Zürich Sozialversicherungsgericht

kantone/zh_sozverger/IV.2008.00670.html 

Entscheide



IV.2008.00670

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende

Sozialversicherungsrichterin Heine

Ersatzrichterin Maurer Reiter

Gerichtssekretärin Hartmann
Urteil vom 31. März 2009
in Sachen
A.___
 
Beschwerdeführerin

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin


Sachverhalt:
1.       Die 1951 geborene A.___ arbeitete zuletzt von April 2000 bis Ende August 2005 im Stundenlohn durchschnittlich zirka mit einem 70%igen Pensum als Krankenpflegerin  im Tages- und Nachtdienst in der Seniorenresidenz B.___ (Urk. 10/2 S. 4 f., Urk. 10/11 S. 1 ff.). Dieses Arbeitsverhältnis wurde auf Ende Mai 2006 gekündigt (Urk. 10/11 S. 9). Am 25. April 2006 hatte sich die Versicherte bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung wegen einer Erschöpfungsdepression und Rückenbeschwerden zum Leistungsbezug angemeldet (Urk. 10/2 S. 6). In der Folge klärte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), die medizinischen und erwerblichen Verhältnisse ab (Urk. 10/5-9, Urk. 10/11, Urk. 10/13, Urk. 10/15, Urk. 10/18) und holte die Akten der Krankentaggeldversicherung der Versicherten, der Hotela, ein (Urk. 10/12). Mit Vorbescheid vom 9. November 2006 kündigte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens hinsichtlich beruflicher Massnahmen an (Urk. 10/21), wogegen die Versicherte mit Schreiben vom 6. Dezember 2006 Einwand erhob und die Zusprechung beruflicher Massnahmen sowie einer Invalidenrente beantragte (Urk. 10/25). Daraufhin holte die IV-Stelle ein interdisziplinäres Gutachten bei der C.___ des D.___ (nachfolgend: E.___) ein (Gutachten vom 20. Dezember 2007; Urk. 10/50) und kündigte gestützt darauf (Urk. 10/55 S. 3) mit Vorbescheid vom 29. Januar 2008 die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente ab 1. November 2006 und einer halben Invalidenrente ab 1. Dezember 2006 an (Urk. 10/58). Am 21. Mai 2008 verfügte die IV-Stelle die Zusprechung der Rente wie angekündigt (Urk. 2/1-3).

2.       Gegen die Verfügung vom 21. Mai 2008 erhob die Versicherte mit Schreiben vom 29. Mai und 13. Juni 2008 bei der IV-Stelle Beschwerde (Urk. 1/1-2), welche diese mit Begleitschreiben vom 20. Juni 2008 zuständigkeitshalber ans hiesige Gericht überwies (Urk. 5). Die Beschwerdeführerin beantragte sinngemäss die Ausrichtung der Rente ab einem früheren Zeitpunkt und die Berücksichtigung der AHV-Beiträge der Jahre 2006 und 2007 bei der Berechnung der Rente (Urk. 1/1-2). In der Beschwerdeantwort vom 22. August 2008 anerkannte die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf eine ganze Rente ab einem früheren Zeitpunkt, und zwar ab August 2006 (Urk. 9 S. 2), beantragte aber anstelle der verfügten Herabsetzung auf eine halbe Rente per 1. Dezember 2006 die Aufhebung der ganzen Rente auf diesen Zeitpunkt und stellte insofern den prozessualen Antrag, es sei der Beschwerdeführerin eine reformatio in peius anzudrohen. In Bezug auf die beantragte Berücksichtigung der Beiträge der Jahre 2006 und 2007 bei der Rentenberechnung schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9 S. 2 ff.). In der Replik vom 14. September 2008 hielt die Beschwerdeführerin am Antrag auf Berücksichtigung der Beitragsjahre 2006 und 2007 nicht mehr fest und stellte den Antrag, es sei auf das Begehren der Beschwerdegegnerin um reformatio in peius nicht einzugehen (Urk. 13). Die Beschwerdegegnerin hielt in der Duplik vom 22. Oktober 2008 sinngemäss an ihren Anträgen fest (Urk. 16). Mit Verfügung vom 23. Oktober 2008 wurde der Schriftenwechsel als geschlossen erklärt (Urk. 17).


Das Gericht zieht in Erwägung:
1.      
1.1     Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 6. Oktober 2006, der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 28. September 2007, des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) sowie das Bundesgesetz über die Schaffung und die Änderung von Erlassen zur Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA) vom 6. Oktober 2006 in Kraft getreten. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin hat sich im April 2006 (Urk. 10/2) bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet. Die angefochtene Verfügung erging am 21. Mai 2008 und bezieht sich ausschliesslich auf den Rentenanspruch (Urk. 2/1-3). Damit ist teilweise ein Sachverhalt zu beurteilen, der sich vor dem Inkrafttreten der im Zuge der 5. IV-Revision geänderten Bestimmungen verwirklicht hat. Da der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab 1. Januar 2008 auf die im Rahmen der 5. IV-Revision geänderten gesetzlichen Bestimmungen und deren Ausführungsverordnungen abzustellen (vgl. entsprechend zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.).
1.2         Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 [seit 1. Januar 2008:] Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (seit 1. Januar 2008: Art. 7 Abs. 2 ATSG).
         Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 50 Erw. 1.2 mit Hinweisen).
1.3     Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung; seit 1. Januar 2008: Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4     Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28 Abs. 2 IVG (seit 1. Januar 2008: Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 349 Erw. 3.4.2 mit Hinweisen).
         Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28 Abs. 2bis IVG (seit 1. Januar 2008: Art. 28a Abs. 2 IVG) festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen ( Art. 28 Abs. 2ter IVG; seit 1. Januar 2008: Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
         Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten ergibt (BGE 130 V 393 ff. Erw. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).

2.      
2.1     Die Beschwerdegegnerin hat in der Beschwerdeantwort gestützt auf den Bericht von Dr. med. F.___, Fachärztin für Allgemeine Medizin, vom 29. Mai 2006 (Urk. 10/9 S. 1) und in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 IVG (seit 1. Januar 2008: Art. 28 Abs. 1 lit. b-c und Art. 29 Abs. 3 IVG) zu Recht den Beginn des Anspruchs auf eine ganze Rente per 1. August 2006 (anstatt mit Wirkung ab 1. November 2006, Urk. 2/1) anerkannt (Urk. 9 S. 2). Davon ist auszugehen. Ebenfalls zu Recht hat die Beschwerdeführerin ihren Antrag auf Berücksichtigung der Beitragsjahre 2006 und 2007 in der Replik vom 14. September 2008 fallen gelassen (Urk. 13 S. 1), wozu auf die zutreffenden Erwägungen in der Beschwerdeantwort vom 22. August 2008 (Urk. 9 S. 2) verwiesen werden kann.
         Der verbleibende Streitgegenstand beschränkt sich damit auf die Frage des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin ab 1. Dezember 2006.
2.2     Dazu stellte sich die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort auf den Standpunkt, der Invaliditätsgrad sei angesichts des bisherigen 70%igen Arbeitspensums der Beschwerdeführerin mittels der gemischten Methode im Sinne von Art. 28a Abs. 3 IVG (in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fassung) zu ermitteln. Und zwar sei bei einem 70%igen Arbeitspensum von einem Valideneinkommen im Jahr 2006 von Fr. 75'977.91 auszugehen. Das Invalideneinkommen nach der Lohnstrukturerhebung (LSE) 2006 des Bundesamtes für Statistik, Anforderungsniveau 2, ohne leidensbedingten Abzug betrage bei einem zumutbaren Pensum von 50 % Fr. 38'121.90. Dies ergebe einen Invaliditätsgrad von 49,82 %, was eingesetzt in die Mischrechnung für den erwerblichen Teil (70 %) einen Teilinvaliditätsgrad von 34,87 % ergebe. Damit sich daraus ein Invaliditätsgrad von insgesamt 40 % ergeben könnte, müsste im Aufgabenbereich (Haushaltstätigkeit) eine Einschränkung von 15,44 % bestehen, weshalb von einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad auszugehen sei (Urk. 9 S. 3 f.). In der Duplik hielt sie an dieser Auffassung nicht mehr fest, führte aber aus, für den Umstand, dass die Beschwerdeführerin das Arbeitspensum auf 70 % reduziert habe, habe die Invalidenversicherung nicht einzustehen, weshalb beim Valideneinkommen von Fr. 75'977.91 auszugehen sei (Urk. 16 S. 2).
         Die Beschwerdeführerin wendete dagegen ein, sie habe bereits vor dem August 2005 aufgrund ihrer zunehmend angeschlagenen Gesundheit in einem 70%igen Pensum gearbeitet. Ohne das reduzierte Arbeitspensum wäre sie nicht in diesem Umfang arbeitsfähig gewesen. Ausserdem gebe es in der Seniorenpflege wenige Arbeitskräfte mit einem 100%igen Arbeitspensum. Es stelle sich generell die Frage, ob in der Pflege ein 100%iges Arbeitsverhältnis insbesondere für ältere Arbeitnehmer als Norm angenommen werden dürfe. Es sei ihr wegen der hohen körperlichen und psychischen Anforderungen nicht mehr zumutbar, in der Pflege mit täglich wechselndem Schichtdienst zu arbeiten. Ausserdem hätten sich die Vorgaben im Pflegebereich drastisch geändert. Die Berufsgruppe der Krankenpflegerin FA SRK (Fachangestellte Schweizerisches Rotes Kreuz), der sie angehöre, sei auf die Stufe der Pflegeassistentinnen zurückgestuft worden. Um das von der Beschwerdegegnerin angenommene Einkommen erreichen zu können, müsste sie zuerst die vierjährige Ausbildung zur FAGE (Fachangestellte Gesundheit) absolvieren. Dabei helfe ihr auch die Zweitausbildung zur Aktivierungstherapeutin nicht weiter, da sie nach der Lehre nie in diesem Beruf gearbeitet habe (Urk. 13).

3.
3.1    
3.1.1   Dr. med. G.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie, bei dem die Beschwerdeführerin seit März 2006 in Behandlung steht, attestierte im Bericht vom 21. Juli 2006 aufgrund der Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F32.11) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit seit August 2005 und hielt die Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit bis zu 70 % halbtags für arbeitsfähig (Urk. 10/15 S. 4 f.).
3.1.2   Dr. med. H.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, kam in seinem psychiatrischen Gutachten vom 30. Oktober 2006 zum Schluss, dass aktuell weder eine manifeste depressive Störung noch eine andere psychische Störung von Krankheitswert, welche die Arbeitsfähigkeit herabsetze, vorliege. Insbesondere sei die in der Privatklinik I.___ beschriebene mittelgradige depressive Epsiode mit Somatisierungstendenzen bei psychosozialer Belastungssituation (vgl. die Bericht der Privatklinik I.___, Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 16. Januar 2006, Urk. 10/12 S. 9 f., und vom 8. April 2006, Urk. 10/5) inzwischen nicht mehr feststellbar (Urk. 10/18 S. 7 ff.).
3.1.3   Prof. Dr. med. J.___, Chefarzt Psychosomatik vom Inselspital Bern, welcher die Beschwerdeführerin am 14. Dezember 2006 ambulant untersuchte, stellte im Bericht vom 18. Dezember 2006 im Wesentlichen die Diagnosen eines chronischen Erschöpfungssyndroms multifaktorieller Ursachen und einer Polyarthrose mit anamnestischer Gonarthrose beidseits sowie Rhizarthrose links. Zum Zeitpunkt des Interviews sei die Depression wieder abgeklungen gewesen und es habe als Leitsymptom eine Erschöpfung bestanden, welche die Beschwerdeführerin in den alltäglichen Verrichtungen einschränke und in der Ausübung ihrer Arbeit als Krankenpflegerin subjektiv behindere. Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bedürfe es eines Gutachtens. Es erscheine aber wenig sinnvoll, wenn die Beschwerdeführerin in ihren angestammten Beruf zurückkehre, und überhaupt nicht sinnvoll, wenn sie weiterhin Nachtdienste verrichte. Sie würde idealerweise eine Arbeit mit höchstens leichter körperlicher Anstrengung im Umfang von 50 % benötigen. Die Beurteilung von Dr. H.___ vom 30. Oktober 2006 entspreche hinsichtlich Befund und Diagnosen nicht seiner Einschätzung (Urk. 10/30 S. 1 f.).
3.1.4   Gemäss dem interdisziplinären Gutachten der E.___ vom 20. Dezember 2007, auf welches die Beschwerdegegnerin bei ihrem Entscheid entsprechend der Empfehlung von med. pract. K.___ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vom 24. Januar 2008 abstellte (Urk. 10/55 S. 3), leidet die Beschwerdeführerin mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradig mit Somatisierung (ICD-10 F33.11). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter unter anderem eine medial rechtsbetonte Gonarthrose beidseits, eine SpreizfussStellung nach Hallux valgus bei/mit Status nach Spontanabtragung vor Jahren beidseits, ein intermittierendes lumbovertebrales und thorakovertebrales Schmerzsyndrom sowie anamnestisch multiple Nahrungsmittel-Allergien fest (Urk. 10/50 S. 13). Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im angestammten Beruf sowie in allen Verweistätigkeiten (ohne schwere Arbeitstätigkeit; Urk. 10/50 S. 27) sei aufgrund der psychiatrischen Diagnose zu 50 % eingeschränkt, und zwar sei dies aufgrund des Schreibens von Dr. J.___ vom 18. Dezember 2006, wonach die Arbeitsfähigkeit idealerweise bei 50 % liege (vgl. Urk. 10/30), seit Dezember 2006 anzunehmen (Urk. 10/50 S. 15 f.). Gemäss dem psychosomatischen Fachgutachten vom 24. September 2009 zuhanden der E.___ war die Beschwerdeführerin zuvor vom 15. August 2005 bis zum Ende des Aufenthalts in der Privatklinik I.___ am 17. Februar 2006 (Urk. 10/5 S. 2) zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 10/50 S. 32).
3.2         Aufgrund dieser fachärztlichen Beurteilungen ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf das E.___-Gutachten vom 20. Dezember 2007 (Urk. 10/50) abstellte. Insbesondere ist es als ärztliche Entscheidungsgrundlage beweistauglich. Denn es erfüllt alle dafür rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c). Es ist daher mit der Beschwerdegegnerin (Urk. 2/3) von einer Arbeitsunfähigkeit in der angestammten sowie in einer anderen, körperlich nicht schweren Tätigkeit von 100 % ab 15. August 2005 und von 50 % ab Dezember 2006 auszugehen.
3.3    
3.3.1   Zur Ermittlung des Invaliditätsgrades ist ein Einkommensvergleich von Validen- und Invalideneinkommen (vgl. Erwägung 1.4 hiervor) auf zeitidentischer Grundlage (BGE 129 V 223 Erw. 4.1 und Erw. 4.2) im Zeitpunkt des Rentenbeginns (hier: 1. August 2006; vgl. Erwägung 2.1 hiervor) durchzuführen.
3.3.2   Ist anzunehmen, eine versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung teilerwerbstätig, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach Art. 28 Abs. 2 IVG (seit 1. Januar 2008: Art. 28a Abs. 1 IVG) oder Art. 16 ATSG zu bemessen. Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen. Bei einer hypothetisch (im Gesundheitsfall) lediglich teilerwerbstätigen versicherten Person ohne einen Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG bemisst sich somit die Invalidität nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs oder einer Untervariante davon (Schätzungs- oder Prozentvergleich, ausserordentliches Bemessungsverfahren: BGE 128 V 30 Erw. 1, BGE 104 V 136 ff. Erw. 2a-c; vgl. auch BGE 114 V 313 Erw. 3a). Das Valideneinkommen ist nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (BGE 125 V 157 Erw. 5c/bb mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 Erw. 4a; zum Ganzen BGE 131 V 53 Erw. 5.1.2).
         Dass die Beschwerdeführerin schon vor Mitte August 2005 gesundheitsbedingt in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen ist und aus diesem Grund das Arbeitspensum auf 70 % reduzieren musste, wie sie in der Replik geltend machte (Urk. 13 S. 1), ist nicht ausgewiesen. Keiner der behandelnden oder begutachtenden Ärzte attestierte eine Arbeitsunfähigkeit vor Mitte August 2005. Eine Arbeitsunfähigkeit vor diesem Zeitpunkt im Sinne von Art. 6 ATSG ist daher nicht gegeben. Da die Beschwerdeführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens nebst der Erwerbstätigkeit keine Tätigkeit im Aufgabenbereich im Sinne von Art. 28 Abs. 2ter IVG (seit 1. Januar 2008: Art. 28a Abs. 3 IVG) ausfüllte, ist von einer freiwilligen Reduktion der Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall auszugehen. Das Valideneinkommen ist somit nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen.
         Die Beschwerdeführerin erzielte gemäss den Angaben im Arbeitgeberbericht vom 19. Juni 2006 (Urk. 10/11 S. 2) und dem Auszug aus dem individuellen Konto (Urk. 10/6 S. 1) im Jahr 2004 ein Einkommen von Fr. 74'041.--. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung in den Jahren 2005 und 2006 im Gesundheits- und Sozialwesen (2005: 0,9 %, 2006: 1,4 %; Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex aufgrund der Daten der Sammelstelle für Statistik der Unfallversicherung [SSUV], Tabelle 1.2.93, Nominallohnindex, Frauen, 2002 - 2006, Abschnitt M,N,O) ergibt dies ein Valideneinkommen im Jahr 2006 von Fr. 75'753.25 (Fr. 74'041.- x 1,009, x 1,014).
3.3.3   Da die Beschwerdeführerin die bisherige Erwerbstätigkeit per Ende Mai 2006 verloren hat (Urk. 10/11 S. 9), ist das Invalideneinkommen anhand der Tabellenlöhne LSE 2006 des Bundesamtes für Statistik zu bestimmen. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Anzahl Wochenstunden im Jahr 2006 (41,5 Stunden; Die Volkswirtschaft, 3/2009, S. 98, Tabelle B9.2, Abschnitt N Gesundheits- und Sozialwesen) sowie eines 50%igen Arbeitspensums und eines angemessenen Abzuges von 5 % resultiert ein Invalideneinkommen im Jahr 2006 von Fr. 32'336.40 (Fr. 5’468.- [LSE 2006, S. 25, Tabelle 1, Abschnitt 85, Frauen] x 12 = Fr. 65'616.-, : 40 x 41,5 x 0,5 x 0,95). Ein tieferer respektive kein Abzug vom Invalideneinkommen, wie die Beschwerdegegnerin geltend macht (Urk. 9 S. 3), rechtfertigt sich nicht. Zwar reduzieren weder das Alter, die Dienstjahre oder die Aufenthaltskategorie der Beschwerdeführerin den Einkommenserfolg. Jedoch ist die sonst bei Frauen eher einkommenserhöhende Wirkung eines Teilzeitpensums im Anforderungsniveau 1+2 bei 50 % nur minim gegeben (LSE 2006, a.a.O., S. 16, Tabelle 2) und die gesundheitliche Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin in psychischer Hinsicht schränkt die Möglichkeiten und damit den Einkommenserfolg insbesondere auf diesem Anforderungsniveau mit kognitiv anspruchsvoller Arbeit ein (zum Ganzen vgl. BGE 129 V 481 Erw. 4.2.3 mit Hinweisen).
3.4     Aus der Differenz der ermittelten Validen- und Invalideneinkommen (Fr. 75'753.25 - Fr. 32'336.40 = Fr. 43'416.85) resultiert ein Invaliditätsgrad von 57 %, der nach Art. 28 Abs. 1 IVG (seit 1. Januar 2008: Art. 28 Abs. 2 IVG) Anspruch auf eine halbe Invalidenrente begründet. Die in der angefochtenen Verfügung vom 21. Mai 2008 (Urk. 2/1-3) zugesprochene ganze Rente wurde daher ab Dezember 2006 zur Recht auf eine halbe Rente reduziert. Eine Aufhebung der Rente auf diesen Zeitpunkt ist nicht begründet.
         Die Beschwerde ist daher teilweise gutzuheissen und die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 7. November 2007 ist insoweit aufzuheben, als damit der Anspruch auf eine Invalidenrente vom 1. August 2006 bis Oktober 2006 verneint wurde.

4.       Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen. Das Verfahren ist daher kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1bis IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr. 600.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.         In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 21. Mai 2008 insoweit aufgehoben, als damit eine ganze Invalidenrente erst ab 1. November 2006 zugesprochen wurde, und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin ab 1. August 2006 Anspruch auf eine ganze und ab 1. Dezember 2006 auf eine halbe Invalidenrente hat.
2.         Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden dem Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.           Zustellung gegen Empfangsschein an:
- A.___
- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
- Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
- die Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
           Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
           Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).