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\n \n \n I 2020 84
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| \n Entscheid vom 25. Januar 2021
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\n \n \n Besetzung
| \n lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
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| \n Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter lic.iur. Achilles Humbel, Richter
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| \n MLaw Christina Zehnder, a.o. Gerichtsschreiberin
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\n \n \n Parteien
| \n A.________ Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr.iur. B.________ substituiert durch MLaw C.________
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| \n gegen
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| \n IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz, Vorinstanz,
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\n \n \n Gegenstand
| \n Invalidenversicherung (Invalidenrente)
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Sachverhalt:\n
A. A.________ (geb. am ________1966, aus D.________) arbeitete u.a. in einer Möbelfabrik und später als Anlagenführer bei einer Spiralhülsenfabrik in E.________. Am 27. März 2006 unterzeichnete er eine Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen (IV-act. 4-8/8). Nach Abklärungen, welche ein interdisziplinäres Gutachten der MEDAS F.________ vom 25. September 2009 umfassen (IV-act. 57), verfügte die IV-Stelle am 19. Mai 2010, dass kein rentenbegründender IV-Grad bestehe und deswegen das Leistungsbegehren abgewiesen werde (IV-act. 82). Gleichentags kündigte die IV-Stelle an, die Kosten für ein Arbeitstraining (3 Monate) bei der Firma G.________ in H.________ zu übernehmen (IV-act. 84).
\n Am 4. April 2011 meldete sich A.________ erneut bei der IV-Stelle und ersuchte um Arbeitsvermittlung (IV-act. 100). Dieses Begehren lehnte die IV-Stelle mit (unangefochten gebliebener) Verfügung vom 28. Juni 2011 unter Hinweis auf die bestehende Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten ab (IV-act. 108).
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B. Nachdem Dr.med. I.________ (E.________) der IV-Stelle neue Berichte eingereicht hatte, veranlasste die IV-Stelle eine interdisziplinäre Begutachtung am J.________ (J.________, K.________). Das entsprechende Gutachten wurde am 7. Januar 2013 erstattet (IV-act. 124). Gestützt darauf verfügte die IV-Stelle am 29. April 2013, dass bei einem ermittelten IV-Grad von 26% kein Rentenanspruch bestehe (IV-act. 132).
\n Eine dagegen erhobene Beschwerde hat das Verwaltungsgericht mit Entscheid VGE I 2013 71 vom 17. Dezember 2013 abgewiesen (IV-act. 141). Dagegen beschwerte sich A.________ erfolglos beim Bundesgericht (Urteil
8C_109/2014 vom 9.4.2014 = IV-act. 145).
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C. Eine weitere IV-Anmeldung erfolgte am 4. März 2015 (IV-act. 149). Der RAD-Arzt Dr.med. L.________ empfahl am 18. August 2015 die Durchführung einer Verlaufsbegutachtung (IV-act. 170). Das entsprechende J.________-Gutachten wurde am 7. April 2016 erstattet (IV-act. 184).
\n Mit Vorbescheid vom 26. Juli 2016 kündigte die IV-Stelle an, das Leistungsbegehren abzuweisen (vgl. IV-act. 192). Dagegen liess A.________ am 11. September 2016 Einwände erheben (IV-act. 195). Am 18. Oktober 2016 teilte der damalige Rechtsvertreter mit, dass A.________ stationär behandelt werde (IV-act. 197). Der Aufenthalt in der Klinik M.________ dauerte vom 31. Oktober 2016 bis zum 16. Dezember 2016 (IV-act. 205).
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D. Die IV-Stelle erachtete eine interdisziplinäre Begutachtung als nötig. Der Begutachtungsauftrag wurde der Gutachterstelle \"N.________\" (O.________) zugelost (IV-act. 213). Vom 3. bis 5. Juli 2017 war A.________ im Spital P.________ hospitalisiert (IV-act. 224). Das N.________-Gutachten wurde am 1. November 2017 erstattet (IV-act. 229). Der RAD-Arzt Dr.med. Q.________ empfahl am 5. Dezember 2017, das Gutachten zur Stellungnahme (bzw. nachvollziehbaren Konsensfindung) den Gutachtern nochmals vorzulegen (IV-act. 231-12/12). Die Antwort der Gutachter folgte am 30. Dezember 2017 (IV-act. 234). Nach Prüfung des Gutachtens gelangte der RAD-Arzt Dr.med. R.________ am 15. Februar 2018 zum Ergebnis, dass die Beurteilung des orthopädischen Gutachters Dr.med. S.________ (mit einer Arbeitsfähigkeit von 40% bzw. einer Arbeitsunfähigkeit von 60%) nicht nachvollziehbar sei, weshalb eine weitere orthopädische Begutachtung unerlässlich sei (IV-act. 237-17/17). Dagegen opponierte A.________ in einer Eingabe vom 11. März 2018 (IV-act. 241). Am 13. Juni 2018 verfügte die IV-Stelle, dass an einer orthopädischen Begutachtung durch Dr.med. T.________ festgehalten werde (IV-act. 247). Ihr Gutachten folgte am 17. September 2018 (IV-act. 258). Am 24. Oktober 2018 teilte der damalige Rechtsvertreter der IV-Stelle mit, dass A.________ aktuell im U.________ in V.________ behandelt werde (IV-act. 261). Eine Rückfrage wurde von Dr.med. T.________ am 28. November 2018 beantwortet (IV-act. 265).
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E. Mit Vorbescheid vom 22. Februar 2019 kündigte die IV-Stelle an, das Rentenbegehren abzuweisen (IV-act. 269). Dagegen liess A.________, welcher vom 3. bis 15. April 2019 im W.________ Kantonsspital hospitalisiert war (schwere koronare 3-Gefäss-Erkrankung, IV-act. 281-5ff./10), am 26. März 2019 Einwände erheben (IV-act. 272). Vom 15. April 2019 bis zum 7. Mai 2019 folgte eine stationäre Rehabilitation in der X.________ (IV-act. 281-1ff./10). Der RAD-Arzt Dr.med. R.________ empfahl am 26. September 2019, noch einen Verlaufsbericht des Kardiologen Dr.med. Y.________ einzuholen (IV-act. 286-21/21). Dieser Bericht ging am 9. Oktober 2019 bei der IV-Stelle ein (IV-act. 287). Der RAD-Psychiater Dr.med. Z.________ regte am 2. Dezember 2019 an, noch ein psychiatrisches Gutachten einzuholen (IV-act. 288-23/23). Der erste Begutachtungstermin bei Dr.med. AA.________ vom 19. April 2020 wurde aufgrund der Corona-Situation abgesagt (IV-act. 296) und am 11. sowie 13. Mai 2020 nachgeholt (IV-act. 298-2/63). Das psychiatrische Gutachten vom 8. Juni 2020 ging am 9. Juni 2020 bei der IV-Stelle ein (IV-act. 298).
\n Mit Vorbescheid vom 16. Juni 2020, welcher den früheren vom 22. Februar 2019 ersetzte, hielt die IV-Stelle daran fest, dass das Leistungsbegehren abzuweisen sei (IV-act. 303).
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F. Am 31. August 2020 verfügte die IV-Stelle, dass das Leistungsbegehren abgewiesen werde (IV-act. 305).
\n Dagegen reichte A.________ rechtzeitig am 1. Oktober 2020 beim Verwaltungsgericht Beschwerde ein mit den folgenden Anträgen:
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\n - Es sei die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Schwyz vom 31. August 2020 aufzuheben und dem Beschwerdeführer ab dem 1. September 2015 eine volle, eventualiter eine Dreiviertel-, subeventualiter eine halbe und subsubeventualiter eine Viertel-IV-Rente zuzusprechen.
\n - Eventualiter sei die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Schwyz vom 31. August 2020 aufzuheben und die Angelegenheit zur ergänzenden Abklärung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
\n - Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz bzw. zu Lasten des Staates.
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\n Des Weiteren beantragte der Beschwerdeführer, dass ihm die unentgeltliche Prozessführung (inkl. unentgeltliche Verbeiständung) zu gewähren sei, und zwar im Falle einer Rückweisung auch für das Verfahren vor der IV-Stelle.
\n Mit Vernehmlassung vom 10. November 2020 beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers.
\n Dazu äusserte sich der Beschwerdeführer in einer zusätzlichen Eingabe vom
\n 24. Dezember 2020.
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Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:\n
1.1 Welche Regelungen für einen Anspruch auf IV-Rentenleistungen von Bedeutung sind, dies wurde dem Beschwerdeführer bereits im Entscheid I 2013 71 vom 17. Dezember 2013 im Einzelnen dargelegt. Es kann darauf verwiesen werden (siehe IV-act. 141). Ergänzend sind folgende Ausführungen zu beachten.
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1.2 In der Würdigung der Beweise ist der Sozialversicherungsrichter frei (vgl.