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I 2023 85
 
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Entscheid vom 12. Dezember 2023
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Besetzung
Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
 
Dr.med. Urs Gössi, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
 
MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin
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Parteien
A.________,
\n Beschwerdeführer,
\n vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________
 
gegen
 
Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern,
\n Vorinstanz,
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Gegenstand
Unfallversicherung (Invalidenrente; Fristwiederherstellung)
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Sachverhalt:
\n A. Mit Schadenmeldung für arbeitslose Personen wurde der Suva am 22. April 2022 mitgeteilt, A.________ habe am 4. April 2022 um 15 Uhr den Abfall rausbringen wollen und sei dabei im 1. Stock ausgerutscht und aufs Gesäss gefallen. Als verletzter Körperteil wurde das Steissbein, akute Lumbalgie, genannt (Vi-act. 1, 41). Am 12. Mai 2022 bestätigte die Suva, A.________ habe für die Folgen des Nichtberufsunfalls vom 4. April 2022 Anspruch auf Versicherungsleistungen (Vi-act. 4). Am 2. Mai 2022 nahm A.________ die Arbeit wieder auf, hatte seit anfangs Oktober 2022 indes wieder Schmerzen (Vi-act. 11, 19, 32), so dass er am 5. Oktober 2022 erneut den Arzt aufsuchte und dieser eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestierte (Vi-act. 8, 9). Am 28. Oktober 2022 informierte die Suva A.________, sie überprüfe ihre Leistungspflicht und werde ihn nach Abschluss der Prüfungen über die Versicherungsleistungen informieren (Vi-act. 12). Mit Arztbericht vom 2. Februar 2023 nannte Dr.med. C.________ (Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Sportmedizin) die Diagnose einer ausgeprägten Lumbalgie bzw. Lumboischialgie bei Diskushernie L5/S1 mit Neurokompression links nach Treppensturz vom 4. April 2022 (Vi-act. 49).
\n B. Nachdem der Kreisarzt Dr.med. D.________ (Facharzt für Chirurgie, speziell Allgemeinchirurgie und Traumatologie) Fragen der Administration beantwortet hatte (Vi-act. 51), verfügte die Suva am 10. Februar 2023, der Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall vom 4. April 2022 eingestellt hätte, sei gemäss medizinischer Beurteilung spätestens nach 6 Monaten erreicht. Der Fall werde per 15. Februar 2023 abgeschlossen, Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) auf diesen Zeitpunkt eingestellt und ein Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen abgelehnt (Vi-act. 55).
\n C. Am 9. März 2023 liess A.________ durch RA Dr.iur. E.________ Einsprache gegen die Verfügung vom 10. Februar 2023 erheben (Vi-act. 68) sowie am 17. und 26. April 2023 ergänzen (Vi-act. 71, 88). Nach Einholen einer weiteren ärztlichen Beurteilung von Dr.med. D.________ vom 20. Juli 2023 (Vi-act. 97) wies die Suva die Einsprache mit Entscheid vom 21. Juli 2023 ab. Der Entscheid wurde dem Krankenversicherer von A.________ und seinem Rechtsvertreter schriftlich per A-Post Plus eröffnet (Vi-act. 98, 99).
\n D. Am 25. September 2023 informierte RA B.________ die Suva, er sei der neue Rechtsvertreter von A.________, was auch der Einspracheabteilung zur Kenntnis zu bringen sei, da in der Sache eine Einsprache hängig sei (Vi-act. 101). Am 20. Oktober 2023 erkundigte er sich neuerlich nach dem Stand des Einspracheverfahrens (Vi-act. 104). Am 25. Oktober 2023 teilte die Suva dem neuen Rechtsvertreter mit, der Einspracheentscheid sei dem vorherigen Rechtsvertreter am 21. Juli 2023 zugestellt worden (Vi-act. 105). Am 29. Oktober 2023 ersuchte der (neue) Rechtsvertreter um Zustellung der medizinischen Akten (Vi-act. 106).
\n E. Am 2. November 2023 lässt A.________ beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz durch RA B.________ Beschwerde einreichen mit den Anträgen:
\n 1. Soweit die Beschwerdefrist als verpasst angesehen werden sollte, wird beantragt die Beschwerdefrist wiederherzustellen.
\n 2. Der angefochtene Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 21. Juli 2023 sei aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung zurückzuweisen.
\n 3. Unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
\n Mit Vernehmlassung vom 10. November 2023 beantragt die Suva, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten; eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen und der Einspracheentscheid vom 21. Juli 2023 sei zu bestätigen. Am 15. November 2023 repliziert der Beschwerdeführer und ersucht um antragsgemässes Verfahren.
\n Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:
\n 1. Vor Erlass eines Entscheides prüft das Verwaltungsgericht von Amtes wegen, ob die Voraussetzungen für einen Sachentscheid erfüllt sind. Es prüft u.a. die frist- und formgerechte Geltendmachung des Rechtsanspruches (vgl. § 27 Abs. 1 lit. f Verwaltungsrechtspflegegesetz [VRP; SRSZ 234.110] vom 6.6.1974). Ist eine Voraussetzung nicht erfüllt, trifft das Gericht einen Nichteintretensentscheid (