Zürich Sozialversicherungsgericht

kantone/zh_sozverger/IV.2010.00043.html 

Entscheide



IV.2010.00043

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichter Gräub

Sozialversicherungsrichterin Käch

Gerichtsschreiber Trüssel
Urteil vom 24. Mai 2011
in Sachen
A.___
 
Beschwerdeführerin

vertreten durch Rechtsanwalt Urs O. Kraft
Bahnhofstrasse 1, Postfach 563, 8802 Kilchberg ZH


gegen


Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin


Sachverhalt:
1.
1.1     A.___, geboren 1958, ist seit 1996 im Altersheim O.___ als Teamleiterin Lingerie tätig  (Urk. 8/11 Ziff. 1, Ziff. 6); Am 5. Februar 2005 verletzte sie bei einem Sturz im Treppenhaus beide Handgelenke (Urk. 8/18/12 = Urk. 8/65/147 = Urk. 8/65/174). Am 5. April 2006 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte medizinische Berichte (Urk. 8/4, Urk. 8/15, Urk. 8/19; Urk. 8/24), einen Arbeitgeberbericht (Urk. 8/11) und einen Auszug aus dem individuellen Konto der Versicherten (Urk. 8/12; IK-Auszug) ein; ferner zog sie Akten des Unfallversicherers (Urk. 8/18, Urk. 8/26) und ein von diesem veranlasstes, am 3. November 2006 erstattetes Gutachten (Urk. 8/40 = Urk. 8/65/259-264) bei.
         Mit Vorbescheid vom 20. November 2006 (Urk. 8/34) und mit Verfügung vom 16. Januar 2007 (Urk. 8/47) verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf berufliche Massnahmen.
         Mit Vorbescheid vom 21. November 2006 (Urk. 8/37) und Verfügung vom 15. Januar 2007 (Urk. 8/48) verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf eine Invalidenrente. Diese Verfügungen sind unangefochten in Rechtskraft erwachsen.
1.2     Am 4. Juni 2008 meldete sich die Versicherte erneut bei der Invalidenversicherung an (Urk. 8/69). Die IV-Stelle zog die Akten des Unfallversicherers (Urk. 8/65) und ein von diesem veranlasstes, am 12. Januar 2009 erstattetes Gutachten (Urk. 8/72/2-29) bei. Mit Vorbescheid vom 30. März 2009 stellte die IV-Stelle die Verneinung des Rentenanspruchs in Aussicht (Urk. 8/77). Mit Verfügung vom 14. Mai 2009 sprach der Unfallversicherer der Versicherten eine Invalidenrente in der Höhe von 56 % zu (Urk. 8/83). Daraufhin holte die IV-Stelle einen weiteren Arztbericht (Urk. 8/84) ein und sprach der Versicherten mit Verfügungen vom 10. Dezember 2009 eine befristete ganze Rente vom 1. Juni 2007 bis 30. April 2009 (Urk. 8/94/3-4) und eine halbe Rente ab Mai 2009 (Urk. 8/94/1-2 = Urk. 2) zu.

2.       Gegen die Verfügung vom 10. Dezember 2009 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 14. Januar 2010 Beschwerde und beantrage, es sei ihr gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente ab Mai 2009 zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 10. Februar 2010 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Mit Replik vom 19. April 2010 (Urk. 12) hielt die Versicherte an ihren Anträgen fest; die IV-Stelle verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (Urk. 15), was der Versicherten am 31. Mai 2010 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 17).


Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1     Die massgebenden rechtlichen Grundlagen, insbesondere betreffend den Rentenanspruch (Art. 28 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) und die Invaliditätsbemessung (Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000; ATSG), sind im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben (Urk. 2/3). Darauf kann verwiesen werden.
1.2     Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung).
1.3     Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 275 E. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bzw. Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 418 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 275 E. 1a, 109 V 265 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 349 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 417 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes in Sachen A. vom 31. Oktober 2006, I 526/06, E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4     Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 mit Hinweisen). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3 S. 75 ff; Urteil des Bundesgerichts in Sachen A. vom 26. März 2010, 9C_438/2009, E. 1 mit Hinweisen).
1.5     Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c).
2.
2.1     Die Beschwerdegegnerin ging in der Verfügung vom 10. Dezember 2009 (Urk. 2) davon aus, gemäss den medizinischen Abklärungen sei die Beschwerdeführerin seit dem Unfallereignis und der Handgelenksoperation vom 23. Januar 2007 zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 2/3 unten). Seit 12. Januar 2009 habe sich ihr Gesundheitszustand verbessert und sie sei in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig (Urk. 2/3 unten). Nach durchgeführtem Einkommensvergleich resultiere ein Invaliditätsgrad von 56 % (Urk. 2/4).
2.2     Die Beschwerdeführerin stellte sich in ihrer Beschwerde auf den Standpunkt, es sei aus den vorliegenden Akten nicht ersichtlich, weshalb sich ihr Gesundheitszustand verbessert habe (Urk. 1 S. 2).
         In der Replik vom 19. April 2010 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest und führte sinngemäss aus, die aufgeführte behinderungsangepasste Tätigkeit sei auf dem freien Arbeitsmarkt nicht realisierbar (Urk. 12 S. 4).
2.3     Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ab 12. Januar 2009 verbessert hat und falls ja, welche Auswirkungen dies auf den Rentenanspruch hat.

3.
3.1     Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, Vertrauensarzt der Pensionskasse P.___, nannte in seinem Bericht vom 14. Februar 2006 (Urk. 8/4) folgende Diagnosen (Ziff. 1):
- klinisch Verdacht auf Algodystrophie beider Handgelenke rechtsbetont (Rechtshänderin)
- Differentialdiagnose: rheumatoide Arthritis
- Status nach Sturz auf beide Handgelenke in Dorsalflexion im Februar 2005
- Status nach Sehnenfach-Dekompression wegen Tendosynovitis de Quervain rechts am 26. August 2005, links am 26. Januar 2005
- konventionell-radiologisch beginnende fleckige Demineralisation des Carpus rechtsbetont (30. November 2005), symmetrische Mehrbelegung des Carpus in einer Dreiphasenskelettszintigraphie (30. November 2005)
- radiologisch Verdacht auf Synovitis carpal und im Bereich der Extensoren beidseits (MRI vom 27. Dezember 2005)
- arterielle Hypertonie
         Dr. B.___ führte aus, es bestehe eine schmerzhafte Schwellung über beiden Handgelenken, beidseits mit Ausdehnung in den Handrücken. Weiter liege eine Berührungsschmerzhaftigkeit rechtsbetont insbesondere über den beiden Narben des de Quervain Sehnenfaches vor. Rechtsseitig sei die aktive und passive Handgelenksbeweglichkeit beinahe vollständig aufgehoben. Linksseitig sei eine Dorsal- und Palmarflexion von zirka 10° möglich (Ziff. 3 unten). Aufgrund der neusten Befunde handle es sich eher nicht um einen Morbus Sudeck, sondern um eine atypische Form der rheumatoiden Arthritis. Eine Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit in der Lingerie sei eher unwahrscheinlich. Es seien jedoch die Befunde nach Einleitung einer spezifischen Therapie bezüglich rheumatoide Arthritis, die aktuell begonnen werde, abzuwarten. Eine Tätigkeit mit nur leichter Belastung der Hände sollte für die Beschwerdeführerin auch in Zukunft möglich sein (Ziff. 10).
3.2     Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Chirurgie und Handchirurgie, stellte im Bericht vom 26. Juni 2006 (Urk. 8/24/3-4 = Urk. 8/25/5-6) folgende Diagnosen:
- statische, totale scapholunäre Dissoziation mit markantem carpalem Kollaps (SLAC Wrist) rechts und fortgeschrittener inter- und radiocarpaler Arthrose
- statische scapholunäre Dissoziation mit beginnendem radiocarpalem Kollaps links und beginnender Radiocarpalarthrose
- posttraumatische Arthrose und chronische Schmerzen beider Handgelenke
         Die heute festgestellte Schmerzhaftigkeit beider Handgelenke sei ausschliesslich durch den unfallbedingten Schaden beider Hände erklärbar (S. 2 oben). Eine rekonstruktive Massnahme wie eine Ligamentrekonstruktion scapholunär sei vorliegend nicht mehr möglich, da an beiden Handgelenken bereits deutliche Arthrosen vorlägen. Am rechten Handgelenk stehe ausschliesslich eine Totalarthrodese zur Diskussion, während am linken Handgelenk noch eine Teilversteifung nach zum Beispiel Gordon-King durchgeführt werden könnte. Dr. C.___ empfahl weiterhin das Tragen einer gut gepolsterten, stützenden Handgelenksschiene für belastende Arbeiten im Haushalt. Eine Rückkehr an den Arbeitsplatz als Leiterin Lingerie sei nicht mehr denkbar und über die Invalidenversicherung sei dringend eine Umschulung anzustreben. Bei leichten, nicht belastbaren Tätigkeiten mit Limitierung bei zwei bis drei Kilogramm könnte eine ganztägige Arbeitsfähigkeit realisiert werden (S. 2 Mitte).
3.3     In seinem Gutachten vom 3. November 2006 (Urk. 8/40 = Urk. 8/65/259-264) nannte Dr. med. D.___, Facharzt FMH für Chirurgie und Handchirurgie, folgende Diagnosen (S. 4 Ziff. 7):
- scapholunäre Dissoziation mit markantem carpalem Kollaps (SLAC Wrist) rechts und fortgeschrittener inter- und radiocarpaler Arthrose
- scapholunäre Dissoziation links mit beginnender Radiokarpalarthrose
- Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom rechts
- chronisches Schmerzsyndrom im Bereiche des ersten Strecksehnenfaches beidseits bei Status nach Retinaculumspaltung am 26. August 2005 rechts und am 26. Oktober 2005 links
         An der rechten Hand bestehe eine ausgeprägte Kraftlosigkeit; die linke Hand zeige eine bessere Kraftentwicklung, jedoch sei auch hier die Kraft deutlich eingeschränkt. Beim Zupacken und beim Ziehen sowie Schieben von Gegenständen seien starke Schmerzen vorhanden. Staubsaugen, Drehen von Schlüsseln, Haare waschen sowie das Abstützen mit den Händen sei praktisch nicht mehr möglich. Das Heben von Gegenständen über drei Kilogramm verursache Handgelenkschmerzen; zudem schliefen vor allem an der rechten Hand der Zeig-, Mittel- und Ringfinger ein. Das Festhalten im Tram mit der rechten Hand sei nicht mehr möglich und auch die Feinmotorik sei deutlich eingeschränkt (S. 2 Ziff. 5). Aufgrund der ausgeprägten Beschwerden im midkarpalen Bereich und der radiologischen Befunde empfahl Dr. D.___ am rechten Handgelenk eine Total- und am linken Handgelenk eine Teilarthrodese. Zudem solle ein neurologische Abklärung bezüglich des Verdachts auf eine Karpaltunnelsyndrom durchgeführt werden (S. 4 Ziff. 8).
         In der angestammten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig. Die Dauer sei noch offen, da die operativen und handchirurgischen Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft seien (S. 5 Ziff. 6.1). In einer den Unfallfolgen angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsfähig. Diese Tätigkeit beinhalte leichtere Arbeiten mit Tragen und Heben von Lasten bis 3 Kilogramm. Sitzende oder wechselbelastende Tätigkeiten könnten uneingeschränkt durchgeführt werden; es müsste sich um leichtere manuelle Arbeiten handeln, bei welchen keine grösseren Kräfte eingesetzt würden (S. 5 Ziff. 6.2). Nach einer Arthrodese des rechten Handgelenks und einer allfälligen Teilarthrodese des linken Handgelenks sei die Prognose in Bezug auf leichtere Arbeiten im einem Pensum von 100 % sicherlich gut. Die Eingriffe seien zumutbar, da solche in der vorliegenden Situation häufig durchgeführt würden (S. 6 Ziff. 9).
3.4     Die Beschwerdeführerin weilte vom 23. bis 27. Januar 2007 in der Uniklinik E.___. Ihre rechte Hand wurde am 23. Januar 2007 operiert (Panarthrodese des Handgelenks, Strecksehnen-Synovialektomie rechts; Urk. 8/65/232-233). In ihrem Austrittsbericht vom 16. Februar 2007 (Urk. 8/65/240-241) diagnostizierten PD Dr. med. F.___, Teamleiter Handchirurgie, und Dr. med. G.___, Assistenzarzt, eine Handgelenkarthrose/Kollaps rechts bei Status nach Handgelenkdistorsion und Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom rechts grösser als links (S. 1 Mitte). Es bestehe ein problemloser peri- und postoperativer Verlauf. Die Beschwerdeführerin sei in einem guten Allgemeinzustand mit reizlosen Wundverhältnissen entlassen worden, wobei die Hand noch geschwollen sei. Sie werde zu Hause von der Spitex unterstützt (S. 1 unten) und sei bis 15. April 2007 zu 100 % arbeitsfähig (S. 2 oben).
3.5     Vom 18. bis 21. Oktober 2007 weilte die Beschwerdeführerin wiederum in der Uniklinik E.___. Dabei wurde sie am 18. Oktober 2007 an der linken Hand operiert (Panarthrodese Handgelenk, Kenacort-Infiltration Karpaltunnel links; Urk. 8/65/189-190). Im Austrittsbericht vom 24. Oktober 2007 (Urk. 8/65/187-188) nannten PD Dr. F.___ und Dr. med. H.___, Assistenzarzt, folgende Diagnosen (S. 1 unten):
- Handgelenkarthrose links
- Status nach Carpaltunnel-Release (offen) rechts, Panarthrodese Handgelenk, Strecksehnen-Synovialektomie rechts vom 23. Januar 2007 bei
- Status nach Handgelenkkontusion beidseits im Februar 2005
- Status nach Dekompression
- Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom rechts mehr als links
         Der Verlauf sei postoperativ problemlos, es bestünden nur wenig Schmerzen (S. 1 unten). Zum Abschwellen des Handgelenks solle die Beschwerdeführerin es hochlagern und es seien die Fingerübungen in der Schiene wie instruiert durchzuführen (S. 2 oben).
3.6     PD Dr. F.___ berichtete am 31. März 2008 (Urk. 8/65/176-177) über die ambulante Untersuchung am 5. März 2008. Er führte aus, die Beschwerdeführerin sei bezüglich der durchgeführten Handgelenkarthrodese links insgesamt sehr zufrieden. Bisher sei eine ergotherapeutische Behandlung zur Kräftigung durchgeführt worden. An der rechten Hand seien die Beschwerden bei Rhizarthrose nach einer Infiltration deutlich abgeklungen. Die Beschwerdeführerin sei am rechten Daumen beschwerdefrei. Im Haushalt könne sie nun zunehmend mehr Dinge erledigen, wobei ihr Partner sie im Haushalt sehr unterstütze. In der angestammten Tätigkeit sie weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig. Körperlich handbelastende Tätigkeiten beidseits würden in Zukunft nicht mehr möglich sein (S. 1 unten). Eine intensive Physiotherapie zur Kräftigung und Mobilisation sei weiterhin zu empfehlen. Auch bezüglich der unspezifischen Schulterbeschwerden sei Physiotherapie durchzuführen (S. 2 oben).
         Auf Anfrage des Unfallversicherers bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit hielt PD Dr. F.___ im Bericht vom 18. April 2008 fest, durch den Ausfall der Handgelenksbewegungen müsse die Beschwerdeführerin nun Kompensationsbewegungen durch Ellbogen und Schulter durchführen. Nun seien auch Tätigkeiten, welche zwar unter wenig belastbarer aber repetitiver Bewegung erfolgen müssten, undenkbar. In diesem Sinne seien sämtliche manuellen Tätigkeiten nicht mehr möglich. So blieben der Beschwerdeführerin lediglich Überwachungsarbeiten ohne Beanspruchung der Hände (Urk. 8/65/175).

4.
4.1     Am 12. Januar 2009 erstatteten Dr. med. I.___, Facharzt FMH Innere Medizin, und Dr. med. J.___, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, beide vom Z.___ ihr Gutachten (Urk. 8/72/2-19) gestützt auf die Akten der Beschwerdegegnerin, Röntgenbilder, Angaben der Beschwerdeführerin sowie eigene Untersuchungsbefunde. Letztere erfolgten insbesondere aufgrund einer Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit.
         Dr. I.___ und Dr. J.___ stellten folgende Diagnosen (S. 11 f.):
- chronische Schmerzen beider Handgelenke mit/bei
- Status nach Sturz auf die hyperextendierten Handgelenke am 5. Februar 2005
- Status nach Retinakulumspaltung rechts am 26. August 2005 und links am 26. Oktober 2005
- Panarthrodese des rechten Handgelenks, Strecksehnen-Synovialektomie rechts, Retinakulumflexorenspaltung bei scapholunärer Dissoziation mit karpalem Kollaps (SLAC Wrist) mit fortgeschrittener inter- und radiokarpaler Arthrose am 23. Januar 2007
- Status nach Panarthrodese des linken Handgelenks und Kenacort-Infiltration Karpaltunnel links bei scapholunärer Dissoziation links mit beginnender Radiokarpalarthrose am 18. Oktober 2007
- nicht näher klassifizierbare entzündlich-rheumatische Erkrankung mit/bei
- persistierender diffuser Schwellung der Hände beidseits
- humoraler Entzündungsaktivität, negative weiterführende laborchemische Befunde
- degenerativer Mehranreicherung karpal beider Hände und im MCP-II-Gelenk rechts, linksbetonte Mehranreicherung in den Schultergelenken, Mehranreicherung im rechten Hüftgelenk und den femoropatellären Gelenken beidseits, rechtsbetont mässige Anreicherung in den Sprunggelenken (Skelettszintigraphie vom 10. November 2008)
- chronisches zerviko- und lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit/bei
- Wirbelsäulenfehlhaltung mit Kopfprotraktion, Hyperkyphose der Brustwirbelsäule (BWS)
- Haltungsinsuffizienz und muskulärer Dysbalance bei notwendiger Ausweichbewegung aufgrund der Handgelenkspathologie
- Hüftschmerzen rechts mit/bei
- Impingementzeichen
- Rissbildung im anterioren Labrum, synoviale Hypertrophien, Bursitis trochanterica, Tendinitis der glutealen Muskulatur (MRI der Hüfte am 4. Januar 2008)
- Knieschmerzen rechts mit/bei
- muskulärer Dysbalance
- leichter bis mässiggradiger Knorpelschädigung femorotibial und            -patellär, leichtes Muskelödem der proximalen peronaealen Muskulatur (MRI vom 4. Januar 2008)
- arterielle Hypertonie
- Status nach Supinationstrauma des rechten OSG April 2006
         Dr. I.___ und Dr. J.___ hielten fest, gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin, stehe die Problematik mit den Händen im Vordergrund. Nach der Versteifungsoperation habe sich die Schmerzsymptomatik deutlich gebessert. Aufgrund der fehlenden Beweglichkeit nach der Operation sei sie im Alltag jedoch deutlich eingeschränkt und könne Dinge, welche mit Kraftanwendung verbunden seien, nur schlecht durchführen. Weiter bestünden leichte Schmerzen im Bereich der linken Schulter, Nackenbeschwerden und Schmerzen an Knie und Leiste (S. 9 Mitte).
         Im Status finde sich eine leichte Wirbelsäulenfehlform mit Kopfprotraktion. Die Beweglichkeitsprüfung zeige leichtgradige endphasige Schmerzen mit verkürzter Trapeziusmuskulatur mit Druckdolenzen linksbetont. An der oberen Extremität könne bei der Schulteruntersuchung eine Druckdolenz über der Bizepssehne festgestellt werden. Als Hauptbefund finde sich die aufgehobene Beweglichkeit beider Handgelenke bei Status nach Versteifungsoperationen. Die Narben seien reizlos, jedoch mit leichter Rötung über dem rechten distalen Vorderarm. Auffallend sei weiter eine diffuse Schwellung der Handrücken und der Finger mit Druckdolenz vor allem über dem MCP II-Gelenk rechts. Der Faustschluss sei normal, jedoch bestehe eine schlechte Kraftentwicklung. An der unteren Extremität könne als Hauptbefund eine schmerzhaft eingeschränkte Hüftbeweglichkeit rechts mit maximaler Zunahme bei endgradiger Flexion und Innenrotation festgestellt werden. Entlang der Adduktorenmuskulatur und über dem Trochanter major sowie dem Tractus iliotibialis könnten multiple Druckdolenzen palpiert werden (S. 9 unten). Bei der Knieuntersuchung rechts liessen sich eine diffuse Schwellung, betont im Bereich des Rezessus suprapatellaris, und eine diffuse Druckdolenz sowohl lateral als auch über dem Ligamentum patellae feststellen (S. 9 unten f.). Die oberen Sprunggelenke seien beidseitig schmerzfrei, normal beweglich, jedoch mit einer diffusen Weichteilschwellung.
         Die aktuellsten Röntgenbilder der Hände zeigten im Längenverlauf stationäre Befunde mit intakt liegender Plattenosteosynthese und ossärer Konsolidation radio- und mediokarpal sowie fehlender Konsolidation karpometakarpal beidseits (S. 10 oben). Die veranlassten Laboruntersuchungen zeigten durchwegs normale Befunde und insbesondere keine Hinweise auf eine entzündlich-rheumatische Erkrankung. In der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit habe sich die Funktionseinschränkung der Handgelenke als arbeitsbezogenes relevantes Problem gezeigt. Aufgrund der Versteifung müssten kompensatorische Ausweichbewegungen der Arme und der Wirbelsäule durchgeführt werden. Zudem bestehe eine deutlich verminderte Handkraft und Kraftausdauer der Armmuskulatur. Weiter habe eine Belastungsintoleranz des rechten Knies ausgewiesen werden können. Insgesamt sei die Leistungsbereitschaft der Beschwerdeführerin zuverlässig und die Testkonsistenz gut gewesen. Die tiefe Selbsteinschätzung der eigenen Leistungsfähigkeiten im PACT-Test von 28 Punkten sei aufgrund der Testanlegung, welche sich eher auf Wirbelsäulen- und nicht auf Handprobleme beziehe, nicht sicher verwertbar (S. 10 Mitte).
         Zusammenfassend hielten Dr. J.___ und Dr. I.___ fest, nach Durchführung einer beidseitigen Panarthrodese der Handgelenke sei es zu einer deutlichen Regredienz der Schmerzen gekommen. Etwas offen bleibe die Ursache der persistierenden Schwellung der Hände, welche aufgrund der erhöhten Entzündungsparameter, der nachgewiesenen Synovitis im Handgelenk und der Histologie mit dem Befund chronisch granulierender, teils florider lymphoplasmozellulärer Infiltrate das Vorliegen einer entzündlich rheumatischen Erkrankung wahrscheinlich machten. Diese könne jedoch diagnostisch nicht näher eingegrenzt werden, so das eine genaue Aussage über einen möglichen Verlauf nicht möglich sei (S. 10 unten). Aus therapeutischer Sicht sei die Situation betreffend die Hände derzeit ausgeschöpft. Die begleitenden Köperpartien (Armmuskulatur und Wirbelsäule), welche die notwendigen kompensatorischen Bewegungen auffangen müssten, würden im weiteren Verlauf wahrscheinlich immer wieder physiotherapeutischer Massnahmen bedürfen. Aufgrund der Komplexität des Falles mit unklarer, nicht zuordenbarer entzündlich-rheumatischer Erkrankung scheine eine regelmässige Betreuung durch einen erfahrenen Rheumatologen notwendig zu sein, um bei zunehmender entzündlicher Problematik weitere diagnostische und therapeutische Schritte einzuleiten und damit destruktive Gelenksveränderungen zu verhindern (S. 11 oben).
         Zur Arbeitsfähigkeit führten Dr. I.___ und Dr. J.___ aus, die angestammte Tätigkeit als Teamleiterin Lingerie sei der Beschwerdeführerin längerfristig nicht mehr zumutbar (S. 12 Ziff. 4.1.2, Ziff. 5.1). Eine sehr leichte überwiegend sitzende, jedoch durch seltenes Stehen unterbrochene Tätigkeit mit repetitivem Handeinsatz in vorwiegender Neutralstellung beidseits ohne erhöhten Krafteinsatz der Hände sei der Beschwerdeführerin zumutbar; eine zusätzliche zeitliche Limitierung ergebe sich aus medizinisch-prognostischen Gründen. Gesamthaft sei von einer maximalen Arbeitsfähigkeit von 50 % unter Berücksichtigung der fassbaren Synovitiden und der sich gegenseitig beeinflussenden Co-Morbiditäten auszugehen (S. 12 Ziff. 4.1.3, Ziff. 5.2).
4.2     In ihrem Bericht vom 17. Juni 2009 (Urk. 8/84/6-8) stellte Dr. med. K.___, Oberärztin, Stadtspital L.___, Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 f. Ziff. 1.1):
- destruktive seronegative rheumatoide Arthritis
- RF neg., Anti-CCp neg., ANA 1:160, dsDNS neg., Complement C3c normal
- Gonarthritis rechts (Zellzahl 12’850, keine Kristalle)
- Status nach Infiltration mit Hyaluronsäure vor vier Wochen
- Coxitis rechts mit sekundärer Coxarthrose
- Arthro-MRI Hüfte 4. Januar 2008: Synovitis Hüftgelenk rechts, subchondrale Zysten
- anamnestisch BV-gesteuerte Hüftinfiltration mit gutem Erfolg für einen Monat
- Schulterbursitis links
- szintigraphisch MCP II (III, IV)-Synovitis rechte Hand, Ellbogen links
- Usur MTP I-Köpfchen rechts
- wahrscheinlich sekundäre Radiocarpalarthrose und Carpusdestruktion beidseits im Rahmen entzündlicher Systemerkrankung
- Handschwellung pastös beidseits seit Handoperation
- Status nach Panarthrodese am 23. Januar 2007, links am 18. Oktober 2007
- anamnestisch nach rezidivierenden Kontusionen der Handgelenke
- EMG am 27. Oktober 2008: kein Hinweis auf CTS/Sulcus-ulnaris Syndrom
         Dr. K.___ hielt fest, bei der Beschwerdeführerin bestünden bereits erhebliche destruktive Veränderungen im Bereich der Handgelenke. Durch die nun eingeleitete Basistherapie mit Methotrexat sei bei gutem Verlauf der entzündlich destruktive Prozess aufgehalten worden, sicherlich bestünden jedoch bereits erhebliche muskuläre Defizite (Kraftdefizite im Bereich der Hände mit einer deutlichen eingeschränkten Greifkraft von 0.2 bar beidseits; S. 2 Ziff. 1.4). In der angestammten Tätigkeit als Lingeriemitarbeiterin oder in einer anderen manuell belastenden Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin aufgrund der vorliegenden Polyarthritis und den Handgelenkarthrodesen nicht mehr arbeitsfähig. In einer angepassten Tätigkeit ohne vermehrte manuelle Belastung oder in einer angepassten feinmotorischen Tätigkeit sei sie jedoch zu 100 % arbeitsfähig. Im Haushalt bestehe sicherlich eine Einschränkung von mindestens 30 % für schwere Tätigkeiten, wobei eine genauere Haushaltsabklärung erfolgen müsste (S. 1 Mitte).

5.
5.1     Vorliegend ist unbestritten und aufgrund der Akten ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund des Sturzes im Treppenhaus am 5. Februar 2005, bei welchem sie sich an beiden Handgelenken verletzte, bereits vor den Operationen vom 23. Januar 2007 und 18. Oktober 2007 in ihrer angestammten Tätigkeit als Teamleiterin Lingerie arbeitsunfähig gewesen ist (Urk. 8/4 Ziff. 10, Urk. 8/24 S. 2 Mitte, Urk. 8/40 S. 4 Ziff. 8). Dieser Zustand hat sich bis heute nicht verändert (Urk. 8/72 S. 12 Ziff. 4.1.2, Ziff. 5.1, Urk. 8/84 S. 1 Mitte).
         Vor den genannten Operationen attestierten die behandelnden Ärzte eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer angepassten leichteren Tätigkeit (Urk. 8/24 S. 2 Mitte, Urk. 8/40 S. 6 Ziff. 9). Nach der Operation vom 18. Oktober 2007 (vgl. vorstehende Er. 3.6) berichtete PD Dr. F.___ am 31. März 2008 über die ambulante Untersuchung vom 5. März 2008 und hielt fest, nach der erfolgten Versteifung des linken Handgelenks (das rechte Handgelenk wurde bereits am 23. Januar 2007 versteift) seien auch leichte manuelle Tätigkeiten nicht mehr möglich (Urk. 8/65/175), so dass sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vorlag.
         Nachfolgend ist nun zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand ab 12. Januar 2009 verbessert hat (vgl. vorstehend E. 1.4).
5.2     Das Gutachten vom 12. Januar 2009 (Urk. 8/72/2-19) von Dr. I.___ und Dr. J.___ entspricht in sämtlichen Punkten den Kriterien der Rechtsprechung (vgl. vorstehende E. 1.5) zu den Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise.
         So ist es für die Beantwortung der gestellten Fragen (nach der Veränderung des Gesundheitszustandes) abschliessend und beruht namentlich auf allseitigen Untersuchungen. Dabei berücksichtigten die Gutachter die geklagten Beschwerden. Dr. I.___ und Dr. J.___ waren weiter die Vorakten bekannt, welche in die Beurteilung einflossen. Das Gutachten leuchtet sodann in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein, da die Gutachter detailliert Stellung zu den Auswirkungen der Beschwerden nahmen. Ihre Schlussfolgerungen sind in einer Weise begründet, dass sie prüfend nachvollzogen werden können.
         So nahmen die Ärzte insbesondere Stellung zum Hauptbefund der aufgehobenen Beweglichkeit der Handgelenke bei Status nach Versteifungsoperationen. Die Funktionseinschränkung der Handgelenke ist auch in der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit als arbeitsbezogenes relevantes Problem aufgeführt worden. Die Ärzte berichteten sodann über kompensatorische Ausweichbewegungen durch Arme und Wirbelsäule, eine deutlich verminderte Handkraft und Kraftausdauer der Armmuskulatur und über eine Belastungsintoleranz des rechten Knies. Weiter hielten sowohl Dr. J.___ und Dr. I.___ als auch die Beschwerdeführerin fest, dass sich die Schmerzen an den Handgelenken durch die beidseitige Versteifung zurückgebildet hätten. Die Körperpartien (Armmuskulatur, Wirbelsäule), welche die Kompensation der versteiften Handgelenke übernehmen würden, würden im Verlauf wahrscheinlich immer wieder physiotherapeutischer Massnahmen bedürfen. Was die Handgelenke anbelangt, sei die Situation momentan therapeutisch ausgeschöpft. Ferner sei aufgrund der nicht zuordenbaren rheumatischen Erkrankung eine regelmässige Betreuung durch einen erfahrenen Rheumatologen nötig, um diagnostische und therapeutische Schritte einzuleiten und destruktive Gelenksveränderungen zu verhindern.
5.3     Zusammenfassend kann den Ausführungen und der Beurteilung im Gutachten vom 19. Januar 2007 gefolgt werden und die gemachten Ausführungen erweisen sich als schlüssig.
         Namentlich ist überzeugend dargetan worden, dass die Beschwerdeführerin in einer sehr leichten überwiegend sitzenden, jedoch durch seltenes Stehen unterbrochenen Tätigkeit mit repetitivem Handeinsatz in vorwiegender Neutralstellung beidseits ohne erhöhten Krafteinsatz der Hände zu maximal 50 % unter Berücksichtigung der fassbaren Synovitiden und der sich gegenseitig beeinflussenden Co-Morbiditäten arbeitsfähig ist (S. 12 Ziff. 4.1.3, Ziff. 5.2). Somit hat sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin spätestens ab 12. Januar 2009 wesentlich verbessert.
5.4     Dieser Beurteilung steht auch der Bericht vom 17. Juni 2009 (Urk. 8/84/6-8) von Dr. K.___ nicht entgegen. Vielmehr bestätigte sie eine Verbesserung des Gesundheitszustandes und führte aus, dass durch die eingeleitete Basistherapie mit Methotrexat bei gutem Verlauf der entzündlich destruktive Prozess habe aufgehalten werden können (S. 2 Ziff. 1.4), so dass in einer angepassten Tätigkeit ohne vermehrte manuelle Belastung oder in einer angepassten feinmotorischen Tätigkeit mit einer Arbeitsfähigkeit von sogar 100 % zu rechnen sei (S. 1 Mitte).
         Dr. D.___ ging bereits vor den Operationen in seinem Gutachten vom 3. November 2006 von einer guten Prognose aus und hielt fest, dass der Beschwerdeführerin leichte Tätigkeiten längerfristig zumutbar sein werden (Urk. 8/40 S. 6 Ziff. 9).
5.5     Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, die angepasste Tätigkeit nenne derart viele Einschränkungen, dass diese keine Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt darstelle (Urk. 12 S. 4), ist unbegründet. Rechtsprechungsgemäss sind auf dem Arbeitsmarkt entsprechende Stellen vorhanden (Urteil des Bundesgerichts in Sachen N. vom 24. September 2008, I 942/06, E. 4.2.2), da sich die Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin nicht als über Gebühr einschränkend erweisen.

6.      
6.1     Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen dieser Einschränkung aufgrund eines Einkommensvergleiches vorzunehmen.
         Für die Ermittlung des Valideneinkommens stellt sich die Frage, was die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten zu erwarten gehabt hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dabei entspricht es empirischer Erfahrung, dass die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, weshalb häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens ist (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. E. 3b).
        
         Der Arbeitgeberbericht sah für das Jahr 2006 einen monatlichen Lohn von Fr. 4'637.-- vor, was ein Jahreseinkommen von Fr. 60'281.-- (Fr. 4'637.-- x 13) ergibt. Angesichts der Aufrechnung auf das Jahr 2009 (Zeitpunkt der Rentenherabsetzung; Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV) beläuft sich das Einkommen unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 1.6 % (2007), 2.0 % (2008) und 2.1 % (2009; Die Volkswirtschaft 5-2011, S. 91, B10.2) auf Fr. 63'782.-- (Fr. 60’281.-- x 1.016 x 1.02 x 1.021). Damit ist von einem Valideneinkommen von Fr. 63'782.-- auszugehen.
6.2     Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 76 f. E. 3b/aa und bb, vgl. auch BGE 129 V 475 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 476 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, welcher Wert etwas tiefer ist als die bis 1998 betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit von wöchentlich 41,9 Stunden, seit 2009 von 41,7 Stunden  (Die Volkswirtschaft 5-2011 S. 90 Tabelle B9.2; BGE 129 V 484 E. 4.3.2, 126 V 77 f. E. 3b/bb, 124 V 322 E. 3b/aa; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
6.3     Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nunmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
6.4     Zu Recht stellte die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des hypothetischen Invalideneinkommens auf die LSE und dabei auf das Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse) ab (Urk. 2/4). Angesichts des ausgewiesenen beruflichen Werdegangs sind der Beschwerdeführerin nicht bloss einfache und repetitive Verweisungstätigkeiten zugänglich. Vielmehr erscheint es sachgerecht, das Invalideneinkommen anhand von Arbeiten zu bemessen, für welche Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt werden. Jedoch ist vorliegend dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die Beschwerdeführerin die Berufs- und Fachkenntnisse in einem Wäschereibetrieb erlangt hat und damit auch bei der Bestimmung des Invalideneinkommens auf diese Branche abgestellt werden muss. Dass die Beschwerdeführerin Berufs- und Fachkenntnisse in allen Wirtschaftszweigen hätte, kann - entgegen der Beschwerdegegnerin - vernünftigerweise nicht angenommen werden.
         Der standardisierte monatliche Bruttolohn für Frauen im privaten und öffentlichen Sektor bei Ausübung von gastgewerblichen und hauswirtschaftlichen Tätigkeiten (Anforderungsniveau 3) betrug im Jahr 2008 bei einer Arbeitszeit von 40 Stunden wöchentlich Fr. 4'091.-- (vgl. LSE 2008, S. 29, Tabelle T7 S, Ziff. 37), mithin Fr. 49’092.-- pro Jahr (Fr. 4’091.-- x 12).
         Für das vorliegend relevante Jahr 2009 ergibt sich unter Berücksichtigung der im Jahr 2009 im Bereich „sonstige Dienstleistungen“ üblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.8 Stunden (die Volkswirtschaft 5-2011, S. 90, Tabelle B9.2) sowie der Nominallohnentwicklung von 2.1 % (die Volkswirtschaft 5-2011, S. 91, Tab. B10.2) ein Einkommen von Fr. 52'378.-- (Fr. 49’092.-- : 40 x 41.8 x 1.021). Bezogen auf ein Arbeitspensum von 50 % resultiert ein Betrag von Fr. 26'189.-- (Fr. 52'378.--  x 0.5).
         Die Beschwerdegegnerin nahm auf dem so berechneten Einkommen einen Abzug von 15 % vor (Urk. 2/4), was nicht zu beanstanden ist. Es ist daher von einem hypothetischen Invalideneinkommen von Fr. 22'261.-- (Fr. 26'189.-- x 0.85) auszugehen.
6.5     Der Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 63'782.-- mit dem hypothetischen Invalideneinkommen von Fr. 22’261.-- ergibt eine Einkommenseinbusse von Fr. 41'521.-- und somit einen Invaliditätsgrad von rund 65 %, weshalb die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente hat.
         Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde in dem Sinne, als die Verfügung vom 10. Dezember 2009 (Urk. 2) dahingehend abgeändert wird, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Mai 2009 Anspruch auf eine  Dreiviertelsrente hat.

7.      
7.1     Bei diesem Ausgang sind die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG, die ermessensweise auf Fr. 900.-- festzusetzen sind, der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2     Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer).
         Vorliegend erscheint eine Prozessentschädigung von Fr. 1’900.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.


Das Gericht erkennt:
1.         In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 10. Dezember 2009 dahin abgeändert, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Mai 2009 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente hat.
2.         Die Gerichtskosten von Fr. 900.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.         Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von Fr. 1'900.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.
4.         Zustellung gegen Empfangsschein an:
- Rechtsanwalt Urs O. Kraft
- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
- Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
- Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
           Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
           Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).