Zürich Sozialversicherungsgericht

kantone/zh_sozverger/IV.2008.00942.html 

Entscheide



IV.2008.00942

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende

Sozialversicherungsrichterin Heine

Sozialversicherungsrichterin Bürker-Pagani

Gerichtssekretärin Hartmann
Urteil vom 31. Januar 2009
in Sachen
A.___
 
Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Marc-Antoine Kämpfen
Eberle Kämpfen Bösiger Theiler & Partner
Gerechtigkeitsgasse 23, 8001 Zürich

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin


Sachverhalt:
1.      
1.1     A.___, geboren 1978, besuchte in Spanien die obligatorischen Schulen und absolvierte ausser Anlehren als Schreiner und Metzger keine Berufsausbildung. Er arbeitete seit seiner Einreise in die Schweiz im Sommer 2000 bis zum 16. Dezember 2005 bei der B.___ als Bauarbeiter im Bereich Aussenisolation (Urk. 12/2 S. 3 ff., Urk. 12/11 S. 2, Urk. 12/33 S. 2). Beim Sturz vom Pferd zog sich der Versicherte am 17. Dezember 2005 eine Fraktur des linken oberen Sprunggelenks mit bleibendem Knorpelschaden und einer Ruptur des medialen Bandapparates zu (Urk. 12/10 S. 38, S. 86, S. 104 f. und S. 109, Urk. 12/19 S. 7), welche am 4. Dezember 2006 (Urk. 12/10 S. 68) und am 23. Mai 2007 (Urk. 12/10 S. 50) operiert wurde.
1.2     Die Unfallversicherung des Versicherten, die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: SUVA), erbrachte für diesen Unfall die gesetzlichen Leistungen bis Ende Juni 2008 (Urk. 12/23 S. 2). Auf denselben Zeitpunkt kündigte die Arbeitgeberin des Versicherten das Arbeitsverhältnis (Urk. 12/23 S. 5). Mit Verfügung vom 11. Juli 2008 lehnte die SUVA den Anspruch auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung ab (Urk. 12/51). Die gegen die Rentenablehnung erhobene Einsprache wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom 5. September 2008 ab (Urk. 12/53). Die dagegen geführte Beschwerde ist am hiesigen Gericht hängig (Prozess Nr. UV.2008.00346).
1.3     Am 31. Oktober 2007 hatte sich der Versicherte bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Umschulung, Rente) angemeldet (Urk. 12/2-3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), klärte daraufhin die medizinischen und erwerblichen Verhältnisse des Versicherten ab (Urk. 12/8, Urk. 12/11, Urk. 12/19), bezog die Akten von der SUVA (Urk. 12/10, Urk. 12/17-18, Urk. 12/22-24) und leitete eine Abklärung der beruflichen Massnahmen ein (Urk. 12/12-14, Urk. 12/33 S. 3). Gegen die von der IV-Stelle gestützt darauf erlassenen beiden Vorbescheide vom 14. Mai 2008 (Urk. 12/30-31) liess der Versicherte mit Schreiben vom 16. Juni 2008 (Urk. 12/40) Einwände erheben. In der Folge bestätigte die IV Stelle ihre Vorbescheide und verneinte mit Verfügung vom 9. Juli 2008 den Anspruch auf eine Umschulung (Urk. 2/1) und sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 15. August 2008 eine am 1. Dezember 2006 beginnende, bis 31. März 2008 befristete Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % zu (Urk. 2/2).

2.       Dagegen liess der Versicherte mit Eingabe vom 15. September 2008 Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihm in Ergänzung der Verfügung vom 15. August 2008 auch künftig ab 1. April 2008 eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 60 %, mindestens gestützt auf einen solchen von 50 % zuzusprechen; eventuell sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen mit der Auflage, eine ärztliche Begutachtung zur Feststellung des Invaliditätsgrades vornehmen zu lassen. Ausserdem sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 9. Juli 2008 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Abklärung einer Kostengutsprache für eine geeignete Umschulung zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). Mit Eingabe vom 10. Oktober 2008 (Urk. 6) reichte der Beschwerdeführer das Zeugnis von Dr. med. C.___, vom 9. Oktober 2008 (Urk. 7) ein, welches der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 14. Oktober 2008 zur Stellungnahme unterbreitet wurde (Urk. 8). In der Beschwerdeantwort vom 11. November 2008 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (Urk. 11). Mit Verfügung vom 13. November 2008 wurde der Schriftenwechsel als geschlossen erklärt (Urk. 13).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.      
1.1     Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2     Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.     diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.     die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (Abs. 1).
         Die Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in Massnahmen beruflicher Art (Art. 8 Abs. 3 lit. b in Verbindung mit Art. 15 ff. IVG). Diese werden in Form von Berufsberatung (Art. 15 IVG), erstmaliger beruflicher Ausbildung (Art. 16 IVG), Umschulung (Art. 17 IVG), Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG) oder Kapitalhilfe (Art. 18b IVG) gewährt.
1.3     Gemäss Art. 17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Abs. 1). Als Umschulung gelten gemäss Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
         Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der "annähernden Gleichwertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen ist, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 Erw. 4.2 S. 489 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts in Sachen M. vom 8. August 2008, 8C_163/2008, Erw. 2.2). Schliesslich setzt der Anspruch auf Umschulung voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 Erw. 4.2, 124 V 110 f. Erw. 2a und b mit Hinweisen auf u.a. AHI 1997 S. 80 Erw. 1b; ZAK 1984 S. 91 oben, 1966 S. 439 Erw. 3).
1.4     Anspruch auf eine Rente haben Versicherte gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG, die a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
         Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.5     Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 349 Erw. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.6     Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 Erw. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 Erw. 1b mit Hinweisen) Art. 88a IVV festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 275 Erw. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bzw. Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 418 Erw. 2d am Ende, 369 Erw. 2, 113 V 275 Erw. 1a, 109 V 265 Erw. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 349 Erw. 3.5).

2.       Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Umschulung und die Befristung der vom 1. Dezember 2006 bis Ende März 2008 zugesprochenen ganzen Rente.
         Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der rentenabweisenden Verfügung vom 15. August 2008 (Urk. 2/2) auf den Standpunkt, der Beschwerdeführer sei nach Ablauf der Wartefrist per 17. Dezember 2006 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen, was einem Invaliditätsgrad von 100 % entspreche. Seit der kreisärztlichen Untersuchung im März 2008 sei ihm eine leidensangepasste Tätigkeit in einem vollen Pensum mit einem Invalideneinkommen von Fr. 53'277.- zumutbar (gemäss den statistischen Erhebungen des Bundesamtes für Statistik und nach einem Abzug von 10 %), was bei einem Valideneinkommen von Fr. 58'652.- einen Invaliditätsgrad von 9 % ergebe. Die Rente sei daher per 1. April 2008 aufzuheben (Urk. 2/2.5-6). Die Verneinung des Anspruchs auf Umschulung begründete die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 9. Juli 2008 damit, dass die Voraussetzung eines dauernden invaliditätsbedingten Minderverdienstes von mindestens 20 % bei Ausübung einer zumutbaren Tätigkeit nicht erfüllt sei (Urk. 2/1).
         Dagegen wurde seitens des Beschwerdeführers eingewendet, er habe auch heute noch grösste Mühe beim Gehen und vor allem, sich schmerzfrei zu bewegen. Es komme immer wieder zu Schmerzexazerbationen, die derart seien, dass er jeweils für einige Zeit einfach nichts mehr vorkehren könne. Er gerate immer wieder in den Zustand kompletter Arbeitsunfähigkeit. Das vom Kreisarzt formulierte Zumutbarkeitsprofil entspreche nicht den ihm mit der bleibenden Fussgelenksläsion noch zustehenden Möglichkeiten, welche die Beschwerdegegnerin ohne eigene Abklärungen übernommen habe. Sein Zustand erlaube ihm höchstens ein 50%iger Einsatz an einer Stelle, die schon von der Tätigkeitsart her wahrscheinlich einen etwas reduzierten Verdienst habe, weil es eine leichtere Tätigkeit als die eines Bauarbeiters sein müsse. Die Einkommensdifferenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen betrage mindestens 50 %. Damit er in einer anderen, leichteren als der bisherigen Bauarbeitertätigkeit, bei der er bloss repetitive Handlangerarbeiten ausgeführt habe, Fuss fassen könne, bedürfe er einer Umschulung, zumal er mit Ausnahme des hierzulande häufigen „Bau-Italienisch“ über keine Fremdsprachenkenntnisse verfüge und nur eine bescheidene Schulausbildung genossen habe (Urk. 1 S. 3 ff.).
3.      
3.1    
3.1.1   Der Beschwerdeführer verletzte sich beim Unfall am 17. Dezember 2005 das obere Sprunggelenk und den medialen Bandapparat am linken Fuss und wurde in der Folge wegen Instabilität und belastungsabhängigen Beschwerden zweimal am linken Fuss in der D.___ operiert, und zwar am 4. Dezember 2006 (Urk. 12/10 S. 68 f.) und am 23. Mai 2007 (Urk. 12/10 S. 50 f.). Die Parteien stimmen darin überein (Urk. 1 S. 3, Urk. 2/2.5-6) und es ist gestützt auf die medizinische Akten erwiesen, dass er deshalb seit dem 17. Dezember 2005 in der angestammten Tätigkeit als ungelernter Bauarbeiter respektive in einer körperlich schweren Tätigkeit andauernd zu 100 % arbeitsunfähig ist (Bericht der D.___ vom 8. Oktober 2007, Urk. 12/10 S. 37 f.; Bericht von Dr. med. E.___, Facharzt für Innere Medizin, vom 18. Februar 2008, Urk. 12/19 S. 7; Bericht des Kreisarztes Dr. med. F.___, Facharzt für orthopädische Chirurgie, vom 26. März 2008, Urk. 12/22 S. 4).
3.1.2   Ausserdem erachteten beide Parteien die Aufnahme einer neuen leidensangepassten Tätigkeit erst nach der kreisärztlichen Untersuchung vom 26. März 2008 (Urk. 12/22) ab April 2008 als zumutbar (Urk. 2/2.5-6). Dies ist angesichts der beiden Operationen an der D.___ am 4. Dezember 2006 (Urk. 12/10 S. 68 f.) und am 23. Mai 2007 (Urk. 12/10 S. 50 f.) sowie der in der Fusssprechstunde der D.___ vom 25. September 2007 besprochenen weiteren Therapie- und Operationsoptionen, insbesondere jener einer Gelenksversteifung (Bericht der D.___ vom 8. Oktober 2007, Urk. 12/10 S. 38) und des erst auf Ende Juni 2008 gekündigten Arbeitsverhältnisses bei der B.___ (Urk. 12/23 S. 5) nicht zu beanstanden.
3.1.3   Zur Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit äusserten sich  Dr. C.___ im Arztzeugnis vom 9. Oktober 2008 (Urk. 7) und der Kreisarzt Dr. F.___ im Bericht vom 26. März 2008 (Urk. 12/22).
         Auf das Arztzeugnis von Dr. C.___ kann nicht abgestellt werden. Danach ist der Beschwerdeführer für schwere bis mittelschwere Arbeiten zu 100 % arbeitsunfähig und für körperlich leichte Arbeiten mit wechselbelastenden Tätigkeiten respektive mit Tätigkeiten im Stehen, Laufen und Gehen je zu 30 % und ohne Heben und Tragen von sehr schweren Gegenständen zu 100 % arbeitsfähig. Eine zeitlich betrachtet 100%ige Arbeitsfähigkeit sei auf eine Leistung von 50%igen beschränkt (Urk. 7). Dieses Attest vom 9. Oktober 2008 betrifft den Zeitraum nach jenem richterlicher Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweis) bis zum Erlass des angefochtenen Entscheides vom 15. August 2008. Ausserdem ist daraus nicht eindeutig zu entnehmen, ob mit der 50%igen Leistungsfähigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit oder in der beschriebenen leidensangepassten Tätigkeit gemeint ist. Im Übrigen erfüllt es als blosses Arztzeugnis ohne Begründung der medizinischen Zusammenhänge und Schlussfolgerungen sowie ohne Berücksichtigung der medizinischen Vorakten nicht die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlage (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c).
         Dagegen ist der Bericht des Kreisarztes Dr. F.___ vom 26. März 2008 umfassend, hinreichend begründet, nachvollziehbar und beweisrechtlich genügend. Dr. F.___ führte darin aus, der Beschwerdeführer gebe Schmerzen ohne gröbere Schwellungsneigung nach einer Belastung von zwei Stunden an. Eine Instabilität im linken Rückfuss komme heute beim Tragen von Stabilschuhen anamnestisch nicht zur Darstellung. Der Beschwerdeführer spreche sich dezidiert gegen eine weitere Operation aus, was er, Dr. F.___, angesichts der ganzen Krankengeschichte gut nachvollziehen könne. Dem Beschwerdeführer sei eine wechselbelastende bis gut mittelschwere Arbeit zumutbar. Die Belastungsgrenze sei bei etwa 25 bis 30 Kilogramm anzusetzen. Unzumutbar seien Tätigkeiten auf unebenem Boden, unwegsamem Gelände sowie in der Höhe mit Sturzgefahr. Treppensteigen sei jedoch öfters zumutbar, Leitersteigen nur gelegentlich. Nach zweistündiger Arbeit im Gehen oder Stehen müsse eine halbe Stunde im Sitzen gewährleistet sein, sei dies als sitzende Arbeit oder als zusätzliche Pause einmal pro Halbtag. Eine (solche) geeignete Arbeit sei vollzeitlich zumutbar. Über den (Fall-)Abschluss hinaus werde die Versorgung mit einem Stabilschuh für die Arbeit notwendig sein (Urk. 12/22 S. 4). Auf den Abschlussbericht des Kreisarztes vom 26. März 2008 (Urk. 12/22) ist abzustellen.
         Denn es ist entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht einzusehen und nicht erwiesen, dass er ab April 2008 bis zum hier zu beurteilenden Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 15. August 2008 (Urk. 2/2) nicht mindestens einer sitzenden oder körperlich leichteren, den linken Fuss nicht übermässig belastenden Tätigkeit hätte vollzeitlich nachgehen können, zumal sich seine Beschwerden auf den linken Fuss beschränken und er bereits gegenüber den behandelnden Ärzten der D.___ anlässlich der Sprechstunde vom 25. September 2007, mithin rund drei Monate nach der letzten Operation vom 23. Juni 2007 (Urk. 12/10 S. 50) angegeben hatte, dass er im Ruhezustand keine Beschwerden habe (Bericht vom 8. Oktober 2007, Urk. 12/10 S. 37 f.). Ausserdem steigerte sich die Belastungstoleranz bis zur kreisärztlichen Untersuchung vom 26. März 2008 (Urk. 12/22) offenbar weiter. Denn er gab gegenüber Dr. F.___ an, dass die Schmerzen nunmehr erst nach zwei Stunden des Herumgehens auf ebenem Boden auftreten würden (Urk. 12/22 S. 1), während er in der Sprechstunde vom 25. September 2007 noch von einer halben bis einer Stunde Gehen gesprochen hatte (Urk. 12/10 S. 37). Auch könne er problemlos auf dem Hometrainer fahrradfahren und auch Autofahren sei möglich. Dank den Stabilschuhen könne er auch auf unebenem Gelände ordentlich gut herumgehen; Probleme habe er beim Bergaufgehen (Urk. 12/22 S. 1). Dr. F.___ berücksichtigte im Zumutbarkeitsprofil und seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit diese Angaben des Beschwerdeführers ebenso wie das Ergebnis der klinischen Untersuchung und die Vorakten.
         Aber selbst wenn das vom Kreisarzt festgelegte Zumutbarkeitsprofil die Einsatzfähigkeit des beeinträchtigten linken Fusses als zu positiv darstellen sollte, wie dies der Beschwerdeführer einwendete (Urk. 1 S. 5), ist nicht davon auszugehen, dass das dem relativ jungen und ansonsten gesunden Beschwerdeführer zumutbare Arbeitspensum in einer leidensangepassten Tätigkeit unter 100 % liegt. Der in diesem Rahmen verminderten Leistungsfähigkeit wäre bei der Invaliditätsbemessung Rechnung zu tragen (vgl. Erwägung 3.2.2 hernach).
3.1.4   Der relevante medizinische Sachverhalt ist mit den vorliegenden Akten hinreichend geklärt, weshalb auf die vom Beschwerdeführer verlangte weitere Beweismassnahme einer ärztlichen Begutachtung (Urk. 1 S. 6) verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b). Es ist somit gestützt auf den kreisärztlichen Abschlussbericht von Dr. F.___ vom 26. März 2008 (Urk. 12/22) von einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer leidensangepassten Tätigkeit von 100 % seit dem 26. März 2008 bis mindestens zum Erlass der Verfügung vom 15. August 2008 (Urk. 2/2) auszugehen.
3.2.   
3.2.1   Der Beschwerdeführer hat unbestrittenermassen ab 1. Dezember 2006 (vgl. Art. 29 Abs. 3 IVG) Anspruch auf eine ganze Rente. Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades unmittelbar nach Ablauf des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs.1 lit. b IVG am 17. Dezember 2006 schloss die Beschwerdegegnerin von der ärztlich geschätzten Arbeitsunfähigkeit von 100 % zutreffend auf einen entsprechenden Invaliditätsgrad (Urk. 2/2.5), was bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit eines Versicherten ausnahmsweise zulässig ist (Methode des Prozentvergleichs; vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 9. Dezember 2003 in Sachen M., I 315/02, Erw. 4.2 mit Hinweisen).
3.2.2   Auf den Zeitpunkt der Verbesserung der Arbeitsfähigkeit im Jahr 2008 ist der Invaliditätsgrad mittels eines Einkommensvergleichs von Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage neu zu erheben (vgl. BGE 129 V 223 f. Erw. 4.2 in fine, 128 V 174).
         Die Beschwerdegegnerin ging zur Bestimmung des hypothetischen Einkommens des Beschwerdeführers ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) im Jahr 2007 von Fr. 58'682.- gemäss der Angabe im Arbeitgeberbericht der B.___ vom 12. November 2007 (Urk. 12/11 S. 3) aus (Urk. 2/2.6), was vom Beschwerdeführer nicht beanstandet wurde. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 1,9 % im Jahr 2008 (Schätzwert aufgrund der ersten drei Quartale des Jahres 2008; Quartalschätzung der Nominallohnentwicklung, Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex aufgrund der Daten der Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung [SSUV]) entspricht dies einem Jahreseinkommen von Fr. 59'797.- im Jahr 2008.
         Das Invalideneinkommen ist anhand der Tabellenlöhne, Anforderungsniveau 4, der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2006 des Bundesamtes für Statistik zu bestimmen. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Anzahl Wochenstunden im Jahr 2007 (41,7 Stunden; Die Volkswirtschaft, 12/2008, S. 94, Tabelle B9.2, Abschnitt A-O Total) und der generellen Nominallohnentwicklung in den Jahren 2007 und 2008 (1,6 % und 1,9 %; Nominallohnindex nach Geschlecht, 2006-2007, Tabelle 1.1.05 und Quartalschätzung der Nominallohnentwicklung, je Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex aufgrund der Daten der Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung [SSUV]) sowie eines angemessenen leidensbedingten Abzuges von 10 % resultiert ein Invalideneinkommen im Jahr 2008 von Fr. 55'158.50 (Fr. 4'732.- [LSE 2006, Bundesamt für Statistik, Neuenburg 2008, S. 25, Tabelle 1, Total Männer, Anforderungsniveau 4] x 12 = Fr. 56’784.-, : 40 x 41,7 x 1,016, x 1,019, x 0,9). Ein höherer Abzug vom Invalideneinkommen als 10 % rechtfertigt sich nicht, da nebst der mittelschweren auf den Fuss beschränkten Gesundheitsbeeinträchtigung weder das Alter, die Dienstjahre, die Aufenthaltskategorie B (Urk. 12/4) des Beschwerdeführers noch ein reduzierter Beschäftigungsgrad den Einkommenserfolg zusätzlich reduzieren (vgl. BGE 129 V 481 Erw. 4.2.3 mit Hinweisen). Weitere Kriterien, etwa die mangelhafte sprachliche Integration sind (ausser bei einer Parallelisierung der Einkommen [vgl. dazu BGE 134 V 322], wozu hier mangels eines deutlich unterdurchschnittlichen Valideneinkommens kein Anlass besteht)  invalidenversicherungsrechtlich unbeachtlich. Aus der Differenz der ermittelten Validen- und Invalideneinkommen (Fr. 59'797.- - Fr. 55'158.50 = Fr. 4'638.50) resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 8 %, der gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG keinen Anspruch auf eine Invalidenrente begründet. Auch der im Einspracheentscheid der SUVA vom 5. September 2008 ermittelte Invaliditätsgrad beläuft sich mit 7,31 % auf eine Prozentzahl in dieser Grössenordnung (Urk. 12/53).
3.3     Die Beschwerdegegnerin befristete die mit Verfügung vom 15. August 2008 ab 1. Dezember 2006 zugesprochene ganze Invalidenrente auf Ende März 2008 (Urk. 2/2). Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist in den Akten jedoch erst mit der Festsetzung der Zumutbarkeit einer 100%igen Erwerbstätigkeit gemäss dem Bericht des Kreisarztes Dr. F.___ vom 26. März 2008 (Urk. 12/22 S. 4) ausgewiesen, weshalb die Rentenleistung in analoger Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV erst per 1. Juli 2008 aufzuheben ist.

4.       Der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers von 8 % ab April 2008 erreicht die von der Rechtsprechung vorausgesetzten 20 % (vgl. Erwägung 1.3 hiervor) bei weitem nicht, weshalb schon unter diesem Gesichtspunkt der Anspruch auf Umschulung zu verneinen ist. Die mit Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 9. Juli 2008 (Urk. 2/1) erlassene Abweisung des Leistungsbegehrens auf Umschulung erfolgte somit zu Recht.

5.       Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze befristete Rente vom 1. Dezember 2006 bis 30. Juni 2008. Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde. Die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 15. August 2008 (Urk. 2/2) ist insoweit aufzuheben, als damit die ganze Rente per 1. April 2008 aufgehoben wird, und es ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer ab 1. Dezember 2006 Anspruch auf eine bis 30. Juni 2008 befristete ganze Rente hat. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

6.      
6.1     Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen betrifft, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1bis IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung), ermessensweise auf Fr. 800.- anzusetzen. Der Beschwerdeführer obsiegt nur in geringem Umfang in Bezug auf den um drei Monate verlängerten Rentenanspruch. Demgemäss rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer zu 7/8 und der Beschwerdegegnerin zu 1/8 aufzuerlegen.
6.2     Dem Beschwerdeführer steht entsprechend dem Ausgang des Verfahrens eine reduzierte Prozessentschädigung zu, zumal es sich beim obsiegenden Teil lediglich um eine von ihm nicht thematisierte Frage der Rechtsanwendung handelt und die Beschwerdeschrift vom 15. September 2008 (Urk. 1) in weiten Teilen mit jener im Unfallversicherungsverfahren (Prozess-Nr. UV.2008.00346) identisch ist. Die Prozessentschädigung ist nach Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festzusetzen. Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze und nach Massgabe des gerichtlichen Stundenansatzes von Fr. 200.- ist dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung von Fr. 200.- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) zuzusprechen.



Das Gericht erkennt:
1.         In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 15. August 2008 insoweit aufgehoben, als damit die ganze Rente auf den 1. April 2008 aufgehoben wird, und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer ab 1. Dezember 2006 Anspruch auf eine bis 30. Juni 2008 befristete ganze Rente hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.
2.         Die Gerichtskosten von Fr. 800.- werden dem Beschwerdeführer zu sieben Achteln sowie der Beschwerdegegnerin zu einem Achtel auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden den Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.         Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung von Fr. 200.- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.
4.         Zustellung gegen Empfangsschein an:
- Rechtsanwalt Dr. Marc-Antoine Kämpfen
- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
- Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
- die Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
           Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
           Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).