Zürich Sozialversicherungsgericht

kantone/zh_sozverger/IV.2004.00879.html 

Entscheide



IV.2004.00879

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende

Sozialversicherungsrichter Spitz

Ersatzrichterin Maurer Reiter

Gerichtssekretär S. Gasser
Urteil vom 31. März 2005
in Sachen
C.___
 
Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt Gian Andrea Danuser
Danuser Hoppler de Mestral
Freyastrasse 21, 8004 Zürich

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA)
IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin


Sachverhalt:
1.       C.___, geboren 1966, war vom 17. Januar 2000 bis Ende Juni 2001 als Aushelfer im Zustelldienst bei der A.___ in unregelmässigem Pensum angestellt und leistete dort am 19. März 2001 den letzten Arbeitseinsatz. Gleichzeitig war er schon seit längerer Zeit und bis Ende März 2001 bei der B.___ AG als Spielsalonaufsicht tätig. Am 13. November 2001 meldete er sich wegen eines Rückenleidens bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an und beantragte sowohl eine Berufsberatung als auch eine Umschulung auf eine neue Tätigkeit (Urk. 7/61). Daraufhin holte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, die Arztberichte von Dr. med. D.___, Spezialarzt für Innere Medizin mit Spezialisierung auf Rheumaerkrankungen, und die Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) ein, hatte der Versicherte doch am 14. Juni 1997 einen Autounfall und dabei eine Deckplattenimpressionsfraktur Th12 erlitten, für die die SUVA Leistungen erbracht hatte. Sodann zog die IV-Stelle die Auszüge des individuellen Kontos des Versicherten bei und liess die ehemaligen Arbeitgeber die Berichte vom 18. Dezember 2001 und vom 3. Januar 2002 erstellen. Ab 21. Oktober 2002 fanden Gespräche mit der Berufsberatung der IV-Stelle statt (Urk. 7/47). Zur Klärung der medizinischen Situation und seiner Arbeitsfähigkeit wurde der Versicherte am 26. und am 29. Januar 2004 in der medizinischen Abklärungsstelle E.___ (MEDAS) polydisziplinär begutachtet. Gestützt auf das Ergebnis dieser Abklärung, das eine gänzliche Arbeitsfähigkeit in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit ergeben hatte (Urk. 7/19/1 S. 17), wurde mit Verfügung vom 21. Mai 2004 bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 28 % ein Rentenanspruch verneint (Urk. 7/13). Die dagegen erhobene Einsprache vom 21. Juni 2004, mit der der Versicherte die Aufhebung des Rentenentscheids, berufliche Massnahmen und eine berufliche Abklärung verlangte, wies die IV-Stelle mit Einspracheentscheid vom 30. Juli 2004 ab, soweit sie darauf eintrat (Urk. 7/7; Zum Ganzen: Urteil von heute im Verfahren IV.2004.00611).
         Am 23. August 2004 erfolgte ein weiteres Gespräch mit der Berufsberatung der IV-Stelle (Urk. 7/28). Danach verfügte die IV-Stelle am 22. September 2004 die Abweisung des Gesuchs um berufliche Massnahmen und lehnte die Durchführung einer beruflichen Abklärung ab (Urk. 7/5). Die dagegen erhobene Einsprache wies die IV-Stelle mit Entscheid vom 2. November 2004 ab (Urk. 2).

2.
2.1     Gegen den Einspracheentscheid vom 2. November 2004 liess der Versicherte am 3. Dezember 2004 Beschwerde erheben und Folgendes beantragen (Urk. 1):
         "Der Einspracheentscheid vom 2. November 2004 sei aufzuheben. Demzufolge sei die Verfügung der IV-Stelle vom 22. September 2004 aufzuheben und es sei ein BEFAS-Gutachten durchzuführen. Sodann seien geeignete berufliche Massnahmen wie Berufsberatung und Umschulung durchzuführen".
         In der Beschwerdeantwort vom 19. Januar 2005 verzichtete die IV-Stelle auf eine Stellungnahme und beantragte die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Am 21. Januar 2005 schloss das Gericht den Schriftenwechsel (Urk. 8).
         Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, nachfolgend eingegangen.
2.2     Auch gegen den Einspracheentscheid betreffend Invalidenrente vom 30. Juli 2004 hatte der Versicherte Beschwerde einreichen lassen, über die mit Urteil von heute entschieden wird (Verfahren Nr. IV.2004.00611).


Das Gericht zieht in Erwägung:
1.       Am 1. Januar 2003 ist das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in Kraft getreten. Mit ihm sind zahlreiche Bestimmungen im Sozialversicherungsbereich geändert worden. Sodann sind am 1. Januar 2004 die am 21. März respektive 21. Mai 2003 revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 130 V 446 Erw. 1.2), und weil ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen Einspracheentscheids eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind im vorliegenden Fall, da es um berufliche Massnahmen nach erfolgter medizinischer Abklärung in der MEDAS im Jahr 2004 geht, die neuen Bestimmungen anwendbar.

2.
2.1     Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) unmittelbar bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Dabei ist die gesamte noch zu erwartende Arbeitsdauer zu berücksichtigen. Die Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in Massnahmen beruflicher Art (Art. 8 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 15 ff. IVG). Diese werden in Form von Berufsberatung (Art. 15 IVG), erstmaliger beruflicher Ausbildung (Art. 16 IVG), Umschulung (Art. 17 IVG) oder Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG) gewährt.
2.2     Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
2.3     Gemäss Art. 15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität in der Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind, Anspruch auf Berufsberatung. Der Leistungsanspruch setzt voraus, dass die versicherte Person an sich zur Berufswahl oder zur beruflichen Neuorientierung fähig ist, infolge ihres Gesundheitszustandes aber darin behindert ist, weil die Kenntnisse über Neigungen, berufliche Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht ausreichen, um einen der Behinderung angepassten Beruf wählen zu können (ZAK 1977 S. 191 Erw. 2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes vom 15. Februar 2000 in Sachen A., I 431/99). In Betracht fällt jede körperliche oder psychische Beeinträchtigung, die den Kreis der für die versicherte Person nach ihrer Eignung und Neigung möglichen Berufe oder Betätigungen einengt oder die Ausübung der bisherigen Aufgabe unzumutbar macht. Ausgeschlossen sind geringste Behinderungen, die keine nennenswerte Beeinträchtigung zur Folge haben und deshalb die Inanspruchnahme der Invalidenversicherung nicht rechtfertigen (BGE 114 V 29 f. Erw. 1a mit Hinweisen). Die Berufsberatung erfolgt durch die IV-Stelle. Sie kann neben den üblichen Methoden und Vorkehren der Berufsberatung auch umfassende Abklärungen in spezialisierten Ausbildungs- und Eingliederungsstätten, in der freien Wirtschaft oder in einer beruflichen Abklärungsstelle (BEFAS) anordnen. Diese sind nach einem im Einzelfall festgelegten oder standardisierten Abklärungsprogramm mit klarer Zielsetzung durchzuführen (Rz 2003 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherung über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art [KSBE] vom 1. Januar 2005).
2.4     Gemäss Art. 17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Abs. 1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (Abs. 2). Als Umschulung gelten gemäss Art. 6 Abs. 1 IVV Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
         Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, den vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Personen eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der „annähernden Gleichwertigkeit“ nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 124 V 109. f. Erw. 2a mit Hinweisen). Für die Beurteilung der Gleichwertigkeit im Sinne der erwähnten Rechtsprechung ist zwar in erster Linie auf die miteinander zu vergleichenden Erwerbsmöglichkeiten im ursprünglichen und im neuen Beruf oder in einer dem Versicherten zumutbaren Tätigkeit abzustellen. Dabei geht es jedoch nicht an, den Anspruch auf Umschulungsmassnahmen - gleichsam im Sinne einer Momentaufnahme - ausschliesslich vom Ergebnis eines auf den aktuellen Zeitpunkt begrenzten Einkommensvergleichs, ohne Rücksicht auf den qualitativen Ausbildungsstand einerseits und die damit zusammenhängende künftige Entwicklung der erwerblichen Möglichkeiten anderseits, abhängen zu lassen. Vielmehr ist im Rahmen der vorzunehmenden Prognose (BGE 110 V 102 Erw. 2) unter Berücksichtigung der gesamten Umstände nicht nur der Gesichtspunkt der Verdienstmöglichkeit, sondern der für die künftige Einkommensentwicklung ebenfalls bedeutsame qualitative Stellenwert der beiden zu vergleichenden Berufe mitzuberücksichtigen. Die annähernde Gleichwertigkeit der Erwerbsmöglichkeit in der alten und neuen Tätigkeit dürfte auf weite Sicht nur dann zu verwirklichen sein, wenn auch die beiden Ausbildungen einen einigermassen vergleichbaren Wert aufweisen (BGE 124 V 111 Erw. 3b; AHI 1997 S. 86 Erw. 2b; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes in Sachen H. vom 18. August 2004, I 783/03, Erw. 5.2 und A. vom 19. November 2003, I 794/02 mit Hinweisen; Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässigkeitsgrundsatz im staatlichen Leistungsrecht, Diss. Bern 1985, S. 186).     
        
3.
3.1     Die Beschwerdegegnerin verneinte in der Verfügung vom 22. September 2004 einen Anspruch auf berufliche Massnahmen beziehungsweise auf eine stationäre Abklärung durch eine spezialisierte berufliche Abklärungsstelle (BEFAS), weil sie der Ansicht war, solange der Beschwerdeführer an einer geringeren als einer 100%igen Arbeitsfähigkeit festhalte, könnten keine Eingliederungsmassnahmen durchgeführt werden (Urk. 7/5). Im Einspracheentscheid vom 2. November 2004 wies sie einen Umschulungsanspruch zum einen mangels eines Invaliditätsgrades von 20 % ab (Urk. 2 S. 2 unten). Im Weiteren wies sie erneut darauf hin, dass ein Anspruch auf berufliche Massnahmen auch wegen der fehlenden subjektiven Eingliederungsfähigkeit nicht gegeben sei. Sodann sei es dem Beschwerdeführer aufgrund des von der MEDAS ärztlicherseits erhobenen Zumutbarkeitsprofils beispielsweise möglich, eine Tätigkeit als Kioskverkäufer oder im Lagerbereich mit Rüst- oder Kommissionierungsarbeiten auszuüben, einer weitergehenden Abklärung bedürfe er nicht (Urk. 2 S. 4).
3.2     Der Beschwerdeführer hält in seiner Beschwerde daran fest, dass nach der MEDAS-Abklärung, in der nur eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit festgelegt worden sei, nun eine BEFAS-Abklärung anzuordnen sei, damit danach gezielte berufliche Massnahmen vorgenommen werden könnten. Es bestehe kein fehlender Eingliederungswille (Urk. 1).

4.
4.1     Zur Beurteilung der medizinischen Situation wurde von der IV-Stelle ein MEDAS-Gutachten eingeholt. Die Ärzte der MEDAS diagnostizierten im Gutachten vom 14. April 2004 im Rahmen der durchgeführten polydisziplinären Untersuchung einzig ein chronisches thorakospondylogenes Syndrom, das sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt. Sie erachteten die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Aushilfe bei der A.___ bei einer Arbeitsfähigkeit von unter 20 % für nicht mehr zumutbar, attestierten dem Versicherten aber in einer körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/19/1 S. 17 f.). Mit Urteil von heute im Verfahren betreffend die Ausrichtung einer Invalidenrente (Prozess Nr. IV.2004.00611) wird erkannt, dass auf dieses Gutachten und die dargestellte Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abgestellt werden kann und zwar bereits für den Zeitraum ab Oktober 2001, weil der gesundheitliche Zustand des Beschwerdeführers seit langer Zeit stationär ist und ärztlicherseits keine namhaften Veränderungen festgestellt werden konnten. Die medizinische Situation erachtet das Gericht in seinem Urteil als hinreichend abgeklärt. Es kann darauf verwiesen werden.
         Die Beschwerdegegnerin hat also zu Recht dieses Gutachten der MEDAS auch für ihren vorliegenden Entscheid betreffend die beruflichen Massnahmen zur Grundlage genommen.
4.2     Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen nach Art. 8 Abs. 1 IVG setzt die subjektive Eingliederungsbereitschaft der versicherten Person voraus (AHI 2002 S. 108). In ZAK 1991 S. 180 Erw. 3 verneinte das Eidgenössische  Versicherungsgericht die objektive Eingliederungsfähigkeit und damit den Anspruch auf ein Taggeld während der Wartezeit bei einem Versicherten, dem es an jeglicher Eingliederungsbereitschaft fehlte, indem er während des Abklärungsaufenthaltes jedwelche Kooperation und Motivation vermissen liess und bei bloss leichten Arbeiten absolut keine Leistung erbrachte. Im in AHI 2002 S. 108 publizierten Urteil ging es um eine versicherte Person, die anlässlich des Beratungsgesprächs die Auffassung vertrat, sie könne aus gesundheitlichen Gründen überhaupt keine Erwerbstätigkeit mehr ausüben. Da sie einer Arbeitsaufnahme grundsätzlich ablehnend gegenüberstand und in diesem Sinne jegliche Motivation vermissen liess, beendete die Verwaltung die Arbeitsvermittlung (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 11. Januar 2005 in Sachen A., I 605/04).
        
         Vorliegend ist es zwar richtig, dass der Beschwerdeführer anlässlich des Abklärungsgesprächs mit dem Berufsberater der IV-Stelle nach der Begutachtung durch die MEDAS betonte - trotz der anderslautenden Einschätzung durch die Gutachter der MEDAS -, nur teilweise, in einem maximalen Umfang von 40 % tätig sein zu können. Von einer grundsätzlich ablehnenden Haltung gegenüber Eingliederungsmassnahmen, die jegliche Bemühung von vornherein unnötig machen würde, kann dabei aber nicht gesprochen werden. Zum einen hatte er den vom Berufsberater der IV-Stelle empfohlenen Kurs hinsichtlich einer interkulturellen Kommunikation, die zu einer Tätigkeit im Asylbereich befähigen sollte, besucht. Auch zeigte er sich interessiert an einer beruflichen Abklärung im Rahmen einer BEFAS (Urk. 7/28). Selber legte er auch dar, dass es gut für ihn wäre, wieder arbeitstätig zu sein, nur wisse er nicht, was er machen könnte. Auch wenn er seine Leistungsfähigkeit anders einschätzte als die Ärzte der MEDAS - worin er durch den Hausarzt auch bestärkt wurde - kann von einem gänzlich fehlenden Eingliederungswillen nicht ausgegangen werden. Bei dieser Sachlage kann offen bleiben, ob überhaupt mit dem Hinweis auf eine subjektiv fehlende Eingliederungsbereitschaft Berufsberatungs- und Umschulungsmassnahmen eingestellt oder unterlassen werden können, hat das Eidgenössische Versicherungsgericht doch in einem kürzlich ergangenen Entscheid auf die Pflicht, zunächst ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen, ausdrücklich hingewiesen (Urteil vom 11. Januar 2005 in Sachen A., I 605/04).
4.3     Im Verfahren betreffend die Invalidenrente (Verfahren Nr. IV.2004.000611) erkennt das Gericht, dass die Frage des Invaliditätsgrades neu ermittelt werden muss, weil die Beschwerdegegnerin dem beruflichen Werdegang des Versicherten im Hinblick auf das Valideneinkommen nicht hinreichend Rechnung getragen hat.
         Denn wie den Berichten der Berufsberatung der IV-Stelle zu entnehmen ist, absolvierte der Beschwerdeführer in der Türkei das Gymnasium, jedoch offenbar ohne die Matura zu erwerben (Urk. 7/47/3). Nach seiner Einreise in die Schweiz im September 1987 als kurdischer Asylbewerber war er zunächst in der Gastronomie tätig. Von 1991 bis 1995 fand er bei F.___ eine Tätigkeit als Magaziner, wobei er im Bereich "Getränke" Rayonleiter wurde mit Verantwortung für die Bewirtschaftung und das Bestellwesen. Ab 1990 war er nebenbei stundenweise als Spielsalonaufsicht tätig, welche Tätigkeit er mit der Zeit ausbauen konnte (Urk. 7/44). Mit der Einführung des Spielautomatenverbots musste er eine neue Anstellung suchen und fand diese ab Januar 2000 in der Aushilfstätigkeit im Zustellwesen bei der A.___, die ihm gefallen hatte und die er über ein Jahr innehatte. Gemäss der gegenwärtigen Aktenlage hatte er dort eine Weiterbildung zum festen A.___angestellten begonnen, wurde in der Folge jedoch vom Arzt der A.___ als dienstuntauglich erklärt (Urk. 7/28, 7/47/1). Der Beschwerdeführer besuchte auch einen Deutschintensivkurs während des Zeitraums von Oktober 1995 bis Februar 1996 (Urk. 7/47/2), so dass der Berufsberater die Deutschkenntnisse als gut bezeichnet (Urk. 7/47/1 S. 2). Mittlerweile ist der Beschwerdeführer auch Schweizerbürger.
4.4     Indem das Gericht im heutigem Urteil im Verfahren betreffend die Invalidenrente feststellt, dass der Beschwerdeführer - der die Tätigkeit bei der A.___ ab Januar 2000 während mehr als einem Jahr und ohne Hinweise auf Arbeitsunfähigkeiten innehatte - im Gesundheitsfall eine Tätigkeit bei der A.___ und allenfalls sogar mit einer Festanstellung innehätte, was jedoch von der Beschwerdegegnerin weiter abzuklären ist, erkennt es gleichzeitig, dass über das Valideneinkommen und damit über den Invaliditätsgrad neu zu befinden ist. Bei der gegenwärtigen Unkenntnis über den Werdegang des Versicherten im Gesundheitsfall erweist es sich aber auch verfrüht, über den Anspruch auf berufliche Massnahmen abschliessend zu befinden. Denn für die Frage nach dem Anspruch auf Umschulung ist - wie dargestellt (Erw. 2.4) - unter anderem für den Entscheid der Gleichwertigkeit die Einkommensentwicklung in der herkömmlichen Tätigkeit entscheidend. Aber auch die Frage nach dem Anspruch auf eine Berufsberatung oder eine berufliche Abklärung - allenfalls im Hinblick auf eine Umschulung - kann erst beantwortet werden, wenn sämtliche relevanten Daten zum bisherigen Werdegang des Beschwerdeführers zusammengetragen sind.
         Damit ist die Sache zur weiteren Abklärung und neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.       Nach Art. 61 Abs. 1 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen.
         Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als Obsiegen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. Erw. 5 mit Hinweisen). Demzufolge hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung, die unter Berücksichtigung der massgeblichen Kriterien auf Fr. 800.-- (inklusiver Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.
Das Gericht erkennt:
1.         Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid vom 2. November 2004 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit sie nach Abklärungen im Sinne der Erwägungen über einen Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen neu verfüge.
2.         Das Verfahren ist kostenlos.
3.         Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung von Fr. 800.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) zu bezahlen.
4.         Zustellung gegen Empfangsschein an:
- Rechtsanwalt Gian Andrea Danuser
- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
- Bundesamt für Sozialversicherung
5.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Eidgenössischen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht werden.
Die Beschwerdeschrift ist dem Eidgenössischen Versicherungsgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift der beschwerdeführenden Person oder ihres Vertreters zu enthalten; die Ausfertigung des angefochtenen Entscheides und der dazugehörige Briefumschlag sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die beschwerdeführende Person sie in Händen hat (Art. 132 in Verbindung mit Art. 106 und 108 OG).