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III 2023 127
 
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Entscheid vom 27. März 2024
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Besetzung
Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
 
lic.iur. Karl Gasser, Richter
Irene Thalmann, Richterin
 
MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin
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Parteien
A.________ GmbH,
\n Klägerin,
\n vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________
 
gegen
 
Kanton Schwyz, vertreten durch den Regierungsrat,
\n Bahnhofstrasse 9, Postfach 1260, 6431 Schwyz,
\n Beklagter,
\n vertreten durch Rechtsanwalt Dr. C.________,
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Gegenstand
Staatshaftung (Schadenersatz infolge Anordnung einer temporären Betriebsschliessung aus epidemiologischen Gründen)
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Sachverhalt:
\n A. Die A.________ GmbH bezweckt insbesondere den Betrieb eines Restaurationsbetriebes sowie die Organisation von Events (vgl. www.zefix.ch; eingesehen am 22.2.2024; K-act. 3) und betreibt das Lokal D.________ in E.________ (bzw. seit 20__ in F.________), wobei G.________ (Gesellschafterin und Vorsitzende der Geschäftsführung) Inhaberin der entsprechenden Gastgewerbebewilligung nach dem Gesetz über das Gastgewerbe und den Handel mit alkoholischen Getränken (Gastgewerbegesetz, GGG, SRSZ 333.100) vom 10. September 1997 ist. In der D.________ werden neben dem 'normalen' Gastrobetrieb regelmässig Veranstaltungen (Themenabende) durchgeführt, die jeweils mit Anlassbewilligungen nach Gastgewerbegesetz separat bewilligt werden (vgl. Klageschrift Ziff. II/A/2; K-act. 15 Ziff. II/A/2.; VGE III 2022 20 vom 7.6.2022 Ingress lit. A).
\n B.1 Wegen des Vorwurfs der Nichteinhaltung von Massnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie untersagte das Departement des Innern G.________ mit Verfügung Nr. 334/2021 vom 23. Dezember 2021 den Betrieb der D.________, inklusive allfälliger dort stattfindender öffentlicher Veranstaltungen im Aussenbereich, ab Eröffnung der Verfügung für zehn Tage (K-act. 8). Die Verfügung wurde G.________ durch die Polizei am 23. Dezember 2021 übergeben (K-act. 15 Ziff. I/3.; zit. VGE III 2022 20 Ingress lit. B).
\n Dagegen liess G.________ am 12. Januar 2022 beim Regierungsrat des Kantons Schwyz Verwaltungsbeschwerde erheben, welche der Regierungsrat mit Beschluss Nr. 50/2022 vom 25. Januar 2022 als Sprungbeschwerde an das Verwaltungsgericht überwies (zit. VGE III 2022 20 Ingress lit. C f.).
\n B.2 Mit VGE III 2022 20 vom 7. Juni 2022 hob das Verwaltungsgericht die Kostenauflage der angefochtenen Verfügung Dispositiv-Ziffer 6 auf und schrieb im Übrigen das Beschwerdeverfahren, soweit darauf eingetreten wurde, als gegenstandslos geworden am Protokoll ab.
\n C. Mit Schreiben vom 11. November 2022 gelangte die A.________ GmbH mit einer Schadenersatzforderung in Zusammenhang mit der Schliessung der D.________ in E.________ zwischen dem 23. Dezember 2021 und dem 1. Januar 2022 im Sinne eines Vorverfahrens gemäss § 68 Verwaltungsrechtspflegegesetz (VRP; SRSZ 234.110) vom 6. Juni 1974 an den Kanton Schwyz (das Departement des Innern) (K-act. 17; B-act. 4).
\n D. Mit Schreiben vom 29. November 2022 sagte der Kanton Schwyz der A.________ GmbH den Verzicht auf die Verjährungseinrede zu (K-act. 18). Am 14. Februar 2023 erfolgte die Stellungnahme des Kantons Schwyz zum Begehren um Entschädigung vom 11. November 2022, demgemäss diesem Begehren weder ganz noch teilweise habe entsprochen werden können. Gleichzeitig wurde das Vorverfahren damit abgeschlossen (K-act. 19; B-act. 3).
\n E. Am 27. Juli 2023 lässt die A.________ GmbH beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz gegen den Kanton Schwyz Staatshaftungsklage einreichen mit den Anträgen:
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  1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin Fr. 53'455.00 nebst Zins zu 5% seit dem 28. Dezember 2021 zu bezahlen.
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  3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten des Beklagten.
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\n Mit Klageantwort vom 30. August 2023 beantragt der Kanton Schwyz:
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  1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird.
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  3. Unter Kostenfolge zulasten der Klägerin.
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\n Mit Replik vom 25. Oktober 2023 hält die Klägerin an den Klageanträgen vollumfänglich fest. Am 7. November 2023 dupliziert der Beklagte. Am 10. November 2023 reicht die Klägerin eine Triplik ein. Weitere Eingaben sind nicht erfolgt.
\n Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:
\n 1.1 Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige Instanz Streitigkeiten über öffentlich-rechtliche Entschädigungsansprüche gegenüber Gemeinwesen, andern Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts, sofern eine Entschädigungspflicht durch Rechtssatz vorgeschrieben ist (vgl.