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III 2024 58
 
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Entscheid vom 29. August 2024
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Besetzung
lic.iur. Achilles Humbel, Präsident
 
lic.iur. Karl Gasser, Richter
Dr.oec. Andreas Risi, Richter
 
MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber
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Parteien
A.________,
\n Beschwerdeführer,
\n vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________,
 
gegen
 
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    \n
  1. Amt für Landwirtschaft, Hirschistrasse 15, Postfach 5182, 6431 Schwyz,
  2. \n
  3. Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9,
    \n Postfach 1260, 6431 Schwyz,
  4. \n
Vorinstanzen,
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Gegenstand
Umweltschutzrecht (Landwirtschaft: Schleppschlauchpflicht)
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Sachverhalt:
\n A. A.________ (nachstehend: Bewirtschafter) bewirtschaftet einen Landwirtschaftsbetrieb mit einer landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN) von 20.17 ha, Rindvieh (rund 29 Grossvieheinheiten [GVE]), Schweinen (rund 7.6 GVE), Legehennen (rund 0.2 GVE) und 47 Hochstamm­bäumen. Die schleppschlauchpflichtige Fläche beträgt 15.47  ha (Stand 1.1.2023; vgl. Verfügung des Amtes für Landwirtschaft [AFL] vom 4.12.2023 S. 1 Ziff. 1.1).  Die Produktionsstätte befindet sich auf der Parzelle KTN _01 (3 ha 24 a 65 m2), C.________ _00 in D.________.
\n Am 24. März 2023 reichte der Bewirtschafter beim AFL ein Gesuch um Befreiung von der Schleppschlauchpflicht für die Parzelle KTN _01 bzw. den gesamten Betrieb ein. Mit Schreiben vom 13. September 2023 lehnte das AFL das Gesuch ab. Auf Antrag des Bewirtschafters vom 13. September 2023 (E-Mail) bzw. 20. September 2023 (vgl. RR-act. II/03/VA 3 und 4), wobei sich zeigte, dass der Antrag auch das Grundstück KTN _02 E.________ (F.________, 4 ha 03 a 38 m2) mitbeinhaltete, entschied das AFL nach einem Augenschein vom 4. Oktober 2023 mit Verfügung Nr. 1/2023 vom 4. Dezember 2023 wie folgt:
\n 1. Das Schleppschlauch-Ausnahmegesuch für die Parzelle KTN _01 D.________ wird abgelehnt. Das Schleppschlauch-Ausnahmegesuch bei der Brücke G.________ (keine KTN des Betriebes, öffentliche Strasse) wird abgelehnt.
\n 2. Das Schleppschlauch-Ausnahmegesuch für die Parzelle _02 E.________ wird bewilligt.
\n 3. Die Restflächen des Betriebes von A.________ müssen mit emissionsmindernden Systemen begüllt werden. Die landwirtschaftliche Nutzfläche von Herrn A.________ untersteht weiterhin der Schleppschlauchpflicht (insbesondere KTN _01, _03, _04, _05, _06, _07, _08, _09, _10, _11, _12, _13, _14, _15).
\n 4.-6. (Gebühren, Rechtsmittel, Zustellung).
\n B. Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 21. Dezember 2023 Verwaltungsbeschwerde beim Regierungsrat des Kantons Schwyz mit folgenden Anträgen:
\n 1. Die Verfügung Nr. 1/2023 des AFL sei aufzuheben, mit Ausnahme von Ziffer Nr. 2.
\n 2. Insbesondere sei anzuerkennen, dass die Verhältnisse im Betriebszentrum generell keine Schleppschlauchpflicht zulassen.
\n 3. Das Protokoll der Begehung vom 4.10.2023 sei dem Beschwerdeführer vorzulegen.
\n 4. Es seien andere emissionsmindernde Systeme zu bezeichnen und darzulegen.
\n 5. Andere \"emissionsmindernde Systeme\" seien zu anerkennen und ab sofort zuzulassen.
\n 6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Staates.
\n C. Mit Beschluss (RRB) Nr. 247/2024 entschied der Regierungsrat wie folgt:
\n 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
\n 2. Die Verfahrenskosten (inklusive Kanzleikosten) im Betrag von Fr. 1500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt (…).
\n 3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
\n 4. (Rechtsmittelbelehrung).
\n 5.-6. (Zustellung).
\n D. Gegen diesen RRB Nr. 247/2024 (Versand am 26.3.2024) lässt A.________ mit Eingabe vom 26. April 2024 (Postaufgabe am gleichen Tag) fristgerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz erheben mit den folgenden Anträgen:
\n 1. Es sei für den Betrieb des Beschwerdeführers eine Ausnahmebewilligung vom Schleppschlauch-Obligatorium in dem Sinne zu erteilen, dass die von der Hofdüngeranlage am C.________ abzuführende Gülle nicht dem Schleppschlauch-Obligatorium unterstellt ist.
\n 2.  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Vorinstanz.
\n sowie mit dem folgenden Verfahrensantrag:
\n Es sei dem Beschwerdeführer bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheides über die anbegehrte Ausnahmebewilligung zu bewilligen, die in der Hofdüngeranlage am C.________ anfallende Gülle wie bis anhin mit einer Breitverteileranla-ge auszuführen.
\n E. Mit Vernehmlassung vom 16. Mai 2024 beantragt das Sicherheitsdepartement die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers. Gleichzeitig reicht das Sicherheitsdepartement die Akten ein (vgl. Beschwerde S. 3 Ziff. 4). Zum Verfahrensantrag wird festgehalten, dies werde dem Ermessen des Verwaltungsgerichts anheimgestellt.
\n F. Mit Zwischenbescheid VGE III 2024 76 vom 21. Mai 2024 gab der Einzelrichter des Verwaltungsgerichts dem Verfahrensantrag für die Dauer des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens statt (Disp.-Ziff. 1). Für die Kosten- und Entschädigungsfolgen des Zwischenbescheids wurde auf den Entscheid in der Hauptsache verwiesen (Disp.-Ziff. 3).
\n G. Mit Vernehmlassung vom 21. Mai 2024 beantragt das AFL die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde sowie die Ablehnung des Verfahrensantrages, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwerdeführers.
\n H. Mit Replik vom 1. Juli 2024 hält der Beschwerdeführer vollumfänglich an den mit der Beschwerde vom 26. April 2024 gestellten Anträgen fest. Das AFL teilt mit Schreiben vom 8. Juli 2024 seinen Verzicht auf eine Duplik mit.
\n Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:
\n 1.1 Das Bundesgesetz über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01) vom 7. Oktober 1983 soll Menschen, Tiere und Pflanzen, ihre Lebensgemeinschaften und Lebensräume gegen schädliche oder lästige Einwirkungen schützen sowie die natürlichen Lebensgrundlagen, insbesondere die biologische Vielfalt und die Fruchtbarkeit des Bodens, dauerhaft erhalten (