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III 2022 41
 
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Entscheid vom 23. Juni 2022
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Besetzung
Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
 
Monica Huber-Landolt, Richterin
lic.iur. Karl Gasser, Richter
 
lic.iur. Prisca Reichlin Brügger, Gerichtsschreiberin
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Parteien
1. A.________
2. B.________
3. C.________
4. D.________
5. E.________
6. F.________,
\n Beschwerdeführer,
\n alle vertreten durch Rechtsanwältin MLaw G.________
 
gegen
 
Gemeinderat Wollerau, Hauptstrasse 15, Postfach 335, 8832 Wollerau,
\n Vorinstanz,
\n vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. H.________
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Gegenstand
Politische Rechte (Ungültigerklärung einer Pluralinitiative)
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Sachverhalt:
\n A. Mit Schreiben vom 29. November 2021 reichten A.________, B.________, F.________, E.________, C.________ und D.________ die von 444 Stimmberechtigten (gemäss Gemeinderatsbeschluss 436 gültige Unterschriften) unterzeichnete Pluralinitiative 'für ein ökologisch optimiertes und nachhaltiges Alternativprojekt DBZW mit einem Verpflichtungskredit von CHF 18 Mio.' ein mit dem Initiativbegehren (Bf-act. 3/1; Vi-act. 6):
\n Der von den Stimmberechtigten der Gemeinde Wollerau in der Volksabstimmung vom 27. November 2016 genehmigte Verpflichtungskredit über den Neubau des Dorf- und Bildungszentrums Wollerau (DBZW) in der Höhe von brutto Fr. 30'722'100 inkl. MwSt. (indexiert, Baukostenindex Stand 01.09.2016) wird um den Betrag von Fr. 12'722'100.00 reduziert.
\n B. Mit Beschluss Nr. 2022.45 vom 14. Februar 2022 erklärte der Gemeinderat Wollerau die Pluralinitiative 'für ein ökologisch optimiertes und nachhaltiges Alternativprojekt DBZW mit einem Verpflichtungskredit von CHF 18 Mio.' als ungültig (Bf-act. 2). Der Beschluss wurde im Amtsblatt Nr. I.________vom 18. Februar 2022 (S. 406 f.) publiziert.
\n C. Am 25. Februar 2022 lassen A.________, B.________, F.________, E.________, C.________ und D.________ beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz fristgerecht Beschwerde gegen den Ungültigkeitsbeschluss einreichen mit den Anträgen:
\n 1. Der Beschluss des Gemeinderats Wollerau Nr. 2022.45 vom 14.02.2022 sei aufzuheben.
\n 2.1 Die am 29.11.2021 eingereichte Pluralinitiative 'für ein ökologisch optimiertes und nachhaltiges Alternativprojekt DBZW mit einem Verpflichtungskredit von CHF 18 Mio.' sei für gültig, zulässig und tauglich zu erklären.
\n 2.2 Die am 29.11.2021 eingereichte Pluralinitiative 'für ein ökologisch optimiertes und nachhaltiges Alternativprojekt DBZW mit einem Verpflichtungskredit von CHF 18 Mio.' sei innert gesetzlicher Frist den Stimmberechtigten vorzulegen.
\n 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu 7.7% zu Lasten des Beschwerdegegners.
\n D. Der Gemeinderat Wollerau beantragt mit Vernehmlassung vom 12. Mai 2022:
\n 1. Die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
\n 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. gesetzliche Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdeführer.
\n Mit Schreiben vom 17. Mai 2022 verzichten die Beschwerdeführer auf das Replikrecht.
\n Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:
\n 1.1 Anlässlich der Urnenabstimmung vom 27. November 2016 stimmten die Stimmberechtigten der Gemeinde Wollerau der Frage \"Wollen Sie dem Neubau Dorf- und Bildungszentrum Wollerau (DBZW) und dem hierfür benötigten Verpflichtungskredit von brutto Fr. 30'722'100.00 inkl. MwSt. (indexiert, Baukostenindex Stand 01.09.2016) zustimmen?\" mit 1'317 Ja (52.98) zu 1'169 Nein (47.02%) zu (vgl. www.wollerau.ch; eingesehen am 19.5.2022).
\n 1.2 Am 30. November 2018 wurde dem Gemeinderat Wollerau die Initiative 'Stop beim Neubau Dorf- und Bildungszentrum' eingereicht mit dem Initiativbegehren, die Beschlussfassung über den Verpflichtungskredit DBZW von Fr. 30'722'100 inkl. MwSt dahingehend zu ändern, dass der Verpflichtungskredit um Fr. 29'000'000 reduziert wird (Vi-act. 3). Die Initiative wurde für gültig erklärt und den Stimmberechtigten zur Abstimmung vorgelegt. Sie wurde am 19. Mai 2019 mit 1'339 Nein (51.84%) zu 1'244 Ja (48.16%) abgelehnt (vgl. www.wollerau.ch; eingesehen am 19.5.2022).
\n 1.3.1 Mit Schreiben vom 29. November 2021 reichten die Beschwerdeführer die strittige Pluralinitiative 'für ein ökologisch optimiertes und nachhaltiges Alternativprojekt DBZW mit einem Verpflichtungskredit von CHF 18 Mio.' mit 444 Unterschriften (gemäss GRB 436 gültige) ein, die vom Gemeinderat mit dem angefochtenen Beschluss Nr. 2022.45 am 14. Februar 2022 als ungültig erklärt wurde.
\n 1.3.2 Im angefochtenen Ungültigkeitsbeschluss verweist der Gemeinderat auf die formellen und materiellen Gültigkeitsvoraussetzungen einer Pluralinitiative. Die formellen Voraussetzungen beurteilte er ebenso als erfüllt wie auch explizit die Voraussetzungen nach