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I 2020 80
 
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Entscheid vom 14. Januar 2021
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Besetzung
lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
 
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
 
MLaw Christina Zehnder, a.o. Gerichtsschreiberin
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Parteien
A.________,
\n Beschwerdeführer,
\n vertreten durch Rechtsanwältin MLaw B.________
 
gegen
 
IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
\n Vorinstanz,
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Gegenstand
Invalidenversicherung (Invalidenrente)
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Sachverhalt:
\n A. A.________ (geb. ________1965) hat von 1981 bis 1984 in C.________ eine Bäcker-/ Konditorlehre absolviert. Aufgrund einer Mehlstauballergie erliess die D.________ Ende 1990 eine Nichteignungsverfügung für diese Berufstätigkeit (IV-act. 8). In der Folge begann er mit einer kaufmännischen Umschulung an einer Handelsschule, worauf er im September 1991 in eine handwerkliche Ausbildung (zum Heizungsmonteur) wechselte (vgl. IV-act. 10, 16; Lehrabschluss am 8.7.94 mit Fähigkeitsausweis und der Gesamtnote 4.7 = IV-act. 20-2/3).
\n B. Am 13. Oktober 1997 ging bei der IV-Stelle eine Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen ein; die gesundheitlichen Beeinträchtigungen wurden mit \"starken Rückenschmerzen bei leichter körperlicher Belastung\" umschrieben (IV-act. 21-3/4). Mit Bericht vom 26. Januar 1998 empfahl der IV-Berufsberater eine Umschulung zum Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechniker HTL (IV-act. 30). Mit Verfügung vom 25. Februar 1998 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für ein Praktikum als Heizungszeichner (IV-act. 37-3/3). Gemäss Mitteilung vom 4. November 1998 übernahm die IV-Stelle die Kosten für eine 3-monatige Eignungsabklärung als Konstrukteur mit entsprechenden Taggeldleistungen (IV-act. 45ff.). Es folgte ein 5-monatiges Praktikum im Hinblick auf die 4-jährige Lehre (IV-act. 52), welche am 1. August 1999 begann (IV-act. 55-2/6). Am 22. November 2000 kündigte A.________ das Lehrverhältnis (IV-act. 65-3/7, offenbar weil er Probleme an der Berufsschule und namentlich mit einem Fachlehrer hatte, vgl. IV-act. 66). In Absprache mit dem IV-Berufsberater konnte A.________ bei der gleichen Firma eine interne Ausbildung (zum technischen Assistenten) weiterführen (ohne Berufsschule, vgl. IV-act. 66, 67 und 73). Diese interne Ausbildung wurde im Juli 2002 beendet, worauf A.________ bei der gleichen Firma einen Anstellungsvertrag erhielt (IV-act. 80). Mit Verfügung vom 24. September 2002 hielt die IV-Stelle fest, dass A.________ mit dieser Anstellung und einem Jahreseinkommen von 13x Fr. 5'300.-- rentenausschliessend eingegliedert sei (IV-act. 83).
\n C. Am 22. Juli 2011 unterzeichnete A.________ eine IV-Anmeldung, wobei er die gesundheitlichen Beeinträchtigungen mit \"linke Hand  Daumen\" umschrieb (IV-act. 84-6/7 oben). Diese Verletzung (Totaldurchtrennung der Sehnen Ext. Pollicis longus und brevis Hand links durch eine Skikante) hatte er sich am 5. Februar 2011 bei einem Skiunfall in der E.________ (GR) zugezogen (IV-act. 90-5/41). Am 16. November 2011 teilte die IV-Stelle A.________ mit, dass die Frühinterventionsmassnahmen abgeschlossen würden und dass kein Anspruch auf IV-Leistungen bestehe (IV-act. 93).
\n D. Seit 2012 war A.________ (nebst der Tätigkeit als Servicetechniker für Ölbrenner bzw. ab Nov. 2012 als Heizungsmonteur) zudem selbständigerwerbend im Sicherheitsdienst (IV-act. 102-4/4 i.V.m. 104-1/13 i.V.m. IV-act. 188-7/8; UV-act. 10-3/9; Eingabe v. 11.1.21, S.3, i.V.m. der neuen Beilage 1).
\n Am 11. Juni 2014 ging bei der IV-Stelle die nächste IV-Anmeldung ein, welche mit einem Arbeitsunfall (Schulterverletzung am 13.12.2013) begründet wurde (IV-act. 95, 97 i.V.m. UV-act. 3-2/21).
\n Am 4. Mai 2015 stürzte A.________ von einem Glasdach auf die linke Körperseite (mit Polytrauma), worauf er notfallmässig im Spital F.________ hospitalisiert wurde (bis 26.5.2015, vgl. UV-act. 8-10f./32).
\n Mit Vorbescheid vom 8. Oktober 2015 teilte die IV-Stelle mit, es sei vorgesehen, für den Zeitraum vom 1. Dezember 2014 bis 28. Februar 2015 eine ganze IV-Rente sowie für den März 2015 eine halbe IV-Rente zu gewähren (IV-act. 123). Diese Ankündigung wurde mit Verfügung vom 15. Januar 2016 umgesetzt, wobei darauf hingewiesen wurde, dass die Folgen des Unfalles vom 4. Mai 2015 noch abgeklärt würden (IV-act. 131ff.).
\n E. Am 19. September 2017 wurde A.________ im Spital G.________ operiert (Implantation einer Knie-TP links, IV-act. 177-2/5).
\n Mit Vorbescheid vom 30. Mai 2018 kündigte die IV-Stelle an, ab 1. Mai 2016 eine ganze IV-Rente sowie ab 1. April 2018 befristet bis 30. Juni 2018 eine halbe IV-Rente zu gewähren (IV-act. 191). Dagegen opponierte A.________ mit Eingabe vom 16. August 2018 (IV-act. 196). Der RAD-Arzt Dr.med. H.________ regte am 23. August 2018 an, ein interdisziplinäres Gutachten einzuholen (IV-act. 199-11/11).
\n Der Begutachtungsauftrag wurde der Gutachterstelle \"I.________\" zugelost (IV-act. 214). Die Namen der Gutachter wurden mit Schreiben vom 19. November 2018 bekanntgegeben (IV-act. 218). Im Spital G.________ wurde A.________ am 15. Januar 2019 erneut operiert (Implantation einer Knie-TP rechts, IV-at. 230-5/6).
\n Das entsprechende MEDAS-Gutachten vom 28. Mai 2019 ging am 29. Mai 2019 bei der IV-Stelle ein (IV-act. 226).
\n Mit Vorbescheid vom 12. September 2019, welcher den früheren Vorbescheid vom 30. Mai 2018 ersetzte, führte die IV-Stelle aus, dass ab 1. September 2018 bis zum 31. August 2019 ein befristeter Anspruch auf eine ganze IV-Rente vorgesehen sei (IV-act. 233). Dagegen liess A.________ am 26. September 2019 Einwände erheben (IV-act. 236). Am 22. Oktober 2019 folgte eine weitere Operation im Spital G.________ (Knie-TP-Revision li mit Patellaersatz, vgl. IV-act. 244-6/7).
\n Mit Vorbescheid vom 18. Mai 2020, welcher denjenigen vom 12. September 2019 ersetzte, kündigte die IV-Stelle an, ab 1. September 2018 bis 30. April 2020 eine ganze IV-Rente und ab 1. Mai 2020 befristet bis 30. Juni 2020 eine halbe IV-Rente zu gewähren (IV-act. 249).
\n Mit Schreiben vom 2. Juni 2020 teilte die IV-Stelle mit, dass Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche gewährt werde (IV-act. 255).
\n Mit Eingabe vom 16. Juni 2020 nahm A.________ zum Vorbescheid vom 18. Mai 2020 Stellung und ersuchte um zusätzliche Rentenleistungen (IV-act. 256).
\n Mit Verfügungen vom 27. August 2020 sprach die IV-Stelle A.________ für den Zeitraum vom 1. September 2018 bis 30. April 2020 eine ganze IV-Rente sowie für den Zeitraum vom 1. Mai 2020 bis 30. Juni 2020 eine halbe IV-Rente zu (IV-act. 263 bzw. Bf-act. 1 bis 3).
\n F. Dagegen liess A.________ rechtzeitig am 24. September 2020 beim Verwaltungsgericht Beschwerde erheben mit den folgenden Anträgen:
\n 1. Dem Beschwerdeführer sei in Aufhebung der Verfügungen vom 27. August 2020 die folgenden Rentenleistungen zuzusprechen:
\n 1.1 Vom 4. Mai 2016 bis 28. März 2017 eine halbe IV-Rente
\n 1.2 Vom 29. März 2017 bis 28. April 2017 eine ganze IV-Rente
\n 1.3 Vom 29. April 2017 bis 18. September 2017 eine halbe IV-Rente
\n 1.4 Vom 19. September 2017 bis 19. Dezember 2017 eine ganze IV-Rente
\n 1.5 Vom 20. Dezember 2017 bis 31. August 2018 eine halbe IV-Rente
\n 1.6 Vom 1. September 2018 bis 30. April 2020 eine ganze IV-Rente
\n 1.7 Ab 1. Mai 2020 und folgende eine dreiviertel IV-Rente.
\n 2. Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens seien der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
\n 3. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Beschwerdeführerin (recte: den Beschwerdeführer) prozessual, zuzüglich Mehrwertsteuer, zu entschädigen.
\n Mit Vernehmlassung vom 23. November 2020 beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdeführers.
\n In einer Eingabe vom 11. Januar 2021 äusserte sich der Beschwerdeführer zur Vernehmlassung der IV-Stelle.
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\n Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:
\n 1.1 Nach Art. 4 Abs. 1 des Invalidenversicherungsgesetzes (IVG; SR 831.20) in Verbindung mit