinder F.________ und G.________ folgende monatliche Unterhaltsbeiträge (zuzüglich Kinder- und Ausbildungszulagen) rückwirkend resp. im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats zu bezahlen:
\n
\n
F.________ (Barunterhalt)
\n
Phase 1
ab 01.03.2020 bis 31.07.2020
CHF 1’806.00
\n
Phase 2
ab 01.08.2020
CHF 1’485.00
\n
\n
G.________ (Barunterhalt)
\n
Phase 1
ab 01.03.2020 bis 31.07.2020
CHF 1’779.00
\n
Phase 2
ab 01.08. 2020
CHF 1’858.00
\n
\n
G.________ (Betreuungsunterhalt)
\n
Phase 1
ab 01.03.2020 bis 31.07.2020
CHF 1’053.00
\n
Phase 2
ab 01.08.2020
CHF
889.00
\n
\n 5.
Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin folgende monatliche persönliche Unterhaltsbeiträge rückwirkend resp. im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats zu bezahlen:
\n
\n
Phase 1
ab 01.03.2020 bis 31.07.2020
CHF 1’399.00
\n
Phase 2
ab 01.08.2020
CHF 1’602.00
\n
\n 6.
Bei der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge für die beiden Kinder und die Gesuchstellerin wurde von den Einkommen gemäss Ziff. 21 der Erwägungen ausgegangen.
\n
\n 7.
Es wird festgestellt, dass der Gesuchsgegner für die Zeit ab 01.03.2020 bis 31.03.2021 bereits CHF 53’891.00 an Unterhaltszahlungen für die beiden Söhne und die Gesuchstellerin geleistet hat.
\n
\n 8.
Mit Wirkung per 20.10.2020 wird die Gütertrennung angeordnet.
\n
\n 9.
Die Gerichtskosten werden auf CHF 3’000.00 festgesetzt und dem Gesuchsgegner auferlegt. […]
\n
\n 10.
Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, die Gesuchstellerin ausserrechtlich mit CHF 4’800.00 (inkl. Auslagen und MwSt) zu entschädigen.
\n
\n 11.-13. […]
\n b)
Dagegen erhob der Gesuchsgegner bzw. Berufungsführer am 14. Mai 2021 Berufung mit folgenden Anträgen (KG-act. 1):
\n 1.
Dispositiv Ziffern 4, 5, 6 und 7 der Verfügung des Bezirksgerichts Einsiedeln vom 3. Mai 2021 (Verfahren ZES 2020 131) seien aufzuheben.
\n
\n 2.
Der Berufungskläger sei zu verpflichten, der Berufungsbeklagten an den Unterhalt der gemeinsamen Söhne, F.________ und G.________, rückwirkend ab 01. März 2020, die nachfolgenden Unterhaltsbeiträge (je zuzüglich Kinder- bzw. Ausbildungszulagen) zu bezahlen, zahlbar – soweit es sich um künftige Unterhaltsbeiträge handelt – auf den 01. eines jeden Monats:
\n
\n 4.1
Hauptantrag\n
\n - Für F.________
CHF 1’482.00 (Barunterhalt) bis 30. April 2020,
\n danach CHF 927.00 (Barunterhalt) bis 31. Juli 2020, danach CHF 909.00 (Barunterhalt)
\n
\n - Für G.________
CHF 2’755.00 (CHF 1’755.00 Barunterhalt und CHF 1’053.00 Betreuungsunterhalt) bis 30. April 2020, danach CHF 2’253.00 (CHF 1’200.00 Barunterhalt und CHF 1’053.00 Betreuungsunterhalt zzgl. Kinderzulagen) bis 31. Juli 2020, danach CHF 2’122.00 (CHF 1’232.00 Barunterhalt und CHF 890.00 Betreuungsunterhalt)
\n
\n 4.2
Eventualiter\n
\n - Für F.________
CHF 1’482.00 (Barunterhalt) bis 30. April 2020,
\n danach CHF 1’095.00 (Barunterhalt) bis 31. Juli 2020, danach CHF 1’077.00 (Barunterhalt)
\n
\n - Für G.________
CHF 2’755.00 (CHF 1’755.00 Barunterhalt und CHF 1’053.00 Betreuungsunterhalt) bis 30. April 2020, danach CHF 2’421.00 (CHF 1’367.00 Barunterhalt und CHF 1’054.00 Betreuungsunterhalt) bis 31. Juli 2020, danach CHF 2’289.00 (CHF 1’400.00 Barunterhalt und CHF 889.00 Betreuungsunterhalt)
\n
\n 4.2
Subeventualiter\n
\n - Für F.________
CHF 1’527.00 (Barunterhalt) bis 31. Juli 2020, danach CHF 1’228.00 (Barunterhalt)
\n
\n - Für G.________
CHF 2’554.00 (CHF 1’500.00 Barunterhalt und CHF 1’054.00 Betreuungsunterhalt zzgl. Kinderzulagen) bis 31. Juli 2020, danach CHF 2’441.00 (CHF 1’551.00 Barunterhalt und CHF 890.00 Betreuungsunterhalt zzgl. Kinderzulagen)
\n
\n 3.
Der Berufungskläger sei zu verpflichten, der Berufungsbeklagten rückwirkend ab 01. März 2020 den nachfolgenden monatlichen Unterhaltsbeitrag zu bezahlen, zahlbar – soweit es sich um künftige Unterhaltsbeiträge handelt – auf den 01. eines jeden Monats:
\n
\n 5.1
Hauptantrag\n
\n -
CHF 1’575.00 bis 30. April 2020, danach
\n -
CHF 280.00 bis 31. Juli 2020, danach
\n -
CHF 354.00
\n
\n 5.2
Eventualiter\n
\n -
CHF 1’575.00 bis 30. April 2020, danach
\n -
CHF 438.00 bis 31. Juli 2020, danach
\n -
CHF 513.00
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\n 5.3
Subeventualiter\n
\n -
CHF 840.00 bis 31. Juli 2020, danach
\n -
CHF 942.00
\n
\n 4.
Der Berufungskläger sei zu berechtigen, die monatlich geleisteten Unterhaltsbeiträge seit 27. Februar 2020 (von März 2020 bis Mai 2021 total CHF 64’117.00 und danach monatlich mindestens CHF 3’742.00 bzw. die von der Vorinstanz festgelegten Unterhaltsbeiträge) bis zum Abschluss des vorliegenden Verfahrens an die vom Gericht festzulegenden Unterhaltsbeiträge inkl. Familienzulagen anzurechnen. Die Nachbezifferung wird ausdrücklich vorbehalten.
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\n 5.
Dispositiv Ziffer 8 der Verfügung des Bezirksgerichts Einsiedeln vom 3. Mai 2021 (Verfahren ZES 2020 131) sei ersatzlos aufzuheben.
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\n 6.
Die vorinstanzliche Kostenregelung gemäss Dispositiv Ziffern 9 und 10 der Verfügung des Bezirksgerichts Einsiedeln vom 3. Mai 2021 (Verfahren ZES 2020 131) seien aufzuheben unter Kostenfolge für die Berufungsbeklagte und Festlegung einer angemessenen Prozessentschädigung zuzüglich Mehrwertsteuer für den Berufungskläger.
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\n 7.
Eventualiter sei die Verfügung des Bezirksgerichts Einsiedeln vom 3. Mai 2021 (Verfahren ZES 2020 131) aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
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\n 8.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zulasten der Berufungsbeklagten. Eventualiter seien die Gerichtskosten hälftig zu teilen und die Parteientschädigungen wettzuschlagen.
\n Mit Berufungsantwort vom 26. Mai 2021 beantragte die Gesuchstellerin bzw. Berufungsgegnerin die vollumfängliche Abweisung der Berufung, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Berufungsführers (KG-act. 8).
\n 2.
Die Bewilligung des Getrenntlebens ab 7. Dezember 2019 (Dispositivziffer 1), die Obhutszuteilung über die beiden Kinder an die Berufungsgegnerin (Dispositivziffer 2) und das zweiwöchentliche Besuchsrecht des Berufungsführers (Dispositivziffer 3) erwuchsen unangefochten in Rechtskraft.
\n Im Berufungsverfahren werden neue Tatsachen und Beweismittel (Noven) grundsätzlich nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (