Zürich Sozialversicherungsgericht

kantone/zh_sozverger/IV.2011.01113.html 

Entscheide



IV.2011.01113

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende

Sozialversicherungsrichter Spitz

Ersatzrichter Wilhelm

Gerichtsschreiberin Kobel
Urteil vom 7. Mai 2013
in Sachen
X.___

Beschwerdeführerin

vertreten durch Rechtsanwalt Dieter Studer
Hauptstrasse 11a, 8280 Kreuzlingen

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin


Sachverhalt:
1.
1.1     X.___, geboren 1977, verheiratet und Mutter dreier Kinder, geboren 1998, 2000 und 2007, arbeitete ab Anfang April 2001 im Umfang von 32 Wochenstunden als Verkäuferin (vgl. das spätere Kündigungsschreiben der Y.___ vom 27. Juli 2004, Urk. 9/4 S. 68).
         Am 9. November 2003 wurde X.___ als Fussgängerin von einem Motorfahrrad angefahren (vgl. die Unfallmeldung UVG an die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt [SUVA] vom 21. November 2003, Urk. 9/4 S. 143-144), und die erstbehandelnden Ärzte stellten eine laterale Claviculafraktur rechts sowie eine Rissquetschwunde über dem rechten Auge fest und diagnostizierten ausserdem eine Thorax- und Beckenkontusion rechts, eine Commotio cerebri und ein cranio-cervicales Beschleunigungstrauma (Notfallbericht des Spitals A.___ vom 11. November 2003, Urk. 9/4 S. 136; Arztzeugnis UVG vom 14. Januar 2004, Urk. 9/4 S. 139).
         In der Folge persistierten Kopf- und Nackenschmerzen sowie Schwindelbeschwerden. X.___ hielt sich deswegen vom 14. April bis zum 26. Mai 2004 und vom 3. November bis zum 1. Dezember 2004 in der Rehaklinik B.___ zur stationären Abklärung und Behandlung auf (vgl. die Austrittsberichte vom 27. Mai 2004 und vom 7. Dezember 2004, Urk. 9/4 S. 95-100 und Urk. 9/4 S. 38-44); beide Male wurden dabei eine neuropsychologische Abklärung (Berichte vom 15. April 2004 und vom 5. November 2004, Urk. 9/4 S. 101-102 und Urk. 9/4 S. 49-50) und ein psychosomatisches Konsilium (Berichte vom 23. April 2004 und vom 15. Dezember 2004, Urk. 9/4 S. 103-105 und Urk. 9/4 S. 45-47) durchgeführt; ausserdem fand anlässlich des zweiten Aufenthaltes ein rheumatologisches Konsilium statt (Bericht vom 9. November 2004, Urk. 9/4 S. 51-52). Die Arbeitgeberin hatte das Arbeitsverhältnis mit der Versicherten unterdessen per Ende August 2004 aufgelöst (vgl. Urk. 9/4 S. 68).
1.2     Mit Verfügung vom 4. März 2005 stellte die SUVA ihre Leistungen mit dem 6. März 2005 ein, da die noch bestehenden Beschwerden in keinem rechtserheblichen Zusammenhang mit dem Unfall vom 9. November 2003 mehr stünden (Urk. 9/4 S. 26-27). X.___ liess gegen diese Verfügung Einsprache erheben, worauf die SUVA sich unter anderem vom behandelnden Psychiater Dr. med. C.___, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, über den Behandlungsverlauf berichten liess (Bericht vom 12. Juni 2005, Urk. 9/15 S. 22-24). Mit Entscheid vom 30. Juni 2005 wies sie die Einsprache daraufhin ab (Urk. 9/15 S. 15-21), und das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich bestätigte diesen Entscheid später mit Urteil vom 16. Oktober 2006 (Prozess Nr. UV.2005.00308; Urk. 9/37).
1.3     Am 16. März 2005 hatte sich X.___ auch bei der Invalidenversicherung angemeldet (Urk. 9/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, zog die Akten der SUVA bei und liess durch den Hausarzt Dr. med. D.___ den Bericht vom 18./24. April 2005 verfassen (Urk. 9/6 S. 1-4). Anschliessend ordnete sie mit Verfügung vom 21. Juli 2005 entgegen den Einwendungen der Versicherten (Eingabe vom 11. Juli 2005, Urk. 9/14) deren polydisziplinäre Begutachtung im E.___ an (Urk. 9/16). Nach einer Untersuchung vom 6. Juni 2006 erstellte das E.___ sein Gutachten am 30. August 2006 (Gutachten unter der Fallführung von Dr. med. F.___, Spezialärztin für Innere Medizin, mit den Teilgutachten von Dr. med. G.___, Spezialarzt für Neurologie, und von Dr. med. H.___, Spezialarzt für Psychiatrie, Urk. 9/23).
         Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (vgl. Urk. 9/32-38) verneinte die IV-Stelle den Rentenanspruch der Versicherten mit Verfügung vom 16. April 2007 (Urk. 9/39; vgl. auch das Feststellungsblatt vom 21. April 2005, Urk. 9/30, und den Einkommensvergleich vom 4. Januar 2007, Urk. 9/31). Diese Verfügung blieb unangefochten.
1.4     Mit Eingabe vom 6. Februar 2009 gelangte die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dieter Studer, an die IV-Stelle und machte geltend, ihr Gesundheitszustand habe sich seit dem Erlass der Verfügung vom 16. April 2007 verschlechtert (Urk. 9/43). Zum Beleg berief sie sich auf einen Bericht der Rehaklinik J.___ vom 3. Oktober 2008, wo sie sich vom 30. Juni bis zum 28. Juli 2008 zur stationären Schmerztherapie aufgehalten hatte (Urk. 9/42 S. 1-7), und auf einen an den Rechtsvertreter gerichteten Bericht des Instituts K.___, Dr. med. L.___, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. M.___, Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 23. Mai 2007 über eine einmalige Abklärung (Urk. 9/42 S. 12-13). Die IV-Stelle holte von der Versicherten die Angaben vom 16. Februar 2009 ein (Urk. 9/46) und liess durch die Rehaklinik J.___ den Bericht vom 2. März 2009 (Urk. 9/49 S. 1-6), durch Dr. C.___ den Bericht vom 25. Februar 2009 (Urk. 9/50 S. 1-5) und durch Dr. D.___ den Bericht vom Mai 2009 (Urk. 9/53) verfassen. Auf das Ersuchen um einen Verlaufsbericht teilte Dr. C.___ der IV-Stelle am 1. November 2010 mit, dass die Versicherte seit November 2009 nicht mehr bei ihm in Behandlung sei (Urk. 9/67).
         Am 21. März 2011 erstellte Dr. med. N.___, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, im Auftrag der IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten, nachdem er die Versicherte im September und im Oktober 2010 zweimal untersucht hatte (Urk. 9/68). Mit Vorbescheid vom 1. Juli 2011 eröffnete die IV-Stelle der Versicherten, dass sie aufgrund der medizinischen Unterlagen weder im Beruf noch im Haushalt erheblich eingeschränkt sei, weshalb die Verneinung des Rentenanspruchs in Aussicht stehe (Urk. 9/73; vgl. auch das Feststellungsblatt vom 1. Juli 2011, Urk. 9/72). Mit Verfügung vom 12. September 2011 entschied die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbescheids (Urk. 2 = Urk. 9/77).

2.       Gegen die Verfügung vom 12. September 2011 liess X.___ durch Rechtsanwalt Dieter Studer mit Eingabe vom 7. Oktober 2011 Beschwerde erheben (Urk. 1) und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). Als neue Beweismittel liess sie ein Schreiben von Dr. C.___ zuhanden ihres Rechtsvertreters vom 7. September 2011 einreichen (Urk. 3/43). Zudem liess sie einen Bericht der Firma O.___ vom 30. Juni 2008 über eine Observation im Zeitraum vom 19. März bis zum 30. Juni 2008 beibringen (Urk. 3/35 einschliesslich der Überwachungs-Videoaufnahmen). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 6. Dezember 2011 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8). Nachdem mit Verfügung vom 8. Dezember 2011 (Urk. 10) die Akten der SUVA beigezogen worden waren (Urk. 17/1-70), liess die Versicherte in der Replik vom 23. März 2012 an ihren Standpunkten festhalten (Urk. 22). Die IV-Stelle verzichtete mit Eingabe vom 18. April 2012 auf die Erstattung einer Duplik (Urk. 24), was der Versicherten am 19. April 2012 mitgeteilt wurde (Urk. 25).
         Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.


Das Gericht zieht in Erwägung:
1.       Im Zuge der Revision 6a der Invalidenversicherungsgesetzgebung sind am 1. Januar 2012 verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Da das Gericht sich bei der Beurteilung auf den Sachverhalt zu beschränken hat, wie er sich bis zum Datum des angefochtenen Entscheids entwickelt hat (vgl. BGE 121 V 362 E. 1b), und die angefochtene Verfügung vom 12. September 2011 datiert, gelangen die per 1. Januar 2012 revidierten Vorschriften des IVG und der IVV im vorliegenden Fall noch nicht zur Anwendung.
         Da zudem ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 4. IV-Revision am 1. Januar 2004 und der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat - zur Diskussion steht der Anspruch auf eine Rente aufgrund eines Unfalles, der sich im November 2003 ereignet hat -, und die Verfügung eine Dauerleistung betrifft, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis Ende 2003 auf die damals gültig gewesenen Bestimmungen und für die Zeiten ab 1. Januar 2004 und 1. Januar 2008 auf die jeweils neuen Normen der 4. und 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445; Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006, E. 1). Dies fällt materiellrechtlich jedoch nicht ins Gewicht, weil die 4. und die 5. IV-Revision hinsichtlich der Invaliditätsbemessung keine substanziellen Änderungen gegenüber der früheren Rechtslage gebracht haben, sodass die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009, E. 2). Im Folgenden werden daher die Gesetzesbestimmungen, soweit nichts anderes vermerkt ist, in den Fassungen zitiert, wie sie von Januar 2008 bis Dezember 2011 in Kraft waren und im Übrigen, soweit vorliegendenfalls relevant, von der Revision 6a nicht tangiert worden sind.

2.
2.1     Invalidität wird in Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) definiert als voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Ausserdem gelten gestützt auf Art. 8 Abs. 3 ATSG auch Personen als invalid, bei denen eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen nichterwerblichen Aufgabenbereich zu betätigen.
2.2
2.2.1   Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
2.2.2   Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt.
         Bei nicht erwerbstätigen Versicherten wird gestützt auf Art. 28a Abs. 2 IVG für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im nichterwerblichen Aufgabenbereich zu betätigen.
         Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch in einem nichterwerblichen Aufgabenbereich tätig, namentlich im Haushalt, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (vgl. Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung). Die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, insbesondere auf die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen).
2.3     Der Rentenanspruch entsteht nach Art. 29 Abs. 1 IVG in der bis Ende 2007 in Kraft gewesenen Fassung frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person mindestens zu 40 % bleibend erwerbsunfähig geworden ist (lit. a) oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig war (lit. b). Eine entsprechende Regelung ist in Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG in der ab Anfang 2008 gültigen Fassung statuiert. Zusätzlich kann der Rentenanspruch ab dem 1. Januar 2008 gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG nicht vor Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung entstehen.
2.4     Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt rechtsprechungsgemäss jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine Invalidenrente ist demgemäss nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern unter anderem auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben, wenn der Aufgabenbereich sich gewandelt hat oder wenn in dem für die Methodenwahl massgeblichen hypothetischen Sachverhalt wesentliche Änderungen eingetreten sind (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Unerheblich unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten ist dagegen nach der Rechtsprechung die unterschiedliche Beurteilung eines im wesentlichen unverändert gebliebenen Sachverhaltes (BGE 112 V 387 E. 1b mit Hinweisen).
         Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4).
         Die dargelegten Grundsätze zur Rentenrevision gelten rechtsprechungsgemäss auch dort, wo sich eine versicherte Person, deren Rentenanspruch verneint worden ist, bei der Invalidenversicherung erneut zum Rentenbezug anmeldet. Auch dort ist zu prüfen, ob seit dem Erlass des rentenabweisenden Entscheids eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist (vgl. BGE 130 V 73 E. 3.1 und 3.2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.4).

3.
3.1     Strittig und zu prüfen ist, ob und ab welchem Zeitpunkt die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Da die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch mit der rechtskräftig gewordenen Verfügung vom 16. April 2007 verneint hatte (Urk. 9/39), ist die erste Voraussetzung für eine mögliche Rentenzusprechung, dass in der Zeit zwischen dem Erlass jener Verfügung und der angefochtenen, erneut rentenabweisenden Verfügung vom 12. September 2011 (Urk. 2) eine Änderung in den Verhältnissen eingetreten ist. Dies geht aus der Begründung der angefochtenen Verfügung vom 12. September 2011 nicht genügend deutlich hervor, wird hingegen in der Beschwerdeantwort vom 6. Dezember 2011 zutreffend dargelegt (Urk. 8 S. 2).
3.2     Das Sozialversicherungsgericht hatte sich im Urteil vom 16. Oktober 2006 (Urk. 9/37), wo über die Leistungspflicht des Unfallversicherers über den 6. März 2005 hinaus zu entscheiden war (Einspracheentscheid vom 30. Juni 2005, Urk. 9/15 S. 15-21), zunächst eingehend mit der Frage nach verbliebenen Beeinträchtigungen organischer Natur befasst. Zusammengefasst hatte das Gericht in Würdigung der kreisärztlichen Berichte der SUVA und des rheumatologischen Konsiliarberichts der Rehaklinik B.___ vom 9. November 2004 (Urk. 9/4 S. 51-52) festgehalten, die Fraktur habe im Zeitpunkt der Leistungseinstellung durch die SUVA keine entschädigungspflichtigen Auswirkungen mehr gehabt (Urk. 9/37 E. 2.2). In Bezug auf die Commotio cerebri und das cranio-cervicale Beschleunigungstrauma hatte das Gericht im Urteil vom 16. Oktober 2006 ein persistierendes Beschwerdebild mit Schmerzen im Bereich des Kopfes und des Nackens nicht in Frage gestellt (Urk. 9/37 E. 2.3.1). Hingegen war das Gericht namentlich gestützt auf die Berichte über die neurologischen Untersuchungen in der Rehaklinik B.___ (Urk. 9/4 S. 95-100 und Urk. 9/4 S. 38-44) davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin beim Unfall vom November 2003 keine organisch nachweisbaren strukturellen Schädigungen erlitten habe (Urk. 9/37 E. 2.3.2).
         Anschliessend hatte das Sozialversicherungsgericht im Urteil vom 16. Oktober 2006 ausgeführt, in den medizinischen Unterlagen bestehe Einigkeit darüber, dass sich nach dem Unfall eine psychische Problematik manifestiert habe. Es hatte wiederum die Berichte der Rehaklinik B.___ zitiert, wo im Rahmen der psychosomatischen Beurteilungen (Urk. 9/4 S. 103-105 und Urk. 9/4 S. 45-47) depressive Verstimmungen, Interesse- und Freudverlust, erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen, Libidostörungen und eine deutliche Antriebsverminderung beschrieben worden waren und die Diagnose einer leichten depressiven Episode beziehungsweise einer anhaltenden leichten depressiven Episode gestellt (Code F32.0 der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10) sowie eine Somatisierungstendenz beobachtet worden war. Das Gericht hatte sodann darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin auf die Empfehlung in der Rehaklinik B.___ hin eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung bei Dr. C.___ aufgenommen habe und dass sich Dr. C.___ in seinem Bericht vom 12. Juni 2005 (Urk. 9/15 S. 22-24) der Beurteilung der Psychosomatiker der Rehaklinik B.___ angeschlossen habe (Urk. 9/37 E. 2.3.3).
         Aufgrund dieser Feststellungen war das Sozialversicherungsgericht bei der Kausalitätsbeurteilung zum Schluss gelangt, dass sich die psychische Problematik in ihrer Art und Ausprägung schon bald vom typischen Beschwerdebild einer Halswirbelsäulenverletzung oder eines Schädel-Hirn-Traumas losgelöst und verselbständigt habe und eine vorherrschende Rolle im Krankheitsgeschehen übernommen habe (Urk. 9/37 E. 2.3.4).
3.3     Anlässlich der Begutachtung im E.___ von Anfang Juni 2006, welche die Basis für die rentenabweisende Verfügung vom 16. April 2007 (Urk. 9/39) bildete, präsentierte sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin auf jeden Fall nicht als verschlechtert im Vergleich zur Zeit der Leistungseinstellung durch die SUVA. Die Beschwerdeführerin schilderte zwar immer noch starke Kopf- und Nackenschmerzen und der neurologische Teilgutachter stellte eine leicht- bis mittelgradige Einschränkung der Halswirbelsäule fest (Urk. 9/23 S. 5 und S. 7 ff.; vgl. auch Urk. 9/23 S. 11); weitere auffällige körperliche Befunde konnte der Neurologe, der von einer guten Kooperation der Beschwerdeführerin bei der Untersuchung sprach, hingegen nicht finden (Urk. 9/23 S. 9), wogegen im Bericht der Rehaklinik B.___ vom 9. November 2004 über das rheumatologische Konsilium ein generalisiertes Schmerzbild am gesamten Rücken und Körper beschrieben worden war (Urk. 9/4 S. 52). Ferner stufte der psychiatrische Teilgutachter des E.___ die festgestellte ängstlich-depressive Störung in Übereinstimmung mit der Rehaklinik B.___ (Urk. 9/4 S. 103 und S. 45) als eher geringgradig ein (Urk. 9/23 S. 12 und S. 13).
3.4     Für den Nachweis der massgebenden gesundheitlichen Verschlechterung seit dem Erlass der Verfügung vom 16. April 2007 (Urk. 9/39) berief sich die Beschwerdeführerin namentlich auf ihren Aufenthalt in der Rehaklinik J.___ von Ende Juni bis Anfang Juli 2008 (Urk. 9/43). Dem Bericht der Klinik vom 3. Oktober 2008 sind indessen keine Hinweise auf eine derartige Veränderung zu entnehmen. Vielmehr hielten die medizinischen Fachpersonen in der Anamnese fest, der Zustand der Beschwerdeführerin sei während der letzten fünf Jahre unverändert geblieben (Urk. 9/42 S. 5). Was die neu untersuchten Tachykardien betrifft (vgl. Urk. 9/42 S. 3 und S. 6), so vermochte Dr. D.___ bei der späteren Abklärung vom 20. Mai 2009 trotz der Reproduzierbarkeit von kurzzeitigen Tachykardie-Episoden (Urk. 9/53 S. 2) keine eigentlichen pathologischen Befunde zu erheben und bezeichnete das Elektrokardiogramm (vgl. Urk. 9/53 S. 6-7) als der Norm entsprechend (Urk. 9/53 S. 4). In psychischer Hinsicht sodann beobachteten die Fachleute der Rehaklinik J.___ Fortschritte im Sinne eines aktiveren Verhaltens mit einem erfüllteren, emotional reicheren Leben (vgl. Urk. 9/42 S. 3).
         Rund eineinhalb Jahre später stellte Dr. N.___ in seinem Gutachten vom 21. März 2011 wie der psychiatrische Teilgutachter des E.___ (Urk. 9/23 S. 14) die Diagnose Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 Code F41.2; Urk. 9/68 S. 19), und er nahm aufgrund des Aktenstudiums und der eigenen Untersuchung der Beschwerdeführerin an, dass die früher diagnostizierte leichte depressive Episode (ICD-10 Code F32.0) bis zur Begutachtung im E.___ remittiert sei (Urk. 9/68 S. 17). Zusätzlich diagnostizierte Dr. N.___ eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 Code F45.41), deren Symptome bereits früh im Verlauf beschrieben worden seien, ohne dass diese Diagnose jedoch diskutiert worden sei (Urk. 9/68 S. 17). Dementsprechend gelangte Dr. N.___ zum Schluss, der psychische Gesundheitsschaden sei seit dem Unfall aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht unverändert geblieben bezüglich des - als nicht relevant erachteten - Einflusses auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/68 S. 31).
         Dieser Schluss wird auf jeden Fall für den massgebenden Zeitraum seit dem Erlass der Verfügung vom 16. April 2007 (Urk. 9/39) durch die übrigen medizinischen Unterlagen nicht entkräftet. Im Bericht des Instituts K.___ vom 23. Mai 2007 über eine einmalige Abklärung (Urk. 9/42 S. 12-13) wurde zwar eine abweichende Arbeitsfähigkeitsbeurteilung (Einschränkungen von 70-80 %) abgegeben, die Entwicklung im Zeitverlauf wurde aber nicht diskutiert, sodass diese Abweichung als andere Beurteilung des im Wesentlichen gleich gebliebenen Gesundheitszustandes interpretiert werden muss. Das Gleiche gilt für die Beurteilungen des behandelnden Psychiaters Dr. C.___. Wohl führte er im Bericht vom 25. Februar 2009 unter den Diagnosen - im Gegensatz zu den Gutachtern des E.___ und zu Dr. N.___ - eine anhaltende schwere Depression auf (ICD-10 Code F33.2), er hielt aber fest, keine der bisherigen Reha-Massnahmen habe etwas Anhaltendes verändern können (Urk. 9/50 S. 3), und auf die Frage nach Möglichkeiten, die Einschränkungen zu vermindern, gab er an, dies werde seit Jahren versucht, jedoch nur mit temporärem und mässigem Erfolg (Urk. 9/50 S. 4). Das Schreiben von Dr. C.___ vom 7. September 2011 (Urk. 3/43) zielt mit seinen Ausführungen zur Fähigkeit der Beschwerdeführerin, trotz der bestehenden Beeinträchtigungen zu arbeiten, ebenfalls in erster Linie darauf ab, die zustimmende Meinung von Dr. N.___ hierzu (vgl. Urk. 9/68 S. 20 und S. 22 f.) zu widerlegen. Und soweit er darüber hinaus auf eine gewisse gesundheitliche Verschlechterung hinwies, die während einer einjährigen, wegen Schulden der Beschwerdeführerin veranlassten Behandlungseinstellung (von November 2009 bis November 2010) eingetreten sei (Urk. 3/43 S. 4), so ist deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht evident, zumal die Beschwerdeführerin auch nach der Wiederaufnahme der Behandlung offenbar lediglich einmal im Monat einen Termin hatte.
3.5     Eine Sachverhaltsänderung in Bezug auf den Gesundheitszustand ist damit nicht ausgewiesen. Die Kritik in der Beschwerdeschrift, Dr. N.___ habe sich bei der Begutachtung zu stark auf die Ergebnisse testpsychologischer Untersuchungen gestützt (Urk. 1 S. 17 f., Urk. 22 S. 3 ff.), vermag zu keiner anderen Beurteilung zu führen. Dies gilt umso mehr, als Dr. N.___ sich durchaus eingehend mit den Einschätzungen in den Vorakten auseinandersetzte und die Beschwerdeführerin entgegen ihrer Darstellung im vorliegenden Verfahren (vgl. Urk. 1 S. 18, Urk. 22 S. 2) auch persönlich befragte (vgl. Urk. 9/68 S. 4 ff., S. 12 ff. und S. 23 ff.). Des Weiteren kann auch aus der Observation der Beschwerdeführerin nichts abgeleitet werden in Bezug auf eine Sachverhaltsänderung, da die Observation nur einen beschränkten Zeitraum im Frühjahr/Sommer 2008 betraf und im Übrigen wenig über den Gesundheitszustand und den gesamten Tagesablauf der Beschwerdeführerin auszusagen vermag.
3.6     Es stellt sich noch die Frage nach einer anderweitigen rentenrelevanten Sachverhaltsänderung im Sinne der vorstehenden rechtlichen Erwägungen (E. 2.4).
         Die Beschwerdegegnerin war beim Erlass der ersten rentenverneinenden Verfügung vom 16. April 2007 davon ausgegangen, die Beschwerdeführerin wäre bei guter Gesundheit zu 80 % im Beruf und zu 20 % im Haushalt tätig (Urk. 9/39 S. 2). Gemäss dem Einkommensvergleich (Urk. 9/31) hatte sich die Beschwerdegegnerin bei dieser prozentualen Aufteilung auf das Gutachten des E.___ gestützt. Dort hatte die Beschwerdeführerin angegeben, die Betreuung ihrer beiden in den Jahren 1998 und 2000 geborenen Kinder sei schon vor dem Unfall vorwiegend von ihrer Mutter übernommen worden (Urk. 9/23 S. 11 und S. 12), und die Belastung durch die Kinder hatte sie denn gemäss den Angaben im Gutachten von Dr. N.___ auch lediglich zu einer Pensumsreduktion von 100 %  auf 80 % veranlasst (vgl. Urk. 9/68 S. 4; vgl. auch Urk. 9/4 S. 143).
         Wie aus den Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich ihrer neuen Anmeldung hervorgeht, hatte sie nach dem Erlass der Verfügung vom 16. April 2007 im August 2007 ihr drittes Kind geboren (Urk. 9/46 S. 3). Es fragt sich daher, ob sie als Folge dieses Familienzuwachses bei guter Gesundheit ihr berufliches Pensum von 80 % verändert hätte. Dies kann jedoch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden. Angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin früher mit zwei Kleinkindern ebenfalls ein 80%iges Berufspensum verrichtet hatte und die Mutter der Beschwerdeführerin nach der Geburt des dritten Kindes nach wie vor für die Kinderbetreuung zur Verfügung stand (vgl. Urk. 9/68 S. 7), ist eine mutmassliche Pensumsreduktion nicht ausgewiesen. Das gleiche gilt für eine mutmassliche Pensumserhöhung, da die beiden grösseren Kinder zwar schulpflichtig geworden sind, jedoch immer noch Betreuung brauchen.
3.7     Ist damit zusammengefasst keine Änderung im Sachverhalt seit dem Erlass der Verfügung vom 16. April 2007 ausgewiesen, so führt dies zur Abweisung der Beschwerde, ohne dass auf die unterschiedlichen Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen im Einzelnen noch näher einzugehen wäre.

4.       Gestützt auf Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren für die unterliegende Beschwerdeführerin kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) ermessensweise auf Fr. 600.-- festzusetzen.



Das Gericht erkennt:
1.         Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.         Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.         Zustellung gegen Empfangsschein an:
- Rechtsanwalt Dieter Studer
- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
- Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
- Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
           Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
           Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).