Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Entscheid: IV.1998.00673
IV.1998.00673

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichter Walser

Ersatzrichterin Romero-Käser

Gerichtssekretärin Dall'O


Urteil vom 28. Februar 2003
in Sachen
D.___
 
Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt Adrian Fiechter
Poststrasse 6, Postfach 239, 9443 Widnau

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA)
IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin


Sachverhalt:
1.       D.___, geboren 1947, arbeitete von 1991 bis 1996 als Betriebsangestellter und Schleifer bei der A.___, "___" (Urk. 31/39/1 S. 1 Ziff. 1). Er meldete sich am 1. April 1998 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Berufsberatung, Rente) an (Urk. 31/41). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf medizinische Abklärungen (Urk. 31/19-23) und zog einen Zusammenzug der individuellen Konti (Urk. 31/37) sowie eine Auskunft der Arbeitgeberin (Urk. 31/39/1) bei. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 31/13) erging am 7. Oktober 1998 die Verfügung, mit der das Leistungsbegehren des Versicherten abgewiesen wurde (Urk. 2 = Urk. 31/12).

2.
2.1     Gegen die Verfügung vom 7. Oktober 1998 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Adrian Fiechter, Widnau, mit Eingabe vom 5. November 1998 Beschwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente sowie die Anordnung einer interdisziplinären Begutachtung (Urk. 1 S. 2).
2.2     Am 3. Dezember 1998 ersuchte die IV-Stelle um Sistierung des Verfahrens zwecks Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen (Urk. 7). Mit Verfügung vom 12. Januar 1999 wurde der Prozess bis zum Vorliegen der vollständigen medizinischen Untersuchungsergebnisse sistiert (Urk. 11). Mit Eingabe vom 9. Juli 1999 (Urk. 14) reichte der Beschwerdeführer einen Arztbericht der Universitätsklinik Balgrist (Urk. 15) zu den Akten. In ihrer Vernehmlassung vom 4. Juni 2002 wies die IV-Stelle unter Beilage der Mitteilung des Beschlusses vom 24. Mai 2002 (Urk. 21 = Urk. 31/1) auf die nach Eingang des psychiatrischen Gutachtens von Dr. med. B.___ vom 25. April 2002 (Urk. 22 = Urk. 31/6/2) in Aussicht genommene Wiedererwägung ihrer Verfügung hin, indem der Versicherte mit Wirkung ab 1. Januar 1998 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe (Urk. 20). Mit Verfügung vom 11. Juni 2002 wurde dem Versicherten Gelegenheit gegeben, seinen Beschwerdeantrag hinsichtlich des Rentenbeginns zu präzisieren (Urk. 23). Mit Eingabe vom 15. Juli 2002 verlangte der Versicherte die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente ab 6. Oktober 1996 (Urk. 25). Mit Verfügung vom 22. Juli 2002 wurde der IV-Stelle Frist angesetzt, um sich zur Frage des Rentenbeginns zu äussern (Urk. 28). Am 7. August 2002 erging die Verfügung, mit der dem Versicherten eine ganze Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Juli 2002 mit entsprechender Ehegatten- und Kinderrente zugesprochen wurde (Urk. 34/2).
2.3     In ihrer Beschwerdeantwort vom 3. September 2002 hielt die IV-Stelle am Rentenbeginn per 1. Januar 1998 fest und schloss auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 30). Am 18. Oktober 2002 erging sodann die Verfügung mit der dem Versicherten vom 1. Januar 1998 bis 30. Juni 2002 eine ganze Invalidenrente mit entsprechender Ehegatten- und Kinderrente zugesprochen wurde (Urk. 34/1). Mit Verfügung vom 22. November 2002 wurde die Sistierung des Verfahrens aufgehoben und ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Urk. 32).
2.4     In seiner Replik vom 13. Januar 2003 hielt der Versicherte daran fest, dass ihm bereits mit Wirkung ab 9. Oktober 1996, eventualiter sogar ab 1. Januar 1996, eine ganze Invalidenrente zuzusprechen sei (Urk. 36 S. 2). Nachdem die IV-Stelle innert der ihr mit Verfügung vom 16. Januar 2003 (Urk. 38) angesetzten Frist mitteilte, sie verzichte auf ihre Duplik (Urk. 40), wurde der Schriftenwechsel mit Verfügung vom 31. Januar 2003 geschlossen (Urk. 41).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.      
1.1     Am 1. Januar 2003 sind das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) und die Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 11. September 2002 (ATSV) in Kraft getreten und haben in einzelnen Sozialversicherungsgesetzen und -verordnungen zu Revisionen geführt. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Da sich der hier zu beurteilende Sachverhalt vor dem 1. Januar 2003 verwirklicht hat, gelangen die materiellen Vorschriften des ATSG und der ATSV sowie die gestützt darauf erlassenen Gesetzes- und Verordnungsrevisionen im vorliegenden Fall noch nicht zur Anwendung. Bei den im Folgenden zitierten Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen handelt es sich deshalb - soweit nichts anderes vermerkt wird - um die Fassungen, wie sie bis Ende 2002 in Kraft gewesen sind.
1.2     Nach der Rechtsprechung kann die Verwaltung bis zu ihrer Vernehmlassung die angefochtene Verfügung in Wiedererwägung ziehen und eine neue Verfügung erlassen. Diese neue Verfügung beendet den Streit insoweit, als sie den Anträgen der beschwerdeführenden Partei entspricht. Soweit damit den Beschwerdeanträgen nicht stattgegeben wird, besteht der Rechtsstreit weiter; in diesem Fall muss die Beschwerdeinstanz auf die Sache eintreten, ohne dass die beschwerdeführende Partei die neue Verfügung anzufechten braucht (BGE 113 V 237).
1.3     Die Verwaltung hat die massgebenden Gesetzesbestimmungen über die Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) und die Bemessung der Invalidität (Art. 28 Abs. 2 IVG) in der Begründung zur angefochtenen Verfügung zutreffend wiedergegeben (Urk. 2 S. 1). Darauf kann verwiesen werden.
1.4     Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 Erw. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 Erw. 4b.cc).
1.5     Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c).
1.6      Der Rentenanspruch entsteht laut Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens in dem Zeitpunkt, in welchem die versicherte Person
a.       mindestens zu 40 Prozent bleibend erwerbsunfähig geworden ist oder
b.        während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen war.
Obwohl das Gesetz dies - im Gegensatz zu der bis Ende 1987 gültig gewesenen Fassung - nicht ausdrücklich bestimmt, kann ein Rentenanspruch nach Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG nur entstehen, wenn nach Ablauf der Wartezeit weiterhin eine Erwerbsunfähigkeit gegeben ist. Die durchschnittliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit während eines Jahres und die nach Ablauf der Wartezeit bestehende Erwerbsunfähigkeit müssen kumulativ und in der für die einzelnen Rentenabstufungen erforderlichen Mindesthöhe gegeben sein, damit eine Rente im entsprechenden Umfang zugesprochen werden kann (BGE 121 V 274).
Art. 29 Abs. 1 lit. a IVG gelangt nur dort zur Anwendung, wo ein weitgehend stabilisierter, im Wesentlichen irreversibler Gesundheitsschaden vorliegt (BGE 119 V 102 Erw. 4a mit Hinweisen) und sich der Gesundheitszustand der versicherten Person künftig weder verbessern noch verschlechtern wird (Art. 29 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV). In den anderen Fällen entsteht der Rentenanspruch erst nach Ablauf der Wartezeit gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG. Diese gilt in jenem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist, was nach der Rechtsprechung bei einer Beeinträchtigung im Umfang von 20 % der Fall ist (AHI 1998 S. 124 Erw. 3c).

2.       Die formelle Verfügung über die Zusprechung der ganzen Invalidenrente vom 1. Januar 1998 bis 30. Juni 2000 erging am 18. Oktober 2002 (Urk. 34/1), mithin nach Erstattung der Vernehmlassung vom 3. September 2002 (Urk. 30). Bereits vor der Vernehmlassung hielt die Beschwerdegegnerin mit Mitteilung des Beschlusses vom 24. Mai 2002 (Urk. 31/1) verbindlich fest, ab 1. Januar 1998 bestehe ein Anspruch auf eine ganze Rente und wies die Ausgleichskasse zur Berechnung des konkreten Rentenbetrages und zum Erlass der entsprechenden Rentenverfügung an. Die Beschwerdegegnerin hatte somit bereits im Zeitpunkt der Vernehmlassung verbindlich die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente ab 1. Januar 1998 in die Wege geleitet. Die formelle Verfügung darüber erging kurze Zeit danach. Es steht aktenkundig fest, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Januar 1998 wiedererwägungsweise eine ganze Rente ausgerichtet erhält. Damit wurde, was die Zeit ab 1. Januar 1998 betrifft, dem Antrag des Beschwerdeführers vollumfänglich entsprochen. Insoweit kann das Beschwerdeverfahren als gegenstandslos geworden abgeschrieben werden.

3.
3.1     Nach wie vor strittig und zu prüfen ist der Rentenbeginn. Die Beschwerdegegnerin stellte sich auf den Standpunkt, der psychischen Komponente komme ab anfangs 1997 Krankheitswert zu, weshalb die Eröffnung der Wartezeit am 1. Januar 1997 rechtens sei (Urk. 30 S. 1 Ziff. 2). Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, es bestehe seit dem 9. Oktober 1996, eventualiter sogar ab 1. Januar 1996 ein Anspruch auf eine ganze Rente, da seit einem Unfallereignis vom 9. Oktober 1995 nie mehr eine Arbeitfähigkeit eingetreten sei (Urk. 36 S. 2).
3.2     Die behandelnden Ärzte der Orthopädischen Universitätsklinik Balgrist, Zürich, wo der Beschwerdeführer aufgrund eines Zwischenfalles mit einer Schleifmaschine am Arbeitsplatz vom 19. Februar bis 12. März 1996 hospitalisiert war, stellten am 18. März 1996 folgende Diagnose (Urk. 3/4 S. 1):

"-Cervikoradikuläres Reizsyndrom C7 bei DH C6/7 mediolateral li mit Beeinträchtigung der li Nervenwurzel C7
-leichte PHS li
-Traumatische Absplitterung eines Ossikelchens der Tub. tibiae li".

Sie attestierten dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis zum 24. März 1996 (Urk. 3/4 S. 4).
         Am 23. Juni 1997 diagnostizierten die behandelnden Ärzte der Orthopädischen Universitätsklinik Balgrist eine Schmerzexazerbation linksseitig bei bekanntem zervikobrachialem Syndrom bei bekannter Diskushernie C6/7 (Urk. 31/23/3 S. 1) ohne sich zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu äussern.
         Am 4. August 1997 wurde wiederum ein Status nach zervikobrachialem Syndrom bei Diskushernie C6/7 diagnostiziert und erklärt, der Beschwerdeführer sei aus orthopädischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 31/23/4).
         Nach erneuter Untersuchung in der Rheumasprechstunde am 13. Juli 1998 stellten die behandelnden Ärzte der Orthopädischen Universitätsklinik Balgrist am 16. Juli 1998 folgende Diagnose (Urk. 3/5 S. 1):
         "Cervikobrachiales Syndrom li bei:
              -   mediolateraler DH C6/7 li (MRI 3.1.96)
              -   St. n. diskretem Kompressionstrauma Dig. III der li Hand am 6.10.95 als
                   auslösendes Moment."
         Zur Arbeitsfähigkeit nahmen die behandelnden Ärzte keine Stellung (Urk. 3/5 S. 2).
         Auf Anfrage der Beschwerdegegnerin erklärten die behandelnden Ärzte der Orthopädischen Universitätsklinik Balgrist am 24. Juli 1998, es könne bezüglich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers keine Stellung genommen werden, da dieser sich erstmals nach einem Jahr am 13. Juli 1998 wieder in der rheumatologischen Poliklinik gemeldet habe, wobei er zur vereinbarten Verlaufskontrolle am 22. Juli 1998 unentschuldigt nicht erschienen sei (Urk. 31/22 S. 1 Ziff. 2).
3.3     Dr. med. C.___, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, "___", diagnostizierte am 1. Mai 1998 eine Lumbalgie (ab und zu) und ein Zervikobrachialsyndrom bei fraglicher Diskushernie C6/7 (Urk. 31/23/1 S. 2 Ziff. 3). Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers konnte er keine sicheren Angaben machen (Urk. 31/23/1 S. 1 Ziff. 1.5), erachtete jedoch eine Tätigkeit als Magaziner ohne Heben schwerer Lasten als voll zumutbar (Urk. 31/23/2 lit. b-d).
3.4     Dr. med. E.___, Chirurgie FMH, "___", beantwortete die Anfrage der Beschwerdegegnerin am 12. Juni 1998 dahingehend, dass der Beschwerdeführer von Januar bis September 1996 wegen verschiedenen Beschwerden, welche mit Erfolg behandelt worden seien, in seiner Behandlung gewesen sei. Der Beschwerdeführer leide weiterhin an chronischen Rückenschmerzen sowie Schmerzen im linken Knie, welche in der Orthopädischen Universitätsklinik Balgrist weiterbehandelt würden (Urk. 31/20).
3.5     Dr. med. Q.___, Neurologie, "___", hielt in seinem Bericht vom 13. August 1998 fest, er habe den Beschwerdeführer nur einige Male im Jahre 1996 gesehen, weshalb er zu den Fragen der Beschwerdegegnerin keine Stellung nehmen könne (Urk. 31/19 S. 2 Ziff. 4).
3.6     Am 30. August 2000 erstatteten Dr. med. G.___, Oberarzt, und Dr. med. H.___, Assistenzarzt, des Universitätsspitals Zürich, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin (USZ), ein Gutachten zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 31/18). Sie stellten folgende Diagnosen (Urk. 31/18 S. 4):
         "-   Chronisches zervikospondylogenes Syndrom links bei / mit
              -   medio-lateraler Diskushernie C6/7 (MRI vom 03.01.96 und 17.07.98)
              -   Osteochondrose und Spondylose C6/7
              -   Schmerzverarbeitungsstörung
         -    Chronisches lumbovertebrales Syndrom bei / mit
              -   Fehlform (linkskonvexe Skoliose, Hyperlordose)
         -    Depressives Zustandsbild".
         Die begutachtenden Ärzte hielten fest, der Beschwerdeführer sei aus rheumatologischer Sicht aufgrund der verminderten körperlichen Belastbarkeit zufolge des zervikospondylogenen und lumbovertebralen Syndroms in seiner angestammten Tätigkeit als Metallschleifer zu 100 % arbeitsunfähig. Vorausgesetzt, dass es sich bei seiner früheren Tätigkeit als Textildrucker um eine mittelschwere Arbeit mit Wechselbelastung gehandelt habe, sei der Beschwerdeführer dafür zu 50 % arbeitsunfähig. Für eine leichte, angepasste, wechselbelastende Tätigkeit bestehe hingegen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Zur Abklärung der globalen Arbeitsunfähigkeit werde bei depressivem Zustandsbild die Durchführung einer psychiatrischen Begutachtung als notwendig erachtet (Urk. 31/18 S. 4).
3.7     Nachdem der Beschwerdeführer wegen Selbst- und Fremdgefährdung vom 20. Januar bis 3. März 2000 in der Kantonalen Psychiatrischen Klinik I.___ hospitalisiert war, besuchte er vom 13. Juni bis 1. September 2000 die Tagesklinik der Klinik I.___ in "___" (Urk. 31/17/1 S. 2 Ziff. 4.1). Dr. med. J.___, Oberärztin, Klinik I.___, diagnostizierte am 6. April 2001 einen Status nach leichter, depressiver Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F 20), ein Panvertebralsyndrom links sowie eine Hemihypästhesie links unklarer Genese (ICD-10: R 20.1; Urk. 31/17/1 S. 2 Ziff. 3). Sie berichtete, der Gesundheitsschaden bestehe seit zirka 1999/2000 (Urk. 31/17/1 S. 1 Ziff. 1.2). Zur Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf als Textilarbeiter könnten keine sicheren Angaben gemacht werden. Die psychiatrische Behandlung einer depressiven Störung habe sich jeweils insofern zufriedenstellend gestaltet, als sich die entsprechenden depressiven Symptome relativ rasch durch die angebotenen Einzel- und Gruppentherapien sowie die antidepressive Medikation besserten. Beide Male habe auch eine deutliche Besserung der Schmerzsymptomatik festgestellt werden können, wobei diese teilweise auch auf körperliche Ursachen zurückgehe (Urk. 31/17/2 S. 1 Ziff. 1.1). Der Beschwerdeführer habe bei seinem Austritt aus der Tagesklinik am 1. September 2000 keine spezifischen Beschwerden mehr erwähnt (Urk. 31/17/2 S. 1 Ziff. 4.2). Aus psychiatrischer Sicht werde eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung - wenn möglich in türkischer Sprache - empfohlen sowie ein Arbeitstraining in einem geschützten Rahmen mit an die körperlichen Beschwerden angepassten Tätigkeiten. Dieses wäre ab 1. September 2000 möglich gewesen (Urk. 31/17/2 S. 2 Ziff. 1.6).
3.8     Dr. med. K.___, Oberarzt, Psychiatrisches Zentrum, "___", diagnostizierte am 16. August 2001 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Panikstörung (ICD-10: F 41.0) seit 1997, eine rezidivierende depressive Störung mit aktuell leichter Episode (ICD-1: F 33.0) sowie eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F 45.4) mit Beginn 1995, verstärkt seit 1997. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitfähigkeit wurden eine mediolaterale Diskushernie C6/7, eine Osteochondrose und Spondylose C6/7 sowie eine lumbovertebrale Skoliose und Hyperlordose genannt (Urk. 31/15/1 S. 1 lit. A). Dr. K.___ stellte fest, aufgrund der bestehenden Mischsymptomatik aus körperlicher und psychischer Erkrankung sei eine globale Einschätzung der Arbeitsfähigkeit schwierig. Neben dem Schmerzsyndrom seien bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit insbesondere die Panikstörung und die damit verbundenen aggressiven Durchbrüche von Bedeutung. Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers komme es bei ihm unter Anstrengung jeglicher Art zu den beschriebenen psychischen Ausnahmezuständen, die dann die Verrichtung jeglicher Arbeit verunmöglichten. Aufgrund der anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers erkläre sich die angegebene Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit 1997 (Urk. 31/15/1 S. 1 und S. 2 lit. B). In einem geschützten Rahmen wäre langfristig mit einer Arbeitsfähigkeit zwischen 50 % und 100 % zu rechnen (Urk. 31/15/1 S. 1).
         Am 22. August 2001 bezifferte Dr. K.___ die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers mit 100 % seit Beginn 1999 bis auf Weiteres, wobei in einem geschützten Rahmen eine Tätigkeit im Umfang von 50 % denkbar wäre (Urk. 31/15/2 lit. e).
3.9     Am 25. April 2002 erstattete Dr. med. B.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, "___", ein psychiatrisches Gutachten zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 22 = Urk. 31/6/2). Er diagnostizierte eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F 45.4), eine rezidivierende und schlecht remittierte leicht- bis mittelgradige depressive Episode (F 33.0 bis 33.1) sowie eine Panikstörung (F41.0) und erklärte, der Behandelbarkeit dieses komplexen Krankheitsbildes seien offenbar Grenzen gesetzt sowohl von somatischer wie auch von psychiatrisch-psychotherapeutischer Seite her. Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten vor allem das stark erhöhte und schnell ansteigende Spannungsniveau, welches der Beschwerdeführer nicht kontrollieren könne und das konsekutiv zu Panikattacken führe sowie die erwähnten depressiven Symptome. Die Arbeitsunfähigkeit betrage aus seiner Sicht 100 % und werde sich nur langsam über den Weg einer geschützten Werkstätte verbessern lassen (Urk. 22 S. 7).

4.
4.1     In Würdigung der medizinischen Beurteilungen ergibt sich, dass aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht das USZ-Gutachten vom 30. August 2002 (Urk. 31/18) für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinandersetzt. Sodann wurde es in Kenntnis der Vorakten abgegeben. Schliesslich leuchtet es in der Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schlussfolgerungen der Experten sind begründet. Es erfüllt daher die praxisgemässen Kriterien (vgl. vorstehend Erw. 1.5) vollumfänglich, so dass für die Entscheidfindung darauf abgestellt werden kann. Demzufolge besteht beim Beschwerdeführer aus rheumatologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 100 % für eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit (Urk. 31/18 S. 4, S. 5 Ziff. 7 und S. 6 lit. d-e). In Übereinstimmung damit stehen auch die Beurteilungen der behandelnden Ärzte der Orthopädischen Universitätsklinik Balgrist (Urk. 31/23/4) und von Dr. C.___ (Urk. 31/23/2 lit. b-d), welche dem Beschwerdeführer ebenfalls eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestierten.
4.2     Aus psychiatrischer Sicht hingegen liegt gemäss den übereinstimmenden Beurteilungen eine generelle Arbeitsunfähigkeit von 100 % vor. Dr. J.___ empfahl ein Arbeitstraining in einem geschützten Rahmen (Urk. 31/17/2 S. 2 Ziff. 1.6) und erklärte, der Gesundheitsschaden bestehe seit ca. 1999/2000 (Urk. 31/17/1 S. 1 Ziff. 1.2). Dr. K.___ bezifferte die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers mit 100 % seit 1997 (Urk. 31/15/1 S. 2 lit. B). Auch Dr. B.___ erachtete den Beschwerdeführer als zu 100 % arbeitsunfähig, ohne sich jedoch zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit zu äussern (Urk. 22 S. 7). Demzufolge ist gemäss den vorliegenden medizinischen Akten eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht beim Beschwerdeführer frühestens ab 1997 ausgewiesen. Sodann finden sich in den Akten auch keine Hinweise dafür, dass psychische Beschwerden zu einem früheren Zeitpunkt aufgetreten wären.
4.3     Demzufolge ist die von der Beschwerdegegnerin auf den 1. Januar 1997 festgesetzte Eröffnung der Wartezeit (vgl. vorstehend Erw. 1.6) und damit die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente ab 1. Januar 1998 nicht zu beanstanden. Die Beschwerde erweist sich demzufolge als unbegründet und ist abzuweisen, soweit sie nicht durch die Verfügung vom 18. Oktober 2002 (Urk. 34/1) gegenstandslos geworden ist.

5.       Der Beschwerdeführer obsiegt im Umfange der zu seinen Gunsten in Wiedererwägung gezogenen Verfügung. Diesbezüglich hat er Anspruch auf Ersatz der Parteikosten im Sinne von § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht in Verbindung mit § 8 Abs. 3 der Verordnung über die sozialversicherungsgerichtlichen Gebühren, Kosten und Entschädigungen. Nach § 9 Abs. 1 der genannten Verordnung sind die Kosten ohne Rücksicht auf den auf den Streitwert, nach der Bedeutung der Streitsache und nach dem Schwierigkeitsgrad des Prozesses sowie nach Einsicht in die Honorarnoten (Urk. 27, Urk. 36 S. 3) mit Fr. 4'228.80 zu bemessen, so dass dem Beschwerdeführer entsprechend seinem teilweisen Obsiegen zwei Drittel davon, mithin Fr. 2'820.-- zuzusprechen sind.



Das Gericht erkennt:
1.         Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie nicht durch die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 18. Oktober 2002 gegenstandslos geworden ist.
2.         Das Verfahren ist kostenlos.
3.         Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 2'820.-- (inkl. MWSt und Barauslagen) zu bezahlen.
4.         Zustellung gegen Empfangsschein an:
- Rechtsanwalt Adrian Fiechter
- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
- Bundesamt für Sozialversicherung
5.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Eidgenössischen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht werden.
Die Beschwerdeschrift ist dem Eidgenössischen Versicherungsgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; die Ausfertigung des angefochtenen Entscheides und der dazugehörige Briefumschlag sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit der Beschwerdeführer sie in Händen hat (Art. 132 in Verbindung mit Art. 106 und 108 OG).