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III 2023 14
 
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Entscheid vom 25. April 2023
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Besetzung
Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
 
Dr.oec. Andreas Risi, Richter
Irene Thalmann, Richterin
 
lic.iur. Anna Maria Rüesch, Gerichtsschreiberin
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Parteien
A.________
\n Beschwerdeführerin,
\n vertreten durch Rechtsanwalt MLaw B.________,
 
gegen
 
1. Amt für Migration (AFM), Steistegstrasse 13,
\n Postfach 454, 6431 Schwyz,
2. Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9,
\n Postfach 1260, 6431 Schwyz,
 Vorinstanzen,
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Gegenstand
Ausländerrecht  (Familiennachzug)
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Sachverhalt:
\n A.1 A.________ (geb. 1973; brasilianische Staatsangehörige) lernte C.________ (geb. 1970) 2016 über eine Online-Plattform kennen und besuchte ihn in der Folge in der Schweiz mehrmals im Rahmen eines Touristenvisums. Auch am 5. Februar 2019 reiste sie als Touristin in die Schweiz ein (vgl. Vi-act. 7 [i.S. A.________]) und hielt bzw. hält sich seither bei C.________ auf, wobei sie nach Überschreitung der bewilligungsfreien Aufenthaltsdauer mit Strafbefehl vom 16. November 2021 von der Staatsanwaltschaft (2. Abteilung) wegen rechtswidriger Einreise, rechtswidrigen Aufenthalts sowie Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung mit einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.-- und mit einer Busse von Fr. 670.-- bestraft wurde (vgl. 138-140).
\n A.2 Am 13./29. April 2021 bzw. 10. Mai 2021 ersuchte C.________ das Amt für Migration um eine Aufenthaltsbewilligung zwecks Heirat bzw. Familiennachzug für A.________ (vgl. Vi-act. 14-47). Mit Verfügung vom 27. Mai 2021 erteilte das Amt für Migration A.________ zwecks Vorbereitung der Heirat die Ermächtigung zur Visumserteilung (Einreiseerlaubnis) bzw. eine Kurzaufenthaltsbewilligung (Ausweis L) bis 27. November 2021 (vgl. Vi-act. 45/57-59/62).
\n A.3 Am 28. Juni 2021 heiratete A.________ den Schweizer Staatsangehörigen C.________ in ________ (vgl. Vi-act. 68-75), woraufhin ihr das Amt für Migration am 8. Juli 2021 im Rahmen des Familiennachzuges eine Aufenthaltsbewilligung (Ausweis B) bis 27. Juni 2022 (zuletzt gültig bis 27.6.2024) erteilte (vgl. Vi-act. 76/144).
\n B.1 Am 30. August 2021 ersuchte A.________ bzw. C.________ um Familiennachzug für ihre Töchter bzw. seine Stieftöchter D.________ (geb. 2008) und E.________ (geb. 2009), welche am 8. August 2019 bzw. 29. April 2019 via Lissabon in den Schengen-Raum eingereist sind (vgl. Vi-act. 4-18 [i.S. D.________]; 4-17 [i.S. E.________]). Sie halten sich seit unbekanntem Datum in der Schweiz auf.
\n B.2  Mit Schreiben bzw. E-Mail vom 11. Oktober 2021, 1. Dezember 2021, 17. Februar 2022 sowie 21. März 2022 forderte das Amt für Migration A.________ bzw. C.________ jeweils unter Fristansetzung und Hinweis auf ihre Auskunftspflichten zur Einreichung diverser Unterlagen auf (vgl. Vi-act. 22/26/63/65/142 [i.S. D.________/E.________]). Nach Einreichung zahlreicher Unterlagen (vgl. Vi-act. 22-140 [i.S. D.________ und i.S. E.________]) stellte das Amt für Migration am 3. Mai 2022 unter Gewährung des rechtlichen Gehörs die Ablehnung des Gesuches um Familiennachzug für die (Stief-)Töchter in Aussicht (vgl. Vi-act. 142/147 bzw. 146 [i.S. D.________/i.S. E.________]).
\n C.  Am 23. Mai 2022 ersuchte A.________ bzw. C.________ zudem um Familiennachzug für ihren Sohn bzw. seinen Stiefsohn F.________ (geb. 2011), welcher sich seit dem 10. April 2022 in der Schweiz aufhält (vgl. Vi-act. 7-9/39-42 [i.S. F.________]).
\n D.  Mit Schreiben vom 4. Juli 2022 stellte das Amt für Migration unter Gewährung des rechtlichen Gehörs die Ablehnung des Gesuches um Familiennachzug sowohl für die (Stief-)Töchter als auch für den (Stief-)Sohn in Aussicht (vgl. Vi-act.150/149/44 [i.S. D.________/i.S. E.________/i.S. F.________]). C.________ reichte daraufhin weitere Unterlagen mit am 15. Juli 2022 beim Amt für Migration eingegangenem Schreiben nach bzw. äusserte sich in der Angelegenheit mit E-Mail vom 27. Juli 2022 (vgl. Vi-act.151/150/53 und 164/160/62 [i.S. D.________/i.S. E.________/i.S. F.________]).
\n E.  Mit Verfügung vom 28. Juli 2022 lehnte das Amt für Migration die Gesuche um Familiennachzug vom 30. August 2021 (Eingang: 8.9.2021) und vom 23. Mai 2022 von D.________, E.________ sowie F.________ ab (vgl. Vi-act.157ff./153ff./55ff. [i.S. D.________/i.S. E.________/i.S. F.________]).
\n F.  Die hiergegen am 25. August 2022 erhobene Verwaltungsbeschwerde (vgl. Vi-act.192ff./185ff./87ff. [i.S. D.________/i.S. E.________/i.S. F.________]) wies der Regierungsrat mit RRB Nr. 908/2022 vom 29. November 2022 ab.
\n G.  Gegen diesen RRB Nr. 908/2022 vom 29. November 2022 (Versand: 6.12.2022) lässt die inzwischen beanwaltete A.________ am 19. Januar 2023 (Versand: gleichentags) fristgerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz erheben mit den folgenden Rechtsbegehren:
\n 1. Es sei der Beschluss des Regierungsrats des Kantons Schwyz Nr. 908/2022 vom 29. November 2022 aufzuheben.
\n 2. Es sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
\n 3. EVENTUALITER sei den Kindern der Beschwerdeführerin D.________, geb. am ________ 2008, E.________, geb. am ________ 2009, und F.________, geb. am ________ 2011, eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.
\n 4. Alles unter Kosten- und unter Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten des Beschwerdegegners.
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\n Ferner stellte sie folgendes Rechtsbegehren:
\n Es sei D.________, geb. am ________ 2008, E.________, geb. am ________ 2009, und F.________, geb. am ________ 2011, der vorläufige Aufenthalt zu bewilligen.
\n Schliesslich verlangt sie:
\n 1. Es sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.
\n 2. Es sei der Beschwerdeführerin in der Person des Unterzeichnenden, MLaw B.________, einen unentgeltlichen Rechtvertreter beizugeben.
\n H.  Mit Vernehmlassung vom 6. Februar 2023 beantragt das den Regierungsrat instruierende Sicherheitsdepartement die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin. Das Amt für Migration beantragt mit Vernehmlassung vom 17. Februar 2023 ebenfalls die Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom 6. März 2023 nimmt die Beschwerdeführerin Stellung zu den Vernehmlassungen. Mit Schreiben vom 10. Februar 2023 (recte: 10.3.2023) verzichtet das Amt für Migration auf eine weitere Stellungnahme. Weitere Eingaben liegen in der Angelegenheit nicht vor.
\n Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:
\n 1.1 Gemäss