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I 2021 36
 
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Urteil vom 3. Juni 2022
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Besetzung
lic.iur. Achilles Humbel, Präsident
 
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
 
lic.iur. Anna Maria Rüesch, Gerichtsschreiberin
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Parteien
A.________,
\n Klägerin,
\n vertreten durch Rechtsanwältin lic.iur. B.________
 
gegen
 
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  1. C.________,
    \n vertreten durch die D.________,
  2. \n
 
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  1. E.________,
  2. \n
Beklagte,
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Gegenstand
Berufliche Vorsorge (Leistungen aus beruflicher Vorsorge)
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Sachverhalt:
\n A.1 A.________ (geb. 1965) - verheiratet und Mutter von vier Söhnen (Jahrgänge 1990, †1994 und 1995 [Zwillinge]) - arbeitete seit dem 1. Mai 2001 als PR-Beraterin und Projektmanagerin bei der G.________ AG in ________ in einem Teilzeitpensum von 40% (bis 30.4.2002) bzw. 60% (ab 1.5.2002; insoweit bei der E.________ [ehemals H.________ AG bzw. I.________] berufsvorsorgeversichert; nachfolgend: Beklagte Ziff. 2; vgl. K-act. 2 i.V.m. K-act. 7 [S. 28 Ziff. 1.2]; B2-act. 1).
\n A.2 Als Folge eines Fehltrittes beim Bowling verletzte sich A.________ am 19. Februar 2003 das linke Knie, woraufhin am 20. Februar 2003 eine Kniearthroskopie durchgeführt wurde (vgl. K-act. 7 [S. 14]). Es wurde eine erstmalige Patellaluxation des linken Knies mit Zerreissung des medialen Retinakulum und eine Knorpelläsion des medialen Patellarandes (vgl. K-act. 7 [S. 2, Operationsbericht vom 20.2.2003]) und im Anschluss daran die Entwicklung einer passageren Algodystrophie (Complex Regional Pain Syndrom; vgl. K-act. 7 [S. 33 Ziff. 2.1; S. 35]) diagnostiziert. Die schleppende Heilbehandlung führte zu einer schwankenden Arbeitsunfähigkeit zwischen 0% und 100% (vgl. K-act. 7 [S. 4ff./S. 44]). Die J.________ - als Unfallversicherer - anerkannte die damit verbundene Leistungspflicht und erbrachte die hierfür gesetzlichen Leistungen (vgl. K-act. 7 [S. 29]).
\n B.1 Am 12. Januar 2004 erfolgte die Anmeldung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (vgl. K-act. 7 [S. 5]).
\n Das Arbeitsverhältnis wurde auf den 31. März 2005 von der Arbeitgeberin gekündigt. Am 15. Januar 2007 meldete sich A.________ bei der Arbeitslosenversicherung und konnte per 1. Juni 2007 eine Stelle als Geschäftsführerin im 60%-Pensum beim Verein K.________ mit Arbeitsort ________ antreten (vgl. K-act. 7 [S. 13; S. 34 Ziff. 3.2; S. 37f.).
\n B.2 Am 8. März 2008 verletzte sich A.________ bei einem Sturz erneut am linken Knie - mit Diagnose Status nach Kontusion Knie links mit/bei nicht-dislozierter Patella-Längsfraktur im lateralen Drittel; die entsprechenden Verletzungen heilten folgenlos ab (vgl. K-act. 7 [S. 14/15/16/20]). Gleichzeitig wurde bei A.________ eine rezidivierende depressive Störung mit mittelgradiger depressiver Episode (F33.1) - bestehend seit Frühling 2008 - diagnostiziert; daraufhin wurde eine psychiatrisch-psychotherapeutische und eine Psychopharmaka-Behandlung verordnet (vgl. K-act. 7 [S. 18/20/24]). Ab 16. Februar 2009 konnte A.________ ihr Pensum - nach einer allmählichen Steigerung - von 60% wieder aufnehmen (vgl. K-act. 7 [S. 16/17]).
\n B.3 Am 2. Mai 2011 erstellte L.________ (Oberärztin, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am N.________ im Auftrag der IV-Stelle Zürich ein psychiatrisches Gutachten. Dabei stellte sie die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, aktuell mit mittelgradiger depressiver Episode, bestehend seit 2008 (F33.1) (vgl. K-act. 7 [S. 18]).
\n C. Mit Verfügungen vom 19. Dezember 2011 sprach die IV-Stelle des Kantons Zürich A.________ (sowie ihren zwei bzw. drei sich noch in Ausbildung befindenden Kindern) mit Wirkung ab 1. Februar 2004 bis 31. März 2005 eine ganze Invalidenrente, ab 1. April 2005 bis 31. Juli 2006 eine Viertelsrente, ab 1. August 2006 bis 31. März 2008 eine Dreiviertelsrente, ab 1. April 2008 bis 30. April 2009 eine ganze Invalidenrente und ab 1. Mai 2009 eine unbefristete Viertelsrente zu (vgl. K-act. 4; B2-act. 2). In der Folge sprach die I.________ A.________ am 7. Februar 2012 rückwirkend ab 1. Juni 2006 entsprechende Rentenleistungen aus BVG zu (vgl. B2-act. 3).
\n D.1 Per 1. August 2012 wechselte A.________ ihre Stelle und arbeitete fortan als Projektleiterin für den Verein M.________ (der Arbeitsort lässt sich den Akten nicht entnehmen) in einem 60%-Pensum (insoweit bei der C.________ berufsvorsorgeversichert; nachfolgend: Beklagte Ziff. 1; vgl. K-act. 7 [S.20]; K-act. 9).
\n D.2 Im November 2015 wurde bei A.________ ein invasives lobuläres Mammakarzinom links diagnostiziert; am 4. Januar 2016 erfolgte eine Quadrantektomie und Sentinel-Lymphadenektomie axillär links, mit adjuvanter Radiotherapie vom 25. Februar bis 21. März 2016 und anschliessender endokriner Therapie mit Tamoxifen (vgl. K-act. 7 [S. 21f./33/40]).
\n D.3 Am 16. Mai 2016 stürzte A.________ vom Pferd; dabei zog sie sich eine undislozierte Fraktur der HWK1 (arcus und massa laterialis) und der HWK7 (processus transversus links) sowie eine Commotio cerebri zu, wobei die Frakturen konservativ behandelt werden konnten (vgl. K-act. 7 [S. 34]). Im Juli 2016 nahm sie ihr Arbeitspensum von 60% wieder auf (vgl. K-act. 7 [S. 23/24/ 43]). Am 19. August 2016 begab sich A.________ erneut in psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung (vgl. K-act. 7 [S. 24]).
\n E.1 Anfangs 2017 wurde bei A.________ eine Fatigue-Symptomatik diagnostiziert (vgl. K-act. 7 [S.25ff./34/41]), welche zu einer Reduktion ihres Arbeitspensums führte (vgl. K-act. 7 [S. 41/43]).
\n E.2 Als Folge dessen ersuchte A.________ die IV-Stelle am 18. April 2017 um Erhöhung ihrer IV-Rente, woraufhin die IV-Stelle mit Verfügung vom 5. März 2018 ihren Anspruch ab 1. Juni 2017 auf eine Dreiviertelsrente erhöhte (vgl. K-act. 7 [S. 30]; B2-act. 4).
\n E.3 Alsdann wandte sich A.________ an die Beklagten, zur Klärung der Frage, welche der Vorsorgeeinrichtungen für die Erhöhung der Invalidenrente rentenleistungspflichtig sei. Zur Beurteilung der entsprechenden Leistungspflicht vereinbarten die beiden Vorsorgeeinrichtungen, die O.________ mit der Begutachtung bzw. mit der Beantwortung folgender Fragestellung zu beauftragen (vgl. K-act. 8/9/7 [S.1/43; B1-act. je Nr. 1):
\n Kann aufgrund der Aktenlage die im Sommer 2017 bei der versicherten Person beschriebene \"Fatigue-Symptomatik\