Zürich Sozialversicherungsgericht

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Entscheide



IV.2005.01395

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Engler, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichterin Weibel-Fuchs

Ersatzrichterin Arnold Gramigna

Gerichtssekretärin Dürst
Urteil vom 14. November 2006
in Sachen
D.___
 
Beschwerdeführer

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin


Sachverhalt:
1.       Der 1953 geborene D.___ arbeitete seit 1986 als Hilfsarbeiter bei der A.___ AG, "___". Im November 2003 wurde ihm von der Arbeitgeberin mitgeteilt, dass das Arbeitsverhältnis aus wirtschaftlichen Gründen per Ende Februar 2004 aufgelöst werde (Urk. 10/22 und Urk. 10/26). Aufgrund von Herzproblemen und depressiven Beschwerden meldete sich der Versicherte am 4. März 2005 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Berufsberatung/Wiedereinschulung/Arbeitsvermittlung/Rente) an (Urk. 10/27). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte darauf die Auszüge aus dem individuellen Konto (IK) (Urk. 10/24), die Arztberichte vom Hausarzt Dr. med. B.___, FMH für allgemeine Medizin, "___", vom 20./23. März 2005 (Urk.10/14, unter Beilage diverser weiterer Arztberichte vgl. Urk. 10/14/3-17) sowie von Dr. med. C.___, Assistenzarzt, und Dr. med. E.___, Leitender Arzt, Stadtspital F.___, Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation, "___" (undatiert) (Urk. 10/15) sowie den Arbeitgeberbericht vom 24. Mai 2005 (Urk. 10/22) ein. Die IV-Stelle wies darauf das Leistungsbegehren des Versicherten mit Verfügung vom 14. Juli 2005 (Urk. 3 = Urk. 10/3 = Urk. 10/11 = Urk. 10/13) und mit Entscheid vom 9. November 2005 (Urk. 2 = Urk. 10/4 = Urk. 10/7) die mit Eingabe vom 13. September 2005 erhobene Einsprache (Urk. 10/10) ab.

2.       Gegen den Einspracheentscheid liess D.___ mit Eingabe vom 12. Dezember 2005 durch Rechtsanwältin lic. iur Gabriela Gwerder, Zürich, Beschwerde erheben und folgende Rechtsbegehren stellen (Urk. 1 = Urk. 10/2):
"1.   Der Entscheid der IV vom 9. November 2005 und die Verfügung vom 14. Juli 2005 seien aufzuheben.
 2.      Es seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen.
 3.   Dem Beschwerdeführer sei eine Rente gemäss dem korrekt ermittelten IV-Grad auszurichten.
 Unter Entschädigungsfolgen zu Gunsten des Beschwerdeführers."
         Mit Schreiben vom 9. Januar 2006 teilte die Rechtsvertreterin mit, dass sie den Beschwerdeführer nicht mehr vertrete (Urk. 8). In der Beschwerdeantwort vom 31. Januar 2006 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9), worauf der Schriftenwechsel mit Verfügung vom 1. Februar 2006 für geschlossen erklärt wurde (Urk. 11).

3.       Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.


Das Gericht zieht in Erwägung:
1.      
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
1.2 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 50 Erw. 1.2 mit Hinweisen).
         Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht in BGE 127 V 299 Erw. 5 unter Hinweis auf die Rechtsprechung präzisierend festgehalten hat, versichert Art. 4 Abs. 1 IVG (seit 1. Januar 2003: in Verbindung mit Art. 8 ATSG) zu Erwerbsunfähigkeit führende Gesundheitsschäden, worunter soziokulturelle Umstände nicht zu begreifen sind. Es braucht in jedem Fall zur Annahme einer Invalidität ein medizinisches Substrat, das (fach)ärztlich schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung mit Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von soziokulturellen Belastungssituationen zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 299 Erw. 5a).
1.3     Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen neuen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 IVG in der seit dem 1. Januar 2004 in Kraft stehenden Fassung).
1.4     Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 Erw. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 Erw. 4b.cc).
         Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 Erw. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Gutachtens, aber auch eines Arztberichtes, ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Arzt oder die Ärztin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 122 V 160 Erw. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
         Zu ergänzen ist, dass das Gericht eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen darf, wenn es von ihrem Bestehen überzeugt ist (Kummer, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 136). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 195 Erw. 2, je mit Hinweisen). Im Weiteren schreibt das Bundesrecht nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu würdigen sind (Art. 95 Abs. 2 OG in Verbindung mit Art. 113 und 132 OG).

2.      
2.1     Streitig ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente
2.2     Die Beschwerdegegnerin begründete ihren ablehnenden Entscheid damit, es sei unbestritten, dass dem Beschwerdeführer aus kardiologischer Sicht keine schwere Arbeitstätigkeit mehr zuzumuten sei. Somit sei es unerheblich, ob er auch aus rheumatologischer Sicht nicht mehr in der Lage wäre, eine schwere Tätigkeit auszuführen. Es liege zudem ein Bericht des Stadtspitals F.___ vor, wonach der Beschwerdeführer aus rheumatologischer Sicht in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt sei. Die Gründe für die depressive Episode würden vom Hausarzt auf psychosoziale und reaktive Gründe zurückgeführt, bei denen die Dauerhaftigkeit, welche für einen invalidisierenden Gesundheitsschaden vorausgesetzt sei, fehlen würden. Zudem sei der Beschwerdeführer nicht psychiatrisch behandelt worden, und es fehle auch an einer fachärztlichen Diagnose. Auch sei die Behandlung mit antidepressiven Medikamenten im März 2005 seit über einem Jahr abgeschlossen gewesen, womit davon auszugehen sei, dass die depressive Episode überwunden sei. Aus dem Beiblatt der Beschreibung der individuellen Tätigkeit im Arbeitgeberfragebogen vom 24. Mai 2005 sei ersichtlich, dass es sich bei der angestammten Tätigkeit des Beschwerdeführers um eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit gehandelt habe. Dem Beschwerdeführer sei eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit zu 100 % zumutbar, weshalb bei ihm nicht von einer Invalidität im Sinne der Invalidenversicherung auszugehen sei (Urk. 2).
2.3     Der Beschwerdeführer liess demgegenüber geltend machen, er sei noch lediglich zu etwa 50 % in einer einfachen Tätigkeit erwerbsfähig. Bei seiner bisherigen Tätigkeit als Hilfsarbeiter im Baugewerbe handle es sich um eine körperlich schwere Arbeit und nicht um eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit, wie dies die Beschwerdegegnerin festgestellt habe. Aus kardiologischer Sicht sei er für schwerste körperliche Arbeiten im Baugewerbe auf jeden Fall nicht mehr geeignet. Ob ihm aus rheumatologischer Sicht im angestammten oder in anderen körperlich anstrengenden Berufen noch eine Arbeitstätigkeit zuzumuten sei, habe die Beschwerdegegnerin zu wenig ausführlich abgeklärt, weshalb diesbezüglich weitere Abklärungen vorzunehmen seien, falls nicht auf die Einschätzung von Dr. B.___ abgestellt werde. Auch bezüglich des chronischen Schmerzsyndroms und der Depression seien keinerlei Abklärungen und Untersuchungen vorgenommen worden, obschon der Hausarzt der Ansicht sei, die Depression habe Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Da er an verschiedenen gesundheitlichen Einschränkungen leide, hätte er polydisziplinär abgeklärt werden müssen, doch die Beschwerdegegnerin habe lediglich die einzelnen Einschränkungen für sich alleine betrachtet und damit die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Beschwerden nicht berücksichtigt. Falls auf eine polydisziplinäre Abklärung verzichtet wurde, sei auf die Einschätzung des Hausarztes und damit auf eine 50%ige Arbeitsfähigkeit abzustellen. Damit sei bei einem Valideneinkommen von Fr. 97'437.-- und einen Invalideneinkommen von Fr. 48'504.-- von einem Invaliditätsgrad von gerundet 70 % auszugehen. Damit stehe ihm eine ganze Rente zu (Urk. 1).
 
3.
3.1    
3.1.1   Vom Hausarzt Dr. B.___ liegt ein Arztbericht vom 23. März 2005 (Urk. 10/14) unter Beilage weiterer medizinischer Unterlagen vor. Dr. B.___ stellt mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnosen reaktive Depression nach akuter psychosozialer Belastungssituation und koronare Dreigefässerkrankung mit Status nach Rekanalisation. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert er Hypertonie, Hyperlipidämie, Adipositas, verminderte Glukosetoleranz, Zustand nach Nikotinmissbrauch, Handgelenksganglion rechts exitiert, Status nach Varizen-Operation und rezidive Varize rechts. Dr. B.___ erachtet den Beschwerdeführer in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als zu 100 % arbeitsunfähig. Er sei psychisch völlig aus dem Gleichgewicht geraten, als er 2003 nach 18 Jahren Arbeit bei der gleichen Firma die Kündigung erhalten habe. Er habe ihn sofort mit Antidepressiva und angstlösenden Medikamenten behandelt. Des Weiteren sei eine schwere Dreigefässerkrankung nachgewiesen worden. Der Beschwerdeführer habe unter verschiedenen somatischen Beschwerden gelitten, wie Rückenschmerzen im Bereich der Halswirbelsäule (HWS), saures Aufstossen, Muskelschmerzen im Bereich der Oberschenkel, wiederholt präkordiales Druckgefühl, Schluckstörungen usw. Es sei nicht immer einfach gewesen, den subjektiven Klagen ein objektives Korrelat gegenüberzustellen. Im kardialen Bereich habe sich eine Ischämie über der Vorderwand bei Belastung gezeigt, welche mit Medikamenten zu behandeln sei. Die Schmerzen im Bereich des Handgelenks hätten einem grösseren Ganglion zugeordnet werden können, das erfolgreich habe operiert werden können. Die Rückenschmerzen im Bereich der lumbalen Wirbelsäule seien seit Jahren bekannt, hätten sich jedoch seit Zunahme des Körpergewichts (in Folge der Inaktivität) verstärkt. Beim Sitzen und beim Stehen klage der Beschwerdeführer über belastungsabhängige Schmerzen. Seit Januar 2005 stehe der depressive Zustand wieder im Vordergrund, und der Beschwerdeführer sehe nicht, wie er wieder sinnvoll in einen Arbeitsprozess integriert werden könnte. Aus kardialer und rheumatologischer Sicht sei der Beschwerdeführer wohl zu etwa 50 % arbeitsfähig. In Frage kämen einfachere Arbeiten im Bausektor oder eine Hauwartsstelle. In der Medizinische Beurteilung der Arbeitsbelastbarkeit vom 20. März 2005 erklärt Dr. B.___ zudem, dem Beschwerdeführer sei halbtags eine Tätigkeit in der bisherigen und in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zumutbar (Urk. 10/14/2).
3.1.2   Gemäss Arztbericht vom 27. Oktober 2004 von Dr. med. G.___, Assistenzärztin, und PD Dr. med. H.___, Leitende Ärztin, Kardiologie F.___, an Dr. B.___ ist der Beschwerdeführer aufgrund der am 18. Oktober 2004 durchgeführten Stressechokardiographie - aus welcher keinerlei Hinweise für eine belastungsinduzierte Ischämie, insbesondere nicht im RIVA-Versorgungsgebiet abzuleiten war - sowie aufgrund der normalen globalen systolischen linksventrikulären Funktion aus kardiologischer Sicht für leichte bis mittelschwere Arbeiten zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 10/14/8 mit Hinweis auf ihren ausführlichen Bericht vom 22. September 2004, Urk. 10/14/9).
3.2     Von den Dres. C.___ und E.___ wird im undatierten Arztbericht des Stadtspitals F.___, Rheumatologie und Rehabilitation, erklärt, der Beschwerdeführer sei am 10. März und am 18. März 2005 ambulant rheumatologisch untersucht worden. Ihrerseits sei ihm keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (auf Seite 2 des Berichtes wird irrtümlich ein falscher Patientenname angegeben, doch aufgrund der übereinstimmenden Untersuchungsdaten ist zu schliessen, dass auch die Rückseite des Berichtes den Beschwerdeführer betrifft). Der Beschwerdeführer sei ins Rheumatologische Ambulatorium wegen zunehmenden Beschwerden eines chronischen zervikothorakalen Schmerzsyndroms zugewiesen worden. Subjektiv gebe der Beschwerdeführer zunehmende Nackenschmerzen mit teilweiser Ausstrahlung in den linken Arm an. In der Untersuchung sei eine um einen Drittel eingeschränkte HWS-Rotation, Lateralflexion und Extension, eine Hyperlordose im unteren HWS-Bereich und eine Hyperkyphose im oberen BWS-Bereich gefunden worden. Das MRI vom 14. März 2005 habe diskrete degenerative Veränderungen HWK 3/4, 5/6 und 6/7 ohne Myelopathie oder Nervenwurzelkompression gezeigt. Aus rheumatologischer Sicht sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 10/15).

4.
4.1     Somit ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer von den entsprechenden Spezialärzten des Stadtspitals F.___ für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten aus kardialer Sicht zu 100 % und aus rheumatologischer Sicht - ohne Einschränkung und damit in der bisherigen Tätigkeit - ebenfalls zu 100 % arbeitsfähig erklärt wird. Demgegenüber attestierte Dr. B.___ dem Beschwerdeführer lediglich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit im Rahmen der bisherigen Erwerbstätigkeit.
4.2    
4.2.1 Unbestritten ist, dass dem Beschwerdeführer aus kardiologischer Sicht keine schwere Arbeitstätigkeit mehr zumutbar ist (vgl. Beilage zu Urk. 10/14 bzw. Erw. 3.1.2 in fine).
4.2.2   Der Beschwerdeführer lässt zur Arbeitsfähigkeit ausführen, bei der bisherigen Erwerbstätigkeit habe es sich um eine schwere Tätigkeit gehandelt, dies sei aus dem Tätigkeitsprofils des Arbeitgebers ersichtlich, da Gussarbeiten eine körperlich schwere Arbeit darstellten. Zudem sei die Arbeit mit Tragen von mittelschweren und schweren Lasten verbunden gewesen, für die zwar ein Kran zur Verfügung gestanden habe. Trotzdem habe er regelmässig auch sehr schwere Lasten tragen müssen. Der Beschwerdeführer habe bis zu seinem Gesundheitsschaden nie andere Arbeiten als Hilfsarbeiten auf dem Bau gemacht (Urk. 1 S. 3 Ziffer 5).
4.2.3 Demgegenüber geht die Beschwerdegegnerin davon aus, dass es sich bei der bisherigen Tätigkeiten um eine leichte bis mittelschwere Hilfsarbeitertätigkeit gehandelt hat. Auch die Beschwerdegegnerin verweist auf den Arbeitgeberfragebogen vom 24. Mai 2005. Insbesondere habe der Beschwerdeführer oft Lasten bis zu 10 kg heben und tragen müssen, lediglich manchmal hingegen mit Hilfe eines Krans Gewichte bis 25 kg (vgl. Urk. 2 S. 3).
4.2.4   Dem Arbeitgeberfragebogen (Urk. 10/22) ist aufgrund der Beschreibung der bisherigen individuellen Tätigkeit zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer oft körperlich leichte Verputzarbeiten auszuführen hatte und oft bei der Ein- und Ausformung von Schalterbauteilen mithalf. Selten war er bei der mechanischen Druckprüfung beteiligt und manchmal wurde er für Transportarbeiten und allgemeine Reinigungsarbeiten eingesetzt. Selten hatte der Beschwerdeführer - jeweils mit Hilfe eines Krans - schwer, d.h. über 25 kg zu heben oder zu tragen. Mittelschwer hatte er manchmal, meistens zu zweit, zu heben und zu tragen. Im Übrigen wurde er oft für das Heben oder Tragen von leichten Teilen (O - 10 kg) eingesetzt. Aufgrund dieser Beschreibung kann somit nicht gefolgert werden, dass der Beschwerdeführer regelmässig schwere Lasten hat tragen müssen. Ebenfalls zeigt sich damit, dass die Aussage, Gussarbeiten würden eine körperlich schwere Arbeit darstellen, nicht per se auf den Beschwerdeführer anwendbar ist. Somit ist die Einschätzung der Beschwerdegegnerin, es habe sich bei der bisherigen Tätigkeit um eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit gehandelt, nicht zu beanstanden, insbesondere da auch Dr. B.___ kaum von einer schweren Tätigkeit ausgeht, da er erklärt, dem Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit eine 50%ige Arbeitstätigkeit zumutbar.
4.3     Der Beschwerdeführer liess weiter einwenden, dass nicht abgeklärt worden sei, inwiefern ihn die Depression und die Schmerzstörung in seiner Arbeitsfähigkeit einschränke. Nachvollziehbar ist, dass der Beschwerdeführer auf die Kündigung seiner Arbeitsstelle, welche er während 18 Jahren inne gehabt hatte, offenbar mit einer reaktiven Depression reagiert hatte und vom Hausarzt sofort mit Antidepressiva behandelt worden war (vgl. Urk. 10/14). Dazu fällt aber auf, dass der Hausarzt es nicht für angezeigt gehalten hatte, den Beschwerdeführer aufgrund seines psychischen Zustandes einer fachärztlichen Behandlung zuzuweisen, wie er dies in somatischer Hinsicht denn auch getan hatte (vgl. kardiale und rheumatologische Abklärungen im Stadtspital F.___, Erw. 3.1.2 und 3.2). Dies wäre aber (vgl. Erw. 1.2), insbesondere bei den genannten psychosozialen Belastungszuständen, unabdingbar gewesen, um die vorausgesetzte fachärztliche Diagnose zu stellen. Zudem ist den Akten zu entnehmen, dass zumindest am 23. März 2005 von Dr. B.___ keine Antidepressiva mehr verschrieben worden waren, obschon er gleichzeitig erklärte hatte, ab Januar 2005 habe der depressive Zustand des Beschwerdeführers im Vordergrund gestanden (Urk. 10/14/1 S. 3). Nicht nachvollziehbar sind auch die Angaben von Dr. B.___, welche er gegenüber der Winterthur Versicherungen, Zürich, am 11. Februar 2005 gemacht hat. Er erklärt in diesem Schreiben, der Beschwerdeführer sei aufgrund kardialer Krankheit 100 % arbeitsfähig, aufgrund "psycho"(20 %)"sozialer"(50 %) arbeitsfähig (Urk. 10/14/4). Schliesslich ist zu bemerken, dass den Akten keine Hinweise darauf zu entnehmen sind, aufgrund welcher davon ausgegangen werden könnte, dass die vom Beschwerdeführer ins Feld geführten Wechselwirkungen der einzelnen Beschwerden (kardial, rheumatologisch, psychisch) sich additiv auswirkten (kardial: Einschränkung auf leichte bis mittelschwere Tätigkeit, rheumatologisch: volle Arbeitsfähigkeit, vgl. Urk. 10/15, Erw. 4.1). Demgegenüber ist die Einschätzung der Dres. C.___ und E.___ des Stadtspitals F.___ aufgrund ihrer Untersuchungen, insbesondre des am 14. März 2005 durchgeführten MRI nachvollziehbar, ebenso wie diejenige der Dres. G.___ und H.___, welche insbesondere am 18. Oktober 2004 eine Stressechokardiographie durchgeführt hatten.
4.4 Aufgrund des Dargelegten steht fest, dass der Beschwerdeführer nach dem im Sozialversicherungsrecht gültigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist. Da sich zudem gezeigt hat, dass der Beschwerdeführer auch bisher in einer leichten bis mittelschweren Arbeit erwerbstätig gewesen war, liegt auch unter Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden keine Invalidität im Sinne der Invalidenversicherung vor.
         Damit ist die Beschwerde abzuweisen.





Das Gericht erkennt:
1.         Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.         Das Verfahren ist kostenlos.
3. Zustellung gegen Empfangsschein an:
- D.___
- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
- Bundesamt für Sozialversicherung
4.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Eidgenössischen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht werden.
Die Beschwerdeschrift ist dem Eidgenössischen Versicherungsgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift der beschwerdeführenden Person oder ihres Vertreters zu enthalten; die Ausfertigung des angefochtenen Entscheides und der dazugehörige Briefumschlag sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die beschwerdeführende Person sie in Händen hat (Art. 132 in Verbindung mit Art. 106 und 108 OG).