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\n \n \n I 2023 11
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| \n Entscheid vom 8. Juli 2024
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\n \n \n Besetzung
| \n lic.iur. Thomas Rentsch, Vizepräsident
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| \n Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter Dr.med. Urs Gössi, Richter
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| \n MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin
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\n \n \n Parteien
| \n A.________, \n Beschwerdeführer, \n vertreten durch Rechtsanwältin B.________,
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| \n gegen
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| \n IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz, \n Vorinstanz,
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\n \n \n Gegenstand
| \n Invalidenversicherung (Rente)
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Sachverhalt:\n
A. A.________ (geb. ________1971; gelernter Heizungsmonteur) meldete sich am 16. Januar 2017 (Posteingang) aufgrund von Rückenproblemen, Herzinfarkt und psychischen Problemen sowie in der Folge 100%-iger Arbeitsunfähigkeit seit dem 26. Oktober 2015 bei der IV-Stelle Schwyz zum Leistungsbezug an (IV-act. 1).
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B. Nach eingehenden Abklärungen erachtete die IV-Stelle Schwyz im Rahmen eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens gemäss Schreiben vom 21. März 2018 die Durchführung einer suchtspezifischen Behandlung mit dokumentierter Alkohol- und Drogenabstinenz (Kokain und Cannabis) von mindestens sechs Monaten als angezeigt, wobei diese ambulant und alle zwei Wochen durchgeführt werden sollte und monatliche Laborkontrollen erforderlich seien (IV-act. 36). Mit Schreiben vom 14. April 2018 sowie telefonisch am 8. Mai 2018 willigte A.________ ein, gemäss Aufforderung mitzuwirken, unter dem Vorbehalt die Kostenübernahme prüfen zu müssen (IV-act. 37, 39). Am 24. Mai 2018 bestätigte die Krankenkasse die Kostenübernahme (IV-act. 43-2/3). Mit Schreiben vom 27. Juni 2018 informierte die IV-Stelle Schwyz den Hausarzt des Beschwerdeführers betreffend die Auflagen (IV-act. 44). In der Folge kam es immer wieder zu telefonischen Kontakten zwischen der IV-Stelle Schwyz und A.________.
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C. Mit Schreiben vom 4. Dezember 2019 gab die IV-Stelle Schwyz A.________ erneut Gelegenheit bis zum 31. Dezember 2019, um die erste Laborkontrolle einzureichen, nachdem bis zum Zeitpunkt dieses Schreibens weder eine suchtspezifische Behandlung aufgenommen, noch eine dokumentierte Alkohol- und Drogenabstinenz über sechs Monate (sondern lediglich über einen kürzeren Zeitraum) erfolgt ist (IV-act. 74).
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D. Mit Vorbescheid vom 24. März 2020 sah die IV-Stelle Schwyz vor, das Leistungsbegehren von A.________ (Kostengutsprache für suchtspezifische Behandlungen) abzuweisen (IV-act. 83). Mit Verfügung vom 22. Juni 2020 bestätigte die IV-Stelle Schwyz die Abweisung des Leistungsbegehrens (IV-act. 91).
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E. Nach weiteren Abklärungen wurde A.________ von der IV-Stelle Schwyz mit Schreiben vom 15. Oktober 2020 aufgefordert, weitere Unterlagen einzureichen sowie sich in eine regelmässige suchtspezifische psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung zu begeben (IV-act. 102). In der Folge gingen bei der IV-Stelle Schwyz weitere Arztberichte ein, u.a. am 4. Januar 2021 der Bericht der C.________ (vom 30.10.2020) (IV-act. 111).
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F. Am 6. Mai 2021 teilte die IV-Stelle Schwyz A.________ die Notwendigkeit einer polydisziplinären medizinischen Untersuchung (Allgemeine / Innere Medizin, Psychiatrie, Neuropsychologie und Orthopädie) mit (IV-act. 120). Am 19. Januar 2022 wurde D.________ beauftragt (IV-act. 126). Mit Schreiben vom 24. Februar 2022 wurden A.________ die Gutachterstelle sowie die vorgesehenen Fachpersonen mitgeteilt (IV-act. 134). Am 9. Juni 2022 wurde das D.________-Gutachten erstattet (IV-act. 137).
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G. Nach Stellungnahme des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) am 27. Juni 2022 (IV-act. 139) erfolgten gleichentags Rückfragen an die Gutachterstelle (IV-act. 140), welche am 16. August 2022 beantwortet wurden (IV-act. 141).
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H. Mit Vorbescheid vom 13. Oktober 2022 teilt die IV-Stelle Schwyz A.________ seinen Anspruch auf eine Viertelsrente ab 1. Juli 2017 mit (IV-act. 147). Am 3. November 2022 erhob A.________ dagegen Einwände (IV-act. 153). Mit Verfügung vom 4. Januar 2023 teilt die IV-Stelle A.________ seinen Anspruch auf eine IV-Viertelsrente ab 1. Juli 2017 mit (IV-act. 155, 157).
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I. Mit Eingabe vom 3. Februar 2023 (= Datum der Postaufgabe) lässt A.________ gegen die Verfügung vom 4. Januar 2023 fristgerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz erheben mit den folgenden Anträgen:
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\n - Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 4. Januar 2023 sei aufzuheben.
\n - Dem Beschwerdeführer sei rückwirkend seit dem 1. Juli 2017 eine ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100% zuzusprechen.
\n - Eventualiter: Es sei ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten anzuordnen.
\n - Dem Beschwerdeführer sei für das vorliegende Beschwerdeverfahren die vollumfängliche unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei ihm die unterzeichnende Rechtsanwältin als unentgeltliche Rechtsbeiständin beizugeben.
\n - Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
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J. Mit Vernehmlassung vom 24. Februar 2023 beantragt die IV-Stelle Schwyz, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdeführers. Mit Replik vom 20. März 2023 und Duplik vom 31. März 2023 halten der Beschwerdeführer und die Vorinstanz an ihren Anträgen fest. Mit Schreiben vom 4. April 2024 und 16. April 2024 lässt der Beschwerdeführer weitere Arztberichte einreichen.
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Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:\n
1. Zu prüfen ist im konkreten Fall, ob die Vorinstanz zu Recht (nur) einen Anspruch auf eine IV-Viertelsrente seit dem 1. Juli 2017 bejaht hat.
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1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (