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III 2018 9
 
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Entscheid vom 30. Mai 2018
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Besetzung
lic.iur. Achilles Humbel, Präsident
 
Ruth Mikšovic-Waldis, Richterin
Monica Huber-Landolt, Richterin
 
lic.iur. Josef Mathis, Gerichtsschreiber
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Parteien
A.________,
\n Beschwerdeführerin,
\n vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. F.________,
 
gegen
 
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    \n
  1. Gemeinderat Wollerau, Hauptstrasse 15, Postfach 335, 8832 Wollerau,
  2. \n
  3. Amt für Raumentwicklung ARE, Bahnhofstrasse 14,
    \n Postfach 1186, 6431 Schwyz,
  4. \n
  5. Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9,
    \n Postfach 1260, 6431 Schwyz,
  6. \n
Vorinstanzen,
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    \n
  1. B.________,
    \n Beschwerdegegner,
    \n vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. C.________,
  2. \n
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Gegenstand
Planungs- und Baurecht (Baubewilligung, Balkonanbau)
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Sachverhalt:
\n A. A.________ ist Eigentümerin der mit einem Wohnhaus überbauten, in der Zone W2 befindlichen Liegenschaft KTN 001.________ in Bäch. Der Gemeinderat Wollerau erteilte ihr mit Beschluss (GRB) Nr. 2014.252 vom 11. August 2014 die Baubewilligung für den An- und Umbau des bestehenden Wohnhauses inkl. Änderungen an der Umgebungsgestaltung unter Auflagen und wies die von B.________ dagegen eingereichte Einsprache ab. Der Regierungsrat wies die von B.________ am 9. September 2014 dagegen eingereichte Beschwerde mit Beschluss (RRB) Nr. 443/2015 vom 19. Mai 2015 ab, soweit er darauf eintrat. Die hiergegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht mit VGE III 2015 106 vom 28. Oktober 2015 ab. Dieser Entscheid wuchs unangefochten in Rechtskraft.
\n B. Am 16. Dezember 2016 reichte A.________ beim Gemeinderat Wollerau ein Baugesuch für eine Balkonerweiterung im Erd- und Obergeschoss des Wohnhauses auf KTN 001.________ ein. Gegen das öffentlich aufgelegte und publizierte Bauvorhaben (Abl-SZ 2016) erhoben B.________ und eine Drittperson mit je separater Eingabe öffentlich rechtliche Einsprache. Mit GRB Nr. 2017.118 vom 15. Mai 2017 verweigerte der Gemeinderat Wollerau die Baubewilligung für Balkonanbauten an der Nord- und an der Westfassade gestützt auf Ziff. 2.4 der Erwägungen, schrieb die Einsprache der Drittperson infolge Rückzugs als gegenstandslos vom Protokoll ab und wies die Einsprache von B.________ im Sinne der Erwägungen ohne Kostenfolge ab.
\n C. Gegen diesen GRB vom 15. Mai 2017 erhoben B.________ am 7. Juni 2017 und A.________ am 8. Juni 2017 je separat Beschwerde beim Regierungsrat. Mit RRB Nr. 955/2017 vom 12. Dezember 2017 (versandt am 19. Dezember 2017) trat der Regierungsrat auf die Beschwerde von B.________ (Verfahren VB 156/2017) nicht ein und wies die Beschwerde von A.________ (Verfahren VB 157/2017) kostenfällig und entschädigungspflichtig zu Gunsten von B.________) ab, wobei die Parteientschädigung wegen Obsiegens von A.________ in einem weiteren, ebenfalls im RRB Nr. 955/2017 vom 12. Dezember 2017 entschiedenen Beschwerdeverfahrens (VB 31/2017, betr. Gesuch von B.________ um Erlass eines Baustopps) wettgeschlagen wurde.
\n D. Mit Eingabe vom 9. Januar 2018 lässt A.________ fristgerecht beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Beschwerde erheben und beantragen:
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    \n
  1. Die Ziff. 3, 6 und 7 des Entscheids des Regierungsrats des Kantons Schwyz vom 12. Dezember 2017 (Beschluss Nr. 955/2017) seien aufzuheben und es sei der Beschwerdeführerin die Bewilligung für eine Balkonerweiterung an der Nord- und Westfassade auf dem Grundstück KTN 001.________, Bäch, zu erteilen.
  2. \n
  3. Eventualiter seien die Ziff. 3, 6 und 7 des angefochtenen Entscheids (Beschluss Nr. 955/2017) aufzuheben und es sei der Beschwerdeführerin die Bewilligung für eine Balkonerweiterung an der Nord- und Westfassade auf dem Grundstück KTN 001.________, Bäch, unter der Auflage zu erteilen, dass die Balkone im Obergeschoss ausschliesslich auf dem gestalteten Terrain (statt auf dem Garagendach) abgestützt werden.
  4. \n
  5. Subeventualiter seien die Ziff. 3, 6 und 7 des angefochtenen Entscheids (Beschluss Nr. 955/2017) aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vor­instanz zurückzuweisen.
  6. \n
  7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST).
  8. \n
\n E. Das Amt für Raumentwicklung (ARE) verzichtet mit Eingabe vom 12. Januar 2018 auf eine einlässliche Vernehmlassung. Das instruierende Sicherheitsdepartement beantragt mit Eingabe vom 25. Januar 2018 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Der Gemeinderat Wollerau trägt mit Vernehmlassung vom 9. Februar 2018 auf kosten- und entschädigungspflichtige Abweisung der Beschwerde an. Der Beschwerdegegner beantragt mit Vernehmlassung vom 21. März 2018, die Beschwerde sei abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführerin.
\n F. Das Verwaltungsgericht zog am 19. April 2018 die Akten (insbesondere Planunterlagen) zum Gemeinderatsbeschluss Nr. 252 vom 11. August 2014 bei.
\n Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:
\n 1.1 Gemäss § 59 des Planungs- und Baugesetzes (PBG; SRSZ 400.100) vom 14. Mai 1987 ist der Grenzabstand die kürzeste Verbindung zwischen Grenze und Fassade. Er wird senkrecht auf die Fassade und über die Ecken mit dem kleineren Radius gemessen (Abs. 1).
\n Über die Fassade vorspringende Gebäudeteile, wie Dachvorsprünge, Balkone, Erker usw. werden nur insoweit mitberechnet, als ihre Ausladung 1.50 m übersteigt (Abs. 2). Für Bauten bis und mit 20 m Gebäudehöhe beträgt der Grenzabstand 50% der Gebäudehöhe, mindestens aber 3 m (