Zürich Sozialversicherungsgericht

kantone/zh_sozverger/IV.2009.00057.html 

Entscheide



IV.2009.00057

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichter Gräub

Sozialversicherungsrichter Walser

Gerichtssekretärin Grieder-Martens
Urteil vom 25. Mai 2010
in Sachen
X.___
 
Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. André Largier
Weinbergstrasse 43, 8006 Zürich

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin


Sachverhalt:
1.       X.___, geboren 1952, arbeitete seit 1980 als Betriebsmitarbeiter bei der Y.___ AG in Zürich (Urk. 7/2 Ziff. 1.1-1.3 und Ziff. 6.3.1). Am 11. November 2002 erlitt er einen Autounfall und meldete sich am 24. März 2004 wegen eines Halswirbelsäule-Distorsionstraumas, einer zervikalen Diskushernie sowie eines Status nach zervikospondylogenem Schmerzsyndrom mit radikulärer Schmerzausbreitung bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Rente) an (Urk. 7/2 Ziff. 7.2-7.3 und Ziff. 7.8, Urk. 7/3).
          Mit Verfügung vom 6. April 2004 stellte die SUVA die Versicherungsleistungen mangels Vorliegens eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Beschwerdebild und dem Unfall vom 11. November 2002 ein, was mit Einspracheentscheid vom 6. Juli 2005 (Urk. 7/23/3-20) sowie Urteil des hiesigen Gerichts vom 22. August 2006 im Verfahren UV.2005.00327 (Urk. 7/73/99-123) und schliesslich mit Urteil des Bundesgerichts vom 6. Dezember 2007 (Urk. 7/73/27-34) bestätigt wurde.
          Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte medizinische Berichte (Urk. 7/12, Urk. 7/15-17, Urk. 7/25), einen Arbeitgeberbericht (Urk. 7/10-11) und Auszüge aus dem individuellen Konto (IK-Auszug; Urk. 7/7, Urk. 7/50) ein, zog die Akten der SUVA Regensdorf bei (Urk. 7/8/1-154) und veranlasste ein Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) Z.___ (Urk. 7/55-58).
          Mit Vorbescheid vom 27. Dezember 2007 stellte die IV-Stelle die Zusprache einer ganzen Rente ab 1. November 2003, einer Dreiviertelsrente ab 1. März 2004 und einer Viertelsrente ab 1. August 2007 in Aussicht (Urk. 7/63). Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 23. Januar 2008 Einwand und beantragte die Zusprache einer ganzen Rente seit 1. November 2003 (Urk. 7/70/1-4, Urk. 7/71). In der Folge holte die IV-Stelle weitere Akten der SUVA (Urk. 7/73/1-263) ein und liess den Beschwerdeführer am 14. Mai 2008 vom Arzt des Regionalärztlichen Dienstes (RAD) psychiatrisch untersuchen (Urk. 7/77, Urk. 7/79).
          Mit Schreiben vom 6. Juni 2008 teilte die A.___ Versicherungen der IV-Stelle mit, dass sie auf allfällige Regressforderungen nicht eintrete und übermittelte ihr Observationsberichte vom 19. und 29. Mai 2008 (Urk. 7/82), wozu die IV-Stelle die Ärzte des RAD am 11. beziehungsweise am 25. August 2008 Stellung nehmen liess (Urk. 7/89 S. 4 ff.). Nach Eingang der Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 16. September 2008 (Urk. 7/88) verfügte die IV-Stelle, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 25 %, am 5. Dezember 2008 die Abweisung des Leistungsbegehrens (Urk. 7/90 = Urk. 2).
         
2.       Gegen die Verfügung vom 5. Dezember 2008 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 21. Januar 2009 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei ihm rückwirkend eine angemessene Rente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 25. Februar 2009 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Diese wurde dem Beschwerdeführer mit Mitteilung vom 24. November 2009 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 8).


Das Gericht zieht in Erwägung:
1.      
1.1     Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 50 Erw. 1.2 mit Hinweisen).
1.2     Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht in BGE 127 V 299 Erw. 5 unter Hinweis auf die Rechtsprechung präzisierend festgehalten hat, versichert Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG zu Erwerbsunfähigkeit führende Gesundheitsschäden, worunter soziokulturelle Umstände nicht zu begreifen sind. Es braucht in jedem Fall zur Annahme einer Invalidität ein medizinisches Substrat, das (fach)ärztlich schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung mit Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von soziokulturellen Belastungssituationen zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 299 Erw. 5a).
1.3     Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 130 V 398 ff. Erw. 5.3 und Erw. 6). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes auch eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, wie chronische körperliche Begleiterkrankungen, ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung, ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"), das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person (BGE 130 V 352 Erw. 2.2.3 in fine). Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, in: Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 77).
1.4     Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 Erw. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 Erw. 4b.cc).
          Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c).
1.5     Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der entscheidrelevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).

2.
2.1     Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung gestützt auf die Beurteilungen der RAD-Ärzte nach Vorlage des Observationsmaterials davon aus, dass der Beschwerdeführer in angestammter Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig, in behinderungsangepasster Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei und ermittelte nach Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 15 % einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 25 % (Urk. 2). Vernehmlassungsweise hielt sie daran fest und fügte an, dass überwiegend wahrscheinlich sei, dass die in Kenntnis des Observationsmaterials beurteilte Arbeitsfähigkeit bereits im Zeitpunkt der Anmeldung zum Rentenbezug vorgelegen habe (Urk. 6).
2.2     Der Beschwerdeführer machte geltend, dass auf das MEDAS-Gutachten abzustellen und eine Abweichung davon vorliegend nicht zulässig sei. Weiter liessen die Observationsunterlagen aus dem Jahre 2008 keine Rückschlüsse auf die vor dieser Zeit liegende Arbeitsfähigkeit zu, insbesondere werde aufgrund der Akten eine Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit von 100 % widerlegt (Urk. 1 S. 7 f. Ziff. 9.1). Auch für die Zeit danach seien die Beurteilungen der RAD-Ärzte nicht geeignet, das MEDAS-Gutachten in Frage zu stellen (Urk. 1 S. 9 f. Ziff. 9.2). Was schliesslich den Beweiswert des Observationsmaterials angehe, so sei dieses angesichts der kurzen, offenkundig zusammengeschnittenen Sequenzen nicht repräsentativ. Auch habe er aus seinem Engagement für den Fussballclub nie ein Geheimnis gemacht und seien keine Diskrepanzen zu den gutachterlichen Feststellungen auszumachen (Urk. 1 S. 10 f. Ziff. 10, Urk. 7/88). Hinsichtlich der Zusprache einer abgestuften Rente und der dafür auf die Rentenrevision anwendbaren Bestimmungen sei für das Jahr 2004 von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen, welcher eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in angepasster Tätigkeit erlaubt habe, während eine weitere Verbesserung ab Juli 2007 bestritten werde; vielmehr liege eine Verschlechterung vor (Urk. 7/70/1). Die von den MEDAS Gutachtern aus psychiatrischer Sicht festgestellte Arbeitsunfähigkeit von 25 % sei zur aus rheumatologischer Sicht ermittelten Arbeitsunfähigkeit zu addieren, sodass sich gesamthaft eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 % ergebe (Urk. 7/70/3-4). Schliesslich sei beim Einkommensvergleich ein Leidensabzug von 25 % angebracht (Urk. 1 S. 13 Ziff. 12).
2.3     Strittig und zu prüfen ist somit der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente, wobei insbesondere die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in behinderungsangepasster Tätigkeit gestützt auf die vorhandenen Arztberichte massgebend ist. Bei der Würdigung der Arztberichte im Vordergrund stehen einerseits das MEDAS-Gutachten vom 5. Oktober 2007 (Urk. 7/55-58, vgl. nachstehend Erw. 3.1) und der Bericht des RAD-Psychiaters B.___ vom 14. Mai 2008 (Urk. 7/77, vgl. nachstehend Erw. 3.2), auf welche die Beschwerdegegnerin bei Erlass des Vorbescheids abstellte, und andererseits die nach Vorlage der Observationsberichte erstellten Berichte der RAD-Ärzte B.___ und Dr. C.___ vom 11. und 25. August 2008 (Urk. 7/89 S. 4 ff., vgl. nachstehend Erw. 3.3-3.4), gestützt auf welche die Beschwerdegegnerin in der Folge einen Leistungsanspruch abwies.

3.
3.1
3.1.1   Am 22. und 23. Mai 2007 wurde der Beschwerdeführer rheumatologisch, neurologisch und psychiatrisch untersucht. Gestützt auf die Konsilien von Dr. med. D.___, FMH Rheumatologie, vom 16. Juli 2007 (Urk. 7/55), von Dr. med. E.___, FMH Neurologie, vom 25. Mai 2007 (Urk. 7/56) und von Dr. med. F.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 30. Mai 2007 (Urk. 7/57), erstatteten die Ärzte der MEDAS Z.___ am 5. Oktober 2007 nach der Schlussbesprechung vom 13. Juli 2007 ihr Gutachten (Urk. 7/58) und nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/58 S. 22):
          chronisches zervikospondylogenes Syndrom links mit residueller radikulärer Symptomatik bei
- Status nach Halswirbelsäule-Distorsionstrauma infolge Heckauffahrunfall am 11. November 2002
- Status nach Diskektomie C5/6 und C6/7, Spondyloseentfernung zur Dekompression der Nervenwurzel C6 und C7 links sowie Spondylodese C5/6 und C6/7 mit autologem Knochenspan am 14. Oktober 2003 wegen
- zervikoradikulärem Syndrom C7 links mit Segmentdegenerationen C3-C7, mit Diskushernie C5/6 medial rechts und mit Diskushernie C6/7 beidseits mit osteodiskärer Foraminalstenose C5/6 und C6/7 rechts
- differentialdiagnostisch: residuelles sensibles Ausfallsyndrom C6 und C7 links möglich
- leichter Segmentkyphosierung C5-C7 und leichter linkskonvexer Skoliose zervikal
- leichter Segmentdegeneration C7/Th1
- Status nach Facettengelenksinfiltration C4/5 und C7/Th1 beidseits April 2004
- Status nach Commotio cerebri und Kontusion des rechten Ellbogens 1998
- sekundäre Dysthymia
- sekundäre anhaltende somatoforme Schmerzstörung
          chronisches lumbovertebragenes Syndrom bei
- Fehlhaltung mit Haltungsinsuffizienz, verkürzter Lendenlordose, muskulärer Dysbalance und Adipositas (BMI 30.2)
- progredienter Osteochondrose
3.1.2   Der Rheumatologe Dr. D.___ hielt fest, dass durch die im Oktober 2003 durchgeführte Diskektomie, Entfernung der Spondylose und Spondylodese eine Besserung der Schmerzirradiation in den linken Arm habe erreicht werden können, nicht jedoch eine Beeinflussung der weiterhin chronisch therapierefraktären Nackenschmerzen. Einzig auf eine Fazettengelenksinfiltration im April 2004 sei vorübergehend eine leichte Schmerzlinderung mit aktenvermerkter Verbesserung der Halswirbelsäulenbeweglichkeit aufgetreten (Urk. 7/55 S. 8).
          Die aktuelle rheumatologische Abklärung weise auf ein chronifiziertes, therapierefraktäres zervikospondylogenes Schmerzsyndrom links mit residueller radikulärer Symptomatik hin (leichte Trizepsschwäche links, symmetrischer Reflexstatus und nicht dermatombezogene Sensibilitätsstörungen linker Arm und linke Hand ulnar). Aufgrund von Schmerzen und degenerativer Veränderungen weise der Beschwerdeführer eine deutliche Einschränkung der Halswirbelsäulenbeweglichkeit in allen Richtungen auf sowie reaktiv einen ausgeprägten myofaszialen Reizzustand im Bereich der Nacken- und Schulterweichteile. Zudem festzuhalten sei eine Kettentendinose in den linken Arm und statisch eine deutliche Haltungsinsuffizienz mit nur teilweise korrigierbarer, tief nach lumbal gezogener thorakaler Hyperkyphose, Kopfpropulsion und Schulterprotraktion und reaktiver muskulärer Dysbalance. Auf Niveau Lendenwirbelsäule präsentiere der Beschwerdeführer ein chronisches lumbovertebragenes Schmerzsyndrom mit schmerzbedingt nur leichtgradiger Funktionseinschränkung ohne Hinweise für eine radikuläre Reiz- oder Ausfallsymptomatik und ohne Anhalt für eine Segmentinstabilität. Bildgebend seien weder auf Höhe Hals- noch Lendenwirbelsäule direkte oder indirekte Hinweise für eine osteo-disko-ligamentäre Läsion zu erkennen. Zusätzlich falle beim Beschwerdeführer ein deutliches und übertrieben anmutendes Schmerzverhalten auf. Das Ausmass der angegebenen, durch nichts zu beeinflussenden und als völlig invalidisierend erlebten Beschwerden könne mit objektivierbaren Befunden nicht in Einklang gebracht werden, und es bestehe diesbezüglich eine Diskrepanz (Urk. 7/55 S. 9).
          Aufgrund der Befunde an der operierten Halswirbelsäule bestünden Einschränkungen für schwere körperliche Arbeiten mit Heben von Lasten über 10 kg körperfern und 20 kg körpernah, eine funktionelle Einschränkung bezüglich Arbeitshaltungen mit reklinierter Halswirbelsäule über Kopf oder für lang anhaltende Zwangshaltungen in Inklination sowie für gehäuft vorgeneigte oder abgedrehte Arbeitshaltungen mit dem Oberkörper. Aufgrund der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigungen am Bewegungsapparat erachte er den Beschwerdeführer bezüglich der zuletzt ausgeübten Tätigkeit daher als vollumfänglich arbeitsunfähig (Urk. 7/55 S. 10 Ziff. 6.1).
          Bezüglich positivem Fähigkeitsprofil sei die versicherte Person imstande, jegliche körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit unter den erwähnten Einschränkungen durchzuführen und zwar in einem Einsatzmuster entsprechend einer Ganztagsarbeit mit verminderter Belastung und vermehrten Pausen. Bezüglich letzteren schätze er, dass solche manchmal notwendig seien, total ein bis drei Stunden täglich pro acht Stunden-Arbeitstag. Für eine der Behinderung angepasste Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit aufgrund der objektivierbaren Befunde auf 70 % zu schätzen (Urk. 7/55 S. 10 Ziff. 6.2).
          Der Beschwerdeführer sei gemäss Akten ab dem Unfalldatum vom 11. November 2002 zu 100 % arbeitsunfähig sowie für eine körperlich leichte, adaptierte Arbeit ab dem 26. Februar 2004 zu 50 % arbeitsfähig und ab dem Datum des rheumatologischen Konsiliums vom 23. Mai 2007 zu 70 % arbeitsfähig (Urk. 7/55 S. 10 f. Ziff. 6.3).
3.1.3   Die Neurologin Dr. E.___ führte aus, dass möglicherweise ein sensibles Ausfallsyndrom C6/7 bei Status nach Diskushernienoperation bestehe; eine sichere Abgrenzung von der diffusen, etwas Dermatom C6/7-betonten Sensibilitätsstörung des gesamten linken Armes sei nicht möglich. Weiter leide der Beschwerdeführer an einem zervikozephalen Syndrom mit vegetativen Begleitsymptomen und intermittierendem Schwindel, wahrscheinlich im Rahmen des zervikovertebralen Syndromes zu interpretieren. Die objektivierbaren neurologischen Störungen träten gegenüber den rheumatologischen Auffälligkeiten in den Hintergrund und wirkten sich nicht limitierend auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit aus (Urk. 7/56, Urk. 7/58 S. 21).
3.1.4   Im Rahmen der psychiatrischen Beurteilung legte Dr. F.___ dar, dass die aktuellen Werte in den Depressionsskalen unter dem Schwellenwert für eine Depression lägen. Klinisch gebe es jedoch Hinweise auf eine Depression, sodass die Diagnose einer subsyndromalen Depression gestellt werden könne. Aufgrund der durch die chronischen zermürbenden Schmerzen anhaltende Verstimmung passe jedoch die Diagnose einer Dysthymie besser. Hinweise auf eine posttraumatische Belastungsstörung oder eine Angstsymptomatik bestünden nicht. Differentialdiagnostisch sei eine Schmerzverarbeitungsstörung im Sinne einer Schmerzausweitung zu erwägen; jedoch sei angesichts der eindeutigen Belastungen und eines gewissen Leidensdruckes eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung wesentlich wahrscheinlicher als eine nicht krankheitswertige Symptomausweitung (Urk. 7/57 S. 2 f. Ziff. 5). Was die somatoforme Schmerzstörung angehe, so seien die Behandlungsoptionen noch nicht ausgeschöpft, so dass nicht von einem verfestigten, therapeutisch nicht mehr angehbaren, innerseelischen Verlauf zu sprechen sei (Urk. 7/57 S. 4 Ziff. 6.1).
          Eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung sei dringend indiziert; auch sei ein Wechsel bei der antidepressiven Therapie zu erwägen, auf welche der Beschwerdeführer bis anhin nur ungenügend angesprochen habe (Urk. 7/57 S. 4 f. Ziff. 7).
          Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit hielt Dr. F.___ fest, dass die Dysthymie die Leistungsfähigkeit nur etwa 20 % einschränke. Aufgrund der Depression und der Schmerzen seien sein Antrieb, seine Ausdauer, seine Konzentrationsfähigkeit und sein Selbstvertrauen beeinträchtigt. Er schlafe schlecht, was seine Regeneration erschwere und zu vermehrter Müdigkeit tagsüber führe. Eine Präsenzzeit von 90 bis 100 % mit vermehrten, kurzen Pausen wäre möglich. Aber seine Leistungen wären im Ausmass von etwa 25 % eingeschränkt. Zusammengefasst sei aus psychiatrischer Sicht von einer Arbeitsunfähigkeit von etwa 25 % auszugehen für die bisherige oder eine an die Schmerzen angepasste Tätigkeit. Aufgrund der Akten sei davon auszugehen, dass die Dysthymie etwa 2004 ein die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigendes Ausmass erreicht habe (Urk. 7/57 S. 3 f. Ziff. 6.1-3).
3.1.5   In ihrer zusammenfassenden Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hielten die Ärzte der MEDAS fest, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten, körperlich schweren Arbeit als Mitarbeiter in der Batteriefabrik nicht mehr arbeitsfähig sei, wobei sich vor allem die rheumatologischen Befunde limitierend auswirkten. Diese Arbeitsunfähigkeit habe gemäss Akten und erhobenen Befunden vom 11. November bis 8. Dezember 2002 100 %, danach bis zum 12. Juni 2003 50 % und danach anhaltend 100 % betragen. Eine körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeit, ohne Arbeitshaltungen mit reklinierter Halswirbelsäule und ohne Zwangshaltungen in Halswirbelsäule-Inklination beziehungsweise mit gehäuft vorgeneigtem oder abgedrehtem Oberkörper, sei dem Beschwerdeführer zu 70 % zumutbar, auch diesbezüglich erwiesen sich vor allem die rheumatologischen, weniger auch die psychischen Störungen als limitierender Faktor. Diesbezüglich sei aufgrund der Akten ab 26. Februar 2004 von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % und ab 13. Juli 2007 - dem Datum der Schlussbesprechung - von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % auszugehen (Urk. 7/58 S. 22 f. Ziff. 5.1.-2 und Ziff. 5.4).
3.2     Am 14. Mai 2008 untersuchte Prof. Dr. B.___, Facharzt für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychoanalyse, RAD, den Beschwerdeführer und diagnostizierte eine Anpassungsstörung mit depressiven und psychosomatischen Reaktionen bei vorwiegender Beeinträchtigung angemessener Schmerzverarbeitung und geregelter Bewegungsabläufe (ICD-10 : F43.2 und F44.8) sowie Probleme in Verbindung mit der sozialen Umgebung und Anpassungsprobleme bei Veränderungen der Lebensumstände (ICD.10 : Z60.0).
          Anlässlich dieser Untersuchung, zu welcher der Beschwerdeführer in Begleitung seiner Frau erschien, führte der Beschwerdeführer zum Tagesablauf, welchen er am 27. Juni 2008 nochmals unterschriftlich bestätigte (Urk. 7/79), aus, dass er sich ausserstande fühle, ohne seine Frau ausser Haus zu gehen, kein Schweizerdeutsch könne und seit dem Unfall von 2002 kaum mehr soziale Kontakte habe. Seine Frau gab an, dass ihr Mann zu Hause kaum aufstehe, meistens schlecht schlafe und laufend über Schmerzen klage; er liege zu Hause praktisch nur auf dem Sofa und müsse immer wieder aus dem Dämmerschlaf geweckt werden (Urk. 7/77 S. 1 f. Ziff. 2-3). Der Beschwerdeführer erklärte weiter, dass im Vordergrund der aktuellen Beschwerden die Schmerzen am ganzen Körper, sowohl im Liegen als auch beim Gehen und bei jeder anderen Bewegung stünden, und dass auch die Medikamente keine Linderung brächten; zudem schlafe er schlecht (Urk. 7/77 S. 2 Ziff. 4).
          In seiner Beurteilung hielt B.___ fest, dass der Beschwerdeführer in seinem gesamten Verhalten und Erleben auf das Unfallereignis vom November 2002 fixiert sei. Zurzeit finde keine adäquate störungsspezifische psychiatrische Betreuung statt, da der Beschwerdeführer eine solche offenbar abgelehnt habe. Aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe beim Krankheitsbild ein ausgeprägter verhaltensbestimmender Migrationshintergrund. Insbesondere das Verhalten gegenüber den Ärzten, die Rückzugstendenz und die mangelnde Bereitschaft, sich mit Schmerzbewältigungsstrategien auseinander zu setzen, zeigten die Verhaltenstendenz, sich persönlich und in sozialer Hinsicht in die Rolle des arbeitsunfähigen Kranken zu begeben. Versicherungsmedizinisch bestehe aufgrund der Verhaltensauffälligkeiten und der therapeutischen Verweigerungshaltung zurzeit keine verwertbare Arbeitsfähigkeit. Vor dem Hintergrund des primären und sekundären Krankheitsgewinns sei hier die kulturellbedingte psychosoziale Komponente als Ursache für die Entstehung des psychischen Krankheitsbildes zu berücksichtigen. Medizintheoretisch sei dennoch eine Restarbeitsfähigkeit von etwa vier Stunden pro Tag zu postulieren, die allerdings erst dann praktisch auszuschöpfen sein werde, wenn eine störungsspezifische therapeutische Intervention stabilisierende Erfolge zeige (Urk. 7/77 S. 4 Ziff. 14).
3.3     In seiner Stellungnahme vom 11. August 2008 führte B.___ nach Sichtung und Beurteilung der Observationsunterlagen aus, dass das darin beobachtete Verhalten im Gegensatz zum beschriebenen und zum vom Beschwerdeführer und seiner Ehefrau selbst geschilderten Beschwerdebild stehe, wobei vor allem die depressiv getönten und schmerzorientierten Verhaltensauffälligkeiten des Beschwerdeführers hervorzuheben seien. An Widersprüchen seien zu nennen, dass der Beschwerdeführer angegeben habe, ohne seine Frau nicht ausser Haus gehen zu können, dass er sich in der Untersuchung nicht in der Lage gezeigt habe, in Folge seiner erlebten Schmerzen und der gedrückten Stimmung Auskünfte über seine Lebenssituation und seinen inneren Zustand zu geben, und dass er laut eigenen Angaben kein Schweizerdeutsch spreche. Daher stelle sich die Frage nach der willentlich und bewusst gesteuerten Irreführung des Psychiaters während der Untersuchungssituation im Hinblick auf das tatsächlich vorhandene Potential zur angemessenen Schmerzverarbeitung und der Fähigkeit des Beschwerdeführers, ohne Hilfe seiner Ehefrau auf Fragen zu antworten und die eigene Lebensgeschichte vorzutragen. Dieses Verschweigungsszenario sei eingebettet in den spezifischen milieu- und immigrationsbedingten familiären Konflikthintergrund. Diese pathologische Familiensituation sei im Untersuchungsbericht beschrieben worden und darüber hinaus in die Diagnosestellung eingegangen. Aus psychiatrischer Sicht sei heute davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer in angepasster Tätigkeit eine in vollem zeitlichen Pensum auszufüllende Arbeitsleistung abverlangt und auch zugemutet werden könne (Urk. 7/89 S. 4 f.)
3.4     Am 25. August 2008 nahm Dr. med. C.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, RAD, unter Bezugnahme auf das rheumatologische Konsilium von Dr. D.___ vom 16. Juli 2007 sowie auf den Observationsbericht wie folgt Stellung: Aufgrund der gemäss Akten gestellten Diagnosen lägen pathomorphologische Veränderungen der Wirbelsäule vor, welche schwere körperliche Arbeiten wie die zuletzt ausgeübte nicht mehr erlaubten; dafür sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig. Jedoch sei unter adaptierten Arbeitsbedingungen eine Arbeitsfähigkeit von 100 % anzunehmen. Ein schmerzpausebedingter Zeit- respektive Leistungsabzug, wie noch vor der Observation im obgenannten Gutachten von ein bis drei Stunden vorgeschlagen, erscheine in Anbetracht des vom Versicherten während der Observation gezeigten Leistungsfähigkeit nun nicht mehr gerechtfertigt. Im Belastungs- und Ressourcenprofil würden wechselbelastende Tätigkeiten empfohlen sowie die Vermeidung von Lastenbewegungen körperfern über 10 kg, körpernah über 20 kg, und von gehäuften Rumpfzwangsstellungen insbesondere in nach vorn gebeugtem Oberkörper sowie Überkopfarbeiten in hyperreklinierter Halswirbelsäule (Urk. 7/89 S. 6).

4.
4.1     Laut einzelnen Tageseinsatzrapporten des Überwachungsberichts der H.___ vom 19. Mai 2008 aus dem Zeitraum vom 22. April bis zum 18. Mai 2008 („Aktion X.___ Phase 1“, Urk. 7/82/1-9) wurden insbesondere folgende Aktivitäten des Beschwerdeführers beobachtet:
          Am 8. Mai 2008 fuhr der Beschwerdeführer mit einem Personenwagen BMW zu einer Wohnliegenschaft in G.___ und parkierte dort, worauf er nach 40 Minuten in Begleitung von zwei Frauen zurückkam, einstieg und zu sich an den Wohnort fuhr. Dabei öffnete und schloss er die Fahrzeugtür mit der linken Hand, stieg dynamisch ein und aus und behändigte den Sicherheitsgurt problemlos mit der rechten Hand. Lenk- und Blickdynamik waren dynamisch und ohne ersichtliche Einschränkungen, und auch das Parkmanöver war gewandt und ohne ersichtliche Einschränkung der Blicktechnik (Urk. 7/82/7).
          Am 18. Mai 2008 fuhr der Beschwerdeführer um 8.45 Uhr zum nahegelegenen Fussballplatz, begrüsste die Mannschaft und war besorgt um die Getränkeflaschen, das Verbandsmaterial und den Wassereimer. Dabei bückte er sich einige Male nach vorne zu Boden, in die Hocke und drehte den Kopf voll nach links und rechts auf. Den vollen Wassereimer von acht bis zehn Liter hielt er ohne ersichtliche Probleme einhändig links. Darauf verschob er sich zu Fuss, in der linken Hand den Wassereimer und in der rechten Hand eine Sporttasche tragend, zum Hauptfeld. Vor Ort verteilte er diverse Behältnisse nahe der Auswechselbank. Bei den Vorbereitungsarbeiten ging er erneut diverse Male und dynamisch in die Hocke zu Boden. Beim Aufstehen und Kopfausdrehen waren keinerlei Anzeichen von Schwindel oder Schmerzen erkennbar. Während dem 90 Minuten langen Fussballspiel sowie der Pause stand er mehrheitlich in der Wechselzone, klatschte in die Hände, blickte unzählige Male nach rechts und links und drehte dabei den Kopf voll aus. Zwischendurch pflegte er einen Spieler, indem er zu Boden in die Hocke ging. Die Getränkeflaschen hob er dynamisch auf. Nach dem Spiel - um 11.55 Uhr - sammelte er die am Boden liegenden Flaschen auf, und verschob sich danach, etliche Utensilien tragend, zurück zur Umziehkabine (Urk. 7/82/9).
4.2     Laut Überwachungsbericht vom 29. Mai 2008 über den Zeitraum vom 22. bis zum 25. Mai 2008 („Aktion X.___ Phase 2“) wurden unter anderem folgende Aktivitäten beobachtet (Urk. 7/82/10-17):
          Am 23. Mai 2008 stiess der Beschwerdeführer einen Einkaufswagen und lud das Einkaufsgut in den Kofferraum um. Er öffnete die Heckklappe mit der linken Hand und hob den Arm dynamisch über Kopfhöhe. Die Tragtaschen hob er rechtshändig und unterstützt mit der linken Hand aus dem Einkaufswagen in den Kofferraum. Die Fahrertür öffnete er mit der linken Hand, drehte den Kopf dabei über die rechte Schulter nach hinten aus, die Blickdynamik links und rechts war voll ausgedreht und die Fahrzeugbedienung gewandt. Beim Ausladen am Wohnort waren keine Einschränkungen oder Anzeichen von Schmerzen ersichtlich (Urk. 7/82/15-16).
          Am 25. Mai 2008 begab er sich zur Betreuung der Fussballmannschaft anlässlich eines Meisterschaftsspiels, wobei er die Fahrzeugtüren wiederum mit der linken Hand öffnete und schloss und rechtshändig eine Sporttasche trug. Während der 2.5 Stunden sprang er mit Bällen über den Platz, spielte kurz locker Fussball, bückte sich mehrmals nach Wasserbidons zu Boden, pflegte in der Hocke verharrend die verletzten Spieler, sass oder stand während dem Spiel und gestikulierte dabei oft mit den Händen, blickte locker nach rechts und links dem Spielverlauf nach. Den vollen Wassereimer trug er rechts- und linkshändig. Einschränkungen aufgrund seiner Beschwerden waren nicht ersichtlich (Urk. 7/82/16-17).

5.      
5.1     Gemäss Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG) stellen Video- oder wie hier DVD-Aufnahmen grundsätzlich zulässige und verwertbare Beweismittel dar (BGE 132 V 242 Erw. 2.5.1 unter Hinweis auf BGE 129 V 323). Art. 43 Abs. 1 ATSG schreibt den Versicherern die Pflicht zur Sachverhaltsabklärung vor, ohne dabei eine Beschränkung der Beweismittel vorzusehen. Sodann sind die IV-Stellen nach Art. 66 IVG in Verbindung mit Art. 49a des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) befugt, die Personendaten, einschliesslich besonders schützenswerter Daten und Persönlichkeitsprofile, zu bearbeiten oder bearbeiten zu lassen, die sie benötigen, um Leistungsansprüche zu beurteilen.
          Diese Normen bilden eine ausreichende Grundlage für den mit der Beobachtung sogar durch einen Privatdetektiv verbundenen Eingriff in die Privatsphäre des Versicherten und gelten gestützt auf Art. 61 lit. c ATSG auch für das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht (Ueli Kieser, Kommentar zum ATSG, 2. A., Rz 60 zu Art. 61 ATSG).
          In BGE 129 V 325 erwog das EVG zudem, der Grundrechtsschutz betreffend die Privatsphäre (Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung) gelte nicht absolut. Das öffentliche Interesse an der Einschränkung des Schutzes der Privatsphäre liege darin, dass die Versicherung keine nicht geschuldeten Leistungen erbringe, um die Gemeinschaft der Versicherten nicht zu schädigen. Die Überwachung betrachtete das EVG als verhältnismässig und die Verwertung der durch die Überwachung erbrachten Beweise zur Erreichung des angestrebten Zieles (keine Leistungszusprechung an Unberechtigte und entsprechender Schutz der Versichertengemeinschaft) als geeignet und auch erforderlich, da nur diese Beweismittel - bei offensichtlich bestehenden Anhaltspunkten einer effektiv bestehenden Arbeitsfähigkeit - eine unmittelbare Wahrnehmung wiedergeben könnten (BGE 129 V 325).
5.2     Aufgabe der RAD ist nach Art. 59 Abs. 2bis IVG die Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Insbesondere setzen sie die massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit des Versicherten, eine zumutbare Erwerbstätigkeit auszuüben, fest. Gestützt auf Art. 49 IVV können sie die geeigneten Prüfmethoden im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Absatz 1) und bei Bedarf eigene Untersuchungen durchführen (Absatz 2). Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Ärzte des RAD beim Festlegen der zumutbaren Arbeitsfähigkeit nach freiem Gutdünken und losgelöst von den üblichen Qualitätsstandards verfahren könnten. Liegen ihnen divergierende ärztliche Beurteilungen vor, so können sie mit entsprechend einleuchtender Begründung die eine Beurteilung der anderen vorziehen und gestützt darauf die Arbeitsfähigkeit festlegen. Analoges gilt, wenn sie (ausreichende) eigene Untersuchungen vorgenommen haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts in Sachen L. vom 6. Juli 2009, 9C_204/2009, Erw. 3.3.2).
          Nicht angängig ist jedoch in aller Regel, dass nach in Auftrag gegebenem und erstattetem polydisziplinärem Medas-Gutachten die darin enthaltenen Schlussfolgerungen ohne weitere Abklärungen nicht oder nur teilweise übernommen, sondern durch eigene und abweichende Bewertungen ersetzt werden. Wenn - wie vorliegend - eine gutachterliche Schlussfolgerung den Ärzten des RAD nicht hinreichend begründet erscheint, sind sie gehalten, mit den Gutachtern Rücksprache zu nehmen und die - allenfalls nur vermeintliche - Unklarheit auszuräumen, oder aber eine andere Beurteilung gestützt auf eigene oder abermals in Auftrag gegebene fachärztliche Untersuchungen abzugeben.

6.      
6.1     Nach Einsicht in das Überwachungsmaterial (Urk. 7/82, vorstehend Erw. 4) bestehen erhebliche Zweifel an der aus rheumatologischer Sicht im MEDAS-Gutachten von Dr. D.___ attestierten Arbeitsunfähigkeit:
          Dr. D.___ gelangte zur Einschätzung, dass der Beschwerdeführer aufgrund der objektiv feststellbaren Gesundheitseinschränkungen bezüglich der zuletzt ausgeübten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsunfähig sei, während die Arbeitsfähigkeit in einer der Behinderung angepassten Tätigkeit aufgrund der objektivierbaren Befunde auf 70 % zu schätzen sei. Zumutbar sei eine Ganztagsarbeit mit verminderter Belastung und vermehrten Pausen, wobei solche total ein bis drei Stunden täglich pro acht Stunden-Arbeitstag erforderlich seien. Zum Zumutbarkeitsprofil hielt er fest, Einschränkungen bestünden für schwere körperliche Arbeiten mit Heben von Lasten über 10 kg körperfern und 20 kg körpernah, eine funktionelle Einschränkung bezüglich Arbeitshaltungen mit reklinierter Halswirbelsäule über Kopf oder für lang anhaltende Zwangshaltungen in Inklination sowie für gehäuft vorgeneigte oder abgedrehte Arbeitshaltungen mit dem Oberkörper. Jegliche körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit unter den erwähnten Einschränkungen sei dem Beschwerdeführer zumutbar (Urk. 7/55 S. 10 Ziff. 6.1-2, vgl. vorstehend Erw. 3.1.2). Zusätzlich merkte er an, dass beim Beschwerdeführer ein deutliches und übertrieben anmutendes Schmerzverhalten auffalle, und dass bezüglich des Ausmasses der angegebenen Beschwerden eine Diskrepanz zu den objektivierbaren Befunden bestehe (Urk. 7/55 S. 9, vgl. vorstehend Erw. 3.1.2).
          Verschiedene, im Rahmen der Überwachung beobachtete Tätigkeiten des Beschwerdeführers - beispielsweise das Tragen von Gewichten wie Wassereimer und Sporttasche, Bewegungen der linken Hand, Kopfbewegungen, Bücken, Indie-Hocke-Gehen, längeres Stehen oder Sitzen am Fussballfeld, Springen und Hüpfen - werfen jedoch die Frage auf, ob sie sich mit dem von Dr. D.___ formulierten Zumutbarkeitsprofil in Einklang bringen lassen und ob die attestierte Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit, insbesondere die als notwendig erachteten Pausen, beziehungsweise die verminderte Leistungsfähigkeit, zutreffen.
          Allerdings kann jedoch aufgrund der Filmaufnahmen allein auch nicht ohne weiteres auf eine volle Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit geschlossen werden. So ist zunächst unklar, inwieweit die beobachteten Bewegungen im Widerspruch zum formulierten Zumutbarkeitsprofil stehen. Für die Beurteilung der Frage, ob die erhobenen Befunde, das in der Folge formulierte Zumutbarkeitsprofil und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vereinbar mit den beobachteten Tätigkeiten sind, ist jedoch eine ärztliche Beurteilung und ein Untersuch erforderlich.
          Zwar wurde das Observationsmaterial dem Orthopäden des RAD, Dr. C.___, vorgelegt, welcher eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in behinderungsangepasster Tätigkeit annahm (Urk. 7/89 S. 6, vgl. vorstehend Erw. 3.4). Mangels Vornahme einer eigenen Untersuchung des Beschwerdeführers genügt dessen Bericht den vorstehend genannten Anforderungen (vgl. Erw. 5.2) jedoch nicht. Zudem begründete Dr. C.___ nicht schlüssig, weshalb angesichts der beobachteten Tätigkeiten die im MEDAS-Gutachten noch als notwendig erachteten vermehrten Pausen nun nicht erforderlich sein sollten. Eine nochmalige Beurteilung durch die Ärzte der MEDAS oder eine weitere rheumatologische Untersuchung unter Berücksichtigung des Observationsmaterials erweist sich daher als unumgänglich.
          Im übrigen blieb die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit im MEDAS-Gutachten in zeitlicher Hinsicht lückenhaft. So wurde aufgrund der Akten vom 25. Februar 2004 bis zum Begutachtungszeitpunkt eine Arbeitsfähigkeit von 50 %, danach von 70 % angenommen, während sich der Gutachter zur Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit für den Zeitraum ab dem Unfalldatum vom 11. November 2002 bis zum 25. Februar 2004 nicht äusserte. Auch diese Frage wird im Rahmen einer weiteren Beurteilung beziehungsweise Begutachtung, soweit aufgrund der Akten möglich, zu klären sein. Dabei ist zu beachten, dass sich eine allfällige Beweislosigkeit zu Lasten des Beschwerdeführers auswirkt (BGE 117 V 264 Erw. 3b mit Hinweisen).
          Gestützt auf die vorliegende Beweislage lässt sich nicht abschliessend beurteilen, ob, in welchem Ausmass und bei welchem Zumutbarkeitsprofil der Beschwerdeführer in angepasster Tätigkeit aus rheumatologischer Sicht arbeitsfähig ist, weshalb sich eine neue medizinische Abklärung als unerlässlich erweist. Denn allein der Arzt kann die Frage beantworten, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann, während die DVD-Aufnahmen allein hierüber keinen Aufschluss zulassen und eine RAD-Beurteilung ohne eigene Untersuchung ebenfalls ungenügend ist. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie eine unter Einbezug des Observationsmaterials erfolgende rheumatologische medizinische Begutachtung anordne.
6.2     Was sodann die ärztlichen Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht angeht, so erweisen sich diese als nicht schlüssig. Zwar nahm der Psychiater des RAD, Prof. B.___, eine eigene Untersuchung des Beschwerdeführers vor und beurteilte danach anhand des Observationsmaterials dessen Arbeitsfähigkeit nochmals. Die vorstehend erwähnten Anforderungen an die Vornahme einer vom MEDAS-Gutachten abweichenden Einschätzung durch den RAD (vgl. vorstehend Erw. 5.2) sind daher grundsätzlich erfüllt. Indessen bestehen aus anderen Gründen Zweifel an der aus psychiatrischer Sicht attestierten Arbeitsunfähigkeit von 25 % (Dr. F.___, MEDAS) beziehungsweise von 50 % (ursprüngliche Einschätzung von B.___) beziehungsweise von 0 % (Einschätzung von B.___ nach Sichtung des Observationsmaterials):
          Was zunächst die Einschätzung von Dr. F.___ angeht, wonach aufgrund einer sekundären Dysthymie - einer depressiven Verstimmung, welche nicht die Kriterien einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung erfüllt - und einer sekundären anhaltenden somatoformen Schmerzstörung eine Arbeitsunfähigkeit von etwa 25 % anzunehmen sei (Urk. 7/57 S. 2 ff., vgl. vorstehend Erw. 3.1.4), so gelten praxisgemäss die genannten Diagnosen in aller Regel als überwindbar und daher als keine Arbeitsunfähigkeit auslösend (vgl. vorstehend Erw. 1.1-1.3). So nannte auch Dr. F.___ verschiedene psychosoziale und damit invaliditätsfremde Faktoren - mangelnde Schulbildung, schlechte Deutschkenntnisse - und führte hinsichtlich der somatoformen Schmerzstörung selber aus, dass kein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer Verlauf vorliege. Angesichts der Diagnose einer Dysthymie ist sodann offensichtlich, dass keine ausgeprägte psychische Komorbidität vorliegt, und auch ein ausgeprägter sozialer Rückzug ist zu verneinen, zumal der Beschwerdeführer unbestrittenermassen eine Fussballmannschaft zu betreuen vermag. Anhaltspunkte für weitere Faktoren, welche ausnahmsweise eine somatoforme Schmerzstörung als unüberwindbar erscheinen lassen würden, bestehen nicht (vgl. vorstehend Erw. 1.3). Die von Dr. F.___ in der Folge dennoch attestierte Arbeitsunfähigkeit von 25 % überzeugt damit nicht, zumal im Unklaren bleibt, ob sie aus rein invalidenversicherungsrechtlicher Sicht gerechtfertigt ist beziehungsweise ob darin nicht auch invaliditätsfremde Faktoren berücksichtigt wurden. Allerdings wirkt sie sich in der Gesamtbeurteilung des MEDAS-Gutachtens auch kaum aus, zumal dort von einer vorwiegend rheumatologisch begründeten Arbeitsunfähigkeit ausgegangen wurde (vgl. vorstehend Erw. 3.1.5).
          Was die ursprüngliche Beurteilung des RAD-Psychiaters B.___ angeht, so nannte auch er verschiedene psychosoziale Faktoren, wie ausgeprägter Migrationshintergrund, Verhaltenstendenz, sich in die Rolle des arbeitsunfähigen Kranken zu begeben und eine kulturellbedingte psychosoziale Komponente. Versicherungsmedizinisch ging er von keiner verwertbaren Arbeitsfähigkeit aus, medizintheoretisch jedoch von einer Restarbeitsfähigkeit von vier Stunden pro Tag (Urk. 7/77 S. 4, vgl. vorstehend Erw. 3.2). Weshalb trotz all dieser aufgeführten invaliditätsfremden Faktoren dennoch aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht eine reduzierte Arbeitsfähigkeit vorliegen soll, ist nicht nachvollziehbar, und insgesamt geht aus dieser Beurteilung nicht genügend klar hervor, ob dabei nun sämtliche psychosoziale Faktoren ausgeschlossen worden sind. Auf diese Beurteilung kann daher nicht abgestellt werden.
          In der nach Sichtung des Observationsmaterials abgegebenen Stellungnahme weist B.___ zwar zu Recht auf verschiedene Widersprüche im geschilderten Tagesablauf des Beschwerdeführers zum anlässlich der Observation beobachteten Verhalten hin. Weshalb jedoch der Beschwerdeführer aufgrund des geschilderten Tagesablaufs nur zu vier Stunden täglich und angesichts des vorliegenden Observationsmaterials nunmehr als voll arbeitsfähig anzusehen wäre (Urk. 7/89 S. 4 f., vgl. vorstehend Erw. 3.3), begründete er nicht in nachvollziehbarer Weise.
          Insgesamt erweist sich damit auch die medizinisch-psychiatrische Situation, insbesondere hinsichtlich der Auswirkung der psychiatrischen Beschwerden und der psychosozialen Faktoren auf die Arbeitsfähigkeit, als unzureichend abgeklärt, weshalb die Sache zur weiteren Abklärung dieser Fragen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.
6.3     Zusammenfassend ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie eine rheumatologische und psychiatrische medizinische Begutachtung anordne. Diese wird in Kenntnis der Vorakten, insbesondere auch des Observierungsmaterials zu erfolgen haben, damit die dokumentierten Beobachtungen in die medizinische Würdigung miteinbezogen werden können.
          Die übrigen sich bei den Akten befindenden Arztberichte (Urk. 7/12, Urk. 7/15-17, Urk. 7/21, Urk. 7/25, Urk. 7/70/5-6), einschliesslich der in den beigezogenen SUVA-Akten (Urk. 7/8/1-154, Urk. 7/73/1-263) enthaltenen Arztberichte, vermögen an dieser Würdigung nichts zu ändern.

7.       Insgesamt erweist sich damit die medizinische Situation hinsichtlich der rheumatologischen und psychiatrischen Beschwerden und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als zuwenig abgeklärt, so dass im jetzigen Zeitpunkt nicht über den Rentenanspruch entschieden werden kann. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie diese Fragen in geeigneter Weise weiter abkläre und über den Rentenanspruch neu befinde.
          Die Beschwerde vom 21. Januar 2009 (Urk. 1) ist daher in dem Sinne gutzuheissen, dass der angefochtene Entscheid vom 5. Dezember 2008 (Urk. 2) aufgehoben und die Sache zu ergänzenden Abklärung und neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

8.       Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1bis IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen.
          Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (vgl. Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts vom 10. Februar 2004 i.S. K., U 199/02, Erw. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 57 Erw. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 3), weshalb die Gerichtskosten entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind und der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Vorliegend erscheint eine Prozessentschädigung von Fr. 2’200.-- (inkl. Barauslagen und  Mehrwertsteuer) als angemessen.


Das Gericht erkennt:
1.         Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 5. Dezember 2008 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.
2.         Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.         Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung von Fr. 2’200.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.
4.         Zustellung gegen Empfangsschein an:
- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
- Rechtsanwalt Dr. André Largier
- Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
- die Gerichtskasse (nach Eintritt der Rechtskraft)
5.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
           Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
           Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).