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I 2022 6
 
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Entscheid vom 16. Mai 2022
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Besetzung
lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
 
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
 
MLaw Milena Pesic, a.o. Gerichtsschreiberin
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Parteien
A.________,
\n Beschwerdeführerin,
\n vertreten durch Rechtsanwältin B.________,
 
gegen
 
IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
\n Vorinstanz,
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Gegenstand
Invalidenversicherung (Hilflosenentschädigung)
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Sachverhalt:
\n A. A.________ (früher mit dem Familiennamen C.________, geb. ________1982) wurde am 2. Juli 1984 wegen Epilepsie zum Bezug von IV-Leistungen für Minderjährige angemeldet (IV-act. 1). Mit Verfügung vom 11. September 1984 übernahm die IV-Stelle D.________ die Kosten für medizinische Massnahmen wegen eines Geburtsgebrechens Ziff. 387 (vgl. IV-act. 3). In der Folge gewährte die IV-Stelle D.________ weitere Leistungen (vgl. IV-act. 8, 11, 31, 37, 40, 42f.).
\n B. Nach dem Umzug in den Kanton Schwyz im März 1997 übernahm die IV-Stelle Schwyz Kosten für Sonderschulmassnahmen (IV-act. 45) und verlängerte den Anspruch auf medizinische Massnahmen (IV-act. 50). Am 23. Februar 1999 erteilte die IV-Stelle Schwyz Kostengutsprache für eine Schnupperlehre in der Einrichtung E.________ in F.________ (IV-act. 53) und dann für eine IV-Anlehre im Textilbereich (IV-act. 55). Auch wurde ein IV-Taggeld zugesprochen (IV-act. 60). Ab Ende August 2001 arbeitete A.________ (bzw. C.________) an einem geschützten Arbeitsplatz bei der G.________ in H.________ in der Hauswirtschaft (IV-act. 69, mit einem Stundenlohn von Fr. 1.30, IV-act. 70-2/2).
\n C. Mit Verfügung vom 19. März 2002 hat die IV-Stelle Schwyz mit Wirkung ab 1. August 2001 eine ganze IV-Rente zugesprochen (IV-act. 94%, vgl. IV-act. 72). Die Vormundschaftsbehörde I.________ hatte mit Beschluss vom 12. Juni 2003 A.________ (bzw. C.________) verbeiständet und einen Amtsvormund als Beistand eingesetzt (IV-act. 75). Am 26. Oktober 2004 sowie am 30. Januar 2008 teilte die IV-Stelle mit, dass unverändert Anspruch auf eine ganze IV-Rente bestehe (IV-Grad neu 92%, IV-act. 80 und 85).
\n D. Nach Eingang eines Gesuchs für eine Hilflosenentschädigung (IV-act. 89) erfolgte am 17. Februar 2009 eine Abklärung des Hilfsbedarfs (IV-act. 96). Nach einem Vorbescheid vom 17. März 2009 (= IV-act. 97) verfügte die IV-Stelle am 18. Mai 2009, dass mit Wirkung ab 1. Juni 2007 Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung leichten Grades bestehe (IV-act. 101). Am 19. April 2011 bestätigte die IV-Stelle diesen Anspruch (IV-act. 107). Mit Verfügung vom 19. September 2012 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch der zwischenzeitlich verheirateten A.________ auf einen Assistenzbeitrag (IV-act. 117). Am 15. Februar 2013 teilte die IV-Stelle mit, dass unverändert Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung leichten Grades bestehe (IV-act. 122).
\n Am 4. September 2013 informierte der Berufsbeistand, dass A.________ entschieden habe, ab 1. November 2013 auf eine Begleitung (durch J.________) zu verzichten, weshalb die Hilflosenentschädigung per Ende Oktober 2013 eingestellt werden könne (IV-act. 131). Am 4. Oktober 2013 folgte die Mitteilung des Berufsbeistands, wonach die Beistandschaft für A.________ beendet worden sei (IV-act. 138). Mit Verfügung vom 28. Oktober 2013 hob die IV-Stelle die Hilflosenentschädigung auf (IV-act. 142), derweil der Anspruch auf eine ganze IV-Rente am 22. Oktober 2012 (IV-act. 141) bzw. am 14. Dezember 2016 (IV-act. 155) bestätigt wurde.
\n E. Am 4. Januar 2020 ist A.________ Mutter von Zwillingen geworden (K.________ und L.________, vgl. IV-act. 161). Mit Verfügung vom 31. Januar 2020 gewährte die IV-Stelle entsprechende Kinderrenten (IV-act. 167).
\n Eine für den 17. März 2020 geplante Haushaltabklärung wurde aufgrund der Corona-Situation vorerst abgesagt (IV-act. 168) und am 19. Mai 2020 nachgeholt (IV-act. 199). Gestützt darauf wurde nach der gemischten Methode (mit 25% Erwerbstätigkeit und 75% Haushalt/ Familie) ein IV-Grad von 30% ermittelt (IV-act. 171-2/3). Mit Verfügung vom 21. Oktober 2020 hat die IV-Stelle die bisher ganze IV-Rente aufgehoben (IV-act. 185). Eine dagegen erhobene Beschwerde hat das Verwaltungsgericht mit Entscheid I 2020 104 vom 17. Mai 2021 insoweit gutgeheissen, als die bisher ganze IV-Rente für den Zeitraum ab 1. Dezember 2020 auf eine halbe IV-Rente (IV-Grad 51.4%) herabgesetzt wurde (IV-act. 210).
\n F. In der Zwischenzeit war am 25. August 2020 ein neues Gesuch für eine Hilflosenentschädigung eingegangen (IV-act. 181). Am 20. Oktober 2020 erfolgte eine Abklärung der Hilfsbedürftigkeit vor Ort (IV-act. 187). Gestützt darauf kündigte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 22. Oktober 2020 an, das Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act. 188). Dagegen liess A.________ mit Eingabe vom 20. November 2020 Einwände erheben (IV-act. 196). Am 4. Februar 2021 verfügte die IV-Stelle, dass kein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung bestehe (IV-act. 200). Nach einer Beschwerde vom 5. März 2021 hat die IV-Stelle die angefochtene Verfügung am 16. April 2021 widerrufen, worauf der zuständige Einzelrichter des Verwaltungsgerichts das Beschwerdeverfahren mit Entscheid
\n I 2021 20 vom 20. April 2021 als gegenstandslos geworden am Protokoll abschreiben konnte (IV-act. 210).
\n G. Am 11. Mai 2021 nahm eine Fachperson der IV-Stelle vor Ort eine weitere Abklärung der Hilfsbedürftigkeit vor; ausserdem erfolgten am 1. und 7. Juni 2021 telefonische Abklärungen (IV-act. 227). Gestützt auf den entsprechenden Bericht vom 2. September 2021 kündigte die IV-Stelle am 9. September 2021 an, das Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act. 228). Dagegen liess A.________ am 11. Oktober 2021 Einwände erheben (IV-act. 235). Am 16. Dezember 2021 verfügte die IV-Stelle, dass kein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung bestehe (IV-act. 236).
\n H. Gegen diese Verfügung reichte A.________ (unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes nach