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\n \n \n I 2022 59
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| \n Entscheid vom 10. März 2023
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\n \n \n Besetzung
| \n lic.iur. Thomas Rentsch, Vizepräsident
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| \n Dr.med. Urs Gössi, Richter Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
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| \n MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber
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\n \n \n Parteien
| \n A.________, \n Beschwerdeführer, \n vertreten durch Rechtsanwältin lic.iur. B.________,
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| \n gegen
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| \n IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz, \n Vorinstanz,
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\n \n \n Gegenstand
| \n Invalidenversicherung (Rente)
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Sachverhalt:\n
A. A.________ (geboren am ____1970) ist in der Türkei (in einer kurdisch-alevitischen Familie) aufgewachsen. Nach der Grundschule und einer Mittelschule (in Ankara) war er im Teppich-, Lebensmittel- und später im Geschirrhandel erwerbstätig. Er absolvierte 18 Monate Militärdienst. Ab 1991 erlebte er Verhaftungen, Polizeiterror und Gefängnisaufenthalte (IV-act. 56-13/41). A.________ ist seit dem ____ 1993 verheiratet und Vater einer Tochter mit Jahrgang 1996 (IV-act. 2-2f./9). Am 6. Februar 2002 gelangte er als Flüchtling in die Schweiz und verfügt nun über die Niederlassungsbewilligung C (IV-act. 8). Seit dem
\n 1. Februar 2019 arbeitete er wöchentlich während 24 bis 26 Stunden als Aushilfe/ Pizzakurier (IV-act. 6). Zuvor hatte er von 2007 bis Januar 2019 (ebenfalls als Küchenhilfe/ Kurier) in einem Restaurant in C.________ gearbeitet (IV-act. 63).
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B. Am 7. Juli 2020 unterzeichnete A.________ eine Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen. Seine gesundheitlichen Beeinträchtigungen umschrieb er mit \"psychische & physische Beeinträchtigung\" bzw. \"traumatische Erlebnisse &
\n Magengeschwüre sowie Lungenprobleme\" bzw. \"Magenprobleme, Ellbogenbeschwerden\" (IV-act. 2-6f./9 Ziff. 6.1 und 6.2).
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C. Nach Abklärungen teilte die IV-Stelle am 31. August 2021 mit, dass medizinische Untersuchungen (Neuropsychologie/ Psychiatrie) nötig seien; es wurden die Namen der Gutachter bekanntgegeben (IV-act. 39). Das neuropsychologische Gutachten von lic.phil. D.________ datiert vom 21. Dezember 2021, während Dr.med. E.________ sein psychiatrisches Gutachten am 27. Dezember 2021 fertiggestellt hat; am 30. Dezember 2021 erstatteten die beiden Gutachter eine interdisziplinäre Gesamtbeurteilung (IV-act. 56).
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D. Nach Einsicht in die Gutachten veranlasste der RAD-Arzt F.________ (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) am 24. Januar 2022 eine Rückfrage an den Gutachter (IV-act. 58f.), welche von Dr.med. E.________ am
25. Januar 2022 beantwortet wurde (vgl. IV-act. 60). In einer Stellungnahme vom 7. Februar 2022 pflichtete der RAD-Psychiater F.________ dem Begutachtungsergebnis bei (IV-act. 62). Per 31. März 2022 wurde das bisherige Arbeitsverhältnis von A.________ (mit der G.________ GmbH) beendet (IV-act. 78).
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E. Mit Vorbescheid vom 1. April 2022 kündigte die IV-Stelle an, das Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act. 65). Dagegen liess A.________ mit Eingaben vom 13. Mai 2022 und vom 15. Juni 2022 Einwände erheben (IV-act. 73 und 76). In der Zwischenzeit hatte er am 12. April 2022 einen Arbeitsvertrag mit der H.________ GmbH als Aushilfe (ab 1.5.2022) abgeschlossen (IV-act. 79).
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F. In einer Stellungnahme vom 9. August 2022 äusserte sich Dr.med. E.________ zu den ihm unterbreiteten Einwänden (IV-act. 84 i.V.m. 82, 83). Daraufhin hielt der RAD-Psychiater F.________ am 15. September 2022 an der interdisziplinären Gesamtbeurteilung der Gutachter fest, wonach aus psychiatrischer Sicht die Arbeitsfähigkeit maximal zu 50% eingeschränkt sei (IV-act. 86).
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G. Am 20. September 2022 verfügte die IV-Stelle, dass bei einem ermittelten IV-Grad von 32% kein Anspruch auf eine Rente bestehe.
\n Dagegen lässt A.________ rechtzeitig am 19. Oktober 2022 beim Verwaltungsgericht Beschwerde erheben mit den folgenden Rechtsbegehren:
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\n - Die Verfügung vom 20. September 2022 sei aufzuheben.
\n - Dem Versicherten sei die ihm von Gesetzes wegen zustehende Rente auszurichten.
\n - Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.
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\n Zudem beantragt er einen zweiten Schriftenwechsel sowie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (inkl. unentgeltliche Rechtsverbeiständung).
\n Mit Vernehmlassung vom 17. November 2022 beantragt die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers.
\n Mit Replik vom 19. Januar 2023 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest. Die Vorinstanz nimmt dazu mit Duplik vom 8. Februar 2023 Stellung. Mit unaufgeforderter Eingabe vom 6. März 2023 äussert sich der Beschwerdeführer erneut.
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Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:\n
1.1.1 Nach Art. 4 Abs. 1 des Invalidenversicherungsgesetzes (IVG; SR 831.20) in Verbindung mit