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I 2022 40
 
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Urteil vom 10. November 2022
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Besetzung
Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
 
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
 
MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin
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Parteien
A.________,
\n Kläger,
\n vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________
 
gegen
 
C.________ AG,
\n Beklagte,
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Gegenstand
Krankenversicherung (Krankentaggeld nach VVG)
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Sachverhalt:
\n A. A.________ war seit dem 2. April 2001 bei der D.________ AG als Betriebsangestellter in der Produktion in einem Vollzeitpensum (41.75h/Wo) unbefristet angestellt (BK-act. 1). Am 7. Oktober 2020 wurde A.________ per 31. Januar 2021 gekündigt bei gleichzeitiger sofortiger Freistellung von der Arbeitspflicht (BK-act. 5).
\n B. Am 18. Januar 2021 stellte die Arbeitgeberin der C.________ AG (nachfolgend C.________) eine Krankmeldung Kollektiv-Taggeldversi-cherung für A.________ zu (BK-act. 1). Er sei seit dem 21. Dezember 2020 krank und in ärztlicher Behandlung. Als Art der Krankheit wird 'Arthrose/Hexenschuss' genannt. Es sei eine Arbeitsunfähigkeit von unbestimmter Dauer eingetreten. Dr.med. E.________ (Allgemeine Innere Medizin FMH) attestierte A.________ mit Zeugnis vom 21. Dezember 2020 eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 21. Dezember 2020 bis 10. Januar 2021, am 11. Januar 2021 verlängert bis 25. Januar 2021 (BK-act. 3, 4). Die C.________ anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte Taggeldzahlungen (BK-act. 82, 125). Die weitere vollständige Arbeitsunfähigkeit attestierte ab 22. Januar 2021 der behandelnde Orthopäde (BK-act. 11, 13, 20, 28, 30, 41, 42, 32, 44, 124). Dies nachdem am 21. Januar 2021 durch Dr.med. F.________ (Facharzt Orthopädie und Unfallchirurgie) eine diagnostische Arthroskopie der rechten Schulter sowie eine arthroskopische Supra-/Infraspinatussehnenrekonstruktion in PASTA-Repair, Bizeps-sehnentenotomie und Autotenodese nach KIM sowie subacromiale Bursektomie Schulter rechts durchgeführt wurde (BK-act. 16). Nach dem Eingriff vom 21. Januar 2021 entwickelte A.________ eine massive Frozen Shoulder, welche am 6. Mai 2021 eine Arthrolyse und Kapsulotomie notwendig machte (BK-act. 38, 48). Die vollständige Arbeitsunfähigkeit hielt derweil an (BK-act. 44, 52, 57, 124). Am 31. Oktober 2021 endete das Arbeitsverhältnis von A.________ mit der D.________ AG (krankheitsbedingt verlängerte Kündigungsfrist, BK-act. 58).
\n C. Auf entsprechende Anfrage hin (BK-act. 54) riet der Vertrauensarzt der C.________ am 21. September 2021, eine orthopädische Untersuchung durchführen zu lassen (BK-act. 54 S. 3). Die fachärztliche Untersuchung erfolgte am 27. Oktober 2021 durch Dr.med. G.________ (Fachärztin Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates) (BK-act. 59, 60). Aufgrund ihrer Beurteilung vom 28. Oktober 2021 (BK-act. 62) teilte C.________ A.________ mit Schreiben vom 4. November 2021 mit (BK-act. 64):
\n Wir sind nun zum Schluss gekommen, dass Sie in Ihrem angestammten Beruf als Betriebsangestellter keine 100-prozentige Arbeitsfähigkeit mehr erlangen werden. Es sei Ihnen jedoch möglich und zumutbar, eine 100-prozentige Arbeitsleistung in einer Ihrem Leiden angepassten Tätigkeit zu erbringen. Solche Tätigkeiten sind z.B. Hausinterne Dienste, leichte Archiv- oder Magazinerarbeiten sowie Kontroll- und Überwachungsfunktionen. Basis für diesen Entscheid sind die uns vorliegenden medizinischen Unterlagen und insbesondere die Beurteilung von Dr. med. G.________ vom 28.10.2021.
\n Wenn Sie uns die entsprechenden Artzeugnisse schicken, erhalten Sie noch bis am 28.02.2022 das Taggeld in bisheriger Höhe. Danach stellen wir Ihr Taggeld ein.
\n D. Am 17. Januar 2022 informierte A.________ die C.________, sein Arzt habe ihn weiterhin bis 14. März 2022 krankgeschrieben, worauf sich die C.________ bereit erklärte, den Sachverhalt nach Vorlage eines ärztlichen Berichts, weshalb eine angepasste Tätigkeit noch immer nicht möglich sei, neu zu prüfen (BK-act. 73). Am 7. Februar 2022 reichte A.________ ein Schreiben von Dr.med. F.________ ein (BK-act. 74), das gemäss C.________ aber bestätigte, dass ihm eine leichte angepasste Tätigkeit medizinisch zumutbar sei (BK-act. 75).
\n E. Am 27. Februar 2022 sandte A.________ der C.________ einen weiteren Arztbericht zu, wonach er unter einer Coxarthrose links leide und entsprechend arbeitsunfähig sei; eine Operation sei für den 4. April 2022 geplant (BK-act. 84-86). Mit Schreiben vom 11. März 2022 lehnte die C.________ eine Leistungspflicht für die Arbeitsunfähigkeit wegen Coxarthrose ab, da er per 31. Oktober 2021 aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden und entsprechend für neue Diagnosen nicht versichert sei (BK-act. 87).
\n F. Am 30. März 2022 liess A.________ durch seinen Rechtsvertreter bei der C.________ Taggeldzahlungen über den 1. März 2022 hinaus einfordern (BK-act. 99). Nachdem die C.________ bei Dr.med. G.________ eine Stellungnahme eingeholt hat (BK-act. 106), lehnte sie die Weiterausrichtung von Taggeldzahlungen über den 1. März 2022 hinaus ab, da A.________ für leichtere Tätigkeiten vollständig arbeitsfähig sei (BK-act. 107).
\n G. A.________ lässt am 19. Juli 2022 beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Klage gegen die C.________ einreichen mit den Rechtsbegehren:
\n 1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger das Taggeld von 01. März 2022 bis 17. Mai 2022 (78 Tage) im Umfang von CHF 13'602.05 nebst Zins zu 5% bei mittlerem Verfall seit 01. März 2022, eventualiter was rechtens, zu bezahlen.
\n 2. Mehrforderungen werden explizit vorbehalten.
\n 3. Alles unter ordentlicher und ausserordentlicher Kostenfolge zulasten der Beklagten.
\n H. Mit Klageantwort vom 19. September 2022 beantragt C.________:
\n 1. Die Klage vom 19. Juli 2022 sei vollumfänglich abzuweisen.
\n 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers.
\n I. Mit Schreiben (mit Datum vom 9.3.2022, Postaufgabe 19.10.2022, Posteingang beim Gericht am 21.10.2022) verzichtet der Kläger auf eine Replik sowie eine Hauptverhandlung.
\n Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:
\n 1. Eingeklagt sind vorliegend Taggeldleistungen aus der zwischen der Arbeitgeberin des Klägers und der Beklagten abgeschlossenen kollektiven Krankentaggeldversicherung nach VVG (BK-act. 123).
\n 1.1.1  Streitigkeiten aus einer Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung unterstehen gemäss