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Kantonsgericht Schwyz
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\n Beschluss vom 16. Februar 2024
\n ZK2 2022 57
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Mitwirkend
Kantonsgerichtsvizepräsidentin Daniela Pérez-Steiner,
Kantonsrichterin Bettina Krienbühl und Kantonsrichter Josef Reichlin,
Gerichtsschreiber Claude Brüesch.
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In Sachen
A.________,
Gesuchsgegner und Berufungsführer,
vertreten durch Rechtsanwalt B.________,
 
gegen
 
C.________,
Gesuchstellerin und Berufungsgegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt D.________,
 
 
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betreffend
Eheschutz
\n (Berufung gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Schwyz vom 30. September 2022, ZES 2021 418);-
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\n hat die 2. Zivilkammer,
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\n nachdem sich ergeben:
\n A. Die Parteien heirateten am ________ in Einsiedeln. Aus ihrer Ehe gingen die Kinder F.________ und G.________ hervor (Vi-KB 2). Die Parteien leben seit dem 15. Mai 2021 getrennt (angef. Verfügung, Dispositiv-Ziff. 1).
\n B. Mit Eingabe vom 20. August 2021 ersuchte die Ehefrau um Erlass von Eheschutzmass­nahmen (Vi-act. 1). Nach Durchführung des Verfahrens erliess der Einzelrichter am Bezirksgericht Schwyz am 30. September 2022 folgende Eheschutzmass­nahmen:
\n   1. [Getrenntleben.]
\n   2. [Eheliche Liegenschaft samt Hausrat und Mobiliar.]
\n   3. [Elterliche Obhut.]
\n   4. Auf die ausdrückliche Regelung eines Besuchsrechts wird verzichtet.
\n   5. Der Ehemann wird verpflichtet, der Ehefrau für F.________
\n folgende Kindesunterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats:
\n - ab 1. Juli 2021 bis 31. Oktober 2021: Fr.   605.00
\n - ab 1. November 2021 bis 31. Juli 2022: Fr.   950.00
\n   6. Der Ehemann wird verpflichtet, der Ehefrau für G.________
\n folgende Kindesunterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats:
\n - ab 1. Juli 2021 bis 31. Oktober 2021: Fr. 1’230.00
\n - ab 1. November 2021 bis 31. Juli 2022: Fr. 1’560.00
\n - ab 1. August 2022:  Fr. 1’425.00
\n   7. Der Ehemann wird verpflichtet, der Ehefrau folgende Ehegattenunterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats:
\n - ab 1. Juli 2021 bis 31. Oktober 2021: Fr. 2’850.00
\n - ab 1. November 2021 bis 31. Juli 2022: Fr. 1’465.00
\n - ab 1. August 2022: Fr. 1’820.00
\n   8. Es wird davon Vormerk genommen, dass der Ehemann bereits Fr. 30’140.70 an den Unterhalt der Ehefrau und Kinder bezahlt hat.
\n   9. […]
\n 10. Die Gerichtskosten im Betrage von Fr. 3’000.00 werden zu 1/5 der Ehefrau (mithin zu Fr. 600.00) und zu 4/5 dem Ehemann (mithin zu Fr. 2’400.00) auferlegt. Rechnung und Inkasso erfolgen durch die Bezirksgerichtskasse Schwyz. Vorbehalten bleibt Ziff. 12/13.
\n 11. Der Ehemann wird verpflichtet, der Ehefrau eine Parteientschädigung von Fr. 4’320.00 zu bezahlen (inkl. Auslagen und MwSt.).
\n 12. [Unentgeltliche Rechtspflege für beide Parteien.]
\n 13. Die Prozesskosten werden wie folgt liquidiert:
\n  […]
\n  b) Der unentgeltliche Rechtsbeistand der Ehefrau, Rechtsanwalt D.________, wird aus der Gerichtskasse mit Fr. 2’880.00 (inkl. Auslagen und MwSt.) entschädigt.
\n  […]
\n 14. Es wird festgestellt, dass die Parteientschädigung gemäss Ziff. 11 voraussichtlich nicht einbringlich ist. Rechtsanwalt D.________ wird aus der Gerichtskasse mit Fr. 4’320.00 (inkl. Auslagen und MwSt.) entschädigt.
\n 15. [Rechtsmittel.]
\n 16. [Zustellung.]
\n C. Gegen diese Verfügung erhob der Ehemann (nachfolgend auch Berufungsführer) am 20. Oktober 2022 rechtzeitig Berufung mit folgenden Rechtsbegehren, korrigiert mit Eingabe vom 21. Oktober 2022 (KG-act. 1 und 4):
\n 1. Die Verfügung des Einzelrichters des Bezirksgerichts Schwyz vom 30. September 2022 im Verfahren ZES 2021 418 sei in den Ziffern 4, 5, 6, 7, 10, 11, 13b, und 14 vollumfänglich aufzuheben.
\n 2. Die Verfügung des Einzelrichters des Bezirksgerichts Schwyz vom 30. September 2022 im Verfahren ZES 2021 418 sei in Ziffer 8 insofern zu präzisieren, als der Ehemann mit Stand bis Ende Februar 2022 Fr. 30’140.70 Unterhalt an Ehefrau und Kinder bezahlt hat.
\n 3. Der Berufungskläger sei zu berechtigen, den Sohn G.________ jeweils am 2. und 4. Wochenende jeden Monats, entweder am Samstag oder am Sonntag von 1000 Uhr bis 1900 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen.
\n 4. Der Berufungskläger sei zu verpflichten, der Berufungsbeklagten monatlich für den Unterhalt der Kinder F.________ und G.________ und an ihren persönlichen Unterhalt folgende Beiträge, ev. wie viel, zu bezahlen:
\n rückwirkend für die Periode vom 1. Juli 2021 bis zum 30. September 2021:
\n Fr.    458, ev. wie viel, für F.________;
\n Fr. 1’195, ev. wie viel, für G.________;
\n Fr. 2’643, ev. wie viel, für die Berufungsbeklagte;
\n rückwirkend für die Periode vom 1. Oktober 2021 bis zum 31. Oktober 2021:
\n Fr.    759, ev. wie viel, für F.________;
\n Fr. 1’435, ev. wie viel, für G.________;
\n Fr. 1’189, ev. wie viel, für die Berufungsbeklagte;
\n rückwirkend für die Periode vom 1. November 2021 bis zum 31. Dezember:
\n Fr.    322, ev. wie viel, für F.________;
\n Fr. 1’084, ev. wie viel, für G.________;
\n rückwirkend für die Periode vom 1. Januar 2022 bis zum 28. Februar 2022:
\n Fr.    313, ev. wie viel, für F.________;
\n Fr. 1’054, ev. wie viel, für G.________;
\n rückwirkend für die Periode vom 1. März 2022 bis zum 31. Juli 2022:
\n Fr. 273, ev. wie viel, für F.________;
\n Fr. 920, ev. wie viel, für G.________;
\n für die Periode vom 1. August 2022 bis zum 31. Juli 2023:
\n Fr. 577, ev. wie viel, für G.________;
\n für die Periode vom 1. August 2023 bis zum 28. Februar 2024:
\n Fr. 537, ev. wie viel, für G.________;
\n für die Periode vom 1. März 2024 bis 31. Juli 2024:
\n Fr. 623, ev. wie viel, für G.________;
\n für die Periode vom 1. August 2024 bis 31. Juli 2025:
\n Fr. 509, ev. wie viel, für G.________;
\n für die Periode vom 1. August 2025 bis 31. Juli 2026:
\n Fr. 453, ev. wie viel, für G.________;
\n 5. Die vor­instanzlichen Gerichtskosten im Betrage von Fr. 3’000.00 seien zu 4/5 der Berufungsbeklagten und zu 1/5 dem Berufungskläger aufzuerlegen.
\n 6. Die Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, dem Berufungskläger für das vor­instanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 5’760 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer), ev. wie viel, zu bezahlen.
\n 7.  Eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vor­instanz zurückzuweisen.
\n 8. Dem Berufungskläger sei für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu bewilligen.
\n 9. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungsbeklagten.
\n Mit Verfügung vom 31. Oktober 2022 berichtigte die Vor­instanz die Dispositiv-Ziff. 5 und 6 ihrer Verfügung vom 30. September 2022 wie folgt (Änderungen fett markiert; KG-act. 12):
\n 5. Der Ehemann wird verpflichtet, der Ehefrau für F.________
\n folgende Kindesunterhaltsbeiträge zuzüglich gesetzliche und/oder vertragliche Kinder- und Ausbildungszulagen zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats:
\n - ab 1. Juli 2021 bis 31. Oktober 2021: Fr.   605.00
\n - ab 1. November 2021 bis 31. Juli 2022: Fr.   950.00
\n  6. Der Ehemann wird verpflichtet, der Ehefrau für G.________
\n folgende Kindesunterhaltsbeiträge zuzüglich gesetzliche und/oder vertra­gliche Kinder- und Ausbildungszulagen zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats:
\n - ab 1. Juli 2021 bis 31. Oktober 2021: Fr. 1’230.00
\n - ab 1. November 2021 bis 31. Juli 2022: Fr. 1’560.00
\n - ab 1. August 2022:  Fr. 1’425.00
\n Die Ehefrau (nachfolgend auch Berufungsgegnerin) beantragt mit Berufungsant­wort vom 3. November 2022 die Abweisung der Berufung, soweit darauf einzutreten sei. Überdies ersucht sie für das Berufungsverfahren um unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Rechtsvertretung. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Berufungsführers
\n (KG-act. 10).
\n Nach Eingang weiterer Eingaben des Berufungsführers (vgl. KG-act. 14 und 16) beantragt er am 26. Juni 2023 die Anpassung seiner Berufungsbegehren wie folgt (KG-act. 18):
\n 4. Der Berufungskläger sei zu verpflichten, der Berufungsbeklagten monatlich für den Unterhalt der Kinder F.________ und G.________ und an ihren persönlichen Unterhalt folgende Beiträge, ev. wie viel, zu bezahlen:
\n   […]
\n für die Periode vom 1. Juli 2023 bis zum 31. Juli 2023:
\n Fr. 532, ev. wie viel, für G.________;
\n für die Periode vom 1. August 2023 bis zum 28. Februar 2024:
\n Fr. 495, ev. wie viel, für G.________;
\n für die Periode vom 1. März 2024 bis 31. Juli 2024:
\n Fr. 575, ev. wie viel, für G.________;
\n für die Periode vom 1. August 2024 bis 31. Juli 2025:
\n Fr. 469, ev. wie viel, für G.________;
\n für die Periode vom 1. August 2025 bis 31. Juli 2026:
\n Fr. 417, ev. wie viel, für G.________;
\n Die Stellungnahme der Berufungsgegnerin vom 28. Juli 2023 (KG-act. 22) und die Gegenbemerkungen des Berufungsführers vom 4. August 2023
\n (KG-act. 24) wurden der Gegenpartei zur Kenntnis gebracht. Sodann gingen die Kostennoten der Parteivertreter (KG-act. 26 inkl. 26/1-2 und KG-act. 28 inkl. 28/1-2) und noch eine Eingabe des Berufungsführers vom
\n 6. Oktober 2023 (KG-act. 31 inkl. 31/1-2) ein. Es erfolgten keine weiteren Eingaben;-
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\n in Erwägung:
\n 1. a) Das Eheschutzverfahren wird auf Begehren eines Ehegatten eingeleitet (