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\n \n \n II 2022 77
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| \n Entscheid vom 23. Januar 2023
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\n \n \n Besetzung
| \n Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
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| \n Dr.oec. Andreas Risi, Richter Dr.iur. Frank Lampert, Richter
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| \n MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber
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\n \n \n Parteien
| \n A.________ GmbH, \n Beschwerdeführerin,
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| \n gegen
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| \n Ausgleichskasse Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz, \n Vorinstanz,
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\n \n \n Gegenstand
| \n Erwerbsersatzordnung (Covid-19 Erwerbsersatz)
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Sachverhalt:\n
A. Die A.________ GmbH (nachfolgend Beschwerdeführerin) mit Sitz in B.________ bezweckt in der Hauptsache den Handel mit Orientteppichen, Teppichen jeglicher Art, Herkunft und Provenienz sowie mit Einrichtungsgegenständen jeglicher Art für den Wohn- und Geschäftsbereich (Handelsregisterauszug, www.zefix.ch; eingesehen am 8.11.2022).
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B. Am 9. Februar 2022 reichte C.________, Geschäftsleiter der Beschwerdeführerin, der Ausgleichskasse unter dem Betreff \"Anmeldung Corona Erwerbsersatzentschädigung bei Quarantäne\" ein Schreiben folgenden Inhalts ein (Vi-act. 1):
\n Wir hatten im Dezember 2021 - Januar 2022 in unserem Betrieb einen Mitarbeiter, Herr D.________, der positiv auf Corona getestet wurde. Da er Kontakt zu fast allen Mitarbeitern hatte, mussten wir diese in 2 Etappen in Quarantäne schicken.
\n Beiliegend erhalten Sie die Belege/Bestätigung/Protokoll und sämtliche Anmeldungen, Lohnabrechnungen, zu lhren Akten mit der Bitte, uns die Entschädigungen auszuzahlen.
\n Eingereicht wurden Gesuche für folgende 21 Angestellte der Beschwerdeführerin:
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E.________ für die Quarantänezeit 31. Dezember 2021 bis 10. Januar 2022 (Vi-act. 3)
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F.________ für die Quarantänezeit 31. Dezember 2021 bis 10. Januar 2022 (Vi-act. 4)
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G.________ für die Quarantänezeit 31. Dezember 2021 bis 10. Januar 2022 (Vi-act. 5)
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H.________ für die Quarantänezeit 31. Dezember 2021 bis 10. Januar 2022 (Vi-act. 6)
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I.________ für die Quarantänezeit 31. Dezember 2021 bis 10. Januar 2022 (Vi-act. 9)
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J.________ für die Quarantänezeit 31. Dezember 2021 bis 10. Januar 2022 (Vi-act. 10)
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K.________ für die Quarantänezeit 31. Dezember 2021 bis 10. Januar 2022 (Vi-act. 11)
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L.________ für die Quarantänezeit 31. Dezember 2021 bis 10. Januar 2022 (Vi-act. 12)
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M.________ für die Quarantänezeit 31. Dezember 2021 bis 10. Januar 2022 (Vi-act. 13)
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N.________ für die Quarantänezeit 31. Dezember 2021 bis 10. Januar 2022 (Vi-act. 14)
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O.________ für die Quarantänezeit 2. bis 12. Januar 2022 (Vi-act. 7)
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P.________ für die Quarantänezeit 2. bis 12. Januar 2022 (Vi-act. 8)
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Q.________ für die Quarantänezeit 2. bis 12. Januar 2022 (Vi-act. 1)
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R.________ für die Quarantänezeit 2. bis 12. Januar 2022 (Vi-act. 2)
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S.________ für die Quarantänezeit 2. bis 12. Januar 2022 (Vi-act. 15)
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T.________ für die Quarantänezeit 2. bis 12. Januar 2022 (Vi-act. 16)
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U.________ für die Quarantänezeit 2. bis 12. Januar 2022 (Vi-act. 17)
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V.________ für die Quarantänezeit 2. bis 12. Januar 2022 (Vi-act. 18)
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W.________ für die Quarantänezeit 2. bis 12. Januar 2022 (Vi-act. 19)
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X.________ für die Quarantänezeit 2. bis 12. Januar 2022 (Vi-act. 20)
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Y.________ für die Quarantänezeit 2. bis 12. Januar 2022 (Vi-act. 21)
\n Alle Gesuche enthielten den Vermerk 'Unterbruch der Erwerbstätigkeit wegen einer Quarantänemassnahme'. Festgehalten wurde ebenso, die Quarantäne sei angeordnet worden. Auch war allen Gesuchen eine Bestätigung beiliegend, dass es der betroffenen Person nicht möglich sei, die Arbeit während der Quarantäne im Homeoffice zu erledigen.
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C. Nach Eingang der Gesuche verlangte die Ausgleichskasse Schwyz (Vorinstanz) von der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 21. Februar 2022 zu allen Gesuchen die Lohnabrechnungen Oktober 2021 sowie eine Quarantäneverordnung des Kantonsarztes ein.
\n Mit Schreiben vom 18. Mai 2022 verwies die Vorinstanz auf ein nach der Aufforderung vom 21. Februar 2022 mit der Beschwerdeführerin geführtes Telefongespräch (nicht aktenkundig) und die Tatsache, dass bis dahin keine Quarantäneverordnung eingereicht worden sei. Die Anmeldung für eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung (CEE) könne daher nicht geprüft werden, der Fall werde abgeschlossen (Vi-act. 23). Gegen diese Schreiben opponierte die Beschwerdeführerin am 8. Juni 2022 und verlangte die Auszahlung der CEE (vgl. Schreiben in Vi-act. 22).
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D. Mit Verfügung vom 29. Juni 2022 ordnete die Vorinstanz gegenüber der Beschwerdeführerin gleichlautend für alle Gesuchsteller an:
\n Wie mit Schreiben, datierend 18. Mai 2022, bereits mitgeteilt, fehlt uns die Quarantäneverordnung von […]. Da Sie uns die nötige Quarantäneverordnung bis heute nicht nachgereicht haben, müssen wir die Corona-Erwerbsersatzentschädigung abweisen.
\n Wir erlassen folgende
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Verfügung\n Aufgrund der fehlenden Voraussetzungen besteht kein Anspruch auf eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung. Ihr Antrag auf Corona-Erwerbsersatzentschädigung infolge Quarantäne wird abgewiesen.
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E. Am 27. Juli 2022 erhob die Beschwerdeführerin Einsprache gegen die Ablehnungsverfügungen vom 29. Juni 2022 für alle 21 Gesuchsteller (Vi-act. 24). Mit Entscheid vom 6. September 2022 wies die Vorinstanz die Einsprache ab (Vi-act. 25).
\n
F. Die Beschwerdeführerin erhebt am 4. Oktober 2022 beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz fristgerecht Beschwerde mit den Anträgen:
\n 1.
Bitte um die Aufhebung des Einspracheentscheides vom 06.09.2022 bzw. der Verfügung vom 29.06.2022 und uns die gesetzliche Corona Erwerbsersatzentschädigung für sämtliche vorab aufgeführten Personen während der Quarantäne gut zu heissen.
\n 2.
Bitte um Überprüfung der Sorgfaltspflichtverletzung von den Behörden/Amtsstellen ct.zh@jdmt (Kanton Zürich Gesundheitsdirektion), contacttracing@gd.zh.ch, aid@ct-kanton-zh.ch (gesamte Korrespondenzen liegen bei der Vorinstanz).
\n 3.
Unsere Anmeldung vom 09.02.2022 gut zu heissen.
\n 4.
Wir bitten Sie, uns für die genannte Zeit zu entschädigen.
\n Mit Vernehmlassung vom 20. Oktober 2022 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführerin.
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G. Am 15. November 2022 ersuchte der instruierende Richter die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich, Amt für Gesundheit, um Auskunft betreffend Anordnung von Quarantäne für die Angestellten der Beschwerdeführerin (VG-act. 08). Das Amt für Gesundheit beantwortete das Begehren am 22. Dezember 2022 (VG-act. 10), wozu die Beschwerdeführerin am 5. Januar 2023 und die Vorinstanz am 10. Januar 2023 Stellung nahmen (VG-act. 12). Mit Eingabe vom
18. Januar 2023 äussert sich die Beschwerdeführerin zur Stellungnahme der
Vorinstanz (VG-act. 16).
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Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:\n
1. Strittig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Vorinstanz die Gesuche um CEE für die 21 Angestellten der Beschwerdeführerin zu Recht wegen fehlenden
\n Voraussetzungen abgewiesen hat.
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1.1 Mit