Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Entscheid: UV.2002.00030
UV.2002.00030

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichterin Pfiffner Rauber

Sozialversicherungsrichter Walser

Gerichtssekretärin Malnati Burkhardt


Urteil vom 14. Mai 2003
in Sachen
P.___
 
Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwältin Claudia Eugster
Schmidt Eugster Rechtsanwälte
Bahnhofstrasse 10, Postfach, 8700 Küsnacht ZH

gegen

S.___
 
Beschwerdegegnerin

vertreten durch Fürsprecher René W. Schleifer
Stampfenbachstrasse 42, Postfach 636, 8035 Zürich


Sachverhalt:
1.      
1.1     P.___, geboren 1964, war seit 12. Oktober 1998 bei der S.___ als Jurist tätig und bei derselben obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert (Urk. 11/1 Ziff. 3). Am 1. März 2000 meldete er der S.___, er habe im August 1999 auf ein Nussschalenteilchen in einem Nussbrötchen gebissen und dabei das linke Kiefergelenk verletzt (Urk. 11/1 Ziff. 4, 6). Nach Einholung der ergänzten Unfallmeldung vom 26. März 2000 (Urk. 11/2) und nach Abklärung der medizinischen Verhältnisse (Urk. 12/M1-9), übernahm die S.___ die Rechnungen für die Diagnose der Kiefergelenksbeschwerden und die Kosten der zahnärztlichen Behandlung für die Fraktur des Keramik-Inlays am Zahn 26 (vgl. Stellungnahme des beratenden Zahnarztes Dr. med. dent. A.___ = Urk. 12/M8).
1.2     Am 13. Februar 2001 meldete der Versicherte einen weiteren Schaden am Zahn 37 als Folge des Ereignisses vom August 1999 (Urk. 12/M10/1). Die S.___ holte weitere medizinische Berichte ein (Urk. 12/M10-12) und lehnte mit Verfügung vom 3. Juli 2001 eine Leistungspflicht für die Schädigung des Zahnes 37 ab (Urk. 11/15). Die dagegen erhobene Einsprache vom 3. August 2001 (Urk. 11/19) wies die S.___ mit Einspracheentscheid vom 29. November 2001 ab (Urk. 11/20 = Urk. 2).

2.       Gegen den Einspracheentscheid erhob der Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwältin Claudia Eugster, Zürich, am 28. Februar 2002 Beschwerde und beantragte die Aufhebung des Einspracheentscheides und die Übernahme der Kosten der zahnärztlichen Behandlung des Zahnes 37, eventualiter die Rückweisung zwecks Neubeurteilung, subeventualiter die Einholung eines zahnmedizinischen Gutachtens bei Dr. med. dent. B.___, subeventualiter sei eine Drittperson mit der Erstellung des Gutachtens zu beauftragen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 3. Juni 2002 beantragte die S.___, vertreten durch Rechtsanwalt René W. Schleifer, Zürich, die Abweisung der Beschwerde (Urk. 9). Am 3. (richtig 4.) Juni 2002 wurde der Schriftenwechsel als geschlossen erklärt (Urk. 13).


Das Gericht zieht in Erwägung:
1.       Am 1. Januar 2003 ist das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in Kraft getreten. Mit ihm sind zahlreiche Bestimmungen im Unfallversicherungsbereich  geändert worden. Weil in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 467 Erw. 1), und weil ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheids eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind im vorliegenden Fall die neuen Bestimmungen nicht anwendbar.

2.
2.1     Gemäss Art. 9 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) gilt als Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper (BGE 122 V 232 Erw. 1 mit Hinweisen).
2.2     Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 296 Erw. 2c in fine).
2.3     Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 123 V 45 Erw. 2b, 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 119 V 338 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen).
2.4     Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 125 V 461 Erw. 5a, 123 V 103 Erw. 3d, 139 Erw. 3c, 122 V 416 Erw. 2a, 121 V 49 Erw. 3a mit Hinweisen; RKUV 1997 Nr. U 272 S. 172 Erw. 3a).
2.5     Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (Kummer, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern 1984 S. 136). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, das sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 195 Erw. 2, je mit Hinweisen).
2.6     Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein (BGE 115 V 113 Erw. 3d/bb; Maurer, Sozialversicherungsrecht, Bd. I, 2. unveränderte Aufl., Bern 1983, S. 438 Ziff. 7a). Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 115 V 142 Erw. 8a). Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 Erw. 3b).
         Grundsätzlich obliegt es dem Leistungsansprecher, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt (und auch der adäquate Kausalzusammenhang zu bejahen) ist, besteht eine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Falle der Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten des Versicherten aus, der aus dem unbewiesen gebliebenen natürlichen Kausalzusammenhang als anspruchsbegründender Tatsache Rechte ableiten wollte (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 Erw. 3b mit Hinweisen).
2.7     Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c).
         Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 161/2 Erw. 1c; vgl. auch 123 V 334 Erw. 1c).

3.
3.1     Streitig ist die Leistungspflicht für die Behandlung des Zahnes 37. Dabei stellt sich die Frage, ob die Fraktur des Keramik-Inlays am Zahn 37 auf den Biss auf eine Nussschale im Nussbrötchen vom August 1999 zurückzuführen ist. Die medizinische Situation stellt sich wie folgt dar:
3.1.1   Der behandelnde Zahnarzt Dr. med. dent. C.___ hielt am 17. März 2000 im Formular "Zahnschäden gemäss KVG, Befunde/Kostenvoranschlag" fest, der Beschwerdeführer habe im August 1999 auf etwas Hartes gebissen. Die Befundaufnahme sei am  23. Dezember 1999 erfolgt. Der Beschwerdeführer habe über stechende Schmerzen im linken Kiefergelenk und zum Teil über blockierte Bewegungen geklagt. Dr. C.___ schlug eine Schonung des Kiefergelenks und allenfalls später eine Michigan-Schiene zur Entlastung des Kiefergelenks vor. Kontusionierte Zähne stellte er keine fest. Schliesslich hielt er eine Beobachtung während mindestens 5 Jahren für notwendig (Urk. 12/M1).
3.1.2   Dr. med. dent. D.___, Zentrum für Zahn, Mund- und Kieferheilkunde, Universität Zürich, erhob am 28. Februar 2000 den unfallbedingten Befund von Schmerzen im linken Kiefergelenk. Nicht behandelte, defekte Zähne stellte er keine fest. Für die definitive Versorgung schlug er Entlastungsmassnahmen für die Kiefergelenke (Nachschiene) vor, um Parafunktionen zu vermeiden. Schliesslich hielt auch er eine Beobachtung während mindestens 5 Jahren für notwendig (Urk. 11/M2-3)
3.1.3   Im Fragebogen betreffend Zahnschäden meldete Dr. C.___ am 25. August 2000 eine Fraktur des Keramik-Inlays am Zahn 26 als Spätfolge des Ereignisses vom August 1999. Weitere nicht behandelte, defekte Zähne stellte er nicht fest (Urk. 12/M6 Ziff. 3.3).
3.1.4   Im Bericht vom 27. September 2000 führte Dr. C.___ aus, die Fraktur des Keramik-Inlays am Zahn 26 sei anlässlich der Untersuchung im September 1999 und auch anlässlich der Befundaufnahme vom 20. Februar 2000 deshalb nicht bemerkt worden, weil das Keramik-Inlay vollständig an Schmelz und Dentin geklebt habe. Bei einer Fraktur im Inlay sei nicht sofort eine Verschiebung der Bruchstücke sichtbar. Erst nach einer gewissen Zeit, nachdem Speichel und Farbstoff durch den Spalt penetriert seien, komme es nach der Degradation der Haftung zu einer Ablösung des Fragmentes. Die Fraktur des Keramik-Inlays am Zahn 26 sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Kauvorfall vom August 1999 zurückzuführen, da der Biss auf einen harten Gegenstand auf derselben Stelle stattgefunden habe, wobei dieses Hypomochlion gleichzeitig zu einer Quetschung des linken Kiefergelenkes geführt habe. Sehr unwahrscheinlich sei, dass das Keramik-Inlay irgendwann bei einem Kauakt frakturiert worden sei, da laut einer Studie von Prof. H. Lüthy der durchschnittliche Bruchwiderstand vom Empress® Keramik fast doppelt so hoch sei wie der von Vita Omega® Porzellan. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass das Keramik-Inlay ohne äussere Krafteinwirkungen oder Kraftspitzen frakturierte (Urk. 12/M 7).
3.2    
3.2.1   Am 15. März 2001 meldete Dr. C.___ eine Fraktur des Keramik-Inlays am Zahn 37 (Urk. 12/M10). Er hielt im Fragebogen betreffend Zahnschäden fest, es handle sich um einen Folgeschaden vom August 1999. Da das Inlay/Onlay sehr ausgedehnt sei, müsse der Zahn devitalisiert werden und mit einem Stiftaufbau und einer VMK versorgt werden (Urk. 12/M10).
3.2.1   In der Stellungnahme vom 15. März 2001 führte Dr. C.___ aus, der Grund, weshalb der Schaden am Zahn 37 erst jetzt festgestellt worden sei, liege darin, dass ein Keramik-Inlay vollständig an Schmelz und Dentin geklebt werde. Daher sei bei einer Rissbildung oder einer Fraktur im Inlay nicht sofort eine Verschiebung der Bruchstücke sichtbar. Erst nach einer gewissen Zeit, nachdem Speichel und Farbstoff durch den Spalt penetriert seien, komme es nach der Degradation der Haftung zu einer Ablösung des Fragmentes. Der Zusammenhang zum Ereignis vom August 1999 bestehe mit grösster Wahrscheinlichkeit in der Tatsache, dass der betroffene Zahn 37 der direkte Antagonist des Zahnes 26 sei. Da der Zahn 34 fehle, liege der Zahn 37 um eine Prämolarenbreite weiter mesial und werde dadurch zum Antagonisten. Der das Ereignis auslösende Fremdkörper habe sich also zwischen dem Zahn 26 und dem Zahn 37 befunden. Zwischen der Behandlung des Unfallzahnes 26 im September 2000 und dem Frakturauftreten am Zahn 37 im Januar 2001 seien keine Kontrollen durchgeführt worden. Die Keramik-Inlays an den Zähnen 26 und 37 seien im Juni 1995 eingesetzt worden (Urk. 12/M11).
3.3     Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr. A.___, erklärte in seiner Stellungnahme vom 6. April 2001, das Röntgenbild zeige die Situation im Unterkiefer links vom 3. Januar 2001. Darauf sei deutlich zu sehen, dass der Zahn 37 mit einem wesentlich umfangreicheren Inlay versorgt worden sei als der Zahn 26. Es sei mindestens ein Höcker vollständig überdeckt worden. Der Füllungsboden verlaufe schräg abfallend gegen distal, sehr tief, in unmittelbarer Nähe des distalen Pulpahornes. Im Gegensatz zum Zahn 26, der mit einem gewöhnlichen dreiflächigen Inlay versehen worden sei, sei diese Rekonstruktion nur schon aufgrund ihrer geometrischen Abmessungen prognostisch ungünstiger. Dies und die lange Zeitspanne seit dem Biss auf eine Nussschale spreche gegen die Annahme einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit eines Kausalzusammenhangs zwischen dem neu aufgetretenen Zahnschaden und dem Unfall vom 17. August 1999. Es sei vielmehr anzunehmen, dass die ausgedehnte Füllung den physiologischen Belastungen nicht mehr standzuhalten vermocht habe. Wenn die mit der Dentinhaftung begründete Unverschieblichkeit der Fragmente zur Unterstützung der Unfallkausalität schon herbeigezogen werde, so hätte sich der Schaden zuerst am grösseren Inlay am Zahn 37 manifestieren müssen und erst nachträglich am Zahn 26 mit der wesentlich kleineren, besser geschienten Sattelfüllung (Urk. 12/M12).
3.4     Zu den Einwendungen des Beschwerdeführers in seinem Schreiben vom 20. Juni 2001 (Urk. 11/13) nahm Dr. A.___ am 28. Juni 2001 wie folgt Stellung:
Die Dentinhaftung sei nicht an allen Stellen gleich wirksam. Daher sei ein Höckeraufbau mit schiefer Basis gefährdeter als eine Sattelfüllung mit intakten Wänden.
Eine Assymetrie des Bisses sei bei jedem Kauakt, bei dem schiefe Ebenen beteiligt seien, die Regel. Eine orthograde Belastung mit interponiertem Kaugut komme nur in Ausnahmefällen vor.
Es komme durchaus vor und sei keine Überzeugungsfrage, dass Keramik-Inlays unter physiologischer Belastung frakturierten, wenn auch bei Empress-Inlays seltener als bei anderen Produkten.
Die Belastungen beim normalen Kauakt seien extrem kurz und beim vollständigen Gebiss auf viele Zähne gleichzeitig verteilt. Was die Zähne und zahnärztlichen Arbeiten aber ungleich mehr belaste, seien die Leerbewegungen, Pressen und Knirschen, die sekunden- bis minutenlang einwirken, unabhängig davon, ob beim Essen eine Seite geschont werde. Die Schonung der linken Seite könne nicht als Indiz für eine vermehrte Unfallkausalität herbeigezogen werden (Urk. 12/M13).
3.5     Als Bemerkung zu den Stellungnahmen von Dr. A.___ vom 6. April und 28. Juni 2001 (Urk. 12/M12-13) führte Dr. C.___ aus, dass bei grösser werdendem Querschnitt die Kraft proportional zunehmen müsse, um einen Bruch herbeizuführen. Eine ausgedehnte Füllung sei somit per se bruchresistenter und habe eine bessere Prognose als eine dünne Füllung. Andererseits sei natürlich klar, dass eine grosse Füllung von weniger Zahnsubstanz umgeben sei als eine kleine, so dass das Zahnmaterial eher als Schwachpunkt betrachtet werden könne. Wenn man also annehme, dass der Zahn 37 den physiologischen Belastungen nicht mehr standzuhalten vermochte, dann hätte eher eine Zahnwand brechen müssen. Ein Bruch innerhalb eines dicken Keramik-Inlays sei eher ein Hinweis auf eine grosse und punktuelle Krafteinwirkung (Urk. 3/10).

4.
4.1     In Würdigung der ärztlichen Berichte steht fest, dass die Fraktur des Keramik-Inlays am Zahn 37 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als natürliche Folge des im August 1999 erlittenen Unfalles betrachtet werden kann. Nachvollziehbar begründet und schlüssig ist die Stellungnahme des Dr. A.___ vom 6. April 2001, wo bezugnehmend auf die Beurteilungen des Dr. C.___ ausgeführt wird, dass der Zahn 37 eine grosse Füllung aufweise, die schon aufgrund ihrer geometrischen Abmessungen prognostisch ungünstig sei. Dies und die lange Zeitspanne seit dem Biss auf die Nussschale würden gegen einen Kausalzusammenhang zwischen dem neu aufgetretenen Zahnschaden und dem Unfall vom August 1999 sprechen (Urk. 12/M12). Es komme durchaus vor und sei keine Überzeugungsfrage, dass Keramik-Inlays unter physiologischer Belastung frakturierten, wenn auch bei Empress-Inlays seltener als bei anderen Produkten (Urk. 12/M13). Die medizinische Beurteilung von Dr. C.___ widerspricht dieser Stellungnahme nicht in schlüssiger Weise und es liegt auch kein Grund vor, der Meinung des beratenden Arztes weniger Gewicht beizumessen. Der behandelnde Zahnarzt Dr. C.___, auf den sich der Beschwerdeführer beruft, kann in diesem Zusammenhang nicht weiterhelfen.
Sein Einwand, wonach ein Bruch innerhalb eines dicken Keramik-Inlays eher ein Hinweis auf eine grosse und punktuelle Krafteinwirkung sei, vermag für die Bejahung eines Kausalzusammenhangs nicht zu überzeugen, denn die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (vgl. vorstehend Erw. 2.3).
Die Begründung von Dr. C.___, wonach es sehr unwahrscheinlich sei, dass das Keramik-Inlay irgendwann bei einem Kauakt frakturiert worden sei, da laut einer Studie von Prof. Lüthy der durchschnittliche Bruchwiderstand von Empress® Keramik fast doppelt so hoch sei wie der von Vita Omega® Porzellan, überzeugt ebenfalls nicht. Unbestritten ist, dass Empress-Inlays eine überdurchschnittlich geringe Frakturneigung aufweisen (Urk. 12/M8). Daraus und verglichen mit anderen Füllmaterialien kann jedoch nicht der Schluss gezogen werden, die Fraktur des Zahnes 37 sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Folge des Ereignisses vom August 1999. Denn fest steht, dass auch ein Empress-Inlay unter physiologischen Belastungen frakturieren kann.
Des weiteren führte Dr. C.___ aus, dass ein Keramik-Inlay vollständig an Schmelz und Dentin geklebt werde und daher bei einer Rissbildung oder Fraktur im Inlay nicht sofort eine Verschiebung der Bruchstücke sichtbar werde. Erst nach einer gewissen Zeit, nachdem Speichel und Farbstoff durch den Spalt penetriert seien, komme es nach der Degradation der Haftung zu einer Ablösung des Fragmentes (Urk. 12/M11). Diesbezüglich stellt sich die Frage, weshalb die Fraktur des Keramik-Inlays am Zahn 26 sechs Monate vor dem Zahn 37 festgestellt wurde. Im Bericht von Dr. C.___ vom 15. März 2001 fehlen entsprechende Ausführungen. Hingegen erklärte Dr. A.___, dass - wenn die mit der Dentinhaftung begründete Unverschieblichkeit der Fragmente zur Unterstützung der Unfallkausalität herbeigezogen werde - sich der Schaden zuerst am grösseren Inlay am Zahn 37 und erst nachträglich am Zahn 26 mit der wesentlich kleineren, besser geschienten Sattelfüllung hätte manifestieren müssen (Urk. 12/M12). Diese Begründung erscheint durchaus nachvollziehbar. Immerhin stellt sich auch die Frage, weshalb anlässlich der Behandlung des Zahnes 26 im September 2000 die Fraktur des Antagonisten noch nicht festgestellt beziehungsweise näher untersucht wurde, wenn die Fraktur des Keramik-Inlays des Zahnes 37 damit begründet wird, dass der betroffene Zahn 37 der direkte Antagonist des Zahnes 26 sei (Urk. 12/M11).
Demnach vermag die Einschätzung des behandelnden Zahnarztes Dr. C.___ den Beweis für das überwiegend wahrscheinliche Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs gestützt auf die medizinische Feststellungen nicht zu erbringen. Zu berücksichtigen ist vorliegend auch der Umstand, dass eine unfallbedingte Schädigung am Zahn 37 weder Dr. C.___ seit den Behandlungen vom Dezember 1999 noch von Dr. D.___ am 28. Februar 2000 (Urk. 12/M3) festgestellt wurde, obwohl die Untersuchungen gerade im Hinblick auf eine allfällige Schädigung erfolgten. Die Einwände des Beschwerdeführers selbst vermögen die fachärztliche Beurteilung von Dr. A.___ ebenfalls nicht in Zweifel zu ziehen.
4.2     In Würdigung der gesamten Umstände ist weder bewiesen noch beweisbar, dass die Zahnschädigung Folge des Ereignisses vom August 1999 ist. Es fehlt somit am erforderlichen Kausalzusammenhang des frakturierten Inlays am Zahn 37 mit dem Unfallereignis vom August 1999. Die Folgen der Beweislosigkeit hat der Beschwerdeführer zu tragen, der aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 Erw. 3b).
Da der entscheidwesentliche Sachverhalt aus den Akten mit genügender Klarheit hervorgeht, und von einer Einvernahme der vom Beschwerdeführer genannten Zeugen wie auch von ihm selber keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten wären, erweist sich die Durchführung weiterer Beweismassnahmen als entbehrlich.
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Recht abgelehnt, was zur Abweisung der Beschwerde führt.



Das Gericht erkennt:
1.         Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.         Das Verfahren ist kostenlos.
3.         Zustellung gegen Empfangsschein an:
- Rechtsanwältin Claudia Eugster
- Fürsprecher René W. Schleifer
- Bundesamt für Sozialversicherung
4.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Eidgenössischen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht werden.
Die Beschwerdeschrift ist dem Eidgenössischen Versicherungsgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift der beschwerdeführenden Person oder ihres Vertreters zu enthalten; die Ausfertigung des angefochtenen Entscheides und der dazugehörige Briefumschlag sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die beschwerdeführende Person sie in Händen hat (Art. 132 in Verbindung mit Art. 106 und 108 OG).