Zürich Sozialversicherungsgericht

kantone/zh_sozverger/IV.2010.01216.html 

Entscheide



IV.2010.01216

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichter Gräub

Ersatzrichterin Romero-Käser

Gerichtsschreiber Brugger
Urteil vom 29. Juni 2011
in Sachen
X.___
 
Beschwerdeführer

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin


Sachverhalt:
1.      
1.1     X.___, geboren 1958, Vater zweier Kinder (Urk. 6/4 Ziff. 3), war zuletzt vom 12. Oktober bis 4. November 2005 bei der Y.___ AG als Bauarbeiter angestellt (Urk. 6/8 Ziff. 2.1 und 2.7).
         Am 4. November 2005 verletzte sich der Versicherte bei der Arbeit an der linken Schulter (Urk. 6/1/58 Ziff. 4-6). Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) erbrachte für die Folgen des Unfalles die gesetzlichen Leistungen. Mit Verfügung vom 26. Januar 2008 sprach die SUVA dem Versicherten eine Invalidenrente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 12 % und eine Integritätsentschädigung zu (Urk. 6/20).
1.2     Der Versicherte meldete sich am 19. Juni 2007 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/4). Mit Verfügung vom 22. April 2008 verneinte die IV-Stelle bei einem Invaliditätsgrad von 12 % einen Rentenanspruch (Urk. 6/24). Dagegen erhob der Versicherte am 22. Mai 2008 Beschwerde beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich (Urk. 6/26/3). Mit Urteil vom 30. Juni 2009 wies das Gericht die Sache zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurück (Urk. 6/42 S. 8 f. E. 4.2-4.4, S. 11 Dispositiv Ziff. 1).
         Die IV-Stelle veranlasste in der Folge ein orthopädisch-psychiatrisches Gutachten über den Gesundheitszustand des Versicherten (Urk. 6/56). Am 5. November 2010 teilte sie dem Versicherten mit, dass die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde (Urk. 6/71). Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (Urk. 6/59-70) verneinte sie mit Verfügung vom 15. November 2010 bei einem Invaliditätsgrad von 24 % erneut einen Rentenanspruch (Urk. 6/77 = Urk. 2).

2.       Gegen die Verfügung vom 15. November 2010 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 12. Dezember 2010 Beschwerde (Urk. 1). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 21. Januar 2011 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 5). Die Beschwerdeantwort wurde dem Versicherten am 9. März 2011 zugestellt (Urk. 7).


Das Gericht zieht in Erwägung:
1.      
1.1         Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung).
1.2         Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.         ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.         während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.         nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
         Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG; bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 1 IVG).
1.3     Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 349 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4     Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).

2.      
2.1     Mit Urteil vom 30. Juni 2009 (Verfahrensnummer IV.2008.00554, Urk. 6/42) wies das Sozialversicherungsgericht die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück und ordnete ergänzende Abklärungen des medizinischen Sachverhalts an. Nach Durchführung der Abklärungen verneinte die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 15. November 2010 bei einem Valideneinkommen von Fr. 55'535.90 und einem Invalideneinkommen von Fr. 42'042.90, was einem IV-Grad von 24 % entspricht, einen Rentenanspruch (Urk. 2 S. 2).
         Der Beschwerdeführer machte in der Beschwerde namentlich geltend, er sei immer noch in medizinischer Behandlung und zu 100 % krankgeschrieben (Urk. 1).
2.2     Die Beschwerdegegnerin stellte in einer Mitteilung von 5. November 2010 (Urk. 6/71 S. 1) unter Hinweis auf das Verlaufsprotokoll vom 5. November 2010 (Urk. 6/72) fest, der Beschwerdeführer fühle sich zur Zeit nicht in der Lage, zu arbeiten oder Arbeit zu suchen. Aus gesundheitlichen Gründen verzichte er auf die Eingliederungsberatung der Beschwerdegegnerin. Die Arbeitsvermittlung werde daher abgeschlossen (Urk. 6/71 S. 1). Nachdem über den Anspruch auf berufliche Massnahmen mit der Mitteilung der Beschwerdegegnerin vom 5. November 2010 bereits ein Entscheid vorliegt, ist im vorliegenden Verfahren über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu entscheiden.

3.
3.1     Der Beschwerdeführer verletzte sich am 4. November 2005 durch ein herunterfallendes Betonstück an der linken Schulter (Urk. 6/1/58 Ziff. 4 und 6).
3.2     Die Ärzte der Rehaklinik Z.___ stellten im Austrittsbericht vom 14. August 2007 (Urk. 6/16/2-8) fest, aus unfallkausaler Sicht (Beschwerden an der linken Schulter) bestehe für die Tätigkeit als Sanitärmonteur eine volle Arbeitsunfähigkeit. Für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit bestehe unter Einschränkungen eine Arbeitsfähigkeit ganztags. Hinsichtlich der degenerativen HWS-Problematik seien weitere medizinisch-diagnostische und gegebenenfalls therapeutische Massnahmen notwendig (S. 2 Mitte, vgl. auch die im Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 30. Juni 2009 angeführten medizinischen Berichte, Urk. 6/42 S. 5 ff. E. 3.2-3.6).
3.3     Am 3. Juni 2009 erfolgte eine Untersuchung in der Rheumasprechstunde der Uniklinik A.___. Die Ärzte der Uniklinik A.___ nannten in einem Bericht vom 30. Juni 2009 (Urk. 6/46) als Diagnosen (S. 1):
- chronisches cervicospondylogenes Schmerzsyndrom linksbetont (Erstmanifestation 1995)
- MRI HWS vom 17. März 2009: bisegmentale degenerative Veränderungen der unteren HWS mit teilweise ossär, teilweise diskär bedingter foraminaler Stenose beidseits
- Fehlstatik des Achsenskeletts; muskuläre Dysbalance
- chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom linksbetont
- MRI LWS vom 17. März 2009: mediolaterale Diskushernie bei L3/4 mit Verlagerung der Nervenwurzel bei L4 links, Diskusprotrusion bei L4/L5, L5/S1 mit Kontakt zur Nervenwurzel S1 links
- chronisches Schmerzsyndrom Schulter links
- Status nach Schulterarthroskopie links, mit subacromialer Dekompression und Acromioplastik im August 2006
- erstmals aufgetreten nach Kontusion am 4. November 2005 im Rahmen eines Arbeitsunfalles
         Die Ärzte der Uniklinik A.___ führten weiter an, das Beschwerdebild sei als mechanisch bedingtes chronisches cervicospondylogenes und lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links zu beurteilen (S. 3 oben).
3.4     Die Beschwerdegegnerin gab beim Medizinischen B.___ (B.___) ein orthopädisch-psychiatrisches Gutachten in Auftrag, das am 10. März 2010 erstattet wurde. Das Gutachten (Urk. 6/56) ist von Dr. med. C.___, Spezialarzt Orthopädie FMH, und Dr. med. D.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, unterzeichnet und beruht auf den Untersuchungen des Beschwerdeführers vom 24. Februar 2010, den bildgebenden Untersuchungen, den den Gutachtern zur Verfügung gestellten Akten und der Beurteilung der Fachärzte (S. 1 Ziff. 1.2).
         Die Gutachter nannten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 20 Ziff. 7.1):
- Retrospondylosen und Unkarthrosen mit Diskushernien bei C5/6 und C6/7 und signifikanter Einengung der lateralen Recessi und Neuroforamina speziell bei C5/6
- fortgeschrittene Osteochondrose bei L5/S1 mit breitbasiger Diskushernie medial und links medio-lateral mit Kontakt zur Nervenwurzel bei S1 links
- Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion bestehend seit etwa Januar 2008 und Übergang in eine chronisch depressive Verstimmung entsprechend einer Dysthymie
- Verdacht auf anhaltende somatoforme Schmerzstörung bestehend seit etwa 2008.
         Die Gutachter führten weiter aus, der Beschwerdeführer gebe seit dem Unfall vom 4. November 2005 persistierende Nackenschmerzen an, deren Qualität nicht beschrieben werden könne, die in die Brustwirbelsäule und in die Schultern ausstrahlen würden und die im Verlauf der Zeit an Intensität zugenommen hätten. Sitzen und Laufen seien schmerzbedingt jeweils auf eine Stunde beschränkt. Bücken sowie Heben und Tragen von Lasten seien dolent und verursachten Schwindel. Gefühlsstörungen und Lähmungen der Arme verneine der Beschwerdeführer (Urk. S. 3 f. Ziff. 3.4).
         Dr. D.___ führte zur psychiatrischen Untersuchung vom 24. Februar 2010 aus, bei Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion und der inzwischen anzunehmenden chronisch depressiven Verstimmung im Sinne einer Dysthymie handle es sich um eine leichte depressive Störung, die zu keiner Beeinträchtigung der Schmerzverarbeitung und Schmerzbewältigung führe. Daneben bestehe aus psychiatrischer Sicht zumindest der Verdacht auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, sofern die Schmerzen durch eine körperliche Störung nicht vollständig erklärt werden könnten. Aufgrund der Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion bestehe keine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Der Beschwerdeführer verfüge damit über die notwendigen Ressourcen für den Umgang mit den Schmerzen. Diese seien, sofern sie nicht organisch begründbar seien, durch eine zumutbare Willensanstrengung überwindbar (S. 16 Ziff. 3.5.4).
         In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Sanitärmonteur bestehe aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 25 %, die seit Januar 2008 angenommen werden könne und seither konstant geblieben sei. In einer angepassten Tätigkeit könne aus psychiatrischer Sicht seit Januar 2008 eine Arbeitsfähigkeit von 90 % bei vollem Stundenpensum angenommen werden. Bei adaptierten Tätigkeiten handle es sich um solche ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck (Stressbelastung), ohne erforderliche geistige Flexibilität und überdurchschnittliche Dauerbelastung (S. 17 Ziff. 3.6.1-3.6.3).
         Gestützt auf die interdisziplinäre Besprechung der Fachärzte sei zusammenfassend davon auszugehen, dass die Nackenschmerzen des Beschwerdeführers teilweise durch die im MRI sichtbaren Retrospondylosen und Unkarthrosen mit Diskushernien und Einengung der lateralen Recessi und Neuroforamina erklärt werden könnten. Das Ausmass der pathologischen Untersuchungsbefunde der Halswirbelsäule sei aber ebenso wenig plausibel wie die Hyposensibilität des gesamten linken Armes, nachdem radiologisch nur die Neuroforamina bei C5/6 und C6/7 eingeengt seien (S. 18 f.). Der Beschwerdeführer leide seit zwei Jahren an therapieresistenten lumbalen Schmerzen, die sich in das linke obere Sprunggelenk fortsetzen würden und die ebenso wie die abnormen objektiven Befunde der Lendenwirbelsäule durch die im MRI festgestellte fortgeschrittene Osteochondrose bei L5/S1 mit breitbasiger Diskushernie medial und medio-lateral links mit Kontakt zur Nervenwurzel S1 links bedingt seien (S. 19 oben). Gesamthaft bestehe seit dem Zeitpunkt der Begutachtung in der bisherigen Tätigkeit bei voller Stundenpräsenz eine Arbeitsfähigkeit von 35 % (Arbeitsunfähigkeit von 65 %, S. 20 Ziff. 8.1). Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend oder stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei häufig inklinierte und reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über 5 kg gehoben oder getragen werden müssten, sowie Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung seien dem Beschwerdeführer gesamthaft bei voller Stundenpräsenz seit Januar 2008 zu 90 % (Arbeitsunfähigkeit von 10 %) zumutbar (S. 20 f. Ziff. 8.2).
3.5     Dr. med. E.___, Praktischer Arzt, Regionalärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), bezeichnete das Gutachten des B.___ vom 10. März 2010 in einer Stellungnahme vom 24. März 2010 (Urk. 6/58 S. 4) als schlüssig, nachvollziehbar und in seinen Feststellungen im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als plausibel. Für die bisherige Tätigkeit liege die Arbeitsfähigkeit seit dem Zeitpunkt der Begutachtung bei 35 %. Behinderungsangepasste Tätigkeiten seien zu 90 % zumutbar.

4.       Vorab ist zu prüfen, ob auf das polydisziplinäre Gutachten des B.___ vom 10. März 2010 abgestellt werden kann.
         Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
         Das Gutachten des B.___ beruht auf den relevanten Vorakten, umfassenden persönlichen und bildgebenden Untersuchungen. Es setzt sich mit den Schulterbeschwerden, der HWS-Problematik und den psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers auseinander. Es erweist sich in der medizinischen Beurteilung und in den Schlussfolgerungen als überzeugend. Dem Gutachten ist daher voller Beweiswert beizumessen.
         Der Beschwerdeführer machte geltend, er sei noch in medizinischer Behandlung und zu 100 % krankgeschrieben. Diese Angaben des Beschwerdeführers finden in den medizinischen Akten keine Stütze. Demnach ist gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten des B.___ und mit dem RAD der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit zu 65 % arbeitsunfähig ist, während für eine behinderungsangepasste Tätigkeit unter Berücksichtigung des im Gutachten genannten Belastungsprofils eine Arbeitsfähigkeit von 90 % besteht.

5.
5.1     Nach dem Gutachten des B.___ war eine rückwirkende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit nicht möglich (Urk. 6/56 S. 20 Ziff. 8.1). Ein allfälliger Rentenanspruch des Beschwerdeführers ist daher für den Zeitpunkt der Begutachtung im Jahr 2010 zu prüfen.
5.2    
5.2.1   Für die Ermittlung des ohne invalidisierenden Gesundheitsschaden erzielbaren Einkommens (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, weil es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224).
5.2.2   Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen Saisonnierstatus) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss entweder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wertes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59, 134 V 322 E. 4.1 S. 325 mit Hinweisen). Eine Parallelisierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massgebenden Durchschnitt deutlich ist. Im Urteil 8C_652/2008 vom 8. Mai 2009 hat das Bundesgericht die bis anhin offengelassene Rechtsfrage betreffend die rechtsprechungsgemäss geforderte Höhe der Deutlichkeitsschwelle in dem Sinne beantwortet, dass der Erheblichkeitsgrenzwert der Abweichung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn, ab welchem sich eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen im Sinne von BGE 134 V 322 E. 4.1 rechtfertigen kann, auf 5 % festzusetzen ist (Urteil 8C_652/2008 E. 6.1.2).
         Die Parallelisierung der Einkommen trägt somit dem Umstand Rechnung, dass die versicherte Person als Invalide realistischerweise nicht den Tabellenlohn erzielen kann, weshalb ein entsprechend tieferes Invalideneinkommen anzunehmen ist (BGE 135 V 58 E. 3.4.3 S. 62, Urteil 9C_488/2008 vom 5. September 2008 E. 6.4, zusammengefasst in: SZS 2008 S. 570; Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006, E. 7.2.2; I 630/02 vom 5. Dezember 2003, E. 2.2.2). Kann tatsächlich oder zumutbarerweise ein durchschnittliches Invalideneinkommen erzielt werden, dann besteht kein Grund, ein aus wirtschaftlichen Gründen unterdurchschnittliches Valideneinkommen auf ein durchschnittliches hochzurechnen. Denn mit einer solchen Vorgehensweise würden in gesetzwidriger Weise Einkommenseinbussen berücksichtigt, die nicht gesundheitlich bedingt sind. Entsprechend der gesetzlichen Regelung ist somit das (zumutbare) Invalideneinkommen nicht demjenigen Einkommen gegenüberzustellen, das ohne Gesundheitsbeeinträchtigung bei vollständiger Ausschöpfung des wirtschaftlichen Potenzials zumutbarerweise hätte erzielt werden können, sondern demjenigen, das konkret erzielt worden wäre (BGE 135 V 58 E. 3.4.3 in fine).
         Sodann hat das Bundesgericht erkannt, dass hinsichtlich des Leidensabzugs, welcher praxisgemäss in einem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis zu den Voraussetzungen der Einkommensparallelisierung steht, dieselben einkommensbeeinflussenden Faktoren nicht sowohl eine Parallelisierung als auch einen Leidensabzug zu begründen vermögen (BGE 135 V 297 E. 6).
5.3     Die SUVA stellte in der Verfügung vom 26. Januar 2008 in Anbetracht des vom Beschwerdeführer erzielten tiefen Erwerbseinkommens auf ein Valideneinkommen von Fr. 64'466.-- ab, welches sie anhand von Tabellenlöhnen ermittelte (Urk. 6/20 S. 2 unten).
         Grundsätzlich ist das Valideneinkommen aufgrund des beim letzten Arbeitgeber des Beschwerdeführers, der Y.___ AG, erzielten Einkommens zu ermitteln, da davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden weiterhin dort arbeiten würde. Nach dem Bericht der Y.___ AG vom 30. Juli 2007 (Urk. 6/8) war der Beschwerdeführer als Bauarbeiter bei einem Stundenlohn von total Fr. 28.32 (inklusive Ferien- und Feiertagsentschädigung und 13. Monatslohn) angestellt (Ziff. 2.7 und 2.10). Bei einer Wochenarbeitszeit von 40.5 Stunden (Ziff. 2.9) ergäbe sich bei einem Stundenlohn von Fr. 25.12 (Fr. 22.94 + Fr. 2.18, 13. Monatslohn) ein Einkommen von Fr. 52'903.-- pro Jahr (Fr. 25.12 x 40.5 x 52), welches noch an die Lohnentwicklung anzupassen wäre. Im Sinne der zitierten Rechtsprechung des Bundesgericht ist indes nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei guter Gesundheit auch in Zukunft auf blosser Stundenlohnbasis zu einem unter den branchenüblichen Löhnen liegenden Einkommen gearbeitet hätte. Da insofern invaliditätsfremde Faktoren im Vordergrund stehen, ist für die Bestimmung des Valideneinkommens auf Tabellenlöhne abzustellen. Gemäss LSE 2008 (Bundesamt für Statistik, Neuchâtel 2010, S. 26 Tabelle TA1) hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2008 in einer einfachen und repetitiven Tätigkeit (Anforderungsniveau 4) bei einem Arbeitspensum von 100 % durchschnittlich Fr. 4'806.-- pro Monat verdienen können. Bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.6 Stunden im Jahr 2008 (Die Volkswirtschaft, 6-2011, S. 94 Tabelle B9.2) und einer Nominallohnentwicklung von 2.1 % im Jahr 2009 und 0.8 % im Jahr 2010 (Die Volkswirtschaft, a.a.O., S. 95 Tabelle B10.2) ergibt sich ein Valideneinkommen von Fr. 61'728.-- (Fr. 4'806.-- x 12 : 40 x 41.6 x 1.021 x 1.008). Als Valideneinkommen sind daher Fr. 61'728.-- zu veranschlagen.
5.4    
5.4.1   Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 76 f. E. 3b/aa und bb, vgl. auch BGE 129 V 475 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 476 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, welcher Wert etwas tiefer ist als die bis 1998 betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit von wöchentlich 41,9 Stunden, seit 2009 von 41,7 Stunden  (Die Volkswirtschaft 12-2010 S. 90 Tabelle B9.2; BGE 129 V 484 E. 4.3.2, 126 V 77 f. E. 3b/bb, 124 V 322 E. 3b/aa; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
         Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nunmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
5.4.2   Nach der Einschätzung der Gutachter des B.___ sind dem Beschwerdeführer körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden können, ohne dass dabei häufig inklinierte und reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände von über 5 kg gehoben oder getragen werden müssen, bei einer Leistungsfähigkeit von 90 % zumutbar (vgl. Urk. 6/56 S. 20 f. Ziff. 8.2).
         Da der Beschwerdeführer derzeit keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, sind für die Bestimmung des Einkommens, das der Beschwerdeführer trotz seiner Behinderung in zumutbarer Weise erzielen könnte (Invalideneinkommen), ebenfalls Tabellenlöhne heranzuziehen. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer auf einen Arbeitsplatz ohne erhöhte Stressbelastung angewiesen ist, ist mit einem erhöhten Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen. Weiter ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner körperlichen Einschränkungen auf dem Arbeitsmarkt zudem mit einem Minderverdienst zu rechnen hat. Hierfür ist mit der Beschwerdegegnerin gesamthaft ein Abzug vom 20 % vom Tabellenlohn zu veranschlagen. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung ergibt sich für das Jahr 2010 ein Invalideneinkommen von Fr. 44'444.-- (Fr. 4'806.-- x 12 : 40 x 41.6 x 0.9 x 0.8 x 1.021 x 1.008). Stellt man das Valideneinkommen von Fr. 61'728.-- dem Invalideneinkommen von Fr. 44'444.-- gegenüber, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 17'284.--, was einem Invaliditätsgrad von 28 % entspricht.
5.5         Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bei einem Invaliditätsgrad von 28 %, welcher deutlich unter 40 % liegt, kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung besteht. Die Beschwerdegegnerin hat einen Rentenanspruch in der Verfügung vom 15. November 2010 daher zu Recht verneint, was zur Abweisung der Beschwerde führt.

6.       Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Vorliegen sind die Kosten auf Fr. 600.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.

Das Gericht erkennt:
1.         Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.         Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden dem Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.           Zustellung gegen Empfangsschein an:
- X.___
- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
- Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
- Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
           Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
           Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).