\n  
\n  
\n  
\n  
\n \n \n \n \n \n \n \n
III 2023 200
 
\n  
\n  
\n  
\n  
\n \n \n \n \n \n \n \n
 
Entscheid vom 22. Februar 2024
\n  
\n  
\n  
\n  
\n  
\n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n
Besetzung
Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
 
Monica Huber-Landolt, Richterin
lic.iur. Karl Gasser, Richter
 
MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber
\n  
\n  
\n  
\n  
\n  
\n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n
Parteien
A.________,
\n Beschwerdeführer,
\n vertreten durch Rechtsanwältin B.________,
 
gegen
 
1. Amt für Migration, Steistegstrasse 13, Postfach 454, 6431 Schwyz,
2. Zwangsmassnahmengericht, Kollegiumstrasse 28,
\n Postfach 2267, 6431 Schwyz,
\n Vorinstanzen,
\n  
\n  
\n  
\n  
\n  
\n \n \n \n \n \n \n \n
Gegenstand
Ausländerrecht (Ausschaffungshaft)
\n  
\n
Sachverhalt:
\n A. A.________ (Jg. 1992; Staatsangehöriger von Sri Lanka) reiste am 14. Oktober 2012 in die Schweiz ein und stellte am 15. Oktober 2012 ein Asylgesuch (AFM-act. 27), worauf er dem Kanton Schwyz zugewiesen wurde (AFM-act. 31). Mit Asylentscheid vom 20. November 2014 hat das Bundesamt für Migration das Asylgesuch mangels Flüchtlingseigenschaft abgewiesen (AFM-act. 64). Eine am 22. Dezember 2014 dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 6. Mai 2016 ab (AFM-act. 73, 109). Hierauf wurde A.________ durch das Staatssekretariat für Migration (SEM) aufgefordert, die Schweiz bis am 15. Juni 2016 zu verlassen (AFM-act. 116), was später bis zum 12. Juli 2016 verlängert wurde (AFM-act. 118). Nachdem A.________ gegen den Abweisungsentscheid am 16. August 2016 ein Revisionsgesuch eingereicht hatte, wurde der Vollzug der Wegweisung am 17. August 2016 per sofort einstweilen ausgesetzt (AFM-act. 134). Mit Urteil vom 31. August 2016 trat das Bundesverwaltungsgericht auf das Revisionsgesuch nicht ein (AFM-act. 144).
\n B. Nachdem A.________ am 6. September 2016 ein zweites Asylgesuch gestellt hatte, wurden die Vorbereitungshandlungen und der Vollzug der Wegweisung gestoppt (AFM-act. 177, 182). Mit Asylentscheid vom 15. November 2016 lehnte das SEM das Asylgesuch mangels Flüchtlingseigenschaft abermals ab. A.________ wurde aus der Schweiz weggewiesen und aufgefordert, die Schweiz bis am 10. Januar 2017 zu verlassen (AFM-act. 202, 211). Gegen diesen Asylentscheid erhob A.________ am 30. Dezember 2016 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht (AFM-act. 231), welche das Gericht mit Urteil vom 25. März 2019 abwies (AFM-act. 283). Mit Schreiben vom 28. März 2019 setzte das SEM die Ausreisefrist neu auf den 23. April 2019 fest (AFM-act. 286).
\n C. Am 26. August 2019 reichte A.________ erneut ein Asylgesuch ein (AFM-act. 320), welches das SEM mit Entscheid vom 5. September 2019 abwies (AFM-act. 333). A.________ wurde aus der Schweiz weggewiesen und angehalten, das Land am Tag nach Rechtskraft der Verfügung zu verlassen. Hiergegen erhob A.________ am 14. Oktober 2019 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht (AFM-act. 350). Mit Verfügung des Amtes für Migration (AFM) vom 10. Februar 2020 wurde A.________ verpflichtet, sich jeden Freitag um 10 Uhr beim AFM zu melden; dies unter Androhung von schärferen ausländerrechtlichen Massnahmen im Unterlassungsfall (AFM-act. 369). Mit Urteil vom 14. April 2020 wies das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde ab (AFM-act. 397). Die neue Ausreisefrist wurde vom SEM auf den 31. Mai 2020 festgesetzt (AFM-act. 401) und später - aufgrund der Covid-19-Pandemie - mehrfach bis zum 7. Mai 2021 verlängert (AFM-act. 408, 415, 423, 430, 434, 437).
\n D. Am letzten Tag der verlängerten Ausreisefrist reichte A.________ am 7. Mai 2021 neuerlich ein Asylgesuch ein (AFM-act. 448). Auf dieses trat das SEM mit Verfügung vom 25. Mai 2021 nicht ein; A.________ wurde aus der Schweiz weggewiesen und angehalten, das Land und den Schengen-Raum bis am Tag nach Eintritt der Rechtskraft zu verlassen (AFM-act. 464). Am 9. Juni 2021 reichte A.________ Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein (AFM-act. 480). Sie wurde mit Urteil vom 24. Mai 2023 abgewiesen (AFM-act. 545). Am 6. Juni 2023 bestätigte das SEM, der Entscheid sei am 24. Mai 2023 in Rechtskraft erwachsen, A.________ habe die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft zu verlassen (AFM-act. 548).
\n E. Am 14. Juni 2023 reichte A.________ beim AFM ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalles ein (AFM-act. 573).
\n F. Das SEM bestätigte dem AFM am 15. Juni 2023, A.________ sei als sri-lankischer Staatsangehöriger identifiziert worden, die sri-lankische Behörde habe die Ausstellung eines Ersatzreisepapiers zugesichert (AFM-act. 575). Am 7. Juli 2023 wurde A.________ im RIPOL zwecks Ausschaffung ausgeschrieben (AFM-act. 580). Am 4. Oktober 2023 wurde er durch die Kantonspolizei Aargau vorläufig festgenommen (AFM-act. 590) und gleichentags dem Kanton Schwyz zugeführt (AFM-act. 581). Am 17. Oktober 2023 wurde der Rechtsvertretung von A.________ mitgeteilt, seinem Härtefallgesuch könne nicht entsprochen werden (AFM-act. 607), worauf von ihm ein förmlicher Entscheid mittels „nicht anfechtbarer Verfügung‟ verlangt wurde (AFM-act. 615).
\n G. Am 17. November 2023, 11.10 Uhr, wurde A.________ beim AFM angehalten und durch die Kantonspolizei festgenommen (AFM-act. 624). Ebenfalls am 17. November 2023 erfolgte das Ausreisegespräch durch das AFM, anlässlich desselben A.________ ausführte, er habe Probleme in Sri Lanka und sei deswegen auch schon mehr als 10 Jahre hier; er könne nicht zurück (AFM-act. 638). Noch gleichentags wurde durch das AFM die Ausschaffungshaft nach