Zürich Sozialversicherungsgericht

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Entscheide



IV.2003.00170

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Faesi, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer Müller

Ersatzrichterin Condamin

Gerichtssekretärin Meier-Wiesner
Urteil vom 28. Januar 2004
in Sachen
S.___
 
Beschwerdeführerin

vertreten durch Rechtsanwältin Karin Hoffmann
Splügenstrasse 12, 8002 Zürich

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA)
IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin



Sachverhalt:
1.       Die 1964 geborene S.___ ist alkohol- und medikamentenabhängig. Darüber hinaus leidet sie seit Jahren an Psoriasis. Ihre letzte Anstellung im angestammten Beruf als Psychiatrie-Krankenschwerster endete im April 1996. Seither ist sie - mit Ausnahmen von wenigen Kurzanstellungen - hauptsächlich arbeitslos. Nach verschiedenen Entzugs- und Behandlungsversuchen meldete sie sich am 1. Juni 2001 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (berufliche Massnahmen; Urk. 10/37). Daraufhin holte die IV-Stelle die Berichte des Spitals X.___ vom 11. Juli 2001 (Urk. 10/24) sowie des Hausarztes Dr. med. A.___, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 21. August 2001 ein (Urk. 10/19). Des weiteren zog sie einen Auszug aus dem Individuellen Konto der Versicherten bei (Urk. 10/35) und holte den Bericht der Klinik B.___ vom 18. Oktober 2002 (Urk. 10/11) sowie den Verlaufsbericht von Dr. A.___ vom 30. Januar 2003 ein (Urk. 10/9). Gestützt darauf verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 12. März 2003 einen Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 10/6). Dies bestätigte sie mit Einspracheentscheid vom 14. Mai 2003 (Urk. 2).

2.       Dagegen liess S.___ am 12. Juni 2003 Beschwerde erheben mit dem Rechtsbegehren um Erbringung der ihr zustehenden Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 13. August 2003 beantragte die Verwaltung die Abweisung der Beschwerde (Urk. 9). Nachdem die Beschwerdeführerin am 16. Oktober 2003 replicando am gestellten Antrag hatte festhalten lassen (Urk. 14 S. 2) und die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik verzichtet hatte (Urk. 15 f.), wurde der Schriftenwechsel mit Verfügung vom 4. Dezember 2003 geschlossen (Urk. 17).


Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1     Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
1.2     Zu den geistigen Gesundheitsschäden, welche in gleicher Weise wie die körperlichen eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 ATSG zu bewirken vermögen, gehören neben den eigentlichen Geisteskrankheiten auch seelische Störungen mit Krankheitswert. Nicht als Auswirkungen einer krankhaften seelischen Verfassung und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, Arbeit in ausreichendem Mass zu verrichten, zu vermeiden vermöchte, wobei das Mass des Forderbaren weitgehend objektiv bestimmt werden muss. Es ist festzustellen, ob und in welchem Masse eine versicherte Person infolge ihres geistigen Gesundheitsschadens auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt erwerbstätig sein kann. Dabei kommt es darauf an, welche Tätigkeit ihr zugemutet werden darf. Zur Annahme einer durch einen geistigen Gesundheitsschaden verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozialpraktisch nicht mehr zumutbar (vgl. BGE 127 V 298 Erw. 4c, 102 V 165; AHI 2001 S. 228 Erw. 2b, 2000 S. 151 Erw. 2a, 1996 S. 302 f. Erw. 2a, S. 305 Erw. 1a und S. 308 f. Erw. 2a sowie ZAK 1992 S. 170 f. Erw. 2a).
         Diese Grundsätze gelten nach der Rechtsprechung für Psychopathien (vgl. EVGE 1963 S. 36 Erw. 3 mit Hinweisen), psychische Fehlentwicklungen (vgl. EVGE 1961 S. 326 Erw. 3), Trunksucht (vgl. EVGE 1968 S. 278 Erw. 3a), suchtbedingten Missbrauch von Medikamenten (vgl. ZAK 1964 S. 122 Erw. 3), Rauschgiftsucht (vgl. BGE 99 V 28 Erw. 2) und Neurosen (vgl. EVGE 1964 S. 157 Erw. 3 und 4, ZAK 1992 S. 171 Erw. 2a je mit Hinweisen). Gemäss ständiger Rechtsprechung begründet die Alkoholsucht für sich allein betrachtet keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Dagegen wird eine solche Sucht im Rahmen der Invalidenversicherung relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder aber wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt (vgl. BGE 99 V 28 Erw. 2; SVR 2001 IV Nr. 3 S. 7 Erw. 2b; AHI 2002 S. 30 Erw. 2a, 2001 S. 228 f. Erw. 2b mit Hinweisen). Dabei ist das ganze für die Alkoholsucht massgebende Ursachen- und Folgespektrum in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen (vgl. ZAK 1992 S. 172 Erw. 4d). Soweit es um die krankheitsbedingten Ursachen der Alkoholsucht geht, ist erforderlich, dass ihr eine ausreichend schwere und ihrer Natur nach für die Entwicklung einer Suchtkrankheit geeignete Gesundheitsstörung zu Grunde liegt, welche zumindest eine erhebliche Teilursache der Alkoholsucht darstellt, damit diese als invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG anerkannt werden kann (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes in Sachen W. vom 4. April 2002, I 401/01, mit Hinweis).

2.       Den angefochtenen Einspracheentscheid begründete die Beschwerdegegnerin wie folgt: Die Abklärungen hätten ergeben, dass die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin vor allem durch das Abhängigkeitsverhalten begründet sei, weshalb keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vorliege. Weder sei aufgrund der Akten ein dauerhafter Gesundheitsschaden ausgewiesen, noch lägen durchgehende invalidenversicherungsrechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeiten vor. Im Vordergrund stehe das Suchtgeschehen, wobei sich die Beschwerdeführerin nach kurzen Hospitalisationen jeweils rasch wieder erholt habe, was auch für die Auswirkungen der Psoriasis zutreffe (Urk. 2 und 9).
         Dagegen stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, die Sucht habe einen Gesundheitsschaden verursacht, weshalb die Arbeitsunfähigkeit nicht im Abhängigkeitsverhalten selber begründet sei (Urk. 1 S. 2). Sodann sei nicht abgeklärt worden, weshalb sie in die Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit hineingerutscht sei. Trotz Hinweise auf kognitive Defizite und eine Wesensveränderung seien in den Akten keinerlei psychiatrische Angaben und Beurteilungen zu finden. Da sie an schwerer Psoriasis leide, die Einfluss auf die psychische Befindlichkeit haben könne, und man von einer Wechselwirkung zwischen psychischer Befindlichkeit und akuten Schüben ausgehen müsse, seien weitere Abklärungen vorzunehmen (Urk. 14 S. 3 f.).

3.
3.1
3.1.1   In medizinischer Hinsicht stimmen die von den verschiedenen involvierten Ärzten gestellten Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen überein. Sie lauten auf Alkoholabhängigkeit vom Typ des Pegeltrinkens, Abhängigkeit von Sedativa/Hypnotika und Psoriasis vulgaris (Urk. 10/11 S. 1, Urk. 10/12 S. 1, Urk. 10/16 S. 1, Urk. 10/17 S. 2, Urk. 10/19 S. 1, Urk. 10/20 S. 1, Urk. 10/21 S. 3, Urk. 10/23 S. 1 und Urk. 10/23a S. 1).

3.1.2   Den medizinischen Akten lässt sich folgender Krankheitsverlauf entnehmen:
Vom ___ bis ___ 2000 war die Beschwerdeführerin wegen einer Humerusfraktur im Spital X.___ hospitalisiert. Gemäss Bericht vom 6. November 2000 habe sich der psychische und physische Zustand während des Spitalsaufenthaltes täglich gebessert, so dass die Beschwerdeführerin in rechtem Allgemeinzustand auf die dermatologische Abteilung der Klinik C.___ habe verlegt werden können, wo eine Rundumbetreuung sowohl von dermatologischer als auch von psychischer Seite im Bewältigen des Alkoholproblems vorgesehen gewesen sei (Urk. 10/23a).
         In der Klinik C.___ hielt sich die Beschwerdeführerin bis zum ___ 2000 auf. Im Bericht vom gleichen Tag wurde festgehalten, dass es durch Therapien zu einer fast vollständigen Regredienz der Psoriasis gekommen sei. Es hätten lediglich einzelne an den Unterarmen disseminierte hyperkeratolitische Papeln persistiert. Die anfänglich von der Humerusfraktur verursachten Schmerzen hätten gegen Ende der Hospitalisation deutlich gebessert, so dass die Beschwerdeführerin wieder alltägliche Sachen selbst habe verrichten können. Bezüglich des Alkoholabusus sei der Verlauf schliesslich völlig unproblematisch gewesen, weshalb die Beschwerdeführerin in gutem Allgemeinzustand nach Hause ausgetreten sei (Urk. 10/23 S. 1 f.).
Vom ___ bis ___ 2001 war die Beschwerdeführerin erneut im Spital X.___ in Behandlung. Grund dafür war eine alkoholtoxische Hepatitis nach Alkoholkonsum. Gemäss Bericht vom 7. Juni 2001 hatten sich die bei Eintritt massiv erhöhten Leberwerte unter Alkoholabstinenz rasch gebessert und die Beschwerdeführerin konnte in gebessertem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden. Alkoholabstinenz und lokale Behandlung hätten auch zu einer raschen Besserung der Psoriasis geführt (Urk. 10/20 S. 1 f.). Bezüglich der Frage nach einer Einschränkung der physischen oder psychischen Funktionen würde im Bericht vom 11. Juli 2001 auf den Hausarzt verwiesen. Seitens des Spitals X.___ wurde der Beschwerdeführerin vom 3. bis 25. Mai 2001 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 10/24 S. 3).
Am 23. Mai 2001 erfolgte ein Abklärungsgespräch in der Frauenspezifischen Abteilung der Klinik B.___. Die das Gespräch führende Psychologin lic. phil. I D.___, Leiterin der Frauenspezifischen Abteilung, stellte in ihrem Bericht vom gleichen Tag fest, dass die Beschwerdeführerin wach, bewusstseinsklar und allseits orientiert sei. Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnisfunktionen (insbesondere das Langzeitgedächtnis) seien hingegen deutlich reduziert. Trotz formal sprunghaften Denkens bestünden inhaltlich keine Auffälligkeiten. Die Beschwerdeführerin habe Schwierigkeiten, klar und strukturiert zu berichten, was genaues Nachfragen erfordere. Ausserdem sei die Sprache verwaschen. Doch fehlten Hinweise auf Sinnestäuschungen, Ich-Störungen, Zwänge oder Ängste. Ein affektiver Rapport sei herstellbar, wobei die Beschwerdeführerin phasenweise einen etwas ungeduldigen Eindruck mache. Emotional wirke sie wenig moduliert und trete eher jovial-locker auf. Die Krankheit werde bagatellisiert. Neben einem stark reduzierten somatischen Zustand fielen die kognitiven Defizite und eine - von der Mutter auf Nachfrage bestätigte - deutliche Wesensveränderung auf. Aufgrund der Schwere des Krankheitsbildes sei eine Hospitalisation in die Klinik im damaligen Zeitpunkt nicht in Betracht gekommen, denn die Beschwerdeführerin wäre weder physisch noch psychisch in der Lage gewesen, am psychotherapeutisch orientierten Programm teilzunehmen. Deshalb sei ihr entweder einen längeren Kuraufenthalt zur Stabilisierung und Verbesserung des Zustandes mit kontrollierter Alkoholabstinenz und zum Medikamentenentzug oder eine Hospitalisation in einer stärker rehabilitativ orientierten Institution empfohlen worden (Urk. 10/21).
         Gemäss dem Bericht des Spitals X.___ vom 10. August 2001 war die Humerusfraktur bei Verbleiben einer degenerativen Veränderung verheilt. Die von der Beschwerdeführerin geklagten bewegungsabhängigen Schmerzen und die vor allem störenden Schmerzen nach zirka 15-minutigem Liegen auf der linken Schulter seien darauf zurückzuführen. Zur Behandlung wurden eine medikamentöse Therapie und eine intensive Physioterapie zum Aufbau der Schultergürtelmuskulatur empfohlen (Urk. 10/18).
         Dr. A.___ attestierte der Beschwerdeführerin in seinem Bericht vom 21. August 2001 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab November 1999 im angestammten Beruf als Krankenschwester. Indessen erwähnte er, dass die Prognose vom Erfolg der Therapie des Suchtverhaltens abhänge und der Gesundheitszustand besserungsfähig sei. Berufliche Massnahmen erachtete er als nicht angezeigt (Urk. 10/19).
         Am 16. August 2001 fand wiederum ein Abklärungsgespräch in der Klinik B.___ statt. Im Bericht vom darauffolgenden Tag hielt der Chefarzt und Direktor Dr. med. E.___ fest, dass sich die Beschwerdeführerin seit dem ___ 2001 in der Klinik F.___ zwecks Alkohol- und Medikamentenentzug aufgehalten und sich ihr psychischer und physischer Zustand eindrücklich verbessert habe. Die Psoriasis habe sich markant beruhigt. Weitestgehend normalisiert hätten sich sodann die Aufmerksamkeit, das Konzentrationsvermögen und das Langzeitgedächtnis. Das Denken sei formal kohärent, flüssig und inhaltlich unauffällig. Die Auffassung sei intakt, der rote Faden im Gespräch stets erhalten. Auch die affektive Modulation und Differenzierung hätten sich eindrücklich verbessert. Dadurch seien die Voraussetzungen für einen Klinikeintritt bei Aufrechterhaltung der Alkohol- und Tablettenabstinenz gegeben (Urk. 10/17).
         In der Folge hielt sich die Beschwerdeführerin vom ___ 2001 bis ___ 2002 in der Klinik B.___ auf. Laut Bericht der Oberärztin Dr. med. G.___ vom 18. Oktober 2002 ist der Gesundheitszustand besserungsfähig. Während des Klinikaufenthaltes habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Nach Klinikaustritt sei ein Stellenantritt in einem Krankenheim vorgesehen gewesen. Die Ärztin erachtete eine berufliche Umstellung als sinnvoll, da sowohl die psychische Belastung bei der Arbeit als Krankenschwester, als auch die Nähe zum Medikamentenschrank, wie die Schichtarbeit zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes beitrügen. Ein Berufswechsel sei jedoch erst nach mindestens einjähriger Stabilisierung und Abstinenz erfolgversprechend. Die Erhebung des Psychostatus am 19. Oktober 2001 habe ergeben, dass der affektive Rapport etwas erschwert sei. Die Beschwerdeführerin wirke affektiv eher verflacht und innerlich unruhig. Die anlässlich des ambulanten Vorgesprächs vom 23. Mai 2001 festgestellten kognitiven Defizite hätten sich weitgehend normalisiert. In der neuropsychologischen Testung zeige sich jedoch im Bereich der Gedächtnisfunktion weiterhin eine eingeschränkte Fehlerkontrolle im figuraler Bereich mit deutlich besserer Leistung im verbalen Bereich. Subjektiv bestünden ein körperliches Schwächegefühl sowie Schlafstörungen. Eine depressive Symptomatik konnte die berichtende Ärztin nicht feststellen (Urk. 10/11).
         Nach einem erneuten Alkoholabsturz war die Beschwerdeführerin vom ___ bis ___ 2002 im Spital X.___ hospitalisiert. Gemäss Bericht vom 27. März 2002 bestanden eine Elektrolytenentgleisung mit einer Hyponatriämie und einer Hypokalämie sowie leicht erhöhten Leberwerten und Lipasen. Bei allgemein trockener Haut sei die Psoriasis wenig aktiv gewesen. Unter Rehydratation sei es zu einer raschen Besserung des Allgemeinzustandes gekommen und die Beschwerdeführerin sei bis zum Austritt vollkommen beschwerdefrei gewesen. Zur Entgleisung hat nach Einschätzung der berichtenden Ärzte nicht nur der Alkoholabsturz, sondern zusätzlich ein gastrointestinaler Infekt geführt. Bis zum Versuch des Wiedereinstiegs in den Beruf als Krankenschwester am 2. April 2002 stellten sie der Beschwerdeführerin ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis aus (Urk. 10/16).
         Wegen eines unklaren komatösen Zustandsbildes musste die Beschwerdeführerin bereits am ___ 2002 wieder ins Spital X.___ eingeliefert werden. Laut Bericht vom 16. Oktober 2002 betrug der Blutalkoholspiegel 0,3 ‰. Das Drogen- und Medikamentenscreening im Urin sei dagegen negativ gewesen. Nach der medizinischen Kontrolle der Entzugssymptome sei die Beschwerdeführerin am ___ 2002 in gebessertem Allgemeinzustand zum ambulanten Alkoholentzug nach Hause entlassen worden (Urk. 10/12).
         Unter Berücksichtigung der neueren Vorfälle stellte Dr. A.___ im Verlaufsbericht vom 30. Januar 2003 fest, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit dem Austritt aus der Klinik B.___ am ___ 2002 verschlechtert habe. Der vorgesehene Stellenantritt in einem Krankenheim sei wegen Überforderung denn auch nicht erfolgt. Zwar gehe es der Beschwerdeführerin bei den stationären Behandlungen jeweils rasch besser und es trete auch eine sofortige Besserung der Psoriasisprobleme ein. Jedoch führe die Rückkehr nach Hause zu einer unverzüglichen Verschlechterung des Zustandes. Auf diesen Verlauf hätten ambulante Therapien keinen Einfluss. Die Beschwerdeführerin sei vor allem psychisch alkoholabhängig: ohne Alkohol vertrage sie ihre Situation des Öftern nicht. Um dies zu verbessern, müsse sie weg von zu Hause (Urk. 10/9).
3.2     Aus diesen Berichten ergibt sich, dass die im Herbst 2000 erlittene Humerusfraktur vollständig abgeheilt ist und die durch verbleibende degenerative Veränderungen verursachten Schmerzen behandelbar (Urk. 10/18). Daraus lässt sich somit kein invalidisierender Gesundheitsschaden ableiten.
Anhaltspunkte dafür, dass die seit Jahren bestehende Psoriasis zum Suchtverhalten der Beschwerdeführerin geführt habe, liegen keine vor. Exazerbationen dieses Leidens sind ausschliesslich in Zusammenhang mit dem Alkohol- und Medikamentenabusus dokumentiert. Diese Verschlechterungen dürfen indessen nicht als dauerhafte Krankheitsfolgen des Suchtverhaltens betrachtet werden, ist doch bei adäquater Therapie und Abstinenz jeweils eine rasche Besserung eingetreten. Dass die Psoriasis bei konsequenter Behandlung und Suchtmittelabstinenz einen Einfluss auf die Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit der Beschwerdeführerin hätte, wird in keinem Arztbericht dargetan. Vielmehr macht Dr. A.___ die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vom Erfolg der Entzugstherapie abhängig (Urk. 10/19 S. 2). Eine invalidisierende Wirkung des Hautleidens per se ist somit ebenfalls nicht ersichtlich.
Schliesslich haben die verschiedenen medizinischen Abklärungen keine Anhaltspunkte für eine psychische Störung mit Krankheitswert ergeben. Insbesondere ist spätestens im Verlauf der stationären Behandlung in der Klinik B.___ eine weitgehende Normalisierung der anlässlich des Abklärungsgespräches vom 23. Mai 2001 festgestellten kognitiven Defizite eingetreten (Urk. 10/21 S. 3 und Urk. 10/11 S. 3). Die gleichzeitig mit diesen aufgefallene Wesensveränderung führt Dr. A.___ auf den Alkoholabusus zurück (Urk. 10/19 S. 1). Da er als Hausarzt die Beschwerdeführerin schon längere Zeit kennt, ist an dieser Beurteilung nicht zu zweifeln. Im übrigen sind weder anlässlich der Abklärungsgespräche vom 23. Mai 2001 und vom 16. August 2001 in der Klinik B.___ noch bei der Erhebung des Psychostatus am 19. Oktober 2001 während des Klinikaufenthaltes Auffälligkeiten in psychischer Hinsicht festgestellt worden. Demzufolge besteht kein Anlass für weitere psychiatrische Abklärungen.

4.       Zu Recht hat die Verwaltung die Alkohol- und Medikamentensucht der Beschwerdeführerin weder als Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens noch als Ursache eines solchen qualifiziert. Richtigerweise hat sie auch der zusätzlich bestehenden Psoriasis keine invalidisierende Wirkung beigemessen, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.




Das Gericht erkennt:
1.         Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.         Das Verfahren ist kostenlos.
3.         Zustellung gegen Empfangsschein an:
- Rechtsanwältin Karin Hoffmann
- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
- Bundesamt für Sozialversicherung
4.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Eidgenössischen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht werden.
Die Beschwerdeschrift ist dem Eidgenössischen Versicherungsgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift der beschwerdeführenden Person oder ihres Vertreters zu enthalten; die Ausfertigung des angefochtenen Entscheides und der dazugehörige Briefumschlag sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die beschwerdeführende Person sie in Händen hat (Art. 132 in Verbindung mit Art. 106 und 108 OG).