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I 2023 9
 
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Entscheid vom 12. Juni 2023
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Besetzung
lic.iur. Thomas Rentsch, Vizepräsident
 
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
 
lic.iur. Josef Mathis, Gerichtsschreiber
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Parteien
A.________,
\n Beschwerdeführerin,
\n vertreten durch Rechtsanwalt B.________,
 
gegen
 
IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
\n Vorinstanz,
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Gegenstand
Invalidenversicherung (Assistenzbeitrag)
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Sachverhalt:
\n A. Am 8. August 2000 ging bei der IV-Stelle C.________ eine Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen für A.________ (Jg. 2000) ein. Mit Verfügung vom 18. September 2000 sprach die IV-Stelle C.________ (SVA Kanton C.________) für 5 Jahre (bis 31.7.2005) medizinische Massnahmen zur Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 313 (angeborene Herz- und Gefässmissbildungen) zu (vgl. IV-act. 5). Mit Verfügung vom 14. März 2001 gewährte die IV-Stelle C.________ medizinische Leistungen zur Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 274 (angeborener Verschluss oder angeborene Verengung von Magen, Darm, Mastdarm und After) für 10 Jahre (bis 31.8.2010, vgl. IV-act. 9). Mit Verfügung vom 14. Oktober 2004 erteilte die IV-Stelle C.________ Kostengutsprache für heilpädagogische Früherziehung (bis zum Eintritt in den Kindergarten, IV-act. 12). Mit Verfügung vom 24. Oktober 2005 verlängerte die IV-Stelle C.________ den Anspruch auf heilpädagogische Früherziehung bis zum 31. Juli 2007 (IV-act. 18). Am 25. Oktober 2005 lehnte es die IV-Stelle C.________ ab, die Kosten für Ergotherapie zu übernehmen (IV-act. 19).
\n B. Nach einem Umzug in den Kanton Schwyz ging bei der IV-Stelle Schwyz am 13. April 2007 eine Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen für A.________ ein (IV-act. 32). Nach Prüfung der Unterlagen gelangte der RAD-Arzt Dr.med. D.________ am 7. Mai 2007 zur Erkenntnis, dass bei A.________ eine Störung aus dem autistischen Formenkreis (ICD10 F84.1) vorliegt (IV-act. 37). Die IV-Stelle Schwyz teilte am 11. Mai 2007 mit, dass die Kosten für medizinische Massnahmen im Zusammenhang mit dem Geburtsgebrechen Ziff. 401 bis zum 30. Mai 2011 übernommen werden (IV-act. 39).
\n C. Am 21. September 2007 verfügte die IV-Stelle Schwyz, dass ab 1. April 2006 Anspruch auf eine Entschädigung wegen Hilflosigkeit mittleren Grades und ab 1. Oktober 2006 Anspruch auf eine Entschädigung wegen Hilflosigkeit schweren Grades bestehe; zudem werde bei Aufenthalt zu Hause ab 1. April 2006 ein Intensivpflegezuschlag gewährt (IV-act. 45). Am 17. März 2009 verlängerte die IV-Stelle Schwyz die Kostenübernahme für Ergotherapie für ein weiteres Jahr (IV-act. 52). Am 16. Oktober 2009 teilte die IV-Stelle Schwyz mit, dass die Kosten für die Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 207 (angeborene Bildung überzähliger Zähne) übernommen werden, derweil eine Kostenübernahme für antroposophische Medizin/ Homöopathie/ Neuraltherapie/ Phytotherapie abgelehnt wurde (IV\u2011act. 61). Mit Mitteilung vom 22. April 2010 wurden die Kosten für Ergotherapie bis zum 12. März 2011 übernommen (IV-act. 65). Am 24. August 2010 erteilte die IV-Stelle Schwyz Kostengutsprache für ein Kommunikationsgerät (IV-act. 72). Mit Mitteilung vom 24. bzw. 25. Februar 2011 verlängerte die IV-Stelle Schwyz die Kostengutsprache für medizinische Massnahmen und für Ergotherapie im Zusammenhang mit dem Geburtsgebrechen Ziff. 401 bzw. ab 1. Juni 2011 Geburtsgebrechen Ziff. 405 (IV-act. 83 und 84).
\n D. Am 9. Dezember 2014 ging eine Anmeldung für den Assistenzbeitrag für A.________ bei der IV-Stelle Schwyz ein (IV-act. 102 f.). Mit Verfügung vom 18. März 2015 anerkannte die IV-Stelle Schwyz mit Wirkung ab 1. Januar 2015 einen Anspruch auf einen Assistenzbeitrag an tatsächlich erbrachte Assistenzstunden von monatlich durchschnittlich Fr. 4'097.35 bzw. jährlich maximal Fr. 45'070.85 (IV-act. 111). Gemäss Mitteilung vom 6. Juli 2015 wurde die Kostengutsprache für Ergotherapie verlängert (bis 31.5.2016, vgl. IV-act. 119). Nach einer Überprüfung bestätigte die IV-Stelle mit Verfügung vom 14. März 2016 einen unveränderten Anspruch auf den Assistenzbeitrag (IV-act. 126). Am 10. November 2016 verlängerte die IV-Stelle Schwyz die Kostengutsprache für medizinische Massnahmen (inkl. Ergotherapie, vgl. IV-act. 141). Am 1. März 2017 übernahm sie die Kosten für Inkontinenzprodukte (IV-act. 148). Am 30. Mai 2017 erteilte sie Kostengutsprache für die Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 387 (angeborene Epilepsie, rückwirkend ab 1. März 2016, IV-act. 155). Diese Kostengutsprache wurde am 4. Juli 2017 bis zum 31. Juli 2020 verlängert (IV-act. 158).
\n E. Am 19. Dezember 2017 verfügte die IV-Stelle Schwyz, dass der Anspruch auf einen Assistenzbeitrag an tatsächlich erbrachte Assistenzstunden auf monatlich durchschnittlich Fr. 5'507.45 bzw. jährlich maximal Fr. 60'581.95 erhöht werde (IV-act. 166). Am 8. Mai 2018 anerkannte die IV-Stelle Schwyz einen Anspruch auf Berufsberatung und Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten (IV\u2011act. 170).
\n F. Mit Beschluss vom 11. Juli 2018 wurden die Eltern, E.________ und F.________, von der KESB Ausserschwyz per 6. Juli 2018 als Beistände für die Tochter A.________ ernannt (IV-act. 188).
\n G. Mit Verfügung vom 6. September 2018 wurde A.________ mit Wirkung ab 1. August 2018 eine ganze IV-Rente (IV-Grad 100%) zugesprochen (IV-act. 189 bis 191). Mit Verfügung vom 6. November 2018 anerkannte die IV-Stelle Schwyz ab 1. August 2018 einen Anspruch auf eine Entschädigung wegen schwerer Hilflosigkeit (IV-act. 202). Mit Mitteilung vom 16. November 2018 verlängerte die IV-Stelle die Kostengutsprache für Ergotherapie (IV-act. 209). Zuerst mit Vorbescheid vom 8. Oktober 2018 (IV-act. 197) und auf Einwände der Eltern bzw. Beistände von A.________ vom 8. November 2018 und vom 5. Februar 2019 hin (IV-act. 205 und 217), bestätigte die die IV-Stelle Schwyz mit Verfügung vom 27. März 2019 einen unveränderten Anspruch auf den Assistenzbeitrag (IV-act. 219). Eine dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz mit VGE I 2019 33 vom 8. August 2019 ab (IV-act. 225). Eine hiergegen eingereichte Beschwerde hat das Bundesgericht mit Urteil 8C_624/2019 vom 17. Januar 2020 abgewiesen (IV-act. 227).
\n H. Mit Mitteilung vom 9. Juni 2020 verlängerte die IV-Stelle die Kostengutsprache für Ergotherapie (IV-act. 235).
\n I. Am 7. Oktober 2022 ersuchte die IV-Stelle Schwyz den Vater bzw. Beistand von A.________ bezüglich im Rahmen des Assistenzbeitrages geleisteter Arbeitsstunden um Einreichung von Kopien der Arbeitsverträge mit den aktuellen Arbeitnehmenden sowie der Abrechnung (inkl. Lohndeklaration) der Ausgleichskasse zu den Arbeitnehmenden für die Sozialversicherungsbeiträge (IV-act. 236). Per E-Mailschreiben vom 22. November 2022 bestätigte die IV-Stelle Schwyz, dass die verlangten Unterlagen am 31. Oktober 2022 eingereicht worden seien (IV-act. 243).
\n J. Zuerst mit Mitteilung vom 1. Dezember 2022 (IV-act. 244) und danach mit Verfügung vom 15. Dezember 2022 (IV-act. 246) hielt die IV-Stelle Schwyz fest, dass für Assistenzpersonen, die bei der G.________ GmbH angestellt sind, und nicht bei einer natürlichen Person, zukünftig (ab. 1.1.2023) im Rahmen des Assistenzbeitrages keine weiteren Stunden mehr vergütet werden.
\n K. Dagegen lässt die Beschwerdeführerin am 31. Januar 2023 Beschwerde erheben mit den Anträgen:
\n 1. Es sei in Aufhebung der Verfügung vom 15. Dezember 2022 das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin gutzuheissen.
\n 2. Eventualiter sei in Aufhebung der Verfügung vom 15. Dezember 2022 festzustellen, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen des Assistenzbeitrags auch ab 1. Januar 2023 Anspruch auf Vergütung der Arbeitsstunden bei der G.________ GmbH angestellten Personen, die Hilfeleistungen zu ihren Gunsten erbringen, hat.
\n 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz.
\n L. Mit Vernehmlassung vom 24. Februar 2023 beantragt die IV-Stelle Schwyz, die Beschwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin. Die Beschwerdeführerin lässt mit Replik vom 20. März 2023 darum ersuchen, dass antragsgemäss verfahren werde. Dazu äussert sich die IV-Stelle Schwyz mit Duplik vom 31. März 2023. In einer weiteren Eingabe vom 11. Mai 2023 lässt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen festhalten.
\n Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:
\n 1.1 Ein Assistenzbeitrag wird gemäss