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II 2020 88
 
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Urteil vom 18. März 2021
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Besetzung
lic.iur. Achilles Humbel, Präsident
 
Dr.oec Andreas Risi, Richter
Dr.iur Frank Lampert, Richter
 
MLaw Tanja Marty, a.o. Gerichtsschreiberin
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Parteien
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  1. A.________,
  2. \n
  3. B.________,
  4. \n
Kläger,
\n vertreten durch Rechtsanwalt Dr. C.________,
 
gegen
 
D.________,
\n Beklagte,
 
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Gegenstand
Versicherungsvertrag (Krankenversicherung: VVG-Produkte)
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Sachverhalt:
\n A. Am 12. November 2014 unterzeichneten A.________ und B.________ je einen \"Versicherungsantrag VVG E.________: Zusatzversicherungen\" bei der D.________ (nachfolgend: D.________) mit Beginn ab 1. Januar 2015 und einer Mindestlaufzeit von fünf Jahren (vgl. Beklag-act. 2). Ebenso stellten sie einen Versicherungsantrag für ihr werdendes Kind (F.________, geboren am __2015).
\n B. Mit Schreiben vom 8. Mai 2017 kündeten A.________ und B.________ \"alle Grund- sowie Zusatzversicherungen\" bei der D.________ per 31. Dezember 2017. Aufgrund der Mindestlaufzeit der Zusatzversicherungen (in casu bis 31.12.2019) wurde die D.________ \"im Sinne eines Entgegenkommens\" darum gebeten, die Kündigung der Zusatzversicherungen ebenfalls per 31. Dezember 2017 zu akzeptieren, auch wenn keine Prämienerhöhung per 1. Januar 2018 vorgesehen sei (vgl. Kläg-act. 4).
\n C. Mit Schreiben vom 18. Mai 2017 bestätigte die D.________ die Kündigungen für die Versicherungen nach KVG per 31. Dezember 2017 sowie für die Versicherungen nach VVG (G.________, H.________ [je alle drei Personen], Spitalversicherung I.________ [B.________] bzw. J.________ [F.________] bzw. K.________ [A.________]) per 31. Dezember 2019 unter Hinweis auf die den Schreiben beiliegenden Kündigungsbedingungen (vgl. Kläg-act. 5; Beklag-act. 4).
\n D. Im Jahr 2018 wurde bei A.________ eine \"schubförmig remittierenden Multiple Sklerose\" diagnostiziert (vgl. Kläg-act. 12).
\n E. Mit Schreiben vom 11. Juni 2018 zog A.________ die Kündigung der Zusatzversicherungen (G.________, H.________, Spitalversicherung I.________ bzw. J.________ bzw. K.________) vom 8. Mai 2017 zurück (vgl. Beklag-act. 6).
\n F. Ab dem 1. Januar 2020 verweigerte die D.________, A.________ Leistungen aus der Zusatzversicherung zu erbringen (vgl. Kläg-act. 15).
\n G. Am 24. September 2020 (Postaufgabe am gleichen Tag) erheben A.________ und B.________ beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Klage gegen die D.________ mit folgenden Rechtsbegehren (vgl. VG-act. 1 S. 2):
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    \n
  1. Die Beklagte sei zu verpflichten, A.________
  2. \n
\n 1.1. CHF 105.00, zuzüglich Zins zu 5% seit 28.02.2020;
\n 1.2. CHF 105.00, zuzüglich Zins zu 5% seit 30.03.2020;
\n 1.3. CHF 105.00, zuzüglich Zins zu 5% seit 29.06.2020;
\n 1.4. CHF 165.00, zuzüglich Zins zu 5% seit 29.06.2020;
\n      zu bezahlen;
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    \n
  1. Der Rücktritt per 31.12.2019 der Beklagten betreffend die Policen-Nr. 20000178 (A.________) und 20000179 (B.________) sei für ungültig zu erklären;
  2. \n
  3. Die Beklagte sei zu verpflichten, den Klägern aus den je sie betreffenden Policen-Nr. 20000178 (A.________) und 20000179 (B.________), Stand 31.12.2019, weiterhin Leistungen zu erbringen, eventualiter zumindest nach VVG;
  4. \n
  5. Eventualiter sei festzustellen, dass die Policen-Nr. 20000178 (A.________) und 20000179 (B.________), Stand per 31.12.2019, weiterhin gültig sind uns als ungekündigt gelten, zumindest und eventualiter aber nach VVG wie folgt:
  6. \n
\n  4.1 A.________ (Policen-Nr. 20000178), Stand 31.12.2019 (VVG):
\n a.  G.________ (VVG)
\n b.  H.________ (VVG)
\n c.  Spital K.________ (VVG)
\n d.  eventualiter je die entsprechenden Nachfolgeprodukte der Beklagten;
\n  4.2 B.________ (Policen-Nr. 20000179), Stand 31.12.2019 (VVG):
\n a.  G.________ (VVG)
\n b.  H.________ (VVG)
\n c.  Spital I.________ (VVG)
\n d.  eventualiter je die entsprechenden Nachfolgeprodukte der Beklagten;
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    \n
  1. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST zu Lasten der Beklagten.
  2. \n
\n In der Klagebegründung (S. 5 Ziff. 13) wird festgehalten, dass die Kläger die obligatorische Krankenpflegeversicherung bei der Beklagten weiterführten; eingeklagt würden nur die VVG-Produkte.
\n H. Mit der Klageantwort vom 16. November 2020 stellt die Beklagte folgende Rechtsbegehren (vgl. VG-act. 2 S. 2):
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  1.      Die Klage vom 24. September 2020 sei vollumfänglich abzuweisen.
  2. \n
  3. Auf sämtliche Begehren der Kläger, die sich nicht auf die Zusatzversicherungen nach dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG) beziehen sei nicht einzutreten.
  4. \n
  5.      Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Kläger.
  6. \n
\n I. Mit Replik vom 18. Dezember 2020 (Postaufgabe am gleichen Tag) halten die Kläger an den Rechtsbegehren der Klage vom 24. September 2020 fest (vgl. VG-act. 10 S. 2).
\n J. Mit Duplik vom 12. Januar 2021 (Postaufgabe am gleichen Tag) hält die Beklagte an den Rechtsbegehren und Ausführungen in der Klageantwort vom  16. November 2020 fest, bestreitet sämtliche Vorbringen der Kläger und nimmt auf die Replik vom 18. Dezember 2020 Stellung (vgl. VG-act. 12).
\n K. Mit Verweis auf den zweifachen Schriftenwechsel und den Vorbehalt der Gewährung des rechtlichen Gehörs im weiteren Verfahrenslauf teilte das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz den Parteien am 13. Januar 2021 mit, ohne ausdrücklichen Widerspruch bis spätestens 25. Januar 2021 behalte sich das Gericht vor, bei Spruchreife ohne Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung in der Sache selbst direkt zu entscheiden. Die Kläger wie die Beklagte erklärten mit E-Mail vom 28. Januar 2021 bzw. 26. Januar 2021 ihren Verzicht auf eine mündliche Hauptverhandlung.
\n L. Mit Eingabe vom 29. Januar 2021 nehmen die Kläger Stellung zur Duplik der Beklagten vom 12. Januar 2021. Die Beklagte erklärt mit E-Mail vom 23. Februar 2021 ihren Verzicht auf eine erneute Stellungnahme.
\n Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:
\n 1.1.1 Streitigkeiten aus einer Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung unterstehen gemäss