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\n \n \n II 2018 58
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| \n Entscheid vom 21. März 2019
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\n \n \n Besetzung
| \n lic.iur. Achilles Humbel, Präsident
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| \n Dr.oec. Andreas Risi, Richter Dr.iur. Frank Lampert, Richter
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| \n lic.iur. Anna Maria Rüesch, Gerichtsschreiberin
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\n \n \n Parteien
| \n A.________, \n Kläger,
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| \n gegen
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| \n B.________ (ehemals BB.________), \n Beklagte,
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\n \n \n Gegenstand
| \n Berufliche Vorsorge (Leistungsbeginn und Leistungsumfang)
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Sachverhalt:\n
A. A.________ (Jahrgang 1962) - deutscher Staatsangehöriger (Niederlassungsbewilligung C) - lebt seit 2009 in der Schweiz. Er ist Vater von zwei leiblichen Kindern (Jahrgang 2000 und 1998), die bei der Mutter bzw. seiner Ex-Ehefrau in Deutschland wohnen. Zwischenzeitlich ist er in einer neuen Beziehung und Vater eines Stiefkindes (Jahrgang 2005) sowie eines weiteren leiblichen Kindes (Jahrgang 2016).
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B. A.________ war seit dem 1. März 2013 für die C.________ AG in Walchwil tätig und dadurch bei der D.________ AG sowie bei der B.________ (nachfolgend B.________) - ehemals BB.________ - gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen UVG- bzw. BVG-versichert.
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C. Am 19. April 2013 erlitt A.________ als Beifahrer bei einem Autounfall in Frankreich eine Distorsion der HWS ohne nachweisbare ossäre Läsionen. Die D.________ AG anerkannte die damit verbundene Leistungspflicht und erbrachte die hierfür gesetzlichen Leistungen.
\n Am 5. September 2013 war A.________ in Deutschland erneut in einen Autounfall verwickelt, für welchen die Suva die gesetzlichen Leistungen erbrachte.
\n Anlässlich eines Überfalls am 12. November 2013 in der Ukraine erlitt A.________ gemäss Bericht des Krankenhauses für Notfalldienste in Kiew vom 15. November 2013 ein geschlossenes Schädelhirntrauma, eine Gehirnerschütterung, ein geschlossenes Brustkorbtrauma, eine Prellung des Brustkorbs und ein Schmerzsyndrom. In der Schweiz wurde ferner eine akute Belastungsreaktion sowie ein sulcus ulnaris Syndrom (Nervenengpass im Ellenbogen) als unfallkausal diagnostiziert. Am 11. September 2014 war A.________ in Deutschland erneut als Beifahrer in einen Unfall verwickelt und erlitt dabei eine Verstauchung und Zerrung der HWS sowie eine Gehirnerschütterung. Für die Ereignisse vom 12. November 2013 sowie vom 11. September 2014 erbrachte die D.________ AG die sogenannten Kurzfristleistungen, Taggelder und Heilbehandlungen (vgl. zu den Unfallereignissen: Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug vom 12.12.2017 Lit. A i.V.m. Erw. 4).
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D. Nach der von der D.________ AG am 26. März 2015 in Auftrag gegebenen polydisziplinären Begutachtung von A.________ stellte diese ihre Leistungen mit Verfügung vom 3. November 2015 sowie mit Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2016 per 31. Oktober 2015 mit der Begründung ein, es werde gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten vom 28. September 2015 der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den Ereignissen vom 19. April 2013, vom 12. November 2013 sowie vom 11. September 2014 und den heute noch geklagten Beschwerden verneint. Die von A.________ dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Zug mit Urteil vom 12. Dezember 2017 ab, soweit es darauf eintrat. Dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug vom 12.12.2017 Lit. A i.V.m. Erw. 4).
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E. Mit Eingang vom 11. Juni 2014 reichte A.________ bei der IV-Stelle Zug ein Meldeformular für eine Früherfassung ein, welche er mit den Unfallfolgen aus dem Überfall vom 12. November 2013 begründete (vgl. IV-act. 1). Die Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen erfolgte am 15. September 2014 (vgl. IV-act. 7ff.). Nach diversen Abklärungen (vgl. VI-act. 10ff.), teilte die IV-Stelle Zug A.________ mit Vorbescheid vom 29. Juli 2016 mit, er habe unter Berücksichtigung der verspäteten Anmeldung vom 15. September 2014 sowie des polydisziplinären Gutachtens vom 28. September 2015 erst ab 1. März 2015 bis 30. November 2015 einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, ab 1. Dezember 2015 bestehe indes bei einem IV-Grad von 29% kein Anspruch auf eine IV-Rente mehr (vgl. IV-act. 72). Mit Verfügung vom 7. April 2017 hielt die IV-Stelle an einer befristeten, ganzen Rente für die Zeit vom 1. März 2015 bis 30. November 2015 fest (vgl. IV-act. 102-3/21). Dagegen opponierte A.________ beim Verwaltungsgericht des Kantons Zug, zog seine Beschwerde jedoch wieder zurück, woraufhin die Verfügung der IV-Stelle vom 7. April 2017 in Rechtskraft erwuchs (vgl. IV-act. 105f.).
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F. Unter Bezugnahme auf die Verfügung vom 7. April 2017 anerkannte die B.________ mit Schreiben vom 12. September 2017 aufgrund eines durch die IV-Stelle Zug ermittelten Invaliditätsgrades von 100% und unter Berücksichtigung einer 24-monatigen Wartefrist ihre Leistungspflicht für eine befristete, ganze Invalidenrente vom 12. November 2015 bis 30. November 2015 (vgl. Bekl.-act).
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G. Gestützt auf das Schreiben der B.________ vom 12. September 2017 ersuchte A.________ die B.________ am 14. März 2018 sinngemäss um Neuberechnung des BVG-Invalidenrentenanspruchs und um Akteneinsicht bis 31. März 2018. Andernfalls sehe er sich gezwungen, in der Angelegenheit gerichtlich vorzugehen (vgl. Kläg.-act. 1). In der Folge teilte die B.________ A.________ mit Schreiben vom 23. März 2018 unter Beilage einer Kopie des Vorsorgereglements mit, sein Schreiben vom 14. März 2018 habe man an den Rückversicherer weitergeleitet bzw. werde man - bezüglich des Aktengesuchs betreffend seine Arbeitsunfähigkeit - an die E.________ weiterleiten. Zu gegebener Zeit werde ihm ein Entscheid eröffnet. Bis dahin möge er sich jedoch noch etwas gedulden (vgl. Kläg.-act. 2).
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H. Am 28. bzw. 29. Mai 2018 (Postaufgabe) reichte A.________ beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Klage ein, mit den Anträgen, die B.________ hätte gestützt auf den Vorsorgevertrag (Vertragsnummer ________) Minimalleistungen bereits ab dem 1. November 2015 bis 11. November 2015 erbringen müssen. Zudem habe sie ab dem 12. November 2015 bei einem IV-Grad von 100% volle vertragliche Leistungen und ab dem 1. Dezember 2015 bis dato Invaliditätsleistungen basierend auf einem IV-Grad von 29% auszurichten (vgl. Klageschrift vom 28.5.2018 Ziff. 1). Überdies macht er einen Anspruch auf Beitragsbefreiung geltend (vgl. Klageschrift vom 28.5.2018 Ziff. 2).
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I. Mit Klageantwort vom 17. August 2018 beantragt die B.________, die vollumfängliche Abweisung der Klage vom 28. Mai 2018, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers. Gleichzeitig beantragt sie den Beizug der vollständigen Akten des Unfallversicherers D.________ AG sowie der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV-Stelle Zug).
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J. Auf Aufforderung des
verfahrensleitenden Verwaltungsgerichtspräsidenten hin edierte die IV-Stelle Zug am 7. September 2018 das IV-Dossier des Klägers bzw. die D.________ AG am 24. September 2018 das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug vom 12. Dezember 2017 - letztere unter Hinweis, dass das UV-Dossier (Verfahren ________) dem Kläger bereits am
\n 22. Juni 2018 zugestellt worden sei.
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K. In seiner Replik vom 22. September 2018 (am 27.9.2018 persönlich überbracht) hält der Kläger an seinen eingangs erwähnten Anträgen fest. Mit Duplik vom 20. Dezember 2018 erneuert die Beklagte ihre Anträge. Auf Aufforderung des Verwaltungsgerichts hin reichte die Beklagte am 21. Februar 2019 weitere Unterlagen nach.
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Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:\n
1.1.1 Auseinandersetzungen zwischen Vorsorgeeinrichtungen, Arbeitgebern und Anspruchsberechtigten sind im Klageverfahren nach