Zürich Sozialversicherungsgericht

kantone/zh_sozverger/IV.2009.00826.html 

Entscheide



IV.2009.00826

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichter Gräub

Sozialversicherungsrichter Meyer

Gerichtssekretärin Epprecht
Urteil vom 25. Januar 2010
in Sachen
X.___
 
Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Laube
Anwaltskanzlei Kieser Senn Partner
Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin


Sachverhalt:
1.
1.1     X.___, geboren 1982, meldete sich am 14. Januar 2003 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (berufliche Massnahmen und Rente) an (Urk. 8/1/6 Ziff. 7.8), da er infolge einer sich am 4. Januar 2002 zugezogenen Kopfschussverletzung (vgl. u.a. Urk. 8/4/1 lit. a) unter ausgedehnten Hirnkontusionen links temporoparietookzipital, einer funktionell ausgeprägten Hemiparese links, mittelschweren bis schweren neuropsychologischen Funktionsstörungen sowie einem Hemineglekt links litt (vgl. u.a. Urk. 8/4/1 lit. A).
In der Folge holte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verschiedene Arztberichte (Urk. 8/4, Urk. 8/5/1-4, Urk. 8/12) ein.
1.2     Mit Verfügung vom 18. November 2003 (Urk. 8/18) wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche Massnahmen ab, da solche aufgrund des Gesundheitszustandes des Versicherten derzeit nicht möglich seien (Urk. 8/18).

2.      
2.1     Mit Verfügung vom 1. April 2004 verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 8/24 = Urk. 8/29/1-2 = Urk. 8/36), weil der Beschwerdeführer trotz vorhandener gesundheitlicher Beeinträchtigungen an seinem bereits vor dem Unfallereignis definierten Berufsziel der Berufsmatura mit anschliessendem Abschluss als Betriebsökonom HWV festhalte und aus dem eingeschlagenen Weg keine Erwerbseinbusse resultiere (Urk. 8/24/1).
Die vom Versicherten dagegen erhobene Einsprache vom 26. April und 17. Mai 2004 (Urk. 8/28, Urk. 8/35) hiess die IV-Stelle mit Einspracheentscheid vom 21. Dezember 2004 gut (Urk. 8/46). In der Folge führte sie weitere Abklärungen durch und veranlasste ein neurologisches Gutachten beim Universitätsspital E.___, Neurologische Klinik und Poliklinik, welches am 15. März 2005 erstattet wurde (Urk. 8/51).
2.2     Mit Verfügung vom 12. Januar 2006 sprach die IV-Stelle dem Versicherten berufliche Massnahmen zu und erteilte ab Juli 2003 bis zirka 31. März 2008 Kostengutsprache für eine erstmalige berufliche Ausbildung (Urk. 8/62) bis zum Abschluss als Betriebsökonom (dipl. oek.; vgl. Urk. 8/80).
Nachdem der Versicherte die entsprechende Ausbildung absolviert hatte (vgl. Urk. 8/69/1), erweiterte die IV-Stelle die Kostengutsprache mit Verfügung vom 12. Oktober 2007 und übernahm zusätzlich die Mehrkosten für den abschliessenden Teil der erstmaligen beruflichen Ausbildung bis zum Bachelor of Science in Business Administration (Urk. 8/87/1).
2.3     Nach seinem Abschluss als Bachelor of Science in Business Administration entschied sich der Versicherte, die Ausbildung bis zum Master weiterzuführen (vgl. u.a. Urk. 8/95/1). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 8/97-108) wies die IV-Stelle den Anspruch auf berufliche Massnahmen im Sinne einer Weiterausbildung mit Verfügung vom 28. Juli 2009 (Urk. 8/109 = Urk. 2) ab.

3.       Gegen die Verfügung vom 28. Juli 2009 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 8. September 2009 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die Mehrkosten für die erstmalige berufliche Ausbildung zum Master of Science in Business Administration seien ab 1. April 2009 durch die Invalidenversicherung zu übernehmen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 2), und es sei ihm ab 1. April 2009 weiterhin ein Taggeld auszurichten (Urk. 1 S. 2 Ziff. 3). Mit Beschwerdeantwort vom 30. September 2009 (Urk. 7), welche dem Versicherten am 22. Oktober 2009 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (Urk. 9), beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Am 28. Oktober 2009 reichte der Versicherte eine Replik ein (Urk. 10), worauf die IV-Stelle mit Eingabe vom 5. November 2009 (Urk. 13), welche dem Versicherten am 6. November 2009 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (Urk. 14), auf das Einreichen einer ausführlichen Duplik verzichtete.


Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1         Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.         diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.         die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (Abs. 1).
         Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1bis). Nach Massgabe der Artikel 13 und 21 besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Artikel 16 Absatz 2 Buchstabe c besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2bis).
         Die Eingliederungsmassnahmen bestehen in:
         a.         medizinischen Massnahmen;
abis.        Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung;
b.        Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe);
         d.         der Abgabe von Hilfsmitteln (Abs. 3);
1.2     Nach Art. 16 Abs. 1 IVG haben Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen, Anspruch auf Ersatz dieser Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten der versicherten Person entspricht. Als erstmalige berufliche Ausbildung gilt gemäss Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) jede Berufslehre oder Anlehre sowie, nach Abschluss der Volks- oder Sonderschule, der Besuch einer Mittel-, Fach- oder Hochschule und die berufliche Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf die Tätigkeit in einer geschützten Werkstätte.
1.3     Die Eingliederungsmassnahme der erstmaligen beruflichen Ausbildung (Art. 16 Abs. 1 IVG) unterliegt den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen des Art. 8 Abs. 1 IVG. Sie hat somit neben den dort ausdrücklich genannten Erfordernissen der Geeignetheit und Notwendigkeit auch demjenigen der Angemessenheit (Verhältnismässigkeit im engeren Sinne) als drittem Teilgehalt des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes zu genügen. Die versicherte Person hat in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist. Ferner muss der voraussichtliche Erfolg einer Eingliederungsmassnahme in einem vernünftigen Verhältnis zu ihren Kosten stehen. Diese Vorgabe ist Ausdruck des Verhältnismässigkeitsprinzips als Forderung nach einem angemessenen Verhältnis zwischen Leistungsaufwand und angestrebtem Eingliederungsziel (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Oktober 2008 in Sachen W., 8C_812/2007, Erw. 2.3 mit Hinweisen).
         Wird eine zwar grundsätzlich geeignete, zur Eingliederung aber nicht unerlässliche Ausbildung gewählt, hat die versicherte Person für die dabei entstehenden Mehrkosten selber aufzukommen. Auch wenn die subjektiven Neigungen, Fähigkeiten und Begabungen der versicherten Person bei der primär nach objektiven Gesichtspunkten zu beurteilenden Frage, ob eine notwendige und geeignete Eingliederungsmassnahme beruflicher Art gegeben ist, mitzuberücksichtigen sind, ist in erster Linie ausschlaggebend, welche erwerblichen Möglichkeiten ihr aufgrund einer bestimmten beruflichen Eingliederungsmassnahme konkret offen stehen (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Oktober 2008 in Sachen W., 8C_812/2007, Erw. 2.3 mit Hinweisen).
1.4     Der erstmaligen beruflichen Ausbildung gemäss Art. 16 Abs. 1 IVG ist die  berufliche Weiterausbildung im bisherigen oder in einem anderen Berufsfeld gleichgestellt, sofern sie geeignet und angemessen ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann. Ausgenommen sind Weiterausbildungen, die von Institutionen oder Organisationen nach den Artikeln 73 und 74 IVV angeboten werden. In begründeten, vom Bundesamt für Sozialversicherung umschriebenen Fällen kann von dieser Ausnahme abgewichen werden.
         Die Versicherung übernimmt gemäss Art. 5bis IVV bei einer beruflichen Weiterausbildung die Kosten, die zusätzlich entstehen, wenn die Aufwendungen der versicherten Person wegen der Invalidität um jährlich 400 Franken höher sind, als sie ohne Invalidität gewesen wären (Abs. 1). Die zusätzlichen Kosten werden ermittelt, indem die Kosten der invaliden Person den mutmasslichen Aufwendungen gegenübergestellt werden, die bei der gleichen Ausbildung einer nicht invaliden Person notwendig wären (Abs. 2). Anrechenbar im Rahmen von Absatz 2 sind die Aufwendungen für die Vermittlung der erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten, die Kosten für persönliche Werkzeuge und Berufskleider, die Transportkosten sowie die Kosten bei invaliditätsbedingter auswärtiger Verpflegung und Unterkunft (Abs. 3). Die Vergütung der Kosten für auswärtige Verpflegung und Unterkunft richtet sich vorbehältlich tariflicher Vereinbarungen nach Artikel 5 Abs. 6 lit. a und b IVV. Fallen bei Weiterausbildungen, die von Institutionen oder Organisationen nach Artikel 73 oder 74 IVG angeboten werden und die vom Bundesamt in einer speziellen Verordnung umschrieben sind, invaliditätsbedingte Kosten für auswärtige Verpflegung und Unterkunft an, so übernimmt die Versicherung diese Kosten (Abs. 4).

2.
2.1     Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer im Rahmen beruflicher Massnahmen Anspruch auf Kostenübernahme seiner Weiterausbildung zum Master of Science in Business Administration hat.
2.2     Die Beschwerdegegnerin führte aus, der Beschwerdeführer habe die Ausbildung zum Bachelor of Science in Business Administration erfolgreich absolviert. Aus berufsberaterischer Sicht und unter dem Aspekt der Eingliederungswirksamkeit gelte es nun, das Gelernte in einer Arbeitsstelle umzusetzen und praktische Erfahrungen zu sammeln. Im Übrigen sei die Beschwerdegegnerin bei der Planung und Zusprache der beruflichen Massnahmen im Sinne einer beruflichen Erstausbildung vom Vergleich mit einem dreijährigen Vollzeitstudium an der Fachhochschule Winterthur ausgegangen. Mit dem Abschluss zum Bachelor of Science sei nun die Gleichwertigkeit zum ursprünglich geplanten Ausbildungsweg erreicht (Urk. 2 S. 1). Aufgrund des Berichts anlässlich der Begutachtung in der Klinik Y.___ vom 9. Oktober 2008, worin der Beschwerdeführer als für die freie Marktwirtschaft kaum arbeitsfähig beurteilt werde, erscheine es als angebracht, die Frage der verwertbaren Leistungsfähigkeit zu klären und die Rentenprüfung einzuleiten (Urk. 2 S. 2).
2.3     Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor, er habe ursprünglich beabsichtigt, nach der Berufsmaturitätsprüfung an der Höheren Wirtschafts- und Verwaltungsschule in Winterthur (HWV) eine Ausbildung in der Fachrichtung Marketing zu absolvieren (Urk. 1 S. 3 Ziff. 1). Danach habe er eine Tätigkeit im Bereich Verkauf, Marketing oder Logistik angestrebt (Urk. 1 S. 3 Ziff. 1). Seit seinem schweren Unfall im Januar 2002 leide er unter multiplen Beschwerden. Es treffe zu, dass er im neuropsychologischen Untersuchungsbericht vom 6. Oktober 2008 als in der freien Wirtschaft kaum arbeitsfähig und kaum vermittelbar beurteilt werde. Falls dem so sei, sei unverzüglich die Rentenfrage zu prüfen und ihm eine ganze Rente zuzusprechen (Urk. 1 S. 3 Ziff. 2).
Bei der Beurteilung der Gleichwertigkeit der Ausbildung dürfe nicht nur auf die Ausbildungsdauer geachtet werden. Es sei zwingend auch das Ausbildungsziel zu berücksichtigen. Die optimale Ausbildung im Hinblick auf die Arbeitschancen im Bereich Marketing, Logistik und Verkauf sei der Abschluss eines Masterstudiums (Urk. 1 S. 4 Ziff. 5.2). Gemäss Kreisschreiben des Bundes betreffend berufliche Eingliederung (KSBE) 3038 seien auch die Kosten einer anspruchsvolleren Ausbildung als der ursprünglich geplanten zu übernehmen, wenn Art und Schwere der Behinderung derart gravierend seien, dass - verglichen mit der vor Eintritt der Invalidität begonnenen oder geplanten Ausbildung - nur eine anspruchsvollere Ausbildung zu einer adäquaten Erwerbsfähigkeit führen werde. Dies sei beim Beschwerdeführer der Fall. Angesichts seiner zusätzlichen klaren Behinderung würde er - mit dem Abschluss nur als Bachelor - in einer adäquaten Erwerbstätigkeit zu sehr eingeschränkt sein (Urk. 1 S. 6 Ziff. 6).

3.
3.1     Der Beschwerdeführer schloss am 9. Februar 2009 seine Ausbildung zum Bachelor of Science in Business Administration ab (Urk. 8/101). Dies war ihm nur möglich dank der Einzelförderung durch die Psychologin Z.___, eine Lernhilfe in Englisch sowie aufgrund des Umstandes, dass er neben dem Studium - welches an sich berufsbegleitend konzipiert war - keiner Erwerbstätigkeit nachging. Dadurch stand ihm neben dem modulmässigen Unterricht die gesamte Zeit zur Verfügung, um den Stoff zu erlernen und sich das nötige Wissen anzueignen (Urk. 8/87).
Nach der Anmeldung zum Leistungsbezug hatte der Beschwerdeführer am 22. Mai 2003 gegenüber der Beschwerdegegnerin ausgeführt, vor dem Unfall habe er das Ziel gehabt, die Berufsmatura zu machen und danach eine Ausbildung zum Betriebsökonom HWV in Richtung Marketing zu absolvieren (Urk. 8/9). Die Ausbildung zum Betriebsökonom HWV existiert heute nicht mehr in dieser Form. Mit dem abgeschlossenen Studium als Bachelor of Science in Business Administration hat der Beschwerdeführer indessen eine gleichwertige Ausbildung erzielt. Wie die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin hin bestätigte, entspricht dieser Abschluss der früheren Ausbildung zum Betriebsökonom (Urk. 8/95/3 unten). Demnach verfügt der Beschwerdeführer mit seinem Bachelor of Science in Business Administration über einen Studienabschluss, wie er ihn ohne Gesundheitsschaden angestrebt hätte. Mit seiner Ausbildung hat er intakte Aussichten, eine gute Arbeitsstelle zu finden. Dies bestätigen auch die Angaben der ZHAW, welchen zufolge die Absolventen einer entsprechenden Ausbildung in allen Bereichen der Privatwirtschaft sowie der öffentlichen Verwaltung arbeiten und dort bereits nach einer kurzen Einarbeitungszeit selbständig anspruchsvollere Aufgaben übernehmen können (http:// www. sml. zhaw.ch/ de/management/studium/bachelorstudiengaenge/betriebsoekonomie/ausbildungsziele-berufsfelder.html). Den Studieninformationen der Berner Fachhochschule Wirtschaft und Verwaltung lässt sich entnehmen, dass die Absolventen des Studiengangs Bachelor of Science in Business Administration befähigt sind, in eine anspruchsvolle Kaderposition mit breitem ökonomischem Themenspektrum einzusteigen und bereits nach kurzer Einarbeitungszeit qualifizierte Tätigkeiten und Führungsfunktionen in einem Unternehmen zu übernehmen (Urk. 15 S. 4 f.). Die FHS St. Gallen, Hochschule für Angewandet Wissenschaften, weist in ihren Studieninformationen ebenfalls darauf hin, dass Absolventen des Lehrgangs Bachelor of Science in Business Administration gefragte Fach- und Führungskräfte seien. Wegen ihres breiten Allgemeinwissens sowie dank des zusätzlich erworbenen Spezialwissens verfügten diese über ausgezeichnete Berufs- und Karrierechancen und seien in der Lage, verantwortungsvolle Aufgaben in allen Funktionsbereichen eines Unternehmens auszuüben (Urk. 16 S. 2).
3.2     Eine versicherte Person hat in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Dies deshalb, weil die Eingliederung nach dem Willen des Gesetzgebers lediglich so weit sicherzustellen ist, als dies im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist. Wird eine zwar grundsätzlich geeignete, zur Eingliederung aber nicht unerlässliche Ausbildung gewählt, hat die versicherte Person für die dabei entstehenden Mehrkosten selber aufzukommen. Auch wenn ihre subjektiven Neigungen, Fähigkeiten und Begabungen mit zu berücksichtigen sind, ist in erster Linie ausschlaggebend, welche erwerblichen Möglichkeiten einer versicherten Person aufgrund einer bestimmten beruflichen Massnahme konkret offen stehen (vgl. auch vorstehend Erw. 1.3).
Mit dem Abschluss als Bachelor of Science in Business Administration hat der Beschwerdeführer - wie oben dargelegt - das von ihm ursprünglich angestrebte Ausbildungsziel erreicht und verfügt über eine vollwertige Ausbildung, womit er auf dem Stellenmarkt realistische Chancen haben wird. Aufgrund der bereits abgeschlossenen Ausbildung hat er demnach die Möglichkeit, ins Erwerbsleben einzusteigen, eine gute Stelle zu finden und die von ihm erworbenen Fähigkeiten nun in die Praxis umzusetzen. Der Beschwerdeführer hat folglich mit seinem Abschluss als Bachelor die erstmalige berufliche Ausbildung gemäss Art. 16 Abs. 1 IVG abgeschlossen und kann als angemessen integriert betrachtet werden. Entsprechend sind die Mehrkosten im Zusammenhang mit seiner weiteren Ausbildung zum Master of Science von der Invalidenversicherung nicht unter diesem Titel zu übernehmen.
Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin unter dem Titel der Weiterbildung gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. c IVG für die Mehrkosten des Masterstudiums aufzukommen hat.
3.3     Der Beschwerdeführer brachte vor, dass üblicherweise erst einige Jahre nach der Ausbildung zum Master of Science die Berufserfahrung in Angriff genommen und vollendet werde (Urk. 1 S. 5 oben). In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass nicht nur nach Ansicht der Beschwerdegegnerin nun der Erwerb praktischer Berufserfahrung wichtig wäre, sondern auch der Schulleiter des Instituts, in welchem der Beschwerdeführer seinen Bachelor of Science absolviert hatte, anlässlich des Telefongesprächs vom 25. Mai 2009 gegenüber der Beschwerdegegnerin ausgeführt hatte, dass es theoretisch zwar möglich sei, die Masterausbildung ohne Berufserfahrung zu absolvieren, dass es aber besser sei, wenn bereits Berufserfahrung vorhanden sei (Urk. 8/95/3). Diese Angaben lassen sich im Übrigen auch den aktuellen Informationen des F.___ entnehmen, wonach sich der Studiengang Executive Master of Science in Business Administration an Personen richte, welche unter anderem über berufliche Erfahrung verfügten. Gerade angesichts des Umstandes, dass der vom Beschwerdeführer absolvierte Studiengang zum Bachelor of Science in Business Administration an sich berufsbegleitend konzipiert war, dieser aber neben der Ausbildung keiner Erwerbstätigkeit nachging, ist es nun um so wichtiger, dass er zunächst im Erwerbsleben Fuss fasst und hier entsprechende Erfahrungen sammelt. Zwar hat der Beschwerdeführer, was aktenkundig ist, im Vorfeld seines Studiums verschiedene Praktika absolviert. Dies war Voraussetzung, um die von ihm gewählte Ausbildung überhaupt in Angriff nehmen zu können. Er verfügt indessen über keine weitergehende berufliche Erfahrung und musste sich demnach bis heute noch nicht in der freien Wirtschaft bewähren.
Angesichts des Gesagten erscheint es als angebracht und zweckmässig, dass der Beschwerdeführer seine bis jetzt erworbenen Fähigkeiten im beruflichen Alltag erst einmal eigenständig in der freien Wirtschaft umsetzt und praktische Erfahrungen sammelt, bevor sich eine Weiterbildung allenfalls als geeignet und angemessen erweist.
3.4     Der Beschwerdeführer machte weiter geltend, die Ausbildung mit dem Master fortsetzen zu wollen, um damit seine durch die Beeinträchtigungen erschwerten Chancen auf dem Arbeitsmarkt wieder ausgleichen zu können (Urk. 8/95/3, Urk. 1 S. 6 Ziff. 6). Mit diesem Vorbringen verkennt er jedoch, dass die Ausübung einer Erwerbstätigkeit respektive die Suche nach einer Arbeitsstelle nicht vornehmlich durch seine Ausbildung mit dem Abschluss als Bachelor erschwert sein dürfte, sondern zu einem wesentlichen Teil durch seine gesundheitlichen Beschwerden. Eine Weiterführung der Ausbildung zum Master würde zwar seine fachlichen Kompetenzen erweitern, an den nach wie vor bestehenden schweren bis mittelschweren neuropsychologischen Defiziten mit Hauptschwierigkeiten in den Gedächtnisleistungen, in der Umstellfähigkeit und im Problemlösevermögen, mit zusätzlichen Wesensveränderungen sowie der massiven Verlangsamung der linken Hand (vgl. u.a. Urk. 8/104/4) würde dies indes nichts ändern. Gerade aufgrund der genannten Beeinträchtigungen hielten aber die Ärzte der Klinik Y.___ in ihrem neuropsychologischen Untersuchungsbericht  vom 6. Oktober 2008 fest, der Beschwerdeführer sei für die freie Wirtschaft als kaum arbeitsfähig und kaum vermittelbar einzustufen (Urk. 8/103/14).
         Angesichts dessen ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass eine Weiterführung der Ausbildung zum Master die Chancen des Beschwerdeführers auf dem Arbeitsmarkt nicht merkbar verbessern würde. Dies zumal auch deshalb, weil aufgrund der Akten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zu erwarten sein wird, dass sich die nach wie vor bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen in absehbarer Zeit noch merklich verbessern könnten. Dr. A.___ von der Rehaklinik B.___ hielt bereits im Bericht vom 31. Oktober 2006 fest, der Verlauf in letzter Zeit sowie die Erfahrungen zeigten, dass sich - insbesondere bezüglich der neuropsychologischen Funktionsstörungen - hier messbar kaum mehr relevante Änderungen ergeben würden (Urk. 8/104/3 unten). Schon damals wies Dr. A.___ darauf hin, dass aufgrund der neuropsychologischen Störung sowie der massiven Verlangsamung der linken Hand leider zu erwarten sei, dass die in der freien Wirtschaft verwertbare Arbeitsfähigkeit dauernd erheblich eingeschränkt bleibe (Urk. 8/104/4). Diese Beurteilung wurde sodann im neuropsychologischen Untersuchungsbericht der Klinik Y.___ vom 6. Oktober 2008 bestätigt, worin Dr. phil. C.___ und lic. phil D.___ ausführten, der Beschwerdeführer leide nach wie vor unter mittelschweren bis schweren Funktionsausfällen, aufgrund derer er derzeit für die freie Wirtschaft als kaum arbeitsfähig und kaum vermittelbar einzustufen sei (Urk. 8/103/14).
         Hieran würde auch eine zusätzliche Qualifikation als Master nichts verändern. Folglich könnte mittels einer entsprechenden weiterführenden Ausbildung aber die Erwerbsfähigkeit überwiegend wahrscheinlich weder erhalten noch verbessert werden, wie dies aber auch bei einer Weiterbildung im Sinne von Art. 16 Abs. 2 lit. c IVG vorausgesetzt wird.
3.5         Abschliessend ist demnach festzustellen, dass die Eingliederungsfähigkeit und die Notwendigkeit einer weiterführenden Ausbildung - zumindest im jetzigen Zeitpunkt - nicht erwiesen ist. Selbstverständlich bleibt es dem Beschwerdeführer aber unbenommen, die von ihm gewünschte weitere Ausbildung zu absolvieren, sofern diese seinen Fähigkeiten entspricht. Dies kann jedoch nicht auf Kosten der Invalidenversicherung erfolgen.
Nach dem Gesagten ist der angefochtene Entscheid der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

4.       Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass es aufgrund der derzeit vorliegenden medizinischen Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit fraglich ist, ob der Beschwerdeführer überhaupt in der Lage sein wird, auf dem freien Arbeitsmarkt erwerbstätig zu sein. Dies wird indessen anlässlich des von der Beschwerdeführerin eingeleiteten Verfahrens zur Klärung der Rentenfrage (vgl. Urk. 2 S. 2) zu beurteilen sein.

5.       Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Invaliditätsleistungen vor dem kantonalen Verwaltungsgericht kostenpflichtig.
Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.--  bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Die Kosten für das vorliegende Verfahren werden ermessensweise auf Fr. 600.-- festgesetzt und dem Beschwerdeführer als unterliegender Partei auferlegt.

Das Gericht erkennt:
1.         Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.         Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden dem Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.           Zustellung gegen Empfangsschein an:
- Rechtsanwalt Thomas Laube, unter Beilage je einer Kopie von Urk. 15 und 16
- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Beilage je einer Kopie von Urk. 15 und 16
- Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
- Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
           Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
           Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).