Zürich Sozialversicherungsgericht

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Entscheide



IV.2010.00956

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
III. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Heine, Vorsitzende

Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer

Ersatzrichterin Condamin

Gerichtsschreiber Vogel
Urteil vom 28. Februar 2011
in Sachen
X.___
 
Beschwerdeführer

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin


Nachdem die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 10. September 2010 die Übernahme von Kosten für eine erstmalige berufliche Ausbildung des am '___' 1990 geborenen Beschwerdeführers im kaufmännischen Bereich abgelehnt hatte (Urk. 2),
nach Einsicht in die Beschwerde vom 6. Oktober 2010, mit welcher der Beschwerdeführer sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Übernahme der Kosten für eine erstmalige berufliche Ausbildung beantragt hat (Urk. 1), und in die auf Abweisung der Beschwerde schliessende Beschwerdeantwort der IV-Stelle vom 8. November 2010 (Urk. 6),

in Erwägung,
dass invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen haben, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern, und die Voraussetzungen auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]),
dass die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art in Berufsberatung, erstmaliger beruflicher Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung und Kapitalhilfe bestehen (Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG),
dass Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen, Anspruch auf Ersatz dieser Kosten haben, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten des Versicherten entspricht (Art. 16 Abs. 1 IVG),
dass sich der Beschwerdeführer am 15. September 2009 unter Hinweis auf eine Teilleistungsschwäche, eine Hirnfunktionsstörung und Depressionen bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug anmeldete (Urk. 7/7),
dass der Beschwerdeführer um Ersatz der Kosten der von ihm nach einem Lehrabbruch absolvierten B.___-Handelsschulausbildung ersuchte (vgl. Urk. 7/3, 7/4, 7/6, 7/7, 7/14, 7/16, 7/28),
dass Dr. med. Y.___, Facharzt FMH Kinder- und Jugendmedizin sowie Kinderneurologie, in seinem Bericht vom 23. September 2009 eine seit anfangs 2008 bestehende Depression diagnostizierte und eine Einschränkung der Arbeits- und Ausbildungsfähigkeit postulierte (Urk. 7/13 S. 1-5), gleichzeitig jedoch in einem Schreiben an den nachbehandelnden psychiatrischen Facharzt festhielt, der Patient scheine "sich mit seiner Depression wohl zu fühlen" (Urk. 7/13 S. 6),
dass Dr. med. Z.___, Facharzt FMH Kinderpsychiatrie, in seinem Bericht vom 19. Februar 2010 eine depressive Reaktion (ICD-10 F43.2) und eine Aufmerksamkeitsstörung mit cerebralen Teilleistungsstörungen (ICD-10 F98.8) diagnostizierte, und dafür hielt, dass die Berufsausbildung nur beschränkt möglich sei, weil der Patient die für administrative Aufgaben erforderliche längerdauernde Konzentration nicht aufzubringen vermöge und das soziale Arbeitsumfeld nicht hektisch oder sehr fordernd sein dürfe (Urk. 7/14 S. 1-6),
dass Dr. phil. A.___, Fachpsychologe für Neuropsychologie und für Kinder und Jugendliche FSP, anlässlich der neuropsychologischen Abklärung vom 23. Oktober 2008 bloss leicht ausgeprägte neuropsychologische Teilleistungsschwächen in sehr eng umschriebenen Funktionsbereichen feststellen konnte, wobei die Befunde insgesamt einer durchschnittlichen kognitiven Leistungsfähigkeit entsprachen (Urk. 7/6 S. 8-10, [= 7/14 S. 7-9]),
dass Dr. Z.___ am 2. Mai 2010 von einer seit April 2008 bestehenden Arbeitsunfähigkeit unterschiedlichen Ausmasses berichtete und weiter ausführte, der Wunsch des Beschwerdeführers nach einer baldigen Absolvierung der B.___-Ausbildung versetze diesen in die Lage, zwischenzeitlich adäquate Schulleistungen zu erbringen (Urk. 7/16),
dass Dr. Z.___ in seinem Bericht vom 2. Mai 2010 ausserdem festhielt, dass eine behinderungsangepasste Tätigkeit nicht ausschliesslich administrativer Natur sein dürfe, sondern auch manuelle Tätigkeiten zu beinhalten habe (Urk. 7/16),
dass Dr. Z.___ am 23. August 2010 dafür hielt, dass dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit seit 24. Juni 2010 vollschichtig zumutbar sei (Urk. 7/30),
dass zwar aufgrund der vorliegenden medizinischen Stellungnahmen fraglich erscheint, ob überhaupt ein die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden ausgewiesen ist, der behandelnde Facharzt jedoch klar dafür hält, dass eine administrative Tätigkeit im kaufmännischen Bereich nicht behinderungsangepasst sei,
dass die berufliche Ausbildung, für welche der Beschwerdeführer Kostenersatz verlangt, seinen Fähigkeiten somit nicht entspricht,
dass die Voraussetzungen für einen Ersatz der entsprechenden Kosten daher nicht gegeben sind,
dass der angefochtene Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 10. September 2010 deshalb nicht zu beanstanden und die Beschwerde entsprechend abzuweisen ist,
dass auf den weiteren Antrag, das Dossier sei einem anderen Sachbearbeiter der IV-Stelle zuzuweisen, nicht eingetreten werden kann,
dass die Kosten des Verfahrens auf Fr. 400.-- festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen sind (Art. 69 Abs. 1bis IVG),

erkennt das Gericht:
1.         Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
2.         Die Gerichtskosten von Fr. 400.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden dem Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.           Zustellung gegen Empfangsschein an:
- X.___
- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
- Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
- Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
           Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
           Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).