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I 2012 8
 
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Urteil vom 26. September 2012
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Besetzung
lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
 
Dr.med. Bernhard Zumsteg und Dr.med. Urs Gössi, Richter
 
MLaw Natascha Venetz, Gerichtsschreiberin
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Parteien
A.________,
\n Kläger,
\n vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________,
 
 
gegen
 
C.________ AG,
\n Beklagte,
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Gegenstand
Krankenversicherung (Krankentaggeld und Kündigung des
\n Versicherungsvertrages)
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Sachverhalt:
\n A. A.________, geboren am 1952, stammt aus Z.________. Er ist verheiratet und hat drei Söhne (geb. 1978, 1980 und 1984). Nach der Schulausbildung (12 Jahre) und der Ausbildung als Schneider reiste er im Jahr 1987 in die Schweiz ein (KB 5). Seit dem Jahr 1999 bis März 2011 war er als selbständig erwerbender Schneider mit eigenem Atelier tätig (Geschäftsaufgabe per 31.3.2011; KB 5, 14). A.________ hat mit der C.________ AG (nachfolgend C.________) eine „Krankentaggeldversicherung für Kleinunternehmen“ mit Beginn ab 1. Januar 2010 abgeschlossen (KB 1).
\n B. Am 22. September 2010 ging bei der C.________ ein Arztbericht von Dr.med. D.________ (Innere Medizin FMH, E.________) ein, wonach A.________ seit ca. einem Jahr an Schlafstörungen und seit ca. 2 Monaten an zunehmenden Angstzuständen, Antriebslosigkeit etc. bzw. einer depressiven Entwicklung leide und seit 1. August 2010 bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werde (vgl. BB 15). Die C.________ anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte ab 1. August 2010 Krankentaggelder auf der Basis einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit (anfangs März 2011 vorübergehend auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 50%, vgl. BB 2). Vom 16. September 2010 bis 24. November 2010 war A.________ in der psychiatrischen F.________klinik hospitalisiert (KB 8, 14).
\n C. Am 1. Februar 2011 meldete sich A.________ bei der Invalidenversicherung zum Bezug von Leistungen an. Mit Vorbescheid vom 9. Januar 2012 wurde die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht gestellt (BB 3). Dagegen liess A.________ Einwände erheben (vgl. Replik, S. 7).
\n D. Im Auftrage der C.________ erstatteten Dr.med. G.________ (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH) und L.________ (M. Sc., Psychologin FSP) am 9. Juni 2011 ein versicherungspsychiatrisches Gutachten. Gestützt darauf und auf die Einschätzung der beratenden Gesellschaftsärztin (Dr.med. H.________, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin) hielt die C.________ in ihrem Schreiben vom 15. Juni 2011 sinngemäss fest, dass im angestammten Beruf als Schneider eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit anzunehmen sei und deswegen das versicherte Taggeld bis maximal 24. Juni 2011 ausgerichtet werde (KB 4).
\n Mit Schreiben vom 21. September 2011 teilte die C.________ A.________ zudem mit, aufgrund des negativen Schadenverlaufes könne die Krankentaggeldversicherung nicht mehr zu den bisherigen Konditionen angeboten werden. A.________ wurde Frist angesetzt bis 29. Dezember 2011, um die Offerte mit dem höheren Prämiensatz zu unterschreiben und zu retournieren mit der Androhung, ansonsten die vertragliche Deckung per 31. Dezember 2011 erlösche (KB 18). 
\n E. Am 20. Januar 2012 liess A.________ beim Verwaltungsgericht Klage gegen die C.________ einreichen mit den folgenden Anträgen:
\n 1.  Dem Kläger sei mit Wirkung ab 25. Juni 2011 weiterhin das ganze Krankentaggeld auszurichten.
\n 2.  Es sei festzustellen, dass die am 21. September 2011 ausgesprochene Kündigung des Versicherungsvertrages ungültig ist.
\n 3.  Dem Kläger sei die unentgeltlich Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu bewilligen.
\n 4.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
\n F. Mit Klageantwort vom 24. April 2012 beantragt die C.________:
\n 1. Die Klage vom 21.01.2012 sei abzuweisen.
\n 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers.
\n G. A.________ ersuchte mit Eingabe vom 21. Mai 2012 um Einblick in Unterlagen der C.________, welche am 11. Juni 2012 von der C.________ nachgereicht wurden. Daraufhin wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet. Mit Replik vom 16. Juli 2012 hält A.________ an den in der Klageschrift eingereichten Anträgen fest. Die Duplik der C.________ (mit unveränderten Anträgen) datiert vom 8. August 2012.
\n Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:
\n 1.1 Nach