Zürich Sozialversicherungsgericht

kantone/zh_sozverger/IV.2010.00175.html 

Entscheide



IV.2010.00175

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Engler, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichter Hurst

Ersatzrichterin Arnold Gramigna

Gerichtsschreiberin Hiller
Urteil vom 31. Oktober 2011
in Sachen
X.___
 
Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt Andreas Hübscher
chkp. Conrad Höchli Kink & Partner
Sonnengut 4, 5620 Bremgarten AG

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin


Sachverhalt:
1.      
1.1     Der 1955 geborene X.___ war seit 1. Juni 2000 als Chauffeur bei der Y.___ AG in Z.___ tätig (Urk. 6/10), als er am 5. Februar 2003 beim Ausladen auf dem Eis ausrutschte und sich dabei Prellungen am rechten Fuss sowie an der rechten Schulter zuzog (Urk. 6/11/44-45). In der Folge fanden nebst Therapien mehrere operative Eingriffe statt. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) als zuständige Unfallversicherung trat auf den Schaden ein und gewährte Taggelder und Heilbehandlung. Am 18. Mai 2004 meldete sich X.___ bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Rentenbezug an (Urk. 6/4).
1.2     Die IV-Stelle zog daraufhin einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 6/7), Arztberichte von Dr. med. A.___, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, vom 2. Juni 2004 (Urk. 6/8), von Dr. med. B.___, Allgemeinmedizin FMH, vom 4. Juni 2004 (Urk. 6/9) sowie von Dr. med. C.___, FMH Orthopädische Chirurgie, vom 30. Juni 2004 (Urk. 6/12) bei und holte einen Arbeitgeberbericht der Y.___ AG vom 7. Juni 2004 (Urk. 6/10) sowie die Akten der Unfallversicherung (Urk. 6/11) ein. Mit Verfügung vom 28. Juli 2004 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (Urk. 6/16).
1.3         Nachdem X.___, vertreten durch Rechtsanwältin Gabi Kink, hiergegen am 14. September 2004 Einsprache (Urk. 6/17) erhoben hatte, zog die IV-Stelle weitere Akten der Unfallversicherung (Urk. 6/30-37, Urk. 6/39-60) und einen IK-Auszug vom 4. Januar 2006 (Urk. 6/38) bei.
         Mit Verfügung vom 14. März 2007, bestätigt durch das hiesige Gericht sowie das Eidgenössische Versicherungsgericht, sprach die SUVA X.___ für die verbleibenden Folgen der unfallbedingten Schulterverletzung neben einer Integritätsentschädigung von 20 % eine Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 27 % zu (Urk. 6/50; vgl. dazu Urteil des hiesigen Gerichts vom 18. Dezember 2008, UV.2007.00351, und Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts, EVG, vom 9. Juni 2009, Urk. 6/135).
         Mit Einspracheentscheid vom 19. September 2007 hiess die IV-Stelle die Einsprache von X.___ teilweise gut und stellte fest, dass der Rentenanspruch unter Anhandnahme weiterer Abklärungen neu geprüft werde (Urk. 6/65). Anschliessend holte sie einen Bericht von Dr. med. D.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 9. Januar 2008 (Urk. 6/78) ein und teilte X.___ am 28. April 2008 mit, dass die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde (Urk. 6/88). Mit Vorbescheid vom 25. Juni 2008 (Urk. 6/96) stellte sie die Zusprache einer befristeten, ganzen Invalidenrente ab September 2004 bis November 2006 in Aussicht.
         Nachdem X.___ am 27. August 2008 durch seine Rechtsvertreterin dagegen Einwand erhoben hatte (Urk. 6/104), gab die IV-Stelle bei Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten in Auftrag, welches am 12. Februar 2009 erstattet wurde (Urk. 6/125). Nach einem Einwand von X.___ vom 20. April 2009 (Urk. 6/131) holte die IV-Stelle bei Dr. E.___ eine ergänzende Stellungnahme vom 2. Juni 2009 (Urk. 6/133) ein. Hierzu liess sich X.___ am 19. September 2009 erneut vernehmen (Urk. 6/139). Mit Verfügung vom 15. Januar 2010 sprach ihm die IV-Stelle vom 1. September 2004 bis 30. November 2006 eine ganze Invalidenrente zu (Urk. 2 = Urk. 6/145).

2.      
2.1     Mit Eingabe vom 16. Februar 2010 erhob X.___ durch seine Rechtsvertreterin dagegen Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 15. Januar 2010 sei insoweit aufzuheben, als diese seinen Rentenanspruch ab dem 1. Dezember 2006 verneine; ihm sei ab dem 1. Dezember 2006 eine Invalidenrente nach Ergebnis des Beschwerdeverfahrens, mindestens jedoch eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Weiter sei ein interdisziplinäres Gutachten (psychiatrisch, orthopädisch, neurologisch, eventuell rheumatologisch) einzuholen; eventuell sei die Streitsache zur weiteren Abklärung (Einholung eines interdisziplinären Gutachtens) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (Urk. 1).
         Mit Beschwerdeantwort vom 12. März 2010 ersuchte die Beschwerdegegnerin um Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was dem Beschwerdeführer am 18. März 2010 angezeigt wurde (Urk. 7).
2.2     Mit Beschluss vom 8. September 2011 wurde der Beschwerdeführer auf eine mögliche reformatio in peius aufmerksam gemacht und ihm Frist zur Stellungnahme beziehungsweise zum Beschwerderückzug eingeräumt (Urk. 10).
         Mit Eingabe vom 30. September 2011 hielt der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Andreas Hübscher, an seinen Beschwerdeanträgen fest (Urk. 12) und reichte einen Beitrag von Dr. E.___ im Leseforum des F.___ Tagblatts vom 8. Oktober 2008 ein (Urk. 13/3), welche Eingaben der Beschwerdegegnerin mit Übermittlungszettel vom 12. Oktober 2011 zugesandt wurden (Urk. 14).


Das Gericht zieht in Erwägung:
1.      
1.1     Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 6. Oktober 2006, der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 28. September 2007, des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) sowie das Bundesgesetz über die Schaffung und die Änderung von Erlassen zur Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA) vom 6. Oktober 2006 in Kraft getreten. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 15. Januar 2010 ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1). Dies fällt materiellrechtlich jedoch nicht ins Gewicht, weil die 5. IV-Revision hinsichtlich der Invaliditätsbemessung keine substanziellen Änderungen gegenüber der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat, so dass die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009 E. 2). Im Folgenden werden die massgeblichen Gesetzesbestimmungen - soweit nichts anderes vermerkt ist - in der seit dem 1. Januar 2008 geltenden Fassung zitiert.
1.2         Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung).
         Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
         Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen. Diese im Bereich der somatoformen Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze werden rechtsprechungsgemäss bei der Würdigung des invalidisierenden Charakters von Fibromyalgien (BGE 132 V 65 E. 4 S. 70), dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (SVR 2007 IV Nr. 45 S. 150, I 9/07 E. 4 am Ende), Chronic Fatigue Syndrome (CFS; chronisches Müdigkeitssyndrom) und Neurasthenie (Urteile 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3; 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2 und I 70/07 vom 14. April 2008 E. 5) sowie bei dissoziativen Bewegungsstörungen (Urteil 9C_903/2007 vom 30. April 2008 E. 3.4) analog angewendet (BGE 137 V 64 E. 4.1 und 4.2 mit Hinweisen).
1.3         Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.        ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.        während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.        nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
         Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG; bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 1 IVG).
1.4     Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
          Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).

2.      
2.1     Die Beschwerdegegnerin ging in der Verfügung vom 15. Januar 2010 davon aus, dass der Beschwerdeführer seit 12. September 2003 (Beginn der einjährigen Wartezeit) in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei. Ihre Abklärungen hätten ergeben, dass er nach Ablauf des Wartejahres in seiner Arbeitsfähigkeit als Lastwagenfahrer zu 100 % eingeschränkt gewesen sei; auch eine der Behinderung angepasste Tätigkeit sei ihm zu diesem Zeitpunkt nicht zumutbar gewesen. Die weiteren medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass dem Beschwerdeführer ab November 2006 (Datum der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit [EFL] in der Klinik G.___) eine der Behinderung angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei. Aus der Gegenüberstellung eines Valideneinkommens von Fr. 75'632.80 und eines Invalideneinkommens von Fr. 53'277.30 (Tabellenlohn abzüglich Leidensabzug von 10 %) resultiere eine Erwerbseinbusse von Fr. 22'355.50 und ein Invaliditätsgrad von 30 %. Ab September 2004 bis November 2006 habe der Beschwerdeführer Anspruch auf eine befristete, ganze Invalidenrente (Urk. 2).
2.2     Der Beschwerdeführer wendet ein, dieser Invaliditätsgrad von 30 % decke lediglich die Beeinträchtigungen durch die rein somatisch bedingten Unfallfolgen ab. Bezüglich der gelten gemachten psychiatrischen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verweise die Verfügung auf das psychiatrische Gutachten von Dr. E.___, welches jedoch die folgenden massiven Mängel aufweise: äusserst mangelhafte Anamnese, ungenügende Darlegung der subjektiven Angaben, Beeinflussung der testpsychologischen Abklärung durch die Dolmetscherin, keine Anwesenheit des Psychiaters bei der Testung und damit ungenügende Verhaltensbeobachtung, keine Diskussion einer somatoformen Schmerzstörung aufgrund (angeblich) fehlender somatischer Einschätzungen, ungenügende Kenntnisse der Vorakten. Dem Gutachten könne damit im vorliegenden Fall kein Beweiswert zukommen. Der Beschwerdeführer beantrage die Einholung eines psychiatrischen Obergutachtens, welches in ein interdisziplinäres Gutachten einzubetten sei (Urk. 1 S. 4-13). Anschliessend sei der Einkommensvergleich vorzunehmen. Einstweilen sei gestützt auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des behandelnden Arztes Dr. D.___, wonach der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei (vgl. Bericht von Dr. D.___ vom 9. Januar 2008, Urk. 6/78), das Invalideneinkommen zu bestimmen. Dieses sei auf LSE 2006, Niveau 4, Männer, abzustellen, wobei auch ein leidensbedingter Abzug von 20 % vorzunehmen sei. Das Valideneinkommen könne aus der Verfügung mit Fr. 75'632.80 übernommen werden. Der Minderverdienst belaufe sich auf Fr. 51'953.--, womit ein Invaliditätsgrad von 69 % resultiere. Ihm sei ab dem 1. Dezember 2006 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen (Urk. 1 S. 13-14).
2.3     Zu prüfen ist damit, ob der Beschwerdeführer ab November 2006 für eine angepasste Tätigkeit zu 100 % oder zu 50 % arbeitsfähig ist und ob zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung ein Gutachten oder Arztbericht vorlagen, die eine zuverlässige Beurteilung seines Gesundheitszustandes gestatten.

3.      
3.1     Aus den Akten der Unfallversicherung (Urk. 6/11/44-45) ergibt sich zunächst, dass der Beschwerdeführer am 5. Februar 2003 beim Ausladen auf dem Wolkenplatz in Davos auf dem Eis ausrutschte und sich am rechten Fussgelenk sowie an der rechten Schulter Prellungen zuzog. Die Erstbehandlung erfolgte bei Dr. A.___ und die Nachbehandlung bei Dr. C.___.
3.1.1 Dr. A.___ nannte in seinem Bericht vom 2. Juni 2004 (Urk. 6/8) zuhanden der Beschwerdegegnerin als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische Impingement-Symptomatik Schulter rechts bei nicht transmuraler gelenkseitiger Supraspinatussehnen-Läsion (bestehend seit dem Sturz vom 5. Februar 2003) mit diagnostischer Schultergelenksarthroskopie rechts mit Débridement des Supraspinataussehnen-Ansatzes, Bursoskopie, vorderer Défilée-Erweiterung mit Resektion des Ligamentum coracoacromiale sowie Ausdünnung der Akromionunterfläche am 12. September 2003. Er wies darauf hin, dass die Arbeitsunfähigkeit durch Dr. C.___ bestimmt werde (Urk. 6/8/5).
3.1.2 Aus dem Bericht von Dr. C.___ vom 30. Juni 2004 (Urk. 6/12) ergeben sich die Diagnose eines posttraumatischen Impingmentes der rechten Schulter bei nichttransmuraler gelenkseitiger Supraspinatussehnen-Läsion sowie eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 12. September 2003, eine 75%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 27. Oktober 2003 und eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 17. Februar 2004 (Urk. 6/12/1). Eine Erwerbstätigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei ganztags oder 42 Stunden pro Woche ab sofort zumutbar (Urk. 6/12/4).
3.1.3 Im Rahmen des Einspracheverfahrens (Einsprache vom 14. September 2004, Urk. 6/17) holte die Beschwerdegegnerin weitere Akten der Unfallversicherung ein. Gemäss Bericht der Klinik G.___ vom 4. Oktober 2005 (Urk. 6/37/11-13) sei ein psychosomatisches Konsilium mit der Fragestellung durchgeführt worden, ob eine psychische Einschränkung für eine erfolgreiche Rehabilitation bestehe. Lic. phil. H.___, Klinische Psychologin, und Dr. med. I.___, Leitender Arzt, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, stellten die psychopathologischen Diagnosen einer leichten Anpassungsstörung (ICD-10: F 43.2) und längerer depressiver Reaktion (Urk. 6/37/11). Der Beschwerdeführer zeige seit dem Stolpersturz vom 5. Februar 2003 weitgehend therapieresistente Schmerzen im Bereich der rechten Schulter, welche zu Kraftverlust im gesamten rechten Arm und Einschlafgefühlen in Daumen, Zeig- und Mittelfinger der rechten Hand geführt und bis anhin eine Arbeitsaufnahme verunmöglicht hätten. Es zeige sich auch eine Tendenz zu depressiver Verarbeitung in einer für den Beschwerdeführer subjektiv unkontrollierbaren Schmerzsituation mit herabgesetzter Stimmung, Aktivitätsverlust, Verunsicherung, Schlafschwierigkeiten und Zukunftsängsten im Rahmen einer leichten Anpassungsstörung. Insofern sei ein relatives Rehabilitationshindernis gegeben (Urk. 6/37/13).
3.1.4 Aus dem EFL-Bericht der Klinik G.___ vom 15. Dezember 2006 (Urk. 6/43/4) geht hervor, dass am 22./23. November 2006 alle vorgesehenen Tests durchgeführt worden seien. Der Beschwerdeführer habe sich jedoch selbst unter Angabe von Schmerzen limitiert, bevor die beobachtbare funktionelle Leistungsgrenze erreicht wurde. Er habe seinen rechten Arm spontan überhaupt nicht eingesetzt, und damit sei kein normales ergonomisches Heben und Tragen zu beobachten; es sei somit vor allem bei der Handkraft rechts, Handkoordination rechts sowie den Hebe- und Tragtests von einer etwas höheren Belastbarkeit auszugehen (Urk. 6/43/8). Unter Diagnosen führten die Ärzte auf (Urk. 6/43/4):
„A.     Unfall vom 05.02.03: Auf dem Eis beim Abladen ausgerutscht, Sturz auf die re Schulter mit Schulterkontusion re.
12.09.03 Schulterarthroskopie, Débridement des Supraspinatussehnenansatzes, Bursoskopie, vordere Défilée-Erweiterung mit Resektion des Lig. coraco-acromiale, Akromioplastik (Dr. C.___)
01.02.05 Erneute Arthroskopie der re Schulter, Tonotomie der langen Bicepssehen, offene Rotatorenmanschettenrekonstruktion, Tenodes der langen Bicepssehen, Akromioplastik und AC-Gelenks-Resektion (Dr. M, L.___klinik)
A1 Periathropathia humeroscapularis, partim ankylosans re
A. Dysfunktionales Umgangs- und Bewältigungsmuster der Beschwerden
B. Gesichtsschmerz links unklarer Aetiologie, DD Trigeminusneuralgie
C. Restbeschwerden am linken OSG
- St.n. 2x fraglichen Supinationstraumata vor 20 und 5 Jahren (beim letzten Mal chirurgischer Eingriff erfolgt)".
         Unter Zumutbarkeit und Eingliederungsperspektive gaben die Ärzte an, infolge Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz seien die Resultate von ergonomischen Tests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit im vorliegenden Falle nur teilweise verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem Effort eine bessere Leistung erbracht werden könnte, als bei den Tests gezeigt worden sei. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nur ungenügend erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich deshalb primär auf medizinisch-theoretische Überlegungen, ergänzt durch die Beobachtungen bei den Leistungstests. Eine weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit lasse sich medizinisch-theoretisch nicht begründen. Aufgrund der allgemeinen Dekonditionierung sei ein mehrwöchiges, zumindest initial unter stationären Bedingungen durchzuführendes Ergonomietrainingsprogramm zur Verbesserung der allgemeinen Ausdauer sowie zur Steigerung der Belastbarkeit zu empfehlen. Es sei davon auszugehen, dass durch ein mehrwöchiges, vorzugsweise unter stationären Bedingungen durchzuführendes, straff geführtes Ergonomietrainingsprogramm bei guter Motivation und Leistungsbereitschaft die Belastbarkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in arbeitsrelevanter Weise noch verbessert werden könne (Urk. 6/43/7). Unter Zumutbarkeit für die bisherige berufliche Tätigkeit als LKW-Chauffeur führten die Ärzte auf, dass diese Tätigkeit nicht zumutbar sei; die Anforderungen (wiederholtes Hantieren bis schwerer Lasten) seien zu hoch. Die Zumutbarkeit für andere berufliche Tätigkeit sei mindestens für eine leichte Arbeit ganztags zu bejahen. Zu vermeiden seien länger dauernde Tätigkeiten über Brusthöhe sowie mit wiederholtem Krafteinsatz des rechten Armes (Urk. 6/43/7).
3.1.5   In einem Bericht vom 9. Januar 2008 (Urk. 6/78/1-9) zuhanden der Beschwerdegegnerin nannte Dr. D.___ als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F 43.1) seit mindestens 2007 in der Folge des Arbeitsunfalls vom 5. Februar 2003 und verwies für weitere medizinische Diagnosen auf Berichte anderer Ärzte. Anschliessend hielt er fest (Urk. 6/78/8), dass die im Bericht der Klinik G.___ vom 4. Oktober 2005 beschriebenen Beschwerden und Befunde auch heute noch Gültigkeit hätten. Der Beschwerdeführer klage heute noch über stichartig einschiessende Schmerzen in der rechten Schulter und Einschlafen des rechten Armes, mit Kraftminderung (Ausbruch einer Attacke während einer Konsultation). Diese Schmerzen veranlassten ihn zu einer Vermeidung des Einsatzes des rechten Armes. Dazu kämen Sensibilitätsstörungen und Kältegefühl im Bereich des linken Nervus Trigeminus sowie zunehmende Schmerzen und Parästhesien (Ameisenlaufen) im linken Arm und Bein. Zusätzlich seien aber auch sein Antrieb und die Freudfähigkeit in den letzten 2 Jahren deutlich gesunken. Der Beschwerdeführer versuche zudem, jede Erwähnung oder gar ein Gespräch über den Unfall von 2003 zu vermeiden. Auch heute noch sei jede Erwähnung oder gar Beschreibung des Unfallereignisses mit unerwartet heftigen emotionalen Reaktionen verbunden und führten zu Tränen, Verstummen und Abwehr des Gesprächsinhaltes (Urk. 6/78/8 f.). Die Symptomatik sei 20 Monate nach dem Unfall im Bericht der Klinik G.___ vom 4. Oktober 2005 noch als „leichte Anpassungsstörung“ beurteilt worden; unter dem Eindruck der nun verstärkten Symptomatik müsse man jedoch heute, 5 Jahre nach dem Unfall, von einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F 43.1) sprechen; dies angesichts der inadäquat heftigen Reaktion auf die Erwähnung oder gar Besprechung des Unfallereignisses (im Sinne einer typischen Re-Traumatisierung) sowie des bereits im Bericht von 2005 beschriebenen Vermeidungsverhaltens, des sozialen Rückzugs und der erheblichen depressiven Symptomatik. Die mit dem Unfallereignis und den Unfallfolgen verbundene psychische Traumatisierung werde vermutlich weitgehend bestehen bleiben, und es sei mit einer dauernden generellen Behinderung der beruflichen Tätigkeit zu rechnen. Der Beschwerdeführer werde keine mit der bisherigen Tätigkeit vergleichbare berufliche Aufgabe mehr erfüllen können. Die damit verbundene Arbeitsunfähigkeit liege bei etwa 50 %. Die verbleibende 50%ige Arbeitsunfähigkeit sei aber relativ und verbunden mit einer eingeschränkten physischen Belastbarkeit des Beschwerdeführers; dieser sei nur für gewisse leichte Tätigkeiten ohne Einsatz des rechten Armes einsetzbar (Urk. 6/78/9). Zusammenfassend führte Dr. D.___ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis Dezember 2007 und eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Arbeitsversuch) ab 2008 (Urk. 6/78/2) auf.
          In einem Bericht vom 4. August 2008 (Urk. 6/99/1) zuhanden des Krankentaggeldversicherers wiederholte Dr. D.___ seine bisherigen Feststellungen und gab eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen  Tätigkeit als LKW-Chauffeur sowie eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in einer anderen, angepassten Tätigkeit (Urk. 6/99/2) an.
3.1.6   Am 21. Januar 2009 fand die psychiatrisch-psychotherapeutische Begutachtung durch Dr. E.___ und Dr. J.___, Assistenzärztin in Weiterbildung zur Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie in der K.___ , im Beisein einer Dolmetscherin statt (Urk. 6/125/1). Hinsichtlich der objektiven Befunde geht aus dem Gutachten vom 12. Februar 2009 hervor, dass der Beschwerdeführer im Bewusstsein wach und zu allen Qualitäten orientiert war. Zu Gesprächsbeginn habe er sofort begonnen zu weinen. Es beständen keine Gedächtnisstörungen und keine Hinweise auf inhaltliche Denkstörungen; die Intelligenz, Auffassung und Merkfähigkeit seien in der Exploration in der Norm; es beständen leichte Konzentrationsschwierigkeiten. Im Affekt sei er ernst, zeige eine leichte innere Anspannung und sei dabei gut moduliert. Hinweise auf Wahnphänomene, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen fänden sich keine; der Antrieb sei angemessen. Der Beschwerdeführer berichte über Suizidgedanken; Hinweise für akute Suizidalität fänden sich aber keine. Bei der Testuntersuchung arbeite er kooperativ und vollständig mit. Bei der Untersuchung zeige sich darüber hinaus eine leichte Kraftminderung im rechten Arm. Der Beschwerdeführer gebe ein leicht vermindertes Berührungsempfinden im Bereich der linken Oberlippe, der linken Kinnhälfte und des linken Kiefers an. Die Kraft, gegen Widerstand die Augen zu öffnen, sei auf der linken Seite leicht vermindert (Urk. 6/125/7). Als Diagnose stellte der Gutachter (Urk. 6/125/9) eine leichte depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F32.00); aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht bestehe beim Beschwerdeführer aufgrund dieser Diagnose keine Minderung der Arbeitsfähigkeit. Er sei aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht ebenfalls in der Lage, an beruflichen Massnahmen und Integrationsmassnahmen teilzunehmen; eine entsprechende Willensanstrengung sei ihm möglich und zumutbar (Urk. 6/125/13).
3.1.7 In einer Stellungnahme zum Gutachten von Dr. E.___ vom 12. Februar 2009 informierte Dr. D.___ am 16. April 2009 (Urk. 6/130), dass sich die Beurteilung des Gutachters nicht mit seinen Beobachtungen und Untersuchungsergebnissen seit Juni 2007 decke. Er habe seine Vorbehalte bezüglich der darin gestellten Diagnose wie auch bezüglich gewissen Vorgehensweisen während der gutachterischen Test-Untersuchung. Auffallend an den Ergebnissen der Depressionstests BDI und MADRS sei für ihn, dass sich die Beantwortung einiger Fragen, vor allem jene zu den Items „Freude“, „Interesse“ und „Libido“, markant von seinen Beobachtungen und Befragungsresultaten unterscheideten. Entsprechend fielen bei einer Nachbefragung derselben Tests die Resultate anders aus (Urk. 6/130/1). Ein zur weiteren Überprüfung der genannten Testresultate in seiner Praxis durchgeführter Test mit der HAM-D (Hamilton Depressions-Skala) habe ein Total von 28 Punkten ergeben; dieser Wert liege im oberen Bereich einer „Mittelgradigen depressiven Störung“. Der Beschwerdeführer habe ihm sodann geschildert, dass die Übersetzerin die Testfragen ausgefüllt habe; sie habe ihm auch zuerst erklärt, diese Tests seien nur von geringer Wichtigkeit. Zusammenfassend könne gesagt werden, dass die Testresultate im Gutachten mit grosser Vorsicht aufzunehmen seien und einer Überprüfung bedürften. Dementsprechend müsse auch die darauf basierende Depressions-Diagnose allenfalls angepasst werden (Urk. 6/130/1-2). Zusammenfassend halte er fest, dass nach seiner Beurteilung des aktuellen Zustandes des Beschwerdeführers (wie auch jenes zur Zeit der Begutachtung) die Diagnose einer mittelstarken depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F 32.11) gestellt werden müsse (Urk. 6/130/2). Er sei zudem weiterhin der Meinung, dass der Beschwerdeführer an einer posttraumatischen Belastungsstörung leide (Urk. 6/130/3).
3.1.8 Am 2. Juni 2009 führte Dr. E.___ ergänzend aus (Urk. 6/133), die Dolmetscherin habe den Fragebogen nicht ausgefüllt, sie dürfe aber, auf Wunsch des Beschwerdeführers (beispielsweise bei Schmerzen, emotionaler Unpässlichkeit oder ähnliches) die Markierung gemäss Befehl durch ihn anbringen. Dem Beschwerdeführer sei zudem durch Dr. J.___ und ihn (in Anwesenheit der Dolmetscherin) erläutert worden, dass die Tests als Teil einer Interpretation der Informationen in das Gutachten eingehen würden. Bei der Beurteilung des Gesundheitsschadens hätten sie sich primär auf die objektivierbaren Befunde abgestützt (Urk. 6/133/2). Bei der von der Vertretung referierten Diskrepanz zu einer posttraumatischen Belastungsstörung zwischen Gutachter und behandelndem Arzt sei darauf hinzuweisen, dass die ICD-10 das Kriterium A (objektive Schwere des auslösenden Ereignisses) fordere und dies konsequent in der Rechtsanwendung beachtet werde; die hier nur allgemein genannte „einschlägige Literatur“ sei nicht nachvollziehbar (Urk. 6/133/3). Eine depressive Episode gemäss ICD-10: F 32.11 sowie eine posttraumatische Belastungsstörung gemäss ICD-10: F 43.1 liessen sich aufgrund der Untersuchungen vom 12. Februar 2009 beim Beschwerdeführer nicht begründen (Urk. 6/133/4).
3.2      Damit liegen hier aus psychiatrischer Sicht unterschiedliche Diagnosenstellungen sowie zwei einander widersprechende Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit vor. Abgesehen von der Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte mitunter wegen ihrer auftragsrechtlichen Vertauensstellung im Zweifel eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc), vermögen weder die Berichte von Dr. D.___ vom 9. Januar 2008 (Urk. 6/78) und vom 4. August 2008 (Urk. 6/99) noch seine Stellungnahme vom 16. April 2009 mit beigelegten Tests (Urk. 6/130) eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in einer leidensangepassten Tätigkeit nachzuweisen (vgl. Urk. 1 S. 13). Den Berichten von Dr. D.___ fehlen die zur Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit wesentlichen medizinischen Gesamtzusammenhänge. Die Einschätzung der 50%igen Arbeitsunfähigkeit ist nicht näher begründet und wurde offensichtlich nicht in Kenntnis aller Vorakten abgegeben. Bei der Verfassung des Berichts vom 9. Januar 2008 (Urk. 6/78) stand Dr. D.___ der EFL-Bericht der Klinik G.___ vom 15. Dezember 2006 (Urk. 6/43) offenbar nicht zur Verfügung, da er nur frühere Berichte der Klinik G.___ vom 4./14. Oktober 2005 und vom 29. November 2006 erwähnt (vgl. Urk. 6/78/6 und Urk. 6/78/8 f.) und sich mit dem EFL-Bericht mit keinem Wort auseinandersetzt. Die Ärzte der Klinik G.___ haben dabei im EFL-Bericht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit aus somatischer Sicht gesehen und mindestens eine leichte Arbeit, ganztags, als zumutbar betrachtet (Urk. 6/43/7). Damit sind die Einschätzungen von Dr. D.___ zur eingeschränkten physischen Belastbarkeit des Beschwerdeführers mit Hinweis auf die Berichte der Klinik G.___ (vgl. Urk. 6/78/9) nicht begründet. Zeitliche Rahmen für eine zumutbare adaptierte Tätigkeit gab er ebenfalls nicht an. Schliesslich geht aus seiner Beurteilung auch nicht hervor, weshalb aufgrund der geklagten Beschwerden eine 50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultieren soll. Er führte zwar eigene Untersuchung durch, setzte sich aber in der Folge mit den Erkenntnissen nicht auseinander; stattdessen gab er die Schilderungen des Beschwerdeführers wieder, ohne diese kritisch zu würdigen. Die von Dr. D.___ mit der Stellungnahme vom 16. April 2009 eingereichten Tests (Urk. 6/130/4-6) vermögen ebenfalls die Testresultate im Gutachten vom 12. Februar 2009 (Urk. 6/125/19-28) nicht in Frage zu stellen. Fehl gehen auch die Ausführungen des behandelnden Arztes und des Beschwerdeführers (Urk. 6/130/2, Urk. 1 S. 5 und S. 12), die testpsychologische Abklärung im Gutachten sei durch die Dolmetscherin beeinflusst worden. Aus den Angaben des Beschwerdeführers ergibt sich lediglich, dass ihm die Dolmetscherin die Fragen vorgelesen und anschliessend Antwort-Vorschläge übersetzt habe, was keine unzulässige Beeinflussung darstellt.
          Auch die Rüge des Beschwerdeführers, Dr. E.___ sei bei der Testung persönlich nicht anwesend gewesen, (Urk. 1 S. 5 und S. 12), vermag das Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen. Nach den Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung psychischer Störungen ist der Explorand vom Gutachter persönlich zu untersuchen. Der klinische Untersuchungsgang mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung ist das Kernstück der Begutachtung (vgl. IV. Teil, Ziff. 4 der Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung psychischer Störungen, publiziert als Anhang 8 bei Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, in: Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 111 ff.). Testpsychologische Untersuchungen können eine Ergänzung der klinischen Erfassung des Exploranden sein (vgl. IV. Teil, Ziff. 7 der Leitlinien). Vorliegend ist deshalb festzuhalten, dass für die Qualität eines Gutachtens in jedem Fall die klinische Untersuchung in Kenntnis der Anamnese entscheidend ist. Des Weiteren beantworten die Leitlinien die Frage, ob die testpsychologischen Zusatzuntersuchungen anlässlich der Begutachtung und im Beisein des Gutachters durchzuführen sind, nicht. Daher kann nicht von einem Verstoss des Gutachters Dr. E.___ gegen den anerkannten Standard ausgegangen werden.
          Vielmehr erfüllt das auf ausführlichen medizinischen Abklärungen und den anamnestisch erhobenen Befunden gründende psychiatrisch-psychotherapeutische Gutachten von Dr. E.___ vom 12. Februar 2009 (Urk. 6/125) die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert einer Expertise. So ist es für die streitigen Belange umfassend, beantwortet es doch die Frage nach dem Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sowie dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht. Es beruht auch auf den notwendigen Untersuchungen samt testpsychologischen Abklärungen (Urk. 6/125/18-28), berücksichtigt die geklagten Beschwerden (Urk. 6/125/5-6), wurde in Kenntnis der Vorakten (Urk. 6/125/2-4) abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein, und die Schlussfolgerungen erweisen sich als begründet. So legte Dr. E.___ nachvollziehbar dar, dass beim Beschwerdeführer aufgrund der Diagnose einer leichten depressiven Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F32.00) keine Minderung der Arbeitsfähigkeit bestehe und dass ihm eine entsprechende Willensanstrengung möglich und zumutbar sei (Urk. 6/125/13). Schlüssig wies er auch darauf hin, dass sich die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung gemäss ICD-10: F 43.1 aufgrund der Untersuchungen vom 12. Februar 2009 nicht begründen lasse (Urk. 6/133/4) und dass diese Diagnose anhand des Berichts von Dr. D.___ vom 4. August 2008 (Urk. 6/99/1) nicht nachvollziehbar erscheine (Urk. 6/125/14). Zutreffend erwog er sodann, dass dem Unfallereignis vom 5. Februar 2003 die objektive Schwere fehlt (Urk. 6/133/3). Der Beschwerdeführer legt zudem nicht dar, inwiefern durch seinen Sturz und den dabei zugezogenen Prellungen am rechten Fuss und Schulter ein traumatisierendes Ereignis eingetreten sein soll. Hinsichtlich der Frage der psychischen Einschränkungen divergiert das Gutachten ebenfalls nicht mit dem Bericht der Klinik G.___ vom 4. Oktober 2005 (Urk. 6/37/11) über das psychosomatische Konsilium, worin nur eine leichte Anpassungsstörung (ICD-10: F 43.2) und eine längere depressive Reaktion diagnostiziert wurden. Konkrete Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens sprächen, liegen damit nicht vor. Soweit der Beschwerdeführer auf eine ungenügende Dauer der Untersuchung durch Dr. E.___ schloss (Urk. 1 S. 9), ist dem entgegenzuhalten, dass das Bundesgericht in seiner Rechtsprechung der Dauer einer psychiatrischen Exploration keinen bedeutenden Stellenwert zumisst, solange die Expertise den praxisgemässen Kriterien entspricht (Urteil des Bundesgerichts 8C_448/2009 vom 27. Juli 2009, E. 2.2 und 8C_485/2010 vom 21. September 2010, E. 2.4.3). Mithin spricht die Dauer der Begutachtung durch Dr. E.___ nicht gegen den Beweiswert seiner Expertise, und es ist nicht ersichtlich, dass die Expertise unsorgfältig erstellt worden wäre. Damit erweist sich das psychiatrisch-psychotherapeutische Gutachten von Dr. E.___ vom 12. Februar 2009 (Urk. 6/125) als beweistaugliche Grundlage.
3.3      Da die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sowohl in physischer als auch psychischer Hinsicht abgeklärt ist, erübrigen sich weitere Begutachtungen, wie von ihm beantragt. Zusammen mit den übrigen Verfahrensakten ergibt sich ein umfassendes Bild, das durchaus eine zuverlässige Beurteilung des für den streitigen Rentenanspruch massgeblichen Gesundheitszustands und dessen Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit ermöglicht.
          Damit ist der medizinische Sachverhalt als in dem Sinne erstellt zu erachten, dass dem Beschwerdeführer bei Aufbietung einer zumutbaren Willensanstrengung die Ausübung einer behinderungsangepassten Arbeitstätigkeit ab spätestens Dezember 2006 (mit den im EFL-Bericht vom 15. Dezember 2006 umschriebenen Anpassungen, Urk. 6/43/7) vollumfänglich zumutbar ist.
          Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ab November 2006 (Datum der EFL in der Klinik G.___) eine der Behinderung angepassten Tätigkeit zu 100 % als zumutbar betrachtete (Urk. 2).

4.      
4.1     Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a IVV festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bzw. Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
4.2     Die Wartezeit im Sinne der Variante b von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (bis 31. Dezember 2007: Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG) gilt in jenem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005 E. 2.1.1 in fine mit Hinweisen). Dabei ist nur die Arbeitsunfähigkeit von Bedeutung, das heisst die als Folge des Gesundheitsschadens bedingte Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich, während die finanziellen Auswirkungen einer solchen Einbusse für deren Beurteilung während der Wartezeit grundsätzlich unerheblich sind (BGE 130 V 97 E. 3.2, 118 V 16 E. 6d, 105 V 156 E. 2a in fine mit Hinweisen; ZAK 1986 S. 476 E. 3, 1984 S. 230 E. 1, 1980 S. 283 E. 2a).
         Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Artikel 28 Abs. 1 lit. b IVG (bis 31. Dezember 2007: Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG) liegt gemäss Art. 29ter IVV vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war.
4.3     Der Beschwerdeführer war ab 12. September 2003 voll arbeitsunfähig. Vom 27. Oktober 2003 bis 16. Februar 2004 war er zu 25 % wieder arbeitsfähig und ab 17. Februar 2004 zu 50 % (Urk. 6/11/3-8; Urk. 6/12). Per 30. Mai 2004 stellte die SUVA die Taggeldleistungen gestützt auf die 50%ige Arbeitsunfähigkeit ein, weil eine Auswertung des Fahrtenschreibers der vergangenen Monate ergeben hatte, dass der Beschwerdeführer wiederum eine volle Leistung als Chauffeur erbrachte (Urk. 6/11/9 und Urk. 6/11/12-16). Im Bericht vom 30. Juni 2004 ging Dr. C.___ davon aus, dass der Beschwerdeführer ab sofort in einer behinderungsangepassten Tätigkeit vollzeitlich einsatzfähig wäre (Urk. 6/12/4). Am 20. August 2004 wurde der Beschwerdeführer wiederum voll arbeitsunfähig (vgl. auch die Einsprache vom 14. September 2004, Urk. 6/17/3; Urk. 6/23), was im Januar 2005 zur stationären Behandlung in der L.___ Klinik führte (Urk. 6/30/7, 6/30/13-15), wo noch am 11. Juli 2005 und 7. November 2005 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (Urk. 6/34/4, Urk. 6/37/2). Die Tätigkeit bei der Y.___ AG als Chauffeur hatte der Beschwerdeführer am 23. Februar 2005 infolge Kündigung seitens des Arbeitgebers aufgegeben (Urk. 6/46/2). Am 26. April 2006 meldete ihn die SUVA gestützt auf eine kreisärztliche Beurteilung wiederum zur Stellenvermittlung an, wobei in Bezug auf das Tätigkeitsgebiet auf die in Aussicht genommene EFL in G.___ verwiesen wurde (Urk. 6/40), welche im November 2006 erfolgte (Urk. 6/42). Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist daher von einer vollen Leistungsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit auszugehen.
4.4     Hieraus folgt, dass entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin die Wartezeit nicht im September 2003 begann, weil mindestens von Mai 2004 bis 20. August 2004 wiederum eine volle Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf gegeben war, was die Wartezeit unterbrach. Vielmehr ist erst seit 20. August 2004 von einer ununterbrochenen vollen Arbeitsunfähigkeit als Chauffeur auszugehen, weshalb der Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns auf August 2005 festzusetzen ist. Zu diesem Zeitpunkt war der Beschwerdeführer fortgesetzt voll arbeitsunfähig für jegliche Tätigkeit geschrieben, weshalb am 1. August 2005 Anspruch auf eine ganze Rente entstand.
         Die Beschwerdegegnerin rechnete die volle Arbeitsfähigkeit in einer Verweisungstätigkeit erst ab 2. November 2006 (Urk. 6/95/2), das heisst den Zeitpunkt der EFL in G.___ an, was zwar in beweisrechtlicher Hinsicht aufgrund der Aktenlage nicht zu beanstanden ist, was jedoch in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV eine Aufhebung der Rente erst ab 1. März 2007 zur Folge haben kann. Zu prüfen bleibt der ab November 2006 vorzunehmende Einkommensvergleich.
4.5     Gemäss Arbeitgeberauskunft und Anpassung an die Nominallohnerhöhung hätte der Beschwerdeführer bei Weiterbeschäftigung ohne Gesundheitsschaden im Jahr 2006 Fr. 75'632.80 verdient (vgl. Urk. 6/10, Urk. 6/92/10), was hier unbestritten ist (Urk. 1 S. 14).
         Der Beschwerdeführer übt keine seiner verbleibenden Arbeitsfähigkeit entsprechende Erwerbstätigkeit aus, weshalb für die Feststellung des Invalideneinkommens die LSE-Tabellenlöhne heranzuziehen sind. Gemäss TA1 der LSE 2006 (S. 53) erzielten Männer in einfachen und repetitiven Tätigkeiten im Jahr 2006 im Durchschnitt einen monatlichen Bruttolohn von Fr. 4'732.--, welcher praxisgemäss auf eine betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche im Jahr 2006 anzupassen ist (Die Volkswirtschaft 12-2010 Tab. 9.2 S. 90). Damit ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 59’197.30 pro Jahr. Berücksichtigt man den von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen, nicht zu beanstandenden Abzug von 10 %, resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 53'277.60.
          Aus der Gegenüberstellung von Valideneinkommen (Fr. 75'632.80) und Invalideneinkommen (Fr. 53’277.60) resultiert eine Einbusse von Fr. 22'355.20 und damit ein Invaliditätsgrad von 29,56 %. Die Aufrechnung beider Vergleichseinkommen auf den Zeitpunkt des Verfügungserlasses (2010) entsprechend der Nominallohnentwicklung würde zum gleichen Ergebnis führen.

5.       Dem Beschwerdeführer steht daher vom 1. August 2005 bis 28. Februar 2007 eine ganze Invalidenrente zu. Spätestens ab 1. März 2007 ist kein Rentenanspruch mehr ausgewiesen. Die angefochtene Verfügung vom 15. Januar 2010 ist zu Ungunsten des Beschwerdeführers aufzuheben, und es ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer erst ab 1. August 2005, aber bis 28. Februar 2007 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung samt akzessorischer Renten hat. Dies führt im Ergebnis zur Abweisung der Beschwerde.

6.       Gemäss dem seit 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung). Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 800.-- als angemessen, welche gemäss dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen ist.


Das Gericht erkennt:
1.         Die Beschwerde wird abgewiesen. Die angefochtene Verfügung vom 15. Januar 2010 wird, mit der Feststellung abgeändert, dass der Beschwerdeführer vom 1. August 2005 bis 28. Februar 2007 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat.
2.         Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden dem Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.           Zustellung gegen Empfangsschein an:
- Rechtsanwalt Andreas Hübscher
- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
- Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
- Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
           Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
           Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).