Zürich Sozialversicherungsgericht

kantone/zh_sozverger/IV.2011.01180.html 

Entscheide



IV.2011.01180

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichter Bachofner

Sozialversicherungsrichter Gräub

Gerichtsschreiberin Schüpbach
Urteil vom 31. August 2012
in Sachen
X.___
 
Beschwerdeführerin

vertreten durch Rechtsdienst Integration Handicap
Bürglistrasse 11, 8002 Zürich

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin



Sachverhalt:
1.       X.___, geboren 1975, war von März 2005 bis März 2011 als Inhaberin eines Nagelstudios mit einem Pensum von zirka 15 Stunden pro Woche selbständig als Nail-Stylistin erwerbstätig (Urk. 7/6 Ziff. 6.5, Urk. 7/42 S. 3 Ziff. 3.6). Am 6. November 2007 meldete sie sich wegen einer Adrenomyeloneuropathie sowie eines chronischen Panvertebralsyndroms bei angeborener Rotationsskoliose bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/6).
         Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte medizinische Berichte (Urk. 7/11-12, Urk. 7/20, Urk. 7/22, Urk. 7/34) ein, veranlasste eine monodisziplinäre Begutachtung der Versicherten beim Y.___ (Urk. 7/27), eine polydisziplinäre Begutachtung bei der Z.___ am Universitätsspital F.___ (Urk. 7/41) und eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Urk. 7/42).
         Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/45-49) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 7. Oktober 2011 (Urk. 7/51 = Urk. 2) einen Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung.

2.       Gegen die Verfügung vom 7. Oktober 2011 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 7. November 2011 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, diese sei aufzuheben (S. 2 Ziff. 1) und es sei ihr eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen (S. 2 Ziff. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 13. Dezember 2011 (Urk. 6) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 19. Dezember 2011 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
         Am 23. Februar 2012 verfügte das Gericht die Sistierung des Prozesses bis zum Vorliegen eines Berichtes der neurologischen Abteilung der Klinik A.___ (Urk. 15). Am 20. Juli 2012 reichte die Beschwerdeführerin die Berichte der Klinik A.___ zu den Akten (Urk. 17-18) und nahm gleichzeitig dazu Stellung, woraufhin das Gericht mit Verfügung vom 24. Juli 2012 die angeordnete Sistierung aufhob. Mit Schreiben vom 8. August 2012 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen einer Duplik (Urk. 20), was der Beschwerdeführerin am 9. August 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 21).



Das Gericht zieht in Erwägung:
1.      
1.1     Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung).
1.2     Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG; bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 1 IVG).
1.3     Der Einkommensvergleich hat auch bei Selbständigerwerbenden in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. Der grundsätzliche Unterschied des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode (Art. 28a Abs. 2 IVG, bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 2bis IVG, in Verbindung mit Art. 27 und 27bis der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV) besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchen bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen; sodann ist aber diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, muss aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsvergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu bestimmen ist (ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 f. E. 1; AHI 1998 S. 120 f. E. 1a und S. 252 E. 2b je mit Hinweisen). Die ausserordentliche Bemessungsmethode des erwerblich gewichteten Betätigungsvergleichs unterscheidet sich von der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs Unselbständigerwerbender gerade dadurch, dass bei der Einkommensermittlung nicht auf die LSE abgestellt wird, sondern deren Festsetzung unter Berücksichtigung der einzelfallbezogenen Kriterien (Betriebsgrösse, Branche, Erfahrung des Betriebsinhabers, etc.) zu erfolgen hat (Urteil des Bundesgerichts I 707/06 vom 9. Juli 2007 E. 3.3.1 mit Hinweis).
1.4     Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG (bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 2ter IVG) festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
         Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.5     Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).

2.      
2.1     Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 7. Oktober 2011 (Urk. 2) gestützt auf ihre Abklärungen davon aus, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden weiterhin ihrer selbständigen Tätigkeit als Nagel-Stylistin in einem Pensum vom 50 % nachgehen und die restlichen 50 % auf den Aufgabenbereich entfallen würden. In medizinischer Hinsicht kam sie zum Schluss, der Beschwerdeführerin sei ihre angestammte oder eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 60 % zumutbar (S. 2 oben). Sie ermittelte in Anwendung der gemischten Methode einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 8 % (S. 2 Mitte). 
2.2     Dem hielt die Beschwerdeführerin entgegen (Urk. 1), sie sei in ihrer Arbeitsfähigkeit mehr als nur 40 % eingeschränkt. So beziffere auch ihre behandelnde Neurologin die Arbeitsfähigkeit mit maximal 20 % (S. 3 Mitte). Sie machte weiter geltend, dass sie im Gesundheitsfall in einem höheren Pensum als 50 % erwerbstätig wäre. Ihr Nail-Studio sei grundsätzlich gut angelaufen und ihr Kundenstamm habe sich vergrössert. Ihr Studio habe sie schliessen müssen, weil sie aufgrund ihrer gesundheitsbedingten Ausfälle immer mehr Kunden verloren habe. Wie sie der Haushaltabklärerin angegeben habe, hätte sie ihr Pensum „auf 50 % erhöht“, solange ihr Sohn die Primarschule besuche. Bei dessen Übertritt in die Oberstufe hätte sie ihr Pensum auf 70 % aufgestockt. Es sei deshalb von einer 70%igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall auszugehen (S. 3 unten und S. 4). Zudem habe die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen zu tief beziffert. Bei voller Belastbarkeit würde sie mindestens ein Einkommen im Rahmen der LSE-Stufe 4 erzielen können, weshalb für das Valideneinkommen im Minimum von LSE-Stufe 4 auszugehen sei (S. 4 Mitte). Schliesslich machte die Beschwerdeführerin geltend, die Einschränkung im Haushalt liege höher als von der Beschwerdegegnerin akzeptiert. So seien die wiederkehrenden Tage völligen Arbeitsausfalls nur ungenügend gewertet worden und den Familienmitgliedern werde eine unverhältnismässige Mitwirkungspflicht auferlegt (S. 4 unten).      
2.3     Strittig und zu prüfen ist demnach die Höhe des Invaliditätsgrades der Beschwerdeführerin.

3.
3.1     Am 30. Juni 2006 (Urk. 7/11/14-15) berichtete Prof. Dr. med. B.___, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, Universitätsklinik C.___, und nannte als Diagnose unspezifische Zervikalgien bei rechtskonvexer Thoraxkolumbalskoliose, statischer Fehlhaltung und akzentuierter Brustkyphose (S. 1). Er führte aus, die Beschwerden der Beschwerdeführerin seien am ehesten statisch bedingt. Die leichtgradige Skoliose und die akzentuierte Brustkyphose stellten per se keinen Krankheitswert dar.
         Prof. B.___ berichtete am 18. September 2006 (Urk. 7/11/7-8), nannte die bekannte Diagnose und führte aus, dass sich in der kernspintomographischen Untersuchung kein morphologisches Korrelat für die Beschwerden der Beschwerdeführerin finde. Es handle sich daher um eine muskuläre Dysbalance aufgrund des Schulterhochstandes links, welche nicht durch eine strukturelle Skoliose bedingt sei (S. 2).
3.2     Vom 23. Oktober bis 6. November 2007 war die Beschwerdeführerin in der Klinik D.___ hospitalisiert. Die behandelnden Ärzte berichteten am 9. November 2007 (Urk. 7/11/9-13) und nannten folgende Diagnosen (S. 1):
- rezidivierende Schmerzen im Rahmen eines chronischen Panvertebralsyndroms bei Rotationsskoliose
- Sinustachykardien unklarer Ätiologie
- Status nach Morbus Scheuermann
- zunehmend muskuläre Probleme
- Trägerin der Adrenomyeloneuropathie (x-chromosomale, metabolische Erkrankung des Zentralnervensystems ZNS)
Sie führten aus, dass die schmerzbedingten Beschwerden unter intensiver Physiotherapie, Massage, Tens, Entspannungsgruppe sowie Haltungsinstruktion etwas hätten gelindert werden können. Der konsiliarisch hinzugezogene neurologische Oberarzt betrachte die chronischen Schmerzen nicht im Zusammenhang mit der Erbkrankheit (Andrenomyeloneuropathie), sondern interpretiere sie am ehesten als rheumatologisch-orthopädische Problematik im Rahmen des Panvertebralsyndroms (S. 2 Mitte).
3.3     Im Bericht vom 16. Januar 2008 (Urk. 7/11/1-5) führte Dr. med. E.___, FMH für Allgemeinmedizin, aus, dass er die Beschwerdeführerin seit 1999 behandle (Ziff. 4.1) und nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit rezidivierende Schmerzen im Rahmen eines chronischen Panvertebralsyndroms und Trägerin der Adrenomyeloneuropathie (x-chromosomale, metabolische Erkrankung des ZNS) und einen Status nach Morbus Scheuermann (Ziff. 2.1).
Er führte aus, dass die Mutter und die Schwester der Beschwerdeführerin sowie ihr Sohn ebenfalls Träger der Erbkrankheit seien (Ziff. 4.3). Aufgrund der Erfahrungen im Krankheitsverlauf der Mutter und der Schwester sei mit einer Progression der Problematik zu rechnen. Eine spezifische Therapie existiere nicht, jedoch seien unterstützende Massnahmen wie die Versorgung der Kinder und des Haushaltes sinnvoll (Ziff. 4.7).
         Am 23. Juni 2008 berichtete Dr. E.___ (Urk. 7/20), nannte die bekannte Diagnose und führte aus, dass sich im letzten halben Jahr nichts verändert habe. Die Beschwerdeführerin habe nach wie vor ausgeprägte Schmerzen. Es habe eine spezialärztliche Abklärung in der Neurologischen Universitätsklinik F.___ stattgefunden. Seither warte er auf den spezialärztlichen Bericht (Ziff. 4.3). Auch bezüglich der Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit müsse er diesen spezialärztlichen Bericht abwarten (Ziff. 4.7).
3.4     Die Ärzte des Universitätsspitals F.___ berichteten am 29. Juni 2008 (Urk. 7/22) und nannten folgende Diagnosen (S. 1):
- chronische Kopfschmerzen, am ehesten vom Typ Spannungskopfschmerz mit migräniformer Komponente
- Panvertebralsyndrom bei Rotationsskoliose
- Trägerin einer X-linked-Adrenomyeloneuropathie/Adrenoleukodystrophie mit:
- leichter, motorischer demyelinisierender Neuropathie der unteren Extremitäten
- elektrophysiologischen Hinweisen auf eine Myelopathie unterhalb der Halswirbelsäule (HWS)
Sie führten aus, grundsätzlich sei für die Trägerinnen dieser Erkrankung ein milder Verlauf zu erwarten. Die möglichen und bei der Beschwerdeführerin nachgewiesenen Symptome würden in der Regel klinisch nicht relevant oder gar progressiv werden, allerdings würden 50 % der Trägerinnen eine spastische Paraparese entwickeln. Eine Therapie der Grunderkrankung sei bei Trägerinnen nicht indiziert. Ein Zusammenhang mit den Kopfschmerzen oder dem Panvertebralsyndrom sei ihnen nicht bekannt, diese Beschwerden könnten deshalb gesondert behandelt werden (S. 3).
3.5     Dr. med. G.___, Facharzt für Innere Medizin FMH, und Dr. med. H.___, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen FMH, Y.___, erstatteten ihr monodisziplinäres rheumatologisches Gutachten am 15. Juli 2009 (Urk. 7/27) nach Untersuchung der Beschwerdeführerin am 15. Mai 2009 sowie unter Berücksichtigung der Anamnese, ihrer rheumatologischen Untersuchungsbefunde sowie der ihnen überlassenen Akten.
         Sie nannten folgende Diagnosen mit möglicher Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 15 Ziff. 5.1):
- Trägerin X-linked-Adrenomyeloneuropathie/Adrenoleukodystrophie mit/ bei:
- leichter motorischer demyelinisierender Neuropathie der unteren Extremität
- elektrophysiologischen Hinweisen auf Myelopathie unterhalb der Halswirbelsäule
Sie nannten ferner folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 15 Ziff. 5.2):
- chronisches zervikovertebrales, zervikocephales und zervikospondylogenes Schmerzsyndrom linksbetont mit/bei:
- Fehlform und Fehlhaltung der Wirbelsäule
- ausgeprägte Kyphoskoliose mit kompensatorischer Lordose lumbal und zervikal
- Status nach Morbus Scheuermann
- beginnender Segmentdegeneration Th10/11 und Th11/12
- myofascialer Komponente
- chronische Kopfschmerzen am ehesten vom Typ Spannungskopfschmerz mit migräniformer Komponente
Als Nebendiagnosen nannten sie den Status nach Leistenhernienoperation links 1981, einen Status nach Bandplastik links 1991 und Reoperation 2001, einen Status nach Nasenoperation November 2008, eine Rhinitis allergica, einen Status nach Urolithiasis 2007 sowie eine anamnestische Psoriasis (S. 15 Ziff. 5.3).
Sie führten weiter aus, dass aus rheumatologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werden könne, insbesondere nicht für eine leichte, körperlich wechselbelastende Tätigkeit als Nagel-Stylistin. Auch im Haushalt könne aus rheumatologischer Sicht abgesehen von den schweren körperlichen Tätigkeiten wie Fenster putzen oder tragen und heben von schweren Lasten keine Einschränkung begründet werden. Inwieweit die Arbeitsfähigkeit durch die Adrenomyeloneuropathie und migräniformen Kopschmerzen beeinträchtigt werde, müsste fachspezifisch neurologisch abschliessend beurteilt werden (S. 18 Ziff. 7).
3.6     Dr. med. I.___, Fachärztin Neurologie FMH, berichtete am 17. Juni 2010 (Urk. 7/34/1-6) und nannte folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 6 Ziff. 1.1):
- Adrenomyeloneuropathie, leichte Myelopathie
- MRI Januar 2010: Kontrastmittel aufnehmende Läsion links im Bereich der Sehbahn mit Sehstörung und migräneartigen Kopfschmerzattacken 1mal pro Woche
- vor allem degenerative Läsion im Rahmen der Adrenomyeloneuropathie    
         Sie führte aus, die Beschwerdeführerin sei im Alltag durch ständige Kopfschmerzen und Sehstörungen stark eingeschränkt, und ihre Konzentrationsfähigkeit sei vermindert. Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht zurzeit nicht mehr möglich (Ziff. 1.7). Unter Berücksichtigung ihrer gesundheitlichen Einschränkungen in behinderungsangepasster Tätigkeit seien ihr seit Anfang 2010 rein sitzende Tätigkeiten zu 30 %, rein stehende Tätigkeiten zu 20 % sowie wechselbelastende Tätigkeiten zu 20 % zumutbar (S. 5).   
3.7     Dr. med. J.___, Innere Medizin FMH erstattete sein polydisziplinäres Gutachten am 1. Juni 2011 (Urk. 7/41/1-31) nach Untersuchung der Beschwerdeführerin am 12. Januar 2011, unter Berücksichtigung der Beschlüsse der interdisziplinären Konsensbesprechung und der Akten sowie gestützt auf ein psychiatrisches Fachgutachten von Dr. med. K.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 21. Januar 2011 (Urk. 7/41/33-44), ein rheumatologisches Fachgutachten von Dr. med. L.___, FMH Rheumatologie, und Dr. med. M.___, FMH Innere Medizin, FMH Rheumatologie, vom 12. November 2010 (Urk. 7/41/45-51), ein neurologisches Fachgutachten von med. pract. N.___, Assistenzarzt Neurologie sowie Dr. med. et phil. O.___, Oberarzt, Neurologie FMH, Z.___, vom 25. Oktober 2010 (Urk. 7/41/52-58), und ein neuropsychologisches Fachgutachten von lic. phil. P.___, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, vom 28. März 2011 (Urk. 7/41/59-71).
         Er nannte folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 25 Ziff. 6.1):
- entzündliche ZNS-Erkrankung bislang unklarer Zuordnung (ICD-10: G04)
- klinisch: Fatigue-Symptomatik (ICD-10: G93.3) / neurasthenische Symptomatik (ICD-10: F48.0)
- MRI-Neurokranium vom 21. Januar 2011: kontrastmittelpositive, hyperintense Läsion occipital rechts
- Differentialdiagnose: im Rahmen einer Multiplen Sklerose, Neurosarkoidose, unwahrscheinlich atypisch im Rahmen von Diagnose 2
- Adrenomyeloneuropathie / Adrenoleukodystrophie (ICD-10: E71.3)
- motorische demyelinisierende Neuropathie der unteren Extremitäten
- Migräne ohne Aura (ICD-10: G43.0)
- episodisch auftretende Kopfschmerzen unklarer Zuordnung (ICD-10: G44)
- fraglich symptomatisch im Rahmen von Diagnose 1
Weiter nannte er folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 25 Ziff. 6.2):
- minimale neuropsychische Störung wahrscheinlich im Rahmen der Diagnose 1/2 oben
- chronisches zervikales und thorakovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10: M53.0, M54.6) mit/bei:
- keinen Anhaltspunkten für eine diesbezügliche zu Grunde liegende Radikulo-/Myelopathie
- Fehlform und Fehlhaltung der Wirbelsäule bei Torsionsskoliose
- myofasziale Schmerzkomponente
- Status nach Polytoxikomanie, 15.-23. Lebensjahr
- Heroinabhängigkeit, Methadon-Substitutionstherapie ICD-10: F11.20
- Status nach Kokainabhängigkeit ICD-10: F14.20
- LSD-Konsum und Gebrauch anderer Drogen ICD-10: F19.20
- persistierende Nikotinabhängigkeit ICD-10: F17.25
- Status nach Nasenscheidenwandoperation November 2008
- Status nach Leistenhernien-Operation links 1981
- Status nach Appendektomie mit zirka 15-16 Jahren
- Status nach Bandplastik am linken Fuss 1991 und Reoperation 2001
- Nierenkoliken 2007, 2008 und 2010
- Psoriasis
- Rhinitis allergica
- Verdacht auf Refluxbeschwerden
- Status nach Pyelonephritis in der Schwangerschaft
Er führte aus, dass die Beschwerdeführerin einerseits an einer genetisch gesicherten Adrenomyeloneuropathie/Adrenoleukodystrophie leide. Als klinisches Zeichen dieser Erbkrankheit seien eine Polyneuropathie und Myelopathie betreffend die unteren Extremitäten elektrophysiologisch nachgewiesen worden. Andererseits leide sie parallel dazu und wohl unabhängig von der obigen Diagnose am Frühstadium einer entzündlichen ZNS-Erkrankung. Eine genaue Zuordnung sei bisher nicht möglich (S. 28 oben). Zur genaueren Klärung, ob die Läsionen im ZNS zu kognitiven Einbussen führen würden, sei eine fachneuropsychologische Untersuchung durchgeführt worden, welche nur minimale neuropsychische Störungen aufzeige. Diese hätten für sich genommen keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 28 unten).
Aus rheumatologischer Sicht könne ein chronisches zervikozephales bis thorakovertebrales Schmerzsyndrom erklärt werden. Körperlich schwere Arbeiten seien verständlicherweise nicht zumutbar, hingegen seien leichte bis mittelschwere Tätigkeiten uneingeschränkt möglich (S. 29 oben). Die Arbeitsfähigkeit werde derzeit vor allem durch die neurologische Beurteilung eingeschränkt. Die Beschwerdeführerin sei für jede Tätigkeit, das heisse auch für die Haushalttätigkeit, zu 40 % eingeschränkt. Es sei somit eine 60%ige Arbeitsfähigkeit anzunehmen. Diese Einschränkung begründe sich durch die phasenweise sehr stark ausgeprägte, therapeutisch nur schwierig angehbare Schmerzsituation, durch die allgemeine Fatigue, die im Rahmen der entzündlichen ZNS-Erkrankung zu erklären sei, sowie aufgrund einer relevanten Gangunsicherheit mit anamnestisch rezidivierenden Stürzen. Deshalb seien vor allem gehende und stehende Tätigkeiten ungeeignet. Aufgrund der sonstigen Befunde seien auch für eine allfällige Verweistätigkeit ausser Haus vorwiegend körperlich leichte Arbeiten ohne Sturzgefährdung möglich (S. 29 Ziff. 7.2). Berufliche Massnahmen seien nicht geeignet, die zumutbare Arbeitsfähigkeit und das Spektrum der möglichen Tätigkeiten zu erweitern (S. 30 Ziff. 7.6).    
3.8     Med. pract. Q.___, Fachärztin für Innere Medizin FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), führte am 8. Juni 2011 aus (Urk. 7/44/6-7), es könne analog dem Z.___-Gutachten vom 1. Juni 2011 von einer 40%igen Arbeitsunfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit sowie im Haushalt seit Juni 2008 ausgegangen werden.   
3.9     Dr. I.___ berichtete am 13. Juli 2011 (Urk. 7/47) und führte aus, die Einschätzung des Gesundheitsschadens durch die Beschwerdegegnerin entspreche in keiner Weise der aktuellen Situation der Beschwerdeführerin. Die Erkrankung habe sich weiter verschlechtert. Die Beschwerdeführerin sei in ihrem Beruf seit mehreren Wochen zu 100 % arbeitsunfähig und könne höchstens 25 % der Hausarbeit erledigen.
         Am 17. Januar 2012 berichtete Dr. I.___ (Urk. 11), nannte die bekannten Diagnosen und führte aus, dass die Beschwerdeführerin unter einem äusserst komplexen Krankheitsbild mit Läsionen im Gehirn leide, deren eindeutige Zuordnung nach wie vor schwierig sei. Unabhängig von dieser diagnostischen Unsicherheit sei es jedoch eindeutig, dass sich ihr Zustand im vergangenen Jahr massiv verschlechtert habe. Die Beschwerdeführerin sei seit mindestens Januar 2011 durchgehend zu 100 % arbeitsunfähig und sei aktuell auch nicht mehr in der Lage, den Haushalt zu führen.
3.10   Vom 24. Januar bis 13. Februar 2012 hielt sich die Beschwerdeführerin stationär in der Klinik A.___ auf. Die Ärzte der Klinik A.___ nannten im Austrittsbericht vom 21. März 2012 (Urk. 18/2) folgende Diagnosen (S. 1):
- ausgeprägte Kopfschmerzattacken linksseitig mit visuellen Auren
- bisherige Einstellung auf 16mg Methylprednisolon sowie bei Bedarf Codein
- HWS-Schmerzen ohne Hinweis auf radikuläre oder spondylogene Genese
- Verdacht auf chronifizierte Schmerzstörung mit psychosomatischen Faktoren
- Trägerin einer X-linked Adrenomyeloneuropathie, Differentialdiagnose leichte demyelinisierende Neuropathie
- Leukozytose, Differentialdiagnose unter Kortison, Differentialdiagnose unklar
Sie führten aus, dass sich die Schmerzintensität und Häufigkeit bisher habe reduzieren lassen. Die Beschwerdeführerin benötige seit dem 31. Januar 2012 keine Bedarfsmedikation mehr. Die initialen Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Gangunsicherheit hätten sich im Verlauf deutlich zurückgebildet, so dass eine weitere Intensivierung der medikamentösen Therapie erfolgt sei (S. 1 f.).
Aus rein neuropsychologischer Sicht erscheine eine Arbeitsfähigkeit zurzeit aufgrund der psychischen Instabilität nicht denkbar (S. 2 unten).
         Am 9. Juli 2012 berichteten die Ärzte der Klinik A.___ der behandelnden Neurologin (Urk. 18/1) und führten aus, sie gingen von einer chronifizierten Schmerzstörung mit psychosomatischen Faktoren aus. Beim Austritt der Beschwerdeführerin hätten sie die Arbeitsfähigkeit aus klinisch-psychologischer Sicht als nicht gegeben erachtet. Medizinische Befunde, welche die postulierte Arbeitsunfähigkeit ebenfalls begründen könnten, lägen nicht vor (S. 1 unten).

4.
4.1     Dem polydisziplinären Z.___-Gutachten vom 1. Juni 2011 (vorstehend E. 3.7) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführerin für jede leichte bis mittelschwere Tätigkeit, mithin auch für ihre bisherige Tätigkeit, noch ein Pensum von 60 % zumutbar ist. Körperlich schwere Arbeiten sowie vor allem gehende und stehende Tätigkeiten sind der Beschwerdeführerin hingegen nicht zumutbar beziehungsweise ungeeignet. Das Gutachten berücksichtigt sämtliche von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden, basiert auf für die strittigen Belange umfassenden und allseitigen Untersuchungen, wurde in Kenntnis und Berücksichtigung der vorhandenen Vorakten erstellt und trägt der konkreten medizinischen Situation Rechnung. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden nachvollziehbar begründet. Es erfüllt damit die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens (vgl. vorstehend E. 1.5) vollumfänglich.
4.2     Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte, sie sei in ihrer Arbeitsfähigkeit mehr als nur 40 % eingeschränkt und die Klinik A.___ erachte sie aus neuropsychologischer Sicht als nicht arbeitsfähig (Urk. 18/2 S. 2 unten), ist festzuhalten, dass diese Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in rein klinisch-psychologischer Hinsicht erfolgte. So ist dem Bericht der Klinik A.___ vom 9. Juli 2012 (Urk. 18/1) zu entnehmen, dass keine medizinischen Befunde vorliegen, welche die postulierte Arbeitsunfähigkeit begründen könnten. Zudem ist im besagten Bericht ausdrücklich erwähnt, dass die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht im Vordergrund stand. Die Z.___-Begutachtung (Urk. 7/41) erfolgte hingegen polydisziplinär. Ihr lagen sowohl ein psychiatrisches, rheumatologisches und neurologisches als auch ein neuropsychologisches Fachgutachten zu Grunde. Es kann somit davon ausgegangen werden, dass den psychologischen sowie neuropsychologischen Umständen anlässlich der interdisziplinären Konsensbesprechung bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen wurde. Schliesslich finden sich auch im aktuellen Bericht von Dr. I.___ vom 17. Januar 2012 (Urk. 11) keine weiter begründeten Angaben zu den Diagnosen und zur Arbeitsfähigkeit. Sie erwähnte einzig eine massive Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin. Darauf kann jedoch vor dem Hintergrund, dass die Ärzte der Klinik A.___ keinen Anlass für eine spezifische medizinische Zusatzuntersuchung sahen und sich auch sonst keinerlei Anhaltspunkte für eine massive Verschlechterung des Gesundheitszustandes fanden, nicht abgestellt werden.
4.3     Nach dem Gesagten kann gestützt auf die Z.___-Begutachtung vom 1. Juni 2011 von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ausgegangen werden.

5.
5.1     Weiter machte die Beschwerdeführerin geltend, die Einschränkung im Haushalt liege höher als von der Beschwerdegegnerin angenommen. Die wiederkehrenden Tage völligen Arbeitsausfalls seien nur ungenügend gewertet worden. Zudem würde den Familienmitgliedern eine unverhältnismässige Mitwirkungspflicht auferlegt.
5.2     Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versicherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom 6. April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 f. E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2).
         Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grundsätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, d.h. wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S. 137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts 9C_086/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2 mit Hinweisen).
5.3     Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (bis 31. Dezember 2007: Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG) entspricht der Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich (Art. 6 ATSG; BGE 105 V 156 E. 2a). Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminderungspflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung zugrunde liegenden, in Art. 159 Abs. 2 und 3 ZGB zwischen den Ehegatten und in Art. 272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittelbar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können (Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, 3. Aufl., F.___ 2006, N. 9 zu Art. 272 ZGB; Bräm/Hasenböhler, Zürcher Kommentar, 3. Aufl., Zürich 1998, N. 168 zu Art. 159 ZGB), an der Schadenminderungspflicht der im Haushalt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbsbereich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den Haushaltbereich davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumutbar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_729/2009 vom 30. November 2009 E. 4.1-3).
5.4     Aus medizinischer Sicht stehen aufgrund der vorliegenden Arztberichte die häufigen Kopfschmerzen, die ausgeprägte Müdigkeit, die Gelenkschmerzen und Gleichgewichtsprobleme sowie die Schwäche in den Beinen im Vordergrund. Der Haushaltabklärungsbericht vom 30. Juni 2011 enthält eine eingehende Abklärung der Wohnverhältnisse sowie der im Haushalt der Beschwerdeführerin anfallenden Tätigkeiten. Die Haushaltabklärung berücksichtigt die genannten Beschwerden und ist angemessen detailliert sowie sorgfältig abgefasst. Die Einschränkungen in den verschiedenen Haushaltsbereichen werden nachvollziehbar begründet und basieren in erster Linie auf den anlässlich der Abklärung von der Beschwerdeführerin gemachten Angaben.
         Es ist dem Ehemann sowie den Kindern der Beschwerdeführerin im Rahmen der Schadenminderungspflicht durchaus zumutbar, bei Aufräum- und Abwascharbeiten in der Küche mitzuhelfen, die Bodenreinigung  sowie die gründliche Reinigung des Bads zu übernehmen und bei Grosseinkäufen mitzuhelfen. Auch kann dem Ehemann zugemutet werden, den Transport der Wäsche in die Waschküche zu übernehmen sowie die Gartenarbeit alleine zu erledigen. Eine solche Mithilfe im Haushalt kann vom Ehemann der Beschwerdeführerin sowie den Kindern erwartet werden und bedeutet keine unverhältnismässige Belastung. Dabei ist auch die erwähnte bundegerichtliche Rechtsprechung (vgl. vorstehend E. 5.3) zu berücksichtigen, wonach die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen weiter geht als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Die Mitwirkungspflicht der Familienmitglieder im Rahmen der Schadenminderungspflicht ist damit nicht zu beanstanden.
         Des Weiteren ist festzuhalten, dass bei der Führung des eigenen Haushaltes die Möglichkeit besteht, sich die Zeit frei einzuteilen und nach Bedarf Pausen einzuschalten. Somit ist es der Beschwerdeführerin zumutbar, die Haushaltsarbeiten etappenweise zu erledigen respektive die schwereren Tätigkeiten an den „besseren“ Tagen auszuführen, an welchen sie weniger Schmerzen hat.
         Der Haushaltbericht erfüllt die massgeblichen Kriterien hinsichtlich des Beweiswertes eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt (vgl. vorstehend E. 5.2) und vermag zu überzeugen. Demnach kann darauf abgestellt werden. Insgesamt ergibt sich somit eine Einschränkung im Haushalt im Umfang von 16.4 %.  
5.5     Bezüglich des Einwandes der Beschwerdeführerin, sie würde im Gesundheitsfall zu einem höheren Pensum als 50 % arbeiten und es sei nicht nachvollziehbar, wie die Haushaltabklärerin zu einem anderen Schluss komme, kommt praxisgemäss in der Regel der „Aussage der ersten Stunde“ in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zu als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein könnten (BGE 121 V 47 E. 1a, BGE 115 V 143 E. 8c). Dem Haushaltabklärungsbericht ist zwar zu entnehmen, dass es der Beschwerdeführerin schwer gefallen sei, konkrete Angaben bezüglich des Pensums bei guter Gesundheit zu machen. Es bestehen jedoch keine Zweifel daran, dass die konkreten, detaillierten und logischen schriftlichen Ausführungen der Haushaltabklärerin dem entsprechen, was die Beschwerdeführerin ausgeführt hat. So ist es durchaus nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin nach dem Übertritt ihres Sohnes in die Oberstufe konstant im Rahmen von 50 % hätte arbeiten wollen. Zuvor hätte sie lediglich versucht, zirka 50 % zu arbeiten, wobei sie die Arbeitszeit vermehrt auf die Randzeiten aufgeteilt hätte. Von einem 70%igen Pensum im Gesundheitsfall, wie es in der Beschwerdeschrift dargelegt wurde, ist dem Haushaltsabklärungsbericht nichts zu entnehmen.  Es ist deshalb auf die „Aussage der ersten Stunde“ abzustellen, wonach die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 50 % arbeiten würde.

6.
6.1     Die Beschwerdeführerin machte weiter geltend, das Valideneinkommen sei bei der Bemessung des Invaliditätsgrades zu tief eingesetzt worden. Nachdem ihr Geschäft gut angelaufen sei, habe sie durchaus erwarten können, dass sie im Gesundheitsfall bei voller Belastbarkeit mindestens ein Einkommen im Rahmen der LSE-Stufe 4 würde erzielen können.
         Dieser Einwand erweist sich als nicht stichhaltig. Gemäss medizinischer Einschätzung ist der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit im Umfang von 60 % zumutbar. Damit wären Validen- und Invalideneinkommen anhand des gleichen Grundeinkommens zu ermitteln, so dass gar keine Veranlassung besteht, Tabellenlöhne der LSE beizuziehen. Mit 60 % ist das medizinisch mögliche Pensum ferner grösser als das anzunehmende Erwerbspensum von 50 % (vorstehend E. 5.5), so dass im Erwerbsbereich ohnehin keine Einbusse resultiert.
         Die weitere Bemessung des Invaliditätsgrades wurde von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht bemängelt. Sie gibt aufgrund der Akten (vgl. Urk. 7/43) zu keinen Beanstandungen Anlass, so dass sich weitere Ausführungen erübrigen.
6.2     Die angefochtene Verfügung vom 7. Oktober 2011 erweist sich somit als rechtens, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.

7.       Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1bis IVG) und auf Fr. 900.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.           

Das Gericht erkennt:
1.         Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.         Die Gerichtskosten von Fr. 900.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.         Zustellung gegen Empfangsschein an:
- Rechtsdienst Integration Handicap, lic. iur. Claudia Bretscher
- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
- Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
- Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
           Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
           Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).