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\n \n \n I 2021 53
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| \n Entscheid vom 3. Juni 2022
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\n \n \n Besetzung
| \n lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
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| \n Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
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| \n MLaw Milena Pesic, a.o. Gerichtsschreiberin
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\n \n \n Parteien
| \n A.________, \n Beschwerdeführerin, \n vertreten durch Advokatin lic.iur. B.________,
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| \n gegen
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| \n IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz, \n Vorinstanz,
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\n \n \n Gegenstand
| \n Invalidenversicherung (Rentenanspruch)
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Sachverhalt:\n
A. A.________ (geb. ________1977) hat nach der Primarschule in C.________ und der Sekundarschule in D.________ eine kaufmännische Ausbildung mit Fähigkeitszeugnis abgeschlossen. Anschliessend übte sie verschiedene Tätigkeiten aus (vgl. die Zusammenstellung im aktenkundigen Lebenslauf = IV-act. 9). Am 14. Februar 2013 ging bei der IV-Stelle eine Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen ein; die gesundheitlichen Beeinträchtigungen wurden mit \"Borderline, ADHS\" umschrieben (IV-act. 1-4/6 Ziff. 6.2). Am 4. April 2013 fand ein Abklärungsgespräch statt, an welchem A.________ u.a. ausführte, dass sie im Alter von 17 Jahren mit Drogenkonsum begonnen habe, dass sie seit 15 Jahren im Methadonprogramm sei und jeden Abend vor dem Einschlafen kiffe (vgl. IV-act. 11-4/6 unten). Vom 4. Juni 2014 bis 24. Juni 2014 hielt sich A.________ für eine stationäre Entzugsbehandlung in der Psychiatrischen Klinik E.________ auf (IV-act. 34-2ff./5).
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B. Nach einer Prüfung der Akten empfahl der RAD-Psychiater Dr.med. F.________ am 29. September 2015 eine psychiatrische Begutachtung (IV-act. 41), was A.________ am 2. Oktober 2015 mitgeteilt wurde (siehe IV-act. 42). Am 28. März 2016 erstattete Dr.med. G.________ (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zertif. med. Gutachter SIM, H.________) sein psychiatrisches Gutachten (IV-act. 49). Dazu nahm der RAD-Arzt Dr.med. I.________ (Facharzt Innere Medizin/ Arbeitsmedizin/ Psychosomatische Grundversorgung) am 5. Juli 2016 Stellung (IV-act. 50-6ff./9). Gestützt darauf eröffnete die IV-Stelle am 13. Juli 2016 ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren und forderte A.________ auf, eine suchtspezifische Behandlung mit Drogenabstinenz während mindestens sechs Monaten aufzunehmen (IV-act. 51). Daraufhin teilte A.________ mit Schreiben vom 12. August 2016 mit, sie sei bereit ab September eine solche Behandlung durchzuführen (IV-act. 53).
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C. Am 23. Februar 2017 erstattete der J.________ einen Verlaufsbericht (IV-act. 61). Nach einem Bericht des K.________ vom 28. Juni 2017, in welchem zur Klärung des Suchtmittelkonsums Kopfhaare analysiert wurden (siehe IV-act. 67), erstattete die RAD-Psychiaterin Dr.med.univ. Dr.phil. L.________ am 24. August 2017 sowie am 1. September 2017 eine Stellungnahme (IV-act. 70-9/9 und 71-7/7). Mit Einschreiben vom 10. Oktober 2017 ordnete die IV-Stelle im Rahmen eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens und unter Hinweis auf die Mitwirkungspflicht eine sechsmonatige Verlängerung des Drogenscreenings an (IV-act. 73). Am 27. Oktober 2017 erklärte A.________ ihre Bereitschaft, die Auflagen der IV-Stelle einzuhalten und zu erfüllen (vgl. IV-act. 74). Gemäss Mitteilung vom 28. November 2017 teilte die IV-Stelle mit, dass Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche gewährt werde (IV-act. 76). Am 11. Dezember 2017 informierte A.________, dass sie seit Februar 2017 im Umfange von ca. 40% bis 50% für die M.________-Filiale in N.________ arbeite (IV-act. 79). Diese Arbeitgeberin bescheinigte in einem Arbeitszeugnis vom 20. August 2018, dass A.________ vom 1. Mai 2016 bis zur Geschäftsaufgabe per 31. Juli 2018 als Verkäuferin im Stundenlohn gearbeitet habe (IV-act. 94). Nachdem in einem Bericht des K.________ vom 22. Oktober 2018 die Auswertung der Haaranalyse für Kokain-Konsum sprach (IV-act. 102-5/7), nahm die RAD-Psychiaterin Dr.med.univ. Dr.phil. L.________ am 7. Dezember 2018 aus versicherungsmedizinischer Sicht Stellung (IV-act. 103-4/4).
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D. Mit Vorbescheid vom 13. März 2019 kündigte die IV-Stelle an, auf das Leistungsbegehren nicht einzutreten (IV-act. 107). Dagegen erhob A.________ am 2. April 2019 und nach Einblick in die IV-Akten am 4. Juli 2019 Einwände (IV-act. 108 sowie 114). Am 23. Oktober 2019 teilte A.________ der IV-Stelle mit, dass sie sich seit Ende August in einem Arbeitsversuch befinde (IV-act. 116). Am 4. November 2019 nahm der RAD-Psychiater Dr.med. O.________ zur medizinischen Aktenlage Stellung (IV-act. 117-6f./7). Am 22. November 2019 verfügte die IV-Stelle, dass auf das Leistungsbegehren nicht eingetreten werde (IV-act. 119). Dagegen beschwerte sich A.________ beim Verwaltungsgericht (IV-act. 112). In der Folge hat die IV-Stelle am 18. Februar 2020 die angefochtene Verfügung widerrufen, worauf der Einzelrichter des Verwaltungsgerichts das Beschwerdeverfahren mit Entscheid VGE I 2020 4 vom 21. Februar 2020 als gegenstandslos geworden am Protokoll abschreiben konnte (IV-act. 126).
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E. Mit Schreiben vom 26. Februar 2020 teilte die IV-Stelle A.________ mit, dass zur Klärung von Leistungsansprüchen eine psychiatrische Verlaufsuntersuchung nötig sei (IV-act. 127). Das entsprechende Verlaufsgutachten wurde am 21. Dezember 2020 von Dr.med. G.________ erstattet (IV-act. 141). Der RAD-Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie P.________ beurteilte das Verlaufsgutachten als schlüssig, weshalb darauf abgestellt werden könne (IV-act. 143). Mit Vorbescheid vom 2. Februar 2021 kündigte die IV-Stelle an, einen befristeten Anspruch auf eine IV-Viertelsrente für den Zeitraum vom 1. August 2013 bis 31. Oktober 2016 zu gewähren (IV-act. 146). Dagegen erhob A.________ am 25. Februar 2021 (IV-act. 151) und am 29. April 2021 (IV-act. 153) Einwände. Am 5. Juli 2021 verfügte die IV-Stelle, dass A.________ im Zeitraum vom 1. August 2013 bis 31. Oktober 2016 Anspruch auf eine IV-Viertelsrente habe (IV-act. 154 i.V.m. IV-act. 156).
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F. Gegen diese Verfügung liess A.________ (unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes nach