Zürich Sozialversicherungsgericht

kantone/zh_sozverger/IV.2005.00444.html 

Entscheide



IV.2005.00444

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Faesi, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichterin Annaheim

Ersatzrichterin Condamin

Gerichtssekretärin Bachmann
Urteil vom 29. Juni 2006
in Sachen
G.___
 
Beschwerdeführer

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA)
IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin


Sachverhalt:
1.       G.___, geboren 1946, gelernter Mechaniker und FEAM (Fernmeldetechniker), war hauptsächlich bei grösseren Telekommunikationsunternehmen tätig, so unter anderem als Projektleiter und im Bereich Produktemanagement und Verkauf, in den letzten Jahren als Kaderangestellter. Mitte 2001 nahm er eine selbständige Erwerbstätigkeit in Verkauf, Beratung und Schulung im EDV-Bereich auf und war danebst auch in geringem Umfang (als Angestellter) im EDV-Support tätig.
         Am 30. Januar 2004 meldete sich G.___ unter Hinweis auf ein Augenleiden infolge eines im Dezember 2003 erlittenen Gefässverschlusses bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Rente, berufliche Massnahmen). Die IV-Stelle holte in der Folge verschiedene ärztliche Berichte ein und tätigte Abklärungen in erwerblicher Hinsicht. Mit Verfügung vom 16. Juni 2004 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente unter Hinweis darauf, dass er gemäss Abklärungen seit dem 16. Dezember 2003 in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei, weshalb das Wartejahr (erst) am 15. Dezember 2004 ablaufe (vgl. Urk. 7/19 im Prozess IV.2005.00816). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
         Mit Verfügung vom 17. Juni 2004 verneinte die IV-Stelle daraufhin den Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen. Auf erhobene Einsprache hin hielt sie daran mit Einspracheentscheid vom 22. März 2005 fest (Urk. 7/10 und Urk. 7/5 im Prozess Nr. IV.2005.00444). Mit Verfügung vom 1. April 2005 verneinte die IV-Stelle sodann abermals den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente. Eine dagegen erhobene Einsprache wies sie mit Einspracheentscheid vom 13. Juni 2005 ebenfalls ab (Urk. 7/10 und Urk. 7/3 im Prozess Nr. IV.2005.00816).
2.       Gegen den Einspracheentscheid vom 22. März 2005 erhob G.___ hierorts am 21. April 2005 Beschwerde mit dem Antrag auf Zusprechung einer Invalidenrente oder Umschulung (Urk. 1 im Prozess Nr. IV.2005.00444). Gegen den Einspracheentscheid vom 13. Juni 2005 erhob er hierorts am 12. Juli 2005 Beschwerde im Wesentlichen mit dem sinngemässen Antrag um Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides sowie Rückweisung der Sache zur Vornahme ergänzender Abklärungen (Urk. 1 im Prozess Nr. 2005.00816). Mit Vernehmlassungen vom 30. Mai 2005 beziehungsweise 11. Oktober 2005 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerden (je Urk. 6 in beiden Prozessen). Daraufhin wurde der Schriftenwechsel mit Gerichtsverfügungen vom 25. Juli 2005 (nach unbenutzem Ablauf der Frist zur Replik; Urk. 10 im Prozess Nr. IV.2005.00444) beziehungsweise am 13. Oktober 2005 (Urk. 8 im Verfahren Nr. IV.2005.00816) geschlossen.
         Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.       Der Einspracheentscheid vom 22. März 2005 und derjenige vom 13. Juni 2005 stehen in engem Zusammenhang. So liegt beiden Verfahren der identische Sachverhalt zugrunde, gestützt auf welchen der Beschwerdeführer einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung geltend macht. Es rechtfertigt sich daher, die beiden Verfahren zu vereinigen. Der Prozess Nr. IV.2005.00816 ist demnach mit dem vorliegenden Prozess Nr. IV.2005.00444 zu vereinigen und unter dieser Prozessnummer weiterzuführen. Das Verfahren IV.2005.00816 ist als dadurch erledigt abzuschreiben, dessen Akten werden im vorliegenden Verfahren als Urk. 11 /0-9 geführt.
2.      
2.1     Nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts galten. Im vorliegenden Fall ist zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer bis zum Erlass des Einspracheentscheides vom 22. März 2005 beziehungsweise vom 13. Juni 2005, welche rechtsprechungsgemäss die Grenze der gerichtlichen Überprüfungsbefugnis bilden (BGE 129 V 356 Erw. 1, 129 V 169 Erw. 1, 129 V 4 Erw. 1.2, je mit Hinweisen), Leistungen der Invalidenversicherung (berufliche Massnahmen beziehungsweise Rente) zustehen. Entsprechend sind die per 1. Januar 2004 in Kraft getretenen Änderungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 21. März 2003 und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 21. März 2003 (4. IV-Revision) samt der damit einhergehenden Anpassungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) anwendbar (BGE 130 V 445 Erw. 1 mit Hinweisen).
         Vorab ist sodann darauf hinzuweisen, dass die von der Rechtsprechung vor Inkrafttreten des ATSG zu den Begriffen der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität sowie zur Bestimmung des Invaliditätsgrades herausgebildeten Grundsätze unter der Herrschaft des ATSG prinzipiell weiterhin Geltung haben (vgl. BGE 130 V 352 Erw. 3.6) und auch durch die 4. IV-Revision keine Änderung erfahren haben.
2.2     Die Verwaltung hat die massgeblichen Bestimmungen und Grundsätze über den Invaliditätsbegriff (Art. 4 IVG; Art. 8 ATSG), den Anspruch auf Umschulung (Art. 17 IVG), die Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 28 IVG), die Bemessung der Invalidität aufgrund eines Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG), betreffend Beginn des Rentenanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 29 und Art. 29ter IVV) sowie die Rechtsprechung betreffend die Aufgabe eines Arztes oder einer Ärztin zutreffend dargelegt (Urk. 2 S. 1 f. sowie Urk 11/2 S. 1 ff), weshalb darauf verwiesen werden kann. 
         Zu ergänzen ist, dass hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes entscheidend ist, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, er auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerung des Experten oder der Expertin begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c).

3.
3.1     Die Beschwerdegegnerin hatte zur Begründung sowohl des abweisenden Einspracheentscheides betreffend berufliche Massnahmen als auch desjenigen betreffend Invalidenrente im Wesentlichen geltend gemacht, der Beschwerdeführer sei durch sein Augenleiden nur geringfügig eingeschränkt. So sei er nach dem korrigierten Visus auf einen minimalen Vergrösserungsbedarf angewiesen, und es bestehe in leidensangepasster Tätigkeit (grobmotorische Arbeiten, bei denen kein exaktes Binokularsehen erforderlich sei) eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Damit lasse sich ein Einkommen erzielen, das sowohl den Anspruch auf berufliche Massnahmen als auch denjenigen auf eine Invalidenrente ausschliesse (Urk. 2 sowie Urk. 11/2).
3.2     Der Beschwerdeführer macht dagegen im Wesentlichen geltend, dass er aufgrund der massiven Einschränkung seiner Sehkraft seine Tätigkeit als EDV-Lehrer vollständig habe einstellen müssen; auch seine Anstellung im Bereich EDV-Support habe zum grössten Teil aufgegeben werden müssen; durch die übermässige Anstrengung, überhaupt noch etwas Produktives leisten zu können, sei es zudem zu Kopfschmerzen gekommen. Im Verfahren betreffend Rente beantragt der Beschwerdeführer eine ärztliche Gesamtuntersuchung oder die Berücksichtigung der hausärztlichen Beurteilung; eine ärztliche Beurteilung, welche die gesamten gesundheitlichen Aspekte berücksichtige (Augen, Diabetes, Psyche usw.), sei nicht vorgenommen worden (Urk. 1 und Urk. 11/1).

4.
4.1     Die IV-Stelle hatte zur Abklärung des medizinischen Sachverhalts beim Hausarzt des Versicherten, Dr. med. A.___, Innere Medizin FMH, sowie bei Dr. med. B.___, Augenarzt FMH, Berichte zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers eingeholt.
4.2     In seinem Bericht vom 25. März 2004 diagnostizierte Dr. A.___ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine generalisierte Arteriosklerose, einen Status nach Thrombendarterektomie der arteria carotis interna rechts im Januar 2004, Status nach arteriellem Verschluss der Netzhaut im Dezember 2003, Diabetes mellitus, insulinabhängig, sowie eine arterielle Hypertonie. Dr. A.___ führte im Wesentlichen aus, es habe offenbar ein arterieller Verschluss stattgefunden, rechts im Netzhautbereich, weswegen der Beschwerdeführer in der Augenklinik des C.___ sowie bei Dr. B.___ in Behandlung stehe. Wegen der Polymorbidität sei die Ausübung des bisherigen Berufes nicht zumutbar. Allenfalls könne eine andere geeignete Tätigkeit ausgeübt werden. Da die Leiden erst kürzlich diagnostiziert worden seien, müsse im Moment sicher abgewartet werden (Urk. 7/14 = Urk. 11/7/26).
         In seinem Bericht vom 10. Dezember 2004 diagnostizierte Dr. A.___ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Diabetes mellitus Typ II mit positiver Familienanamnese und Neuropathie, eine arterielle Hypertonie, Hyperlipidämie, Status nach Thrombendarterektomie der arteria carotis interna rechts mit lokaler Blutungskomplikation, Status nach cilioretinalem Verschluss 12/2003. Er führte im Wesentlichen aus, seit dem 12. Januar 2004 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit im Beruf als EDV-Supporter, es sei dem Beschwerdeführer seither nicht mehr möglich, Arbeiten am PC durchzuführen. Ebenso bestehe eine körperliche Belastungsunfähigkeit (Urk. 7/14 = Urk. 11/7/22).
4.3     Dr. B.___ diagnostizierte am 11. Juni 2004 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen kombinierten cilioretinalen und retinalen arteriellen Gefässverschluss rechts; als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bezeichnete er den Diabetes mellitus Typ II ohne diabetische Retinopathie. Dr. B.___ führte im Wesentlichen aus, der Patient sei vor allem durch den Gesichtsausfall rechts gestört, so dass das rechte Auge mehr störe als helfe. Nach solchen Ereignissen (wie z.B. völlige Erblindung eines Auges oder Gesichtsfeldausfalles) müsse man jedoch mindestens 6 Monate zuwarten, bevor man überhaupt über eine Prognose sprechen könne. In vielen Fällen gewöhne sich der Patient an das Leiden, sodass er die Arbeit trotzdem fortführen könne. Sonst müsse eine weniger anspruchsvolle Arbeit (in Bezug auf die Augen) zugeteilt werden (Urk. 7/16 = Urk. 11/7/24).
         Am 15. September 2004 diagnostizierte Dr. B.___ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Zentralskotom rechts, Status nach symptomatischer Stenose der Arteria carotis interna rechts mit Thrombendartorektomie rechts am 16. Januar 2004; als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bezeichnete er einen Diabetes mellitus Typ II ohne diabetische Retinopathie. Dr. B.___ führte aus, der Beschwerdeführer habe aufgrund des störenden Skotoms mit dem rechten Auge seine bisherige Tätigkeit nicht aufrecht erhalten können, für behinderungsbedingte Tätigkeit müsse daher beachtet werden, dass der Patient zur Zeit grosse Mühe beim Lesen und Schreiben habe, weil das rechte Auge aufgrund des Skotoms störe. Man werde versuchen, das Problem mittels Vernebelung zu beseitigen. Dem Patienten könne jetzt höchstens eine grobmotorische Arbeit, bei der das Sehen keine grosse Rolle spiele, zugemutet werden. Dr. B.___ bemerkte schliesslich, auch aus internistischer Sicht könne dem Beschwerdeführer aufgrund der internistischen Diagnosen eine zu anstrengende Arbeit nicht zugemutet werden (Urk. 7/15 = Urk. 11/7/23).
         Am 8. Februar 2005 bestätigte Dr. B.___ diese Diagnosen und hielt fest, der Versuch, das Skotom mittels Vernebelung zu minimieren, sei misslungen, der Patient habe diese Vernebelung als störend empfunden. Er habe ihm nunmehr eine optimale Brille verschrieben. Da das parazentrale Skotom den Patienten sehr störe und er deswegen auch seine Arbeit habe aufgeben müssen, sei sicherlich eine Arbeit, welche exaktes stereoskopisches Sehen voraussetze, erschwert. Er bezeichnete jedoch abermals eine Arbeit als zumutbar, bei welcher der Patient nicht auf exaktes Binokularsehen angewiesen sei, also eher grobmotorische Arbeit.
         Dr. B.___ bemerkte, dass er nicht verstehen könne, weshalb beim Schliessen des einen Auges der Patient mit dem anderen Auge nicht eine Tätigkeit ausführen könne oder wolle. Der Patient zeige sich eigenwillig, eine Lichtprojektionsfolie für das rechte Auge, mit welcher das störende Skotom definitiv eliminiert würde, habe er nicht akzeptiert, weil damit eine Fahrsperre ausgesprochen werden müsste. Auch habe er eine Vernebelung nicht akzeptiert. Im Normalfall zeige sich hingegen, dass man selbst bei vollständigem Sehverlust eines Auges sich mit der neuen Situation zurechtfinden könne und deshalb auch das Führen eines Autos zugelassen werde (Urk. 7/13 = Urk. 11/7/21).
5.
5.1 Aufgrund der eingeholten medizinischen Akten ergibt sich nachvollziehbar und mit hinreichender Deutlichkeit, dass der Beschwerdeführer, der links über einen korrigierbaren Fernvisus von 0,8 verfügt, aufgrund des Skotoms im rechten Auge in seiner Sehfähigkeit eingeschränkt ist. Es ist zwischen den Parteien denn auch nicht streitig, dass der Beschwerdeführer aufgrund seines (einseitigen) Augenleidens in seinen zuletzt ausgeübten Erwerbstätigkeiten im EDV - Bereich, sei es als selbständiger EDV-Berater oder im EDV-Support, nicht mehr arbeitsfähig ist. 
5.2     Die Beschwerdegegnerin stellte ebenso zutreffend fest, dass der Beschwerdeführer aufgrund der vorliegenden medizinischen Berichte nach ärztlicher Einschätzung in Tätigkeiten, welche nicht exaktes Binokularsehen erfordern (das heisst nicht mit feinmotorischer Arbeit oder exaktem räumlichem Sehen verbunden sind) und bei welchen nicht schwere körperliche Arbeiten zu verrichten sind, nach wie vor vollständig arbeitsfähig ist. So bezeichnete auch Hausarzt Dr. A.___ den Beschwerdeführer lediglich in Bezug auf seine Tätigkeit als EDV-Berater als arbeitsunfähig und wies darauf hin, dass der Beschwerdeführer allenfalls eine andere geeignete (behinderungsangepasste) Tätigkeit ausüben könne (Urk. 11/7/26; vgl. auch Urk. 7/14 ).
         Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass die Unfähigkeit, binokular zu Sehen, nur ausnahmsweise eine Invalidität zu begründen vermag. So werden etwa auch die Kosten für Kataraktoperationen am zweiten Auge bei (durch Staroperation des ersten Auges) erhaltener Sehfähigkeit des andern Auges durch die Invalidenversicherung als medizinische Massnahme nur dann übernommen, wenn die Person durch das Augenleiden in der Ausübung ihrer Tätigkeit behindert oder unmittelbar von Invalidität bedroht ist. Diese Praxis stützt sich auf die Erkenntnis, wonach Einäugigkeit die Erwerbsfähigkeit nur selten beeinträchtigt, da auch der Einäugige nach einer gewissen Anpassungszeit räumlich zu sehen vermag und in vielen beruflichen Tätigkeiten Binokularsehen nicht erforderlich ist (RKUV 1986, Nr. U 3 S. 258 ff.; vgl. etwa Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts in Sachen E. vom 28. November 2002, I 30/02 [Einschränkung verneint bei einer selbstständig erwerbenden Handelsvertreterin] oder in Sachen E. vom 29. Januar 2003, I 34/02 [Einschränkung verneint bei einem unter anderem mit Messarbeiten unter Zuhilfenahme von Kalibern und Mikrometern beschäftigten Vorarbeiter]). So erfüllen denn auch Personen ohne Binokularsehen grundsätzlich auch die Voraussetzungen für das Führen von Personenwagen (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts in Sachen S. vom 5. November 2002, I 149/02). Wie sich aus den Akten ergibt, ist auch der Beschwerdeführer dazu noch in der Lage.
5.3     Soweit der Beschwerdeführer sinngemäss geltend macht, es seien nicht sämtliche relevanten gesundheitlichen Einschränkungen berücksichtigt worden, und dabei Augen, Diabetes und die Psyche anführt (vgl. Urk. 11/1), erweist sich dieser Einwand als unbegründet: Die Beschwerdegegnerin hat die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit massgeblich wegen seines Augenleidens verneint. Nach den internistischen Diagnosen (so auch dem vom Beschwerdeführer angeführten Diabetes) ist zwar auch von einer gewissen Einschränkung hinsichtlich körperlich schwerer Arbeiten auszugehen. Es ist jedoch zu bemerken, dass der Beschwerdeführer gemäss den medizinischen Berichten bereits seit 1987 beziehungsweise 1989 an einem (insulinpflichtigen) Diabetes leidet (vgl. etwa Urk. 7/17 und Urk. 7/18), wobei sich aus den Akten keine Hinweise darauf ergeben, dass diese medikamentös behandelten Erkrankungen in den bisherigen und auch künftig in Frage kommenden körperlich eher leichten Arbeiten limitierend gewesen wären. So begründete auch der Beschwerdeführer die Anmeldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung allein mit dem Augenleiden infolge des erlittenen Gefässverschlusses (vgl. Urk. 7/31= Urk. 11/7/41). Soweit der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren sinngemäss nunmehr auch gesundheitliche Beeinträchtigungen in psychischer Hinsicht geltend macht (Urk. 1), ist zu bemerken, dass keinem der vorliegenden ärztlichen Berichte, auch nicht denjenigen des Hausarztes Dr. A.___, Anhaltspunkte für ein psychisches Leiden mit Krankheitswert entnommen werden können; in den verschiedenen Stellungnahmen werden denn auch keine entsprechenden weiteren fachärztlichen (psychiatrischen) Abklärungen angeregt. Es besteht demnach keine Veranlassung für eine ergänzende psychiatrische Abklärung des Beschwerdeführers.
5.4 Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die vorliegenden Berichte den medizinischen Sachverhalt in einer hinreichend schlüssigen und nachvollziehbaren Weise darlegen, womit kein Bedarf für weitere Abklärungen besteht. Mit der Beschwerdegegnerin ist daher von einer (vollen) Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit (körperlich leichte Tätigkeit ohne das Erfordernis exakten Binokularsehens) auszugehen.
6.
6.1     Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der festgestellten Arbeitsunfähigkeit.
6.2     Bei der Ermittlung des ohne Invalidität erzielbaren Einkommens (Valideneinkommen) ist entscheidend, was der Versicherte im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360) als Gesunder tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Entscheidend ist, was die versicherte Person aufgrund der beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände zu erwarten gehabt hätte. Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall fortgesetzt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 Erw. 3b). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierte Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, so ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte abzustellen (vgl. AHI 1999 S. 240 f. Erw. 3b).
         Die Beschwerdegegnerin hat ihrer Invaliditätsbemessung ein Valideneinkommen von Fr. 22'782.-- (im Jahr 2003) zugrunde gelegt. Dieses setzt sich aus Fr. 11'244.-- Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit sowie Fr. 11'538.-- Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit zusammen (Urk. 7/19). Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin kann auf diese Betreffnisse indessen nicht abgestellt werden. Wie die Beschwerdegegnerin selber verschiedentlich festhält (vgl. etwa Urk. 6 S. 2 oder Urk. 7/19 S. 2), befand sich das Geschäft des Beschwerdeführers im Jahre 2003 noch in der Aufbauphase; bei der Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens können die Geschäftsergebnisse dieses Jahres mithin noch nicht massgebend sein. Ebensowenig kann auf das als unselbständig Erwerbender erzielte Einkommen abgestellt werden, ist doch zu berücksichtigen, dass der Umfang der unselbständigen Erwerbstätigkeit von demjenigen der selbständigen Erwerbstätigkeit abhängig gewesen sein dürfte. Aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse lässt sich das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierte Einkommen somit nicht hinreichend genau beziffern. Für die Ermittlung des Valideneinkommens sind demnach die Erfahrungs- und Durchschnittswerte, d.h. die genannten Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) heranzuziehen. Vorliegend ist auf die LSE 2004 (als Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns; BGE 129 V 223), Tabelle TA1, Total, Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt), Männer abzustellen, kann doch aufgrund der dargelegten Situation, namentlich des Umstandes, dass der Beschwerdeführer bis im Jahr 2003 keinen beziehungsweise nur geringfügigen Gewinn aus dem Betrieb erwirtschaftet hatte, nicht mit hinreichender Bestimmtheit davon ausgegangen werden, dass er weiterhin (als Selbständigerwerbender oder Angestellter) im EDV-Bereich tätig gewesen wäre. Wie nachfolgend darzustellen sein wird, kann eine ziffernmässige Bestimmung des Valideneinkommens dabei unterbleiben (vgl. Erw. 6.3 hienach).
6.3     Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/aa und bb, vgl. auch BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1).
         Nach der Rechtsprechung ist beim Einkommensvergleich unter Verwendung statistischer Tabellenlöhne zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann ist dem Umstand Rechung zu tragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können. In BGE 126 V 75 ff. hat das Eidgenössische Versicherungsgericht die bisherige Praxis dahin gehend präzisiert, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthalts- kategorie und Beschäftigungsgrad) abhängig ist. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 129 V 481 Erw. 4.2.3 mit Hinweisen).
         Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer seine seit 2001 ausgeübten Tätigkeiten im EDV-Bereich weitgehend aufgegeben hat, und es ist nicht ersichtlich, dass er eine andere, ihm zumutbare Arbeit aufgenommen hätte. Somit ist das Invalideneinkommen nach dem Gesagten ebenfalls anhand der LSE zu bestimmen. Der Beschwerdeführer ist zwar in seinem Sehvermögen eingeschränkt, aufgrund seiner Qualifikationen und seines beruflichen Werdegangs aber nach wie vor in der Lage, anspruchsvollere Arbeiten als blosse Hilfsarbeitertätigkeiten auszuüben. Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist deshalb ebenfalls auf Tabelle TA1 der LSE 2004, Total, Anforderungsniveau 3, Männer, abzustellen.
         Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich dabei deren genaue Ermittlung; der Invaliditätsgrad kann diesfalls ausgehend von einem Valideneinkommen von 100% sowie unter Berücksichtigung des Behindertenabzugs direkt prozentual bestimmt werden (vgl. BGE 114 V 313 Erw. 3a mit Hinweisen).
         Wie unter Erw. 5.4 dargestellt, ist aufgrund der medizinischen Akten von einer (vollen) Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer behinderungsangepassten Tätigkeit auszugehen; dabei können vom Beschwerdeführer lediglich feinmotorischen Arbeiten, bei denen er auf exaktes Binokularsehen angewiesen ist, aufgrund seines Augenleidens nicht ausgeübt werden, und nach den internistischen Diagnosen ist er für schwere körperliche Arbeiten nicht einsetzbar. Diesen Einschränkungen des Beschwerdeführers ist durch Gewährung eines angemessenen Abzugs von den Tabellenwerten Rechnung zu tragen. Vorliegend erscheint aufgrund der erwähnten Behinderungen ein Abzug vom Tabellenwert von 15 % angemessen.
6.4     Der Abzug von 15 % entspricht gleichzeitig einem Invaliditätsgrad von 15 %. Dies schliesst, wie die Beschwerdegegnerin im Ergebnis zutreffend festgehalten hat, sowohl den Anspruch auf eine Invalidenrente wie auch berufliche Massnahmen (Umschulung) von vorneherein aus.

Das Gericht beschliesst:
         Der Prozess Nr. IV.2005.00816 in Sachen der Parteien wird mit dem vorliegenden Prozess Nr. IV.2005.00444 vereinigt und als dadurch erledigt abgeschrieben.

und erkennt sodann:
1.         Die Beschwerden werden abgewiesen.
2.         Das Verfahren ist kostenlos.
3. Zustellung gegen Empfangsschein an:
- G.___
- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
- Bundesamt für Sozialversicherung
4.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Eidgenössischen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht werden.
Die Beschwerdeschrift ist dem Eidgenössischen Versicherungsgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift der beschwerdeführenden Person oder ihres Vertreters zu enthalten; die Ausfertigung des angefochtenen Entscheides und der dazugehörige Briefumschlag sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die beschwerdeführende Person sie in Händen hat (Art. 132 in Verbindung mit Art. 106 und 108 OG).