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II 2020 5
II 2020 16
 
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Entscheid vom 15. Mai 2020
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Besetzung
lic.iur. Achilles Humbel, Präsident
 
Dr.oec. Andreas Risi, Richter
Dr.iur. Frank Lampert, Richter
 
lic.iur. Anna Maria Rüesch, Gerichtsschreiberin
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Parteien
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  1. A.________, gestorben ________2019,
    \n wohnhaft gewesen ________,
  2. \n
und B.________,
\n Beschwerdeführer (II 2020 5),
\n vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. C.________,
 
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  1. B.________,
    \n Beschwerdeführerin (II 2020 16),
    \n vertreten durch D.________,
  2. \n
 
gegen
 
Ausgleichskasse Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
\n Vorinstanz,
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Gegenstand
Ergänzungsleistungen (Vermögensverzicht)
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Sachverhalt:
\n A. Am 26. Januar 2019 meldeten sich das Ehepaar A.________ (geb. 1931; gest. ________2019) und B.________ (geb. 1934) bei der Ausgleichskasse des Kantons Schwyz zum Bezug von Ergänzungsleistungen an (vgl. Vi-act. [II 2020 5] 1 [nachfolgend: Vi-act.]).
\n B. Mit Verfügung vom 28. Mai 2019 stellte die Ausgleichskasse aufgrund der ihr vorliegenden Aktenlage (vgl. Vi-act. 2-50) folgenden EL-Anspruch (inkl. Prämienpauschale der Krankenversicherung) fest (vgl. Vi-act. 51):
\n A.________:
\n ab 01.11.2018 – 31.12.2018 Fr. 0.--
\n ab 01.01.2019 – 31.01.2019 Fr. 0.--
\n ab 01.02.2019 – 28.02.2019 Fr. 4’446.--
\n ab 01.03.2019 Fr. 4’178.--
\n B.________:
\n ab 01.11.2018 – 31.12.2018 Fr. 4’823.--
\n ab 01.01.2019 – 31.01.2019 Fr. 4’905.--
\n ab 01.02.2019 – 28.02.2019 Fr. 2’256.--
\n ab 01.03.2019 Fr. 2’256.--
\n Betreffend die Ermittlung des Anspruchs hielt die Ausgleichskasse Folgendes fest (vgl. Vi-act. 51-3/5):
\n Infolge Liegenschaftsverkauf im Jahre 1996 muss ein Verzicht von 270'000.-- angerechnet werden. Dieser Verzicht ergibt sich aus dem Verkehrswert von Fr. 1'263'000.--, abzgl. Zahlung von Fr. 350'000.--, abzgl. Wert Wohnrecht (Kapitalisierung gem. EL-Richtlinien) von Fr. 152'293.--, abzgl. Verrechnungen mit Investitionen des Käufers von Fr. 90'000.-- und abzgl. Hypothek des Käufers von Fr. 400'000.--.
\n C.1 Gegen diese Verfügung vom 28. Mai 2019 liessen A.________ und B.________ am 26./27. Juni 2019 Einsprache erheben (vgl. Vi-act. 65f.).
\n C.2 Am 18. Juli 2019 informierte die Tochter der Einsprecher die Ausgleichskasse telefonisch, dass ihr Vater, A.________, am ________ 2019 verstorben sei (vgl. Vi-act. 79).
\n D.1 In der Folge wurde der Anspruch von B.________ ab 1. August 2019 neu berechnet. Mit Verfügung vom 8. August 2019 stellte die Ausgleichskasse dabei fest, dass B.________ ab 1. August 2019 keinen Anspruch auf Ergänzungsleistungen mehr habe (vgl. Vi-act. [II 2020 16] 4-1/2).
\n D.2 Gegen diese Verfügung vom 8. August 2019 liess B.________ am 19. August 2019 Einsprache erheben, mit der Begründung, die Neuberechnung sei ohne Berücksichtigung der Einsprache vom 27. Juni 2019 erfolgt; letztere sei zudem integrierender Bestandteil der vorliegenden Einsprache (vgl. Vi-act. [II 2020 16] 6-1/2).
\n E. Infolge eines Heimeintritts im August und September ersuchte B.________ um Leistungen aus Pflegefinanzierung; diese wurden ihr mit Verfügung vom 21. November 2019 zugesprochen (vgl. Einspracheentscheid
\n Nr. 1180/19 vom 13.1.2020 S. 2 lit. D und E).
\n F.1 Mit Einspracheentscheid Nr. 1141/19 vom 20. Dezember 2019 hiess die Ausgleichskasse die Einsprache vom 26./27. Juni 2019 gegen die Verfügung vom 28. Mai 2019 teilweise gut (vgl. Dispo.-Ziff. 1). Per 1996 errechnete die Ausgleichskasse einen Vermögensverzicht von Fr. 243'000.--. Unter Berücksichtigung einer Schenkung von Fr. 160'000.-- im Jahr 2003 (vgl. II 2020 5 Vi-act. 11, 51-3/5) sowie einer jährlichen Verminderung des Vermögensverzichts um Fr. 10'000.-- wurde per 1. Januar 2018 ein Vermögensverzicht von Fr. 193'000.-- und per 1. Januar 2019 ein solcher von Fr. 183'000.-- angerechnet (vgl. Erw. 16). Dies ergab folgenden neuen EL-Anspruch (inkl. Prämienpauschale Krankenversicherung):
\n A.________:
\n ab 01.11.2018 – 31.12.2018 Fr. 0.--
\n ab 01.01.2019 – 31.01.2019 Fr. 0.--
\n ab 01.02.2019 – 28.02.2019 Fr. 4’672.--
\n ab 01.03.2019 – 31.07.2019 Fr. 4’413.--
\n B.________:
\n ab 01.11.2018 – 31.12.2018 Fr. 4’937.--
\n ab 01.01.2019 – 31.01.2019 Fr. 5’019.--
\n ab 01.02.2019 – 28.02.2019 Fr. 2’482.--
\n ab 01.03.2019 – 37.07.2019 Fr. 2’482.--
\n F.2 Gegen diesen Einspracheentscheid Nr. 1141/19 vom 20. Dezember 2019 lassen A.________ und B.________ mit Eingabe vom 16. Januar 2020 fristgerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz erheben (II 2020 5) mit den folgenden Anträgen:
\n 1. Die Beschwerde sei gutzuheissen und der Einsprachentscheid vom 20.12.2019 sowie die Verfügung der Vorinstanz vom 28.5.2019 seien insofern aufzuheben, als die Einsprache durch die Vorinstanz nicht vollständig gutgeheissen wurde, und die Ergänzungsleistungen seien neu zu berechnen, mit einer weiteren Reduktion der Position Vermögensverzicht und einer entsprechenden Erhöhung der Ergänzungsleistungen.
\n 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz.
\n G.1 Mit Einspracheentscheid Nr. 1180/19 vom 13. Januar 2020 wies die Ausgleichskasse die Einsprache von B.________ vom 19. August 2019 gegen die Verfügung vom 8. August 2019 ab (vgl. Dispo.-Ziff. 1). Bei der Ermittlung des Anspruches wurde nach wie vor ein Vermögensverzicht von Fr. 193'000.-- per 1. Januar 2018 und von Fr. 183'000.-- per 1. Januar 2019 angerechnet (vgl. Erw. 16 und 17; Ingress lit. F.1).
\n Gestützt darauf ermittelte die Ausgleichskasse für die Zeit vom 1. August bis 30. September 2019 einen monatlichen EL-Anspruch von B.________ in der Höhe von Fr. 759.-- (inkl. Prämienpauschale Krankenversicherung). Da indes B.________ mit Verfügung vom 21. November 2019 für den Zeitraum vom 1. August 2019 bis 28. September 2019 Leistungen aus Pflegefinanzierung von insgesamt Fr. 2'166.30 (Fr. 1'137.70 + Fr. 1'027.60) zugesprochen worden waren (vgl. vorstehend Ingress lit. E), zahlte ihr die Ausgleichskasse insoweit keine Ergänzungsleistungen aus (vgl. Erw. 20f.).
\n G.2 Gegen diesen Einspracheentscheid Nr. 1180/19 vom 13. Januar 2020 lässt B.________ mit Eingabe vom 3. Februar 2020 (Postaufgabe am gleichen Tag) fristgerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz erheben (II 2020 16) und zwar unter Hinweis bzw. Verweis auf die Beschwerde vom 16. Januar 2020 (II 2020 5). Sie beantragt was folgt:
\n 1. Ich bitte das Gericht, die Beschwerde gutzuheissen und den Einspracheentscheid vom 13. Januar 2020 sowie die Verfügung vom 28. Mai 2019 der Vor-instanz insofern aufzuheben, als die Einsprache durch die Vorinstanz nicht vollständig gutgeheissen wurde.
\n Die Ergänzungsleistungen für die Monate August und September 2019 sind rückwirkend neu zu berechnen, mit einer weiteren Reduktion der Position Vermögensverzicht und einer entsprechenden Erhöhung der Ergänzungsleistungen.
\n 2. Das Urteil des Gerichts soll als Grundlage dienen für die Berechnung der Ergänzungsleistungen aufgrund eines eventuell zukünftigen erneuten Heimeintritts der Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen.
\n 3. Die bezogenen Leistungen aus der Pflegefinanzierung für die Monate August und September sollen mit den Ergänzungsleistungen verrechnet werden.
\n H. Mit jeweils separaten Vernehmlassungen vom 4. März 2020 beantragt die Vorinstanz, es sei in teilweiser Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerden vom 16. Januar 2020 (II 2020 5) und vom 3. Februar 2020 (II 2020 16) per 1. Januar 2018 ein Vermögensverzicht von Fr. 147'000.-- (Zins: Fr. 147.--) und per 1. Januar 2019 ein Vermögensverzicht von Fr. 137'000.-- (Zins: Fr. 54.80) anzunehmen; die Sache sei zur Berechnung der Ergänzungsleistungen zurückzuweisen.
\n I. Mit Stellungnahme vom 25. März 2020 (II 2020 5) bzw. vom 26. März 2020 (II 2020 16; mit Verweis auf Stellungnahme vom 25.3.2020 [II 2020 5]) halten die Beschwerdeführer an ihren Beschwerden fest. Mit Eingabe vom 3. April 2020 verzichtet die Vorinstanz auf weitere Stellungahmen in der Angelegenheit.
\n Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:
\n 1.1 Im Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege (VRP; SRSZ 234.110) vom
\n 6. Juni 1974 wird die Verfahrensvereinigung nicht ausdrücklich erwähnt. Nach konstanter Rechtsprechung können Beschwerden vereinigt werden, wenn das Gericht für zwei oder mehrere Verfahren in der gleichen Verfahrensart zuständig ist und sich die verschiedenen Beschwerden im Wesentlichen auf die gleichen Tatsachen (Sachverhalt) und die gleichen Rechtsgründe (Rechtsfragen) stützen (vgl. VGE III 2018 150 vom 12.2.2019 Erw. 1.2.1; VGE III 2018 95 vom 12.2.2019 Erw. 1.1; VGE III 2017 219 vom 23.2.2018 Erw. 1).
\n 1.2.1  Den Verfahren II 2020 5 und II 2020 16 liegt der gleiche Sachverhalt zugrunde; die beiden Beschwerden betreffen das Gesuch vom 26. Januar 2019 des Ehepaares bzw. der Beschwerdeführer zum Bezug von Ergänzungsleistungen (EL) zur Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) und richten sich gegen zwei inhaltlich übereinstimmende Einspracheentscheide, basierend auf der Verfügung vom 28. Mai 2019. Diese beinhalten die gleichen Rügen bzw. es stellen sich in beiden Verfahren die nämlichen Rechtsfragen (vgl. nachfolgend Erw. 3.5). Zudem verweisen sowohl die Vorinstanz als auch die Beschwerdeführerin im Verfahren II 2020 16 auf das Verfahren II 2020 5 und die entsprechenden Akten (vgl. Beschwerde [II 2020 5] vom 16.1.2020; Beschwerde [II 2020 16] S. 2 lit. B/C und S. 3 Ziff. 1; Vernehmlassung vom 4.3.2020 [II 2020 16] S. 2 Ziff. 2).
\n 1.2.2  Die Voraussetzungen für eine Verfahrensvereinigung sind folglich gegeben. Es sind keine Gründe ersichtlich, welche gegen eine Verfahrensvereinigung sprechen.
\n 2.1 Gemäss