Glarus Entscheide

kantone/gl/GL-VG-2016-365.html 

Geschäftsnummer: VG.2015.00109 (VG.2016.365)
Instanz: K2
Entscheiddatum: 31.03.2016
Publiziert am: 19.04.2016
Aktualisiert am: 16.02.2017
Titel: Sozialversicherung - IV

Resümee:

Invalidenversicherung: Ungenügende Abklärung des Gesundheitszustands und des Anspruchs auf berufliche Massnahmen wegen einer möglichen Minderintelligenz

Für den Anspruch auf eine erstmalige berufliche Ausbildung muss eine Invalidität vorliegen, welche die versicherte Person in der beruflichen Ausbildung wesentlich einschränkt und erhebliche Mehrkosten verursacht. Zudem muss die versicherte Person eingliederungsfähig sein und die Ausbildung muss der Behinderung angepasst sein sowie den Fähigkeiten der versicherten Person entsprechen. Ferner muss die Ausbildung einfach und zweckmässig sowie auf die Eingliederung in das Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich gerichtet sein (E. II/2.5).
Vor dem Hintergrund, dass sich der SON-R 6-40 Test durch seinen sprachfreien Charakter unter anderem zur Untersuchung kommunikativ behinderter Kinder und Erwachsener eignet und sich die Anwendung bei Kindern mit Entwicklungsverzögerungen, mit einer Intelligenzminderung oder schwer zu testenden Kindern sowie bei Migranten anbietet, ist es unverständlich, weshalb das diesbezügliche Ergebnis ausser Acht gelassen werden sollte (E. II/6.1). Ein Intelligenzquotient von weniger als 70 gilt im medizinischen Sinne als vermindert und in der Regel ist damit auch von einer verminderten Arbeitsfähigkeit auszugehen. Damit ist die Beschwerdegegnerin aber noch nicht von einer Einzelfallprüfung entbunden, weil auch bei einem Intelligenzquotienten von knapp unter 70 in jedem Fall abzuklären ist, wie sich die Intelligenzminderung auf das Verhalten, auf die berufliche Tätigkeit, das tägliche Leben und das soziale Umfeld auswirkt (E. II/6.2). Indem die Beschwerdegegnerin gestützt auf eine telefonische Aussage einer ehemaligen Lehrperson und eine medizinische Kurzberichterstattung von einer genügenden Intelligenz ausging und die Beschwerdeführerin als ausschliesslich bildungsungewohnt einstufte, genügte sie der ihr obliegenden Abklärungspflicht nicht (E. II/6.3). Unter Berücksichtigung der Umstände ist ein abschliessender Entscheid aufgrund der vorhandenen Akten nicht möglich und die Beschwerdegegnerin darauf hinzuweisen, dass sie eine Einzelfallprüfung vorzunehmen und die gesamten medizinischen Umstände fachärztlich abzuklären hat (E. II/6.4).

Teilweise Gutheissung der Beschwerde.
 

 

 

 

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

 

 

 

Urteil vom 31. März 2016

 

 

II. Kammer

 

 

in Sachen

VG.2015.00109

 

 

 

A.______

Beschwerdeführerin

 

vertreten durch Rechtsanwalt B.______

 

 

 

gegen

 

 

 

IV-Stelle Glarus

Beschwerdegegnerin

 

 

betreffend

 

 

berufliche Massnahmen

 

Die Kammer zieht in Erwägung:

I.

1.

1.1 Die am […] geborene A.______ meldete sich im September 2014 bei der IV-Stelle Glarus zu Massnahmen für die berufliche Eingliederung an. Dies unter Hinweis, dass eine Ausbildung wegen Minderintelligenz nur mit Unterstützung der Invalidenversicherung möglich sei.

 

1.2 Mit Vorbescheid vom 21. Mai 2015 stellte die IV-Stelle A.______ mangels eines invalidenrechtlich relevanten Gesundheitsschadens die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht. Dagegen erhoben die Sozialen Dienste Glarus, Stützpunkt Nord, am 17. Juni 2015 Einwände, worauf die IV-Stelle mit Verfügung vom 8. Juli 2015 an ihrem Vorbescheid festhielt.

 

2.

A.______ gelangte mit Beschwerde vom 9. September 2015 an das Verwaltungsgericht und beantragte, es sei vorsorglich eine umfassende Abklärung betreffend das Vorliegen eines Gesundheitsschadens vorzunehmen. Eventualiter seien vorsorglich berufliche Massnahmen zuzusprechen. Subeventualiter sei der angefochtene Entscheid vom 8. Juli 2015 aufzuheben und die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin sowie unter Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung.

 

Die IV-Stelle schloss am 6. Oktober 2015 auf Abweisung der Beschwerde.

 

II.

1.

Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

 

2.

Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf berufliche Massnahmen, insbesondere auf Kostenübernahme einer erstmaligen beruflichen Ausbildung hat.

 

2.1 Invalide Versicherte haben Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (Art. 8 Abs. 1 IVG). Ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht dabei unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Eingliederungsmassnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Art. 8 Abs. 1bis IVG). Gemäss Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG bestehen die Eingliederungsmassnahmen unter anderem in Massnahmen beruflicher Art. Zu diesen gehören die Berufsberatung (Art. 15 IVG), die erstmalige berufliche Ausbildung (Art. 16 IVG), die Umschulung (Art. 17 IVG), die Arbeitsvermittlung (Art. 18 Abs. 1 IVG), der Arbeitsversuch (Art. 18a IVG), Einarbeitungszuschüsse (Art. 18b IVG), Entschädigungen für Beitragserhöhungen (Art. 18c IVG) sowie die Kapitalhilfe (Art. 18b IVG).

 

2.2 Gemäss Art. 16 Abs. 1 IVG haben versicherte Personen, die noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesentlichem Umfang zusätzliche Kosten entstehen, Anspruch auf Ersatz der Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten der versicherten Person entspricht. Als erstmalige berufliche Ausbildung gilt jede Berufs- oder Anlehre sowie, nach Abschluss der Volks- oder Sonderschule, der Besuch einer Mittel-, Fach- oder Hochschule und die berufliche Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf die Tätigkeit in einer geschützten Werkstätte (Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV]; vgl. auch Art. 16 Abs. 2 lit. a IVG).

 

2.3 Unter erstmaliger beruflicher Ausbildung im Sinne von Art. 16 Abs. 1 IVG ist die gezielte und planmässige Förderung in beruflicher Hinsicht zu verstehen, mit anderen Worten der systematische Erwerb oder die Vermittlung spezifischer beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten (AHI 2002 S. 176 E. 3b.aa). Als derartige Ausbildung gelten Massnahmen erst, wenn sie nach getroffener Berufswahl zur Vorbereitung auf die eigentliche Berufsausbildung notwendig werden. Die schulischen Vorkehrungen müssen abgeschlossen, die Berufswahl getroffen und die vorgesehenen Massnahmen als integrierende Bestandteile des Berufsziels formuliert worden sein. Vorbereitende Massnahmen fallen dann unter Art. 16 IVG, wenn sie nach getroffener Berufswahl als gezielte Vorbereitung auf die eigentliche Berufsausbildung notwendig werden. Nicht zur erstmaligen beruflichen Ausbildung gehören Zwischenjahre, die der Förderung der Berufswahlreife, der Berufsfindung, dem Ausfüllen schulischer Lücken und der Förderung des Arbeitsverhaltens dienen (BGer-Urteil I 485/01 vom 15. Mai 2002 E. 3c).

 

2.4 Als invalid im Sinne von Art. 16 IVG gilt, wer aus gesundheitlichen Gründen bei einer seinen Fähigkeiten entsprechenden Ausbildung erhebliche Mehrkosten auf sich nehmen muss. Bezüglich psychischer Beeinträchtigungen sind die von der Rechtsprechung zum invalidisierenden geistigen Gesundheitsschaden entwickelten Grundsätze auch im Bereich des Art. 16 IVG massgeblich; dabei ist jedoch nicht die Erwerbstätigkeit, sondern der beabsichtigte Ausbildungsgang Bezugspunkt (BGE 114 V 29 E. 1b). Einem Versicherten entstehen aus der erstmaligen beruflichen Ausbildung oder Weiterbildung in wesentlichem Umfang zusätzliche Kosten, wenn seine Aufwendungen für die Ausbildung wegen der Invalidität jährlich um Fr. 400.- höher sind, als sie ohne Invalidität gewesen wären (Art. 5 Abs. 2 IVV). Die zusätzlichen Kosten werden ermittelt, indem die Kosten der Ausbildung des Invaliden den mutmasslichen Aufwendungen gegenübergestellt werden, die bei der Ausbildung eines Gesunden zur Erreichung des gleichen beruflichen Zieles notwendig wären. Hatte der Versicherte vor Eintritt der Invalidität schon eine Ausbildung begonnen oder hätte er ohne Invalidität offensichtlich eine weniger kostspielige Ausbildung erhalten, so bilden die Kosten dieser Ausbildung die Vergleichsgrundlage für die Berechnung der invaliditätsbedingten zusätzlichen Aufwendungen (Art. 5 Abs. 3 IVV).

 

2.5 Zusammenfassend müssen für einen Anspruch auf eine erstmalige berufliche Ausbildung folgende Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein: Es muss eine Invalidität vorliegen, welche die versicherte Person in der beruflichen Ausbildung wesentlich einschränkt und erhebliche invaliditätsbedingte Mehrkosten verursacht. Weiter muss die versicherte Person eingliederungsfähig sein, d.h. sie muss objektiv und subjektiv in der Lage sein, berufsbildende Massnahmen zu bestehen. Schliesslich muss die Ausbildung der Behinderung angepasst sein und den Fähigkeiten der versicherten Person entsprechen. Sie muss zudem einfach und zweckmässig und auf die Eingliederung in das Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich ausgerichtet sein. Nicht übernommen werden Kosten für eine Ausbildung, die voraussichtlich zu keiner wirtschaftlich ausreichend verwertbaren Arbeitsleistung führen wird. Wirtschaftlich ausreichend verwertbar ist eine Arbeitsleistung dann, wenn sie zu einem Leistungslohn von mindestens Fr. 2.55 pro Stunde führt (vgl. Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, Kreisschreiben über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art in der ab 1. Januar 2014 gültigen Fassung [KSBE], Rz. 3010).

 

3.

3.1 Nach dem für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren geltenden Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a).

 

3.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – der Richter dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat der Richter dabei seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die er von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 119 V 7 E. 3c/aa).

 

4.

4.1 Die Beschwerdeführerin rügt, die Beschwerdegegnerin habe den Untersuchungsgrundsatz verletzt, indem sie ihren Gesundheitszustand nur ungenügend abgeklärt habe. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin könne dem schulpsychologischen Bericht gefolgt werden, gemäss welchem man bei ihr einen Intelligenzquotienten (IQ) von 66 festgestellt habe. Aufgrund der Intelligenzminderung sei eine Ausbildung somit nur mit der Unterstützung der Invalidenversicherung möglich. Von einer ungenügenden Abklärung sei im Übrigen auch der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) Dr. med. C.______, FMH Rheumatologie, FMH und UEMS für Physikalische Medizin und Rehabilitation, ausgegangen. Dieser habe bemerkt, dass für die Beurteilung des Sachverhalts noch zu viele Unklarheiten vorhanden seien und ein Gespräch notwendig sei. Diesbezüglich lasse sich den Akten aber nirgends entnehmen, ob dieses Gespräch je stattgefunden habe. Bis auf den schulpsychologischen Bericht seien nämlich nur rechtlich nicht verwertbare Aussagen und Behauptungen vorhanden. Ferner sei es nicht nachvollziehbar, weshalb die Intelligenzminderung von einem Rheumatologen abgeklärt worden sei, obschon dem RAD ein Facharzt für Pädiatrie zur Verfügung stehe. Schliesslich sei der vom schulpsychologischen Dienst angewendete Test zur Feststellung der Intelligenz nicht zu beanstanden. Insbesondere sei er für Personen mit Migrationshintergrund geeignet, da die Sprachkenntnisse vernachlässigt werden könnten. Es sei deshalb unerklärlich, weshalb der SON-R 6-40 Test als unsachlich abgetan worden sei, ohne dass die Beschwerdegegnerin eine Alternative in Betracht gezogen habe. Insgesamt sei der Gesundheitszustand damit nochmals eingehend abzuklären. Komme das Gericht aber zum Schluss, dass der IQ von 66 genügend belegt sei, so seien ihr berufliche Massnahmen zuzusprechen. Dies weil ein IQ in dieser Höhe zu Leistungen der Invalidenversicherung berechtige.

 

4.2 Die Beschwerdegegnerin bringt dagegen vor, sie sei der gesetzlichen Abklärungspflicht rechtsgenüglich nachgekommen. Sie habe sich eingehend mit den eingereichten Unterlagen befasst, weitere Abklärungen vorgenommen sowie sämtliche Vorbringen umfassend betrachtet und gewertet. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei man dabei zum Schluss gelangt, dass bei der Beschwerdeführerin keine IV-relevante Minderintelligenz ausgewiesen sei. Die Beschwerdeführerin sei nicht minderintelligent, vielmehr sei sie als bildungsungewohnt einzustufen, was insbesondere mit ihrer Vergangenheit und Herkunft zusammenhänge. Ferner sei zwar durch den SON-R 6-40 Test ein IQ von 66 ermittelt worden. Dieser sei jedoch auf Kinder und Erwachsene zugeschnitten, welche in der Schweiz bzw. in Europa aufgewachsen seien, was auf die Beschwerdeführerin nicht zutreffe. Im Test seien zudem lediglich rudimentäre kognitive Fähigkeiten abgeklärt und es seien verschiedene Talente und Fähigkeiten der Beschwerdeführerin ausser Acht gelassen worden. Überdies bestünden offenkundige Diskrepanzen zwischen dem Testergebnis und den Aussagen der zuständigen Lehrperson. Da die Lehrperson ihre Schlüsse aus den über längere Zeit beobachteten Interaktionen gezogen habe, sei ihr ein erhöhtes Vertrauen zu schenken. Gestützt darauf sei die Beschwerdeführerin als bildungsungewohnt einzustufen, weshalb keine IV-Relevanz ausgewiesen und folglich auch kein Anspruch auf berufliche Massnahmen gegeben sei.

 

5.

5.1 Die aus […] stammende Beschwerdeführerin reiste am 2. Juli 2013 in die Schweiz ein und besitzt den Status eines anerkannten Flüchtlings. Im Anmeldeformular für Minderjährige vom 23. September 2014 führte sie aus, dass sie zur Zeit die Integrationsklasse […] besuche. Mittels einer schulpsychologischen Abklärung im Mai 2014 sei bei ihr ein IQ festgestellt worden, welcher IV-relevant sei. Das Absolvieren ihrer Ausbildung sei deshalb nur mit Unterstützung der Invalidenversicherung möglich.

 

5.2 Im schulpsychologischen Bericht vom 28. August 2014 stellte D.______, Fachpsychologin für Kinder und Jugendliche FSP des schulpsychologischen Dienstes des Kantons Glarus, bei der Beschwerdeführerin den Befund einer starken Lernbehinderung. Sie arbeite konzentriert, schäme sich aber manchmal, wenn sie eine Aufgabe nicht lösen könne. Hinzu komme, dass ihr das kausale Denken schwer falle und das Schlussfolgern noch nicht in ihrem Denken verankert sei. Auch das Bilderlesen sei nicht selbstverständlich. Diesbezüglich falle es ihr schwer ein Muster zu erfassen. Mittels des SON-R 6-40 Tests, einem nonverbalen Intelligenztest für Menschen zwischen 6 und 40 Jahren, habe man einen IQ von 66 feststellen können. Dies entspreche einem stark unterdurchschnittlichen Wert. Das Profil sei relativ ausgeglichen und die Resultate der denk- und handlungsorientierten Tests würden sich nicht signifikant unterscheiden. Sie könne im Tausender addieren, sofern die Sprünge nicht allzu gross seien. Dies rechne sie allerdings noch zählend, was auch auf das kleine Einmaleins zutreffe. Sie lerne fleissig Deutsch. Ihr Wortschatz sei noch klein und beim SON-R 6-40 Test habe sie trotz einfach gehaltenen Erklärungen oft lange, bis sie wisse, was sie tun müsse. Über das Visuelle könne sie die Aufgabenstellung nicht erschliessen. Möglicherweise fehle ihr die diesbezügliche Erfahrung, da sie noch nie eine Schule besucht habe. Sie benötige noch viel Unterstützung beim Erlernen des Schulbasisstoffes. Wieweit ihre eigentlichen intellektuellen Fähigkeiten mit dem Resultat des SON-R 6-40 Tests übereinstimmen würden, werde sich in Zukunft zeigen. Es sei aber nicht auszuschliessen, dass die fehlende Schulerfahrung einen Einfluss auf das tiefe Resultat habe. Dennoch benötige sie eine geschützte Ausbildungsstätte, welche über die Invalidenversicherung laufen sollte.

 

5.3 Am 9. Oktober 2014 nahm Dr. C.______ zur Leistungsüberprüfung im Rahmen von Art. 16 IVG Stellung. Dabei führte er aus, dass es noch zu viele Unklarheiten gebe. Die Beschwerdeführerin lebe erst seit Dezember 2013 in der Schweiz, weshalb sich die Frage nach den sprachlichen Fähigkeiten stelle. Ferner liege nur eine rudimentäre Abklärung der kognitiven Fähigkeiten vor. Es könne sich hierbei schnell um ressourcenintensive Massnahmen handeln und sich darüber hinaus zu einem Präzedenzfall entwickeln. Es sei deshalb zu empfehlen, das weitere Vorgehen im Rahmen eines kick-offs mit dem Hausarzt, der Eingliederungsverantwortlichen, der Sachbearbeiterin und dem RAD zu besprechen.

 

5.4

5.4.1 Im Assessmentbericht der IV-Berufsberatung hielt die Beschwerdegegnerin am 5. Januar 2015 fest, dass ein IV-relevanter Gesundheitsschaden der Beschwerdeführerin stark angezweifelt werde. Dies wegen ihren anlässlich des SON-R 6-40 Test erstellten Zeichnungen und weil dieser Test ein Verfahren sei, welches sich besonders zur Untersuchung der kognitiven Fähigkeiten kommunikativ behinderter Kinder und Erwachsener (einschliesslich Hörgeschädigte bzw. Gehörlose und Personen mit Störungen in der Sprachentwicklung) eigne, die in Europa geboren und aufgewachsen seien.

 

5.4.2 Am 7. Januar 2015 äusserte sich eine Lehrperson des Glarner Brückenangebotes telefonisch dahingehend, dass sie die als Analphabetin in die Schweiz eingereiste Beschwerdeführerin fünf Wochen unterrichtet und sie nun an das Schulhaus […] weitervermittelt habe. In dieser Institution würden ihr die wesentlichen Kulturtechniken vermittelt mit dem Ziel, das Niveau einer Viertklässlerin zu erlangen und den Übertritt in die fünfte Klasse zu erreichen. Sie sei allerdings nicht als Invalide zu bezeichnen, vielmehr sei sie als bildungsungewohnt einzustufen.

 

5.4.3 Am 24. Februar 2015 konnte ein Gespräch zwischen der Beschwerdeführerin, ihrer Mutter, einer Dolmetscherin, der Beschwerdegegnerin, den Sozialen Diensten sowie dem RAD stattfinden. Dabei gelangte die Beschwerdegegnerin zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin bildungsungewohnt und nicht invalide sei. Sie weise eine Intelligenz im Normalbereich auf und sei körperlich sensibel. Die gleichentags erfolgte interne Abklärung habe sodann ergeben, dass sie die Integrationsklassenlehrerin im April 2014 nicht bei der Fachstelle Sozialpädagogik mit dem Resultat des SON-R 6-40 Test angemeldet habe. Dies spreche gegen eine Behinderung.

 

5.5 Auf Anfrage der Sozialen Dienste, Stützpunkt Mitte, hin bemerkte Dr. E.______, Chefarzt des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes […] (KJPD), am 21. Juli 2015, dass er keinen Grund dafür sehe, weshalb die Beschwerdegegnerin den SON-R 6-40 Test nicht akzeptiere. Es sei der einzig sinnvolle Test für diesen Fall. Der KJPD würde sich bei einer ähnlichen Fragestellung auf diesen Test stützen. Darüber hinaus machte Dr. E.______ verschiedene Ausführungen zum Einsatzbereich, dem Verfahren, der Zuverlässigkeit, der Gültigkeit, den Normen sowie der Bearbeitungsdauer des SON - R 6-40 Tests. Diese Informationen sind mit den Angaben der Testzentrale identisch, bei welcher man den Test erwerben kann.

 

5.6 Am 27. Juli 2015 führte F.______, Sozialversicherungsfachfrau des Bundesamtes für Sozialversicherungen, gegenüber den Sozialen Diensten, Stützpunkt Mitte, aus, dass die Beschwerdegegnerin im Rahmen des Offizialgrundsatzes verpflichtet sei, jede mögliche Massnahme genau abzuklären. Sie gehe, ohne den Fall zu kennen, davon aus, dass Letztere dies getan habe und ihren Entscheid auf fachgerechte Abklärungen stütze. Des Weiteren sei bei einem IQ unter 70 in der Regel von einer verminderten Arbeitsfähigkeit auszugehen. Es sei jedoch stets eine Einzelfallprüfung hinsichtlich der Auswirkungen auf das Verhalten, die berufliche Tätigkeit, die normalen Tätigkeiten des täglichen Lebens sowie das soziale Umfeld vorzunehmen. Bei der Kostenübernahme für eine erstmalige berufliche Ausbildung seien verschiedene Kriterien zu erfüllen. So müsse die versicherte Person unter anderem in der Lage sein eine Ausbildung abzuschliessen, was mit einem IQ von 60 fraglich sei.

 

6.

Vorliegend ist von Interesse, ob die Beschwerdeführerin an einer invalidisierenden Minderintelligenz leidet oder ob sie als bildungsungewohnt einzustufen ist, wovon die Beschwerdegegnerin ausgeht.

 

6.1 Die Beschwerdegegnerin bringt vor, dass nicht auf das Ergebnis des SON-R 6-40 Tests abzustellen sei, weil der Test für die Intelligenzbewertung der Beschwerdeführerin ungeeignet sei. Er sei auf Exploranden zugeschnitten, welche in Europa geboren seien, was vorliegend nicht zutreffe. Dieser Ansicht widerspricht Dr. E.______. So sehe er keinen Grund dafür, weshalb die IV-Stelle den Test nicht akzeptiere. Auch er nutze den SON-R 6-40 Test in ähnlich gelagerten Fällen, was durchwegs plausibel und nachvollziehbar erscheint. So wird beim SON-R 6-40 Test die Sprachkomponente vernachlässigt, weshalb er offensichtlich besser auf Personen mit Migrationshintergrund oder mit sonstigen sprachlichen Schwierigkeiten zugeschnitten ist, als Tests, bei welchen die Sprachkomponente miteinfliesst. Anderweitiges legt die Beschwerdegegnerin nicht substantiiert dar. Zudem ergibt sich weder aus der einschlägigen Literatur noch aus der Rechtsprechung, in welchem Verfahren eine etwaige Minderintelligenz zu testen ist bzw. welches Testverfahren für welchen Exploranden geeignet erscheint. Hingegen lässt sich etwa aus dem Infobrief Schulpsychologie BW des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport von Baden-Württemberg vom Februar 2014 entnehmen, dass der SON-R 6-40 Test in einem Bundesland in Deutschland Anwendung findet. Demgemäss eigne er sich durch seinen sprachfreien Charakter unter anderem zur Untersuchung kommunikativ behinderter Kinder und Erwachsener. Darüber hinaus biete sich die Anwendung bei Kindern mit Entwicklungsverzögerungen, mit einer Intelligenzminderung oder schwer zu testenden Kindern an sowie bei Migranten. Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, weshalb das Testergebnis des schulpsychologischen Dienstes gänzlich ausser Acht gelassen werden sollte. Diesbezüglich äusserte sich auch weder die Beschwerdegegnerin noch der RAD zu allfälligen alternativen Testmethoden.

 

6.2 Der SON-R 6-40 Test ergab bei der Beschwerdeführerin einen IQ von 66, was aber nicht ohne Weiteres den Schluss auf eine anspruchsbegründende Minderintelligenz zulässt. Zwar gilt ein IQ von weniger als 70 im medizinischen Sinne als vermindert (vgl. BGer-Urteil 8C_861/2014 vom 16. März 2015 E. 4.2, mit Hinweisen) und es ist in der Regel auch von einer verminderten Arbeitsfähigkeit auszugehen. Damit ist die Beschwerdegegnerin aber nicht von einer Einzelfallprüfung entbunden, da auch bei einem IQ von knapp unter 70 in jedem Fall abzuklären ist, wie sich die Intelligenzminderung auf das Verhalten, auf die berufliche Tätigkeit, das tägliche Leben und das soziale Umfeld auswirkt (vgl. IV-Rundschreiben Nr. 236 vom 21. März 2006), was auch das Bundesamt für Sozialversicherungen gegenüber der Beschwerdeführerin erklärte. Des Weiteren ist bei einer solchen Abklärung die Gesamtheit der gesundheitlichen Beeinträchtigungen massgebend, weshalb nicht einzig auf den IQ abgestellt werden darf (BGer-Urteil 9C_611/2014 vom 19. Februar 2015 E. 5.1). Eine solche Überprüfung, zu welcher der niedrig gemessene IQ genügend Anlass gibt, lässt sich den Akten nicht entnehmen. Demgemäss wäre eine umfassende Prüfung grundsätzlich nachzuholen und es wäre unter anderem abzuklären, ob ein geschützter Ausbildungsrahmen erforderlich ist.

 

6.3 Die Beschwerdegegnerin ging im vorliegenden Fall davon aus, der medizinische Sachverhalt sei gestützt auf die Aussage einer Lehrperson des Glarner Brückenangebotes und auf die Berichterstattung von Dr. C.______ genügend abgeklärt. Dem kann nicht gefolgt werden. So führte Letzterer am 9. Oktober 2014 aus, dass es im vorliegenden Sachverhalt noch zu viele Unklarheiten gebe. Das weitere Vorgehen müsse deshalb besprochen werden. Aktenkundig fand ein solches Gespräch am 24. Februar 2015 statt. Jedoch lässt sich den Akten bis auf die pauschale Schlussfolgerung, die Beschwerdeführerin sei bildungsungewohnt, nichts entnehmen. Ferner berichtete die Fachpsychologin zwar, dass eine fehlende Schulerfahrung Auswirkungen auf den niedrigen IQ haben könne. Dies erachtete sie jedoch nur als möglich und keineswegs als gegeben.

 

Es kann somit nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin ausschliesslich bildungsungewohnt ist und keine IV-relevante Minderintelligenz aufweist. Indem die Beschwerdegegnerin gestützt auf eine telefonische Aussage einer ehemaligen Lehrperson und die Kurzberichterstattung von Dr. C.______ dennoch von einer genügenden Intelligenz ausging, genügte sie der ihr obliegenden Abklärungspflicht nicht. Hinzu kommt, dass die Beschwerdegegnerin zumindest implizit selbst vorbrachte, der Sachverhalt sei nicht ausreichend abgeklärt. So beurteilte sie das Ergebnis des SON-R 6-40 Test nämlich aus dem Grund als ungenügend, weil nur rudimentäre kognitive Fähigkeiten geprüft worden seien. Damit erkannte sie selbst, dass keine genügende Gesamtbeurteilung sämtlicher Fähigkeiten vorgenommen wurde. Schliesslich bemerkte die Beschwerdeführerin zu Recht, dass die Abklärung der Intelligenzminderung durch einen Rheumatologen als fragwürdig erscheint, zumal der RAD Fachärzte für Pädiatrie sowie Neurologen zur Verfügung hat. Umso mehr gilt dies für die durch medizinisch ungeschulte Mitarbeitende der Beschwerdegegnerin getroffenen eigenen Schlussfolgerungen.

 

6.4 Zusammengefasst ergibt sich unter Berücksichtigung all dieser Umstände, dass ein abschliessender materieller Entscheid aufgrund der vorhandenen Akten nicht möglich ist. Die Beschwerdegegnerin ist zu verpflichten, eine Einzelfallprüfung vorzunehmen und die gesamten medizinischen Umstände fachärztlich abklären zu lassen. Gestützt darauf muss sie sich darüber äussern können, wie sich die allfälligen Beeinträchtigungen im täglichen Leben und auf einen allfälligen Beruf hin zeigen und ob der Gesundheitszustand berufliche Eingliederungsmassnahmen erfordert. Damit allfällige Einschränkungen und die Voraussetzungen für berufliche Massnahmen zuverlässig beurteilt werden können, erweist sich nach dem Dargelegten ein überzeugendes Gutachten als notwendig. Da die Beschwerdegegnerin bisher keine medizinische Gesamtbeurteilung in Auftrag gab, erweist sich die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin auch unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4) als geboten, zumal die Beschwerdeführerin selbst in ihrem Eventualantrag die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin beantragt. Die Beschwerdegegnerin ist dazu gehalten, umgehend die notwendige versicherungsexterne Begutachtung der Beschwerdeführerin einzuleiten.

 

Demgemäss ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 8. Juli 2015 ist aufzuheben und die Sache im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

 

III.

1.

Nach Art. 134 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) i.V.m. Art. 69 Abs. 1bis IVG hat die Partei, welche im Beschwerdeverfahren unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten von pauschal Fr. 600.- der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Sie ist überdies zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 [ATSG]).

 

2.

2.1 Gemäss Art. 139 Abs. 1 VRG befreit die Behörde eine Partei, der die Mittel fehlen, um neben dem Lebensunterhalt für sich und ihre Familie die Verfahrenskosten aufzubringen, auf Gesuch hin ganz oder teilweise von der Kosten- und Vorschusspflicht, sofern das Verfahren nicht aussichtslos ist. Unter denselben Voraussetzungen weist sie der Partei auf Gesuch hin oder von Amtes wegen einen Anwalt als Rechtsbeistand zu, sofern ein solcher für die gehörige Interessenwahrung erforderlich ist (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. f ATSG und Art. 139 Abs. 2 VRG). Der Nachweis der Bedürftigkeit obliegt nach Art. 139 Abs. 3 VRG der gesuchstellenden Partei.

 

2.2 Da die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind, ist das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung als gegenstandslos geworden abzuschreiben.

 

2.3 Die Beschwerdeführerin beantragt zudem die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung. Als Empfängerin von Sozialhilfe hat sie ohne Weiteres als mittellos zu gelten. Da sie vorliegend obsiegt, sind ihre Begehren nicht aussichtslos. Daneben erweist sich der Beizug eines Rechtsbeistands als erforderlich. Folglich ist ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung gutzuheissen und ihr in der Person von Rechtsanwalt B.______ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. Dieser ist mit Fr. 2'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Daran ist die Parteientschädigung seitens der Beschwerdegegnerin in gleicher Höhe anzurechnen.

 

3.

Gegen den vorliegenden Zwischenentscheid steht die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) offen.

Demgemäss beschliesst die Kammer:

1.

Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.

2.

Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung wird gutgeheissen. Ihr wird in der Person von Rechtsanwalt B.______ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.

3.

Der Rechtsbeistand wird zu Lasten der Gerichtskasse mit Fr. 2'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) entschädigt. Daran angerechnet wird die Parteientschädigung seitens der Beschwerdegegnerin in gleicher Höhe.

und erkennt sodann:

1.

Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 8. Juli 2015 wird aufgehoben und die Sache wird im Sinne der Erwägungen an diese zurückgewiesen.

2.

Der Beschwerdegegnerin wird eine pauschale Gerichtsgebühr von Fr. 600.- auferlegt.

3.

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

4.

Schriftliche Eröffnung und Mitteilung an:

 

[…]