Zürich Sozialversicherungsgericht

kantone/zh_sozverger/UV.2002.00174.html 

Entscheide



UV.2002.00174

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichterin Pfiffner Rauber

Ersatzrichterin Romero-Käser

Gerichtssekretär Volz
Urteil vom 26. September 2003
in Sachen
F.___
 
Beschwerdeführerin

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Hansjörg Fehr
Glockengasse 18, Postfach 7275, 8023 Zürich

gegen

Schweizerische National Versicherungs-Gesellschaft
Steinengraben 41, 4003 Basel
Beschwerdegegnerin


Sachverhalt:
1.       F.___, geboren 1968, war als Händler-Assistentin bei der A.___, tätig, und über diese bei der Schweizerischen National-Versicherungs-Gesellschaft, Basel (nachfolgend: National), obligatorisch gegen Unfälle, unfallähnliche Körperschädigungen und Berufskrankheiten versichert, als sie am 8. April 1988 als Motorradlenkerin ins Schleudern geriet und stürzte (Urk. 13/18, Urk. 13/20). Dabei zog sie nach den Angaben des erstbehandelnden Arztes der Notfallstation des Stadtspitals Triemli sich eine Steissbeinkontusion und eine Commotio cerebri zu (Urk. 13/17). Mit Verfügung vom 19. März 2002 verneinte die National ihre Leistungspflicht für die geltend gemachten lumbalen Rücken- und Schwindelbeschwerden (Urk. 29). Die dagegen von der Versicherten erhobene Einsprache wies die National mit Einspracheentscheid vom 30. August 2002 (Urk. 2) ab.

2.      
2.1     Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Hansjörg Fehr, Zürich, am 3. Dezember 2002 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2):

    1. Es sei die unfallbedingte Teilinvalidität der Versicherten auf 40 % festzusetzen.
    2. Die Akten seien an den Versicherer zurückzuweisen zur Verfügung der entsprechenden Rentenberechnung und zum Erlass der entsprechenden Rentenverfügung.
    3.
Es sei die Integritätsentschädigung der Versicherten auf 20 % festzusetzen.
    4.
Beweisantrag:
Es sei ein neues Gutachten über die Frage des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen den Unfallverletzungen der Einsprecherin aus dem Unfall vom 8. April 1988 und ihren heutigen Behinderungen und Beschwerden, die eine Teil-Invalidität zu Folge haben, sowie zur Höhe derselben, einzuholen;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Versicherers.“
2.2     In der Beschwerdeantwort vom 17. März 2003 beantragte die National (Urk. 12 S. 2):

    1. Es sei auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin vom 3. Dezember 2002 nicht einzutreten.
    2. Eventualiter sei die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.
    3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdeführerin.“

2.3     Mit Replik vom 18. Juni 2003 hielt die Versicherte an ihrem beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren fest und ergänzte dieses durch die Anträge (Urk. 20 S. 4 f.):

Es seien die entsprechenden Krankengeschichten von
    Frau Dr. med. B.___ FMH für Innere Medizin, „___“
    Herrn Dr. med. C.___, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, „___“
durch das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich herauszuverlangen.
Es seien die beiden genannten Ärzte
    Frau Dr. med. B.___ und
    Herr Dr. med. C.___,
als Zeugen einzuvernehmen.“

2.4     In der Duplik vom 20. August 2003 hielt die National an ihren in der Beschwerdeantwort gestellten Anträgen fest, worauf der Schriftenwechsel mit Verfügung vom 22. August 2003 als geschlossen erklärt wurde (Urk. 27).


Das Gericht zieht in Erwägung:


1.       Aus der von der Beschwerdegegnerin eingereichten Abholungseinladung der Schweizerischen Post ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin den Einspracheentscheid vom 30. August 2002 am 3. September 2002 in Empfang genommen hat (Urk. 8/1). Da mithin die Beschwerde vom 3. Dezember 2002 (Urk. 1), welche noch gleichentags der Schweizerischen Post übergeben wurde (Poststempel), rechtzeitig innert der dreimonatigen Frist von Art. 106 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) in der bis 31. Dezember 2002 gültigen Fassung erhoben wurde, ist dem Antrag der Beschwerdegegnerin, auf die Beschwerde sei wegen fehlender Rechtzeitigkeit nicht einzutreten (Urk. 12 S. 2), nicht zu folgen, sondern es ist auf die Beschwerde einzutreten.

2.
2.1     Die Beschwerdegegnerin ging in der Verfügung vom 19. März 2002 (Urk. 29) und in dem diese bestätigenden Einspracheentscheid vom 30. August 2002 (Urk. 2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin anlässlich des Unfalls vom 8. April 1988 kein Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS) erlitten und nicht an einem für Schleudertraumen der HWS typischen Beschwerdebild gelitten habe (Urk. 2 S. 9), und wandte deshalb bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen dem versicherten Unfallereignis und der Gesundheitsbeeinträchtigung nicht die bei Vorliegen eines Schleudertraumas der HWS geltende Rechtsprechung an.
2.2     Die Beschwerdeführerin bringt hiegegen vor, dass ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang zwischen ihren Beschwerden und dem versicherten Unfallereignis zu bejahen sei (Urk. 1 S. 14), und dass sie seit dem versicherten Unfallereignis unter Kopfschmerzen und Schwindelbeschwerden gelitten habe (Urk. 20 S. 9).
 
3.
3.1     Am 1. Januar 2003 sind das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) und die Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 11. September 2002 (ATSV) in Kraft getreten und haben in einzelnen Sozialversicherungsgesetzen und -verordnungen zu Revisionen geführt. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Da sich der hier zu beurteilende Sachverhalt vor dem 1. Januar 2003 verwirklicht hat, gelangen die materiellen Vorschriften des ATSG und der ATSV sowie die gestützt darauf erlassenen Gesetzes- und Verordnungsrevisionen im vorliegenden Fall noch nicht zur Anwendung. Bei den im Folgenden zitierten Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen handelt es sich deshalb - soweit nichts anderes vermerkt wird - um die Fassungen, wie sie bis Ende 2002 in Kraft gewesen sind.
3.2     Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 123 V 45 Erw. 2b, 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 119 V 338 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen).
3.3     Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 Erw. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes in Sachen A. vom 26. April 1995, U 172/94). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 9 Erw. 3c/aa). Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. Erw. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
3.4     Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 125 V 461 Erw. 5a, 123 V 103 Erw. 3d, 139 Erw. 3c, 122 V 416 Erw. 2a, 121 V 49 Erw. 3a mit Hinweisen; RKUV 1997 Nr. U 272 S. 172 Erw. 3a).
3.5     Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 102 Erw. 3b, 122 V 417 Erw. 2c). Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzubeziehen sind. Als wichtigste Kriterien nennt das Eidgenössische Versicherungsgericht hier:
- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
- Dauerbeschwerden;
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
- Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit.
Anders als bei den Kriterien, die das Eidgenössische Versicherungsgericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehlentwicklung für relevant erachtet, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und der in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 Erw. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 Erw. 4a; BGE 117 V 363 Erw. 5d/aa und 367 Erw. 6a).
3.6     Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte, mittelschwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen massgebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 355 Erw. 5b/aa, 115 V 139 Erw. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 Erw. 2; RKUV 1995 Nr. U 215 S. 91).
3.7     Die zum Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung wendet das Eidgenössische Versicherungsgericht sinngemäss auch bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas (BGE 117 V 382 f. Erw. 4b) oder den Folgen einer dem Schleudertrauma ähnlichen Verletzung der Halswirbelsäule an (vgl. RKUV 1999 Nr. U 341 S. 408 Erw. 3b; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2).
3.8     Die allgemeinen Beweisgrundsätze gelten auch in Fällen mit einem Schleudertrauma der HWS, mit einem solchen äquivalenten Verletzungen ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle und mit organisch nicht nachweisbarem Schädel-Hirn-Traumen mit jenen eines Schleudertraumas vergleichbaren Folgen (BGE 119 V 338; RKUV 2000 Nr., U 395 S. 317, 1997 Nr. U 272 S. 170, Nr. U 275 S. 192). Auch hier bilden zuallererst die medizinischen Fakten, wie die fachärztlichen Erhebungen über Anamnese objektiven Befund, Diagnose, Verletzungsfolgen, unfallfremde Faktoren, Vorzustand usw., die massgeblichen Grundlagen für die Kausalitätsbeurteilung durch Verwaltung und Gerichtsinstanzen. Das Vorliegen solcher Verletzungen und ihrer Folgen muss somit durch zuverlässige ärztliche Angaben gesichert sein. Auch in Fällen ohne organisch nachweisbare Beschwerden bedarf es für die Leistungsberechtigung gegenüber dem Unfallversicherer, dass die geklagten Beschwerden medizinisch einer fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung zugeschrieben werden können und dass diese Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem versicherten Unfall steht. Der Umstand, dass der im Zusammenhang mit solchen Verletzungen sich manifestierende Beschwerdekomplex mitunter noch andere Ursachen haben kann, darf nicht von vornherein zur Verneinung der natürlichen Kausalität führen, da der Unfall als eine Teilursache für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt (BGE 119 V 338 und 340 Erw. 2b; RKUV 2000 Nr. U 395 S. 317 Erw. 3).
3.9     Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c).

4.
4.1     Die erstbehandelnden Ärzte des Stadtspitals Triemli, Zürich, diagnostizierten in ihrem Bericht vom 17. August 1988 eine Commotio cerebri sowie eine Steissbeinkontusion. Anamnestisch erwähnten sie auf Grund der Angaben der Beschwerdeführerin eine kurze Bewusstlosigkeit im Anschluss an den Unfall vom 8. April 1988. Die Beschwerdeführerin leide vor allem unter Schmerzen im Bereiche des Steissbeins. Frakturen im Bereich des Schädels oder des Steissbeins seien nicht nachzuweisen (Urk. 13/17, Urk. 16/2-3).
4.2     Der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. C.___, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, stellte im Anmeldeformular für Physikalische Therapie vom 11. Juli 1988 die Diagnose eines posttraumatischen Lumbovertebralsyndromes und erwähnte, dass radiologisch keine Läsionen festzustellen seien (Urk. 13/15).
4.3     Die Ärzte der Stiftung Krankenhaus Sanitas, Abteilung für Röntgendiagnostik und Ultraschall, Kilchberg, erhoben im Röntgenbericht vom 27. November 1990 den Röntgenbefund einer normalen altersentsprechenden regelrechten Darstellung der Halswirbelkörper und der Intervertebralgelenke. Ausser einer minimen rechtskonvexen Skoliose-Haltung bestünden keine signifikanten degenerativen Veränderungen im Bereiche der HWS (Urk. 13/14).  
4.4     Dr. med. D.___, Spezialarzt für Neurologie FMH, stellte im Computertomographie-(CT-)Bericht vom 23. Juli 1992 fest, dass eine computertomographische Untersuchung der Lendenwirbelsäule (LWS) eine mediane linksbetonte Protrusion der Bandscheibe L5/S1 ergeben habe (Urk. 13/13).
4.5     In seinem Bericht vom 31. Juli 1992 erwähnte Dr. D.___, dass die Beschwerdeführerin vor dem Unfall vom 8. April 1988 von Seiten der Wirbelsäule beschwerdefrei gewesen sei. Nach dem Unfall habe sie unter Nacken- und Rückenschmerzen gelitten. Während sie gegenwärtig weiterhin unter Rückenschmerzen leide, seien die Nackenschmerzen verschwunden. Neurologisch bestünden keine Ausfälle, hingegen sei mittels CT eine kleine Protrusion der Bandscheibe L5/S1 nachzuweisen. Obwohl eine posttraumatische Genese wahrscheinlich sei, sei dies nicht mit letzter Sicherheit zu beweisen (Urk. 13/12 S. 2).
4.6     Dr. C.___ erwähnte in seinem Bericht vom 8. Januar 1993, dass er die Beschwerdeführerin seit 4. März 1988 behandle. Er habe die Beschwerdeführerin am 8. April 1988 noch am Unfallort untersucht und ihre Einlieferung in das Stadtspital Triemli veranlasst. Es habe vom 9. April bis 24. April 1988 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestanden. Am 10. Mai 1988 sei die Beschwerdeführerin im Bereich des Rückens mehr oder weniger beschwerdefrei gewesen. Am 6. Juli 1988 habe die Beschwerdeführerin erneut Schmerzen im Bereich der lumbalen Wirbelsäule geltend gemacht, weshalb er eine physikalische Therapie angeordnet habe. Anschliessend habe er am 28. Oktober 1988 die Behandlung der Unfallfolgen provisorisch abgeschlossen. Am 12. Dezember 1988 habe er die Beschwerdeführerin wegen Schwindelbeschwerden und Übelkeit in Folge einer Auslandreise behandelt. Im November 1990 habe er die Beschwerdeführerin wegen anhaltender Kopfschmerzen in sitzender Position behandelt. Dann habe er die Beschwerdeführerin erst im November 1991 wieder behandelt. Zu diesem Zeitpunkt habe sie zwar unter Schwindelbeschwerden und hohem Blutdruck gelitten, hingegen nicht mehr unter Rückenbeschwerden. Am 27. April 1992 sei er von der Beschwerdeführerin erneut wegen verstärkter Rückenbeschwerden konsultiert worden, weshalb er eine neurologische Abklärung bei Dr. D.___ veranlasst habe (Urk. 13/11 S. 2).
4.7     Dr. med. E.___, Spezialarzt für physikalische Medizin, stellte in seinem Bericht vom 7. September 1993 fest, dass die Beschwerdeführerin an klinisch funktionellen Blockierungen mit tendomyotischen Veränderungen jedoch ohne radikuläre Ausfälle leide und insbesondere Zeichen für eine funktionelle Blockierung im Bereich der Kopfgelenke aufweise (Urk. 13/10).
4.8     Dr. med. G.___, Spezialarzt FMH für Neurologie, erwähnte in seinem Bericht vom 4. Oktober 1995, dass die Beschwerdeführerin seit ihrer Kindheit an einer essentiellen, labilen Hypertonie gelitten habe. Zwei Wochen nach Geburt ihres ersten Kindes am 20. Juli 1994 sei sie erstmals mit einem heftigen Drehschwindel ohne Tinnitus oder Hörsturz erwacht. Der Schwindel sei von bitemporalen, mehrheitlich druckartigen Kopfschmerzen und Übelkeit begleitet gewesen, wobei die Kopfschmerzen nach einigen Stunden abgeklungen seien. Seither leide sie wöchentlich mindestens einmal unter rezidivierenden Schwindelbeschwerden, wobei ein Dreh- oder Schwankschwindel von wenigen Sekunden bis wenige Minuten Dauer jeweils von bitemporalen heftigen Kopfschmerzen gefolgt würden. Die Schwindelattacken würden mehrheitlich im Bett vorkommen und es gehe der Beschwerdeführerin jeweils sofort besser, wenn sie das Bett verlasse (Urk. 13/9 S. 1). Trotz einer relativ breitbasigen Untersuchung habe er keine organisch-neurologische Ursachen der Schwindel- und Kopfschmerzattacken finden können. Insbesondere fehlten jegliche Hinweise auf eine periphere oder zentralvestibuläre Läsion. Auffallend seien lediglich die relativ eng gestellten hirnbasisnahen Arterien, welche an der Grenze einer „angiospastischen Reaktion“ stünden. Angesichts der zusätzlich geltend gemachten Symptome, wie Konzentrationsstörungen, Sehstörungen oder Unwohlsein, äusserte er den Verdacht auf eine Basilär-Migräne mit Aura (Urk. 13/9 S. 3).
4.9     Dr. med. H.___, Spezialarzt FMH für Ohren-, Nasen-, Halskrankheiten, Hals und Gesichtschirurgie, erwähnte im Bericht vom 3. Juni 1996, dass die Beschwerdeführerin nach ihren Angaben seit einer Schwangerschaft vor zwei Jahren nachts bei Reklination des Kopfes unter starken Schwindelbeschwerden leide. Eine vestibuläre Störung könne nicht objektiviert werden. Am ehesten sei ein vaskuläres Geschehen für die Schwindelbeschwerden verantwortlich (Urk. 13/8).
4.10   Dr. med. I.___, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie, stellte in seinem Bericht vom 2. Februar 1999 fest, dass die Schwindelbeschwerden mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht durch den Unfall vom 8. April 1988 verursacht worden seien. Es handle sich dabei auch nicht um Folgen der anlässlich des Unfalls erlittenen Commotio cerebri. Die Beschwerden im Bereiche der HWS seien vielmehr bereits zu Ende des Jahres 1988 abgeklungen. Eine Unfallkausalität der gegenwärtig noch geklagten lumbalen Beschwerden sei nur wahrscheinlich, wobei die Beschwerdeführerin eine Integritätseinbusse von 10 % erlitten habe (Urk. 13/7 S. 4).
4.11   In seinem Bericht vom 15. Februar 2000 erwähnte Dr. D.___, dass die Beschwerdeführerin ungefähr acht Monate nach dem Unfall vom 8. April 1988 erstmals an Schwindelbeschwerden gelitten habe, wobei diese nach der Geburt ihres Kindes (vom 20. Juli 1994) einen gänzlich anderen Charakter angenommen hätten, nämlich im Sinne eines Drehschwindels mit Übelkeit und Symptomen einer Basilaris-Migräne. Einerseits wegen der langen Latenzzeit und andererseits wegen der Änderung der Schwindelbeschwerden nach der Niederkunft vom 20. Juli 1994 sei die Unfallkausalität der Schwindelbeschwerden schwer zu ergründen. Mangels eines neurootologischen Untersuchungsberichts könne er sich zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den Schwindelbeschwerden und dem versicherten Unfall nicht äussern (Urk. 13/5 S. 2).
4.12   Dr. med. J.___, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, stellte in seinem Gutachten vom 21. Juni 2001 fest, dass die Frage nach der Unfallkausalität der Schwindelbeschwerden 12 bis 13 Jahre nach dem Unfall vom 8. April 1988 äusserst schwierig zu beantworten sei. Es bestünden hingegen Anhaltspunkte für eine Teilkausalität des versicherten Unfalls (Urk. 13/4 S. 6). Anhand des Unfallgeschehens sei anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin anlässlich des Unfalls eine leichte Commotio labyrinthi rechts erlitten habe. Da in den ersten Wochen und Monaten nach dem Unfallereignis die Rücken-, Nacken- und Kopfschmerzen im Vordergrund gestanden seien, sei die begleitende Schwindelsymptomatik nicht differenziert erkennbar gewesen. Diese seien vielmehr erst nach einem Zeitraum von sieben bis acht Monaten deutlich erkennbar geworden. Der zentral-vestibuläre Kompensationszustand sei eindeutig von instabilem Charakter gewesen, weshalb mit grosser Wahrscheinlichkeit anzunehmen sei, dass das Trauma einer Sectio caesarea mit Spätgestose zu einer starken Dekompensation entlang der peripheren und zentralen vestibulären und visuoculomotorischen Wege geführt habe. Eine Commotio labyrinthi sei häufig Ursache für eine posttraumatische Canalolithiasis mit den Symptomen eines peripheren Lagerungsschwindels. Diese Symptomatik stehe bei der Beschwerdeführerin seit fünf Jahren im Vordergrund (Urk. 13/4 S. 7). Aus neurootologischer Sicht bestehe ein Integritätsschaden von 15 % (Urk. 13/4 S. 8).

4.
4.1     Aufgrund der obenerwähnten medizinischen Aktenlage hat als erstellt zu gelten, dass die Beschwerdeführerin anlässlich des Unfalles vom 8. April 1988 einen Kopfaufprall erlitt, dass sie während kurzer Zeit nach dem Unfall bewusstlos war und sich eine Commotio cerebri zuzog. Organisch liessen sich jedoch keine Funktionsausfälle nachweisen. Insbesondere liessen sich weder Frakturen des Schädels noch der Wirbelsäule (Urk. 13/17) noch neurologische Ausfälle nachweisen (Urk. 13/12 S. 2, Urk. 13/9 S. 3, Urk. 13/5 S. 2). Auch Dr. J.___ konnte keine objektivierbaren pathologischen Befunde erheben, welche die Schwindelbeschwerden erklären könnten (Urk. 13/4 S. 7).
4.2     Bei fehlendem organischem Substrat ist in beweisrechtlicher Hinsicht massgeblich, dass das Vorliegen eines Schleudertraumas der HWS oder eines Schädel-Hirn-Traumas und deren Folgen durch zuverlässige ärztliche Angaben gesichert sind (BGE 119 V 340 Erw. 2b/aa). Auf Grund der medizinischen Akten erscheint es jedoch als fraglich, ob vorliegend das für ein Schleudertrauma der HWS oder ein Schädel-Hirn-Trauma typische Beschwerdebild (vgl. BGE 117 V 360 Erw. 4b) in Erscheinung trat. Gemäss der Beurteilung von Dr. C.___ habe die Beschwerdeführerin anschliessend an den Unfall vom 8. April 1988 zunächst hauptsächlich unter Rückenbeschwerden gelitten und sei am 10. Mai 1988 vorerst im Bereiche des Rückens mehr oder weniger beschwerdefrei gewesen. Nachdem die Beschwerdeführerin ab 6. Juli 1988 erneut unter lumbalen Rückenschmerzen gelitten hatte, schloss Dr. C.___ am 28. Oktober 1988 die Behandlung der Unfallfolgen provisorisch ab. Schwindelbeschwerden traten erstmals im Dezember 1988 nach einer Auslandreise auf (Urk. 13/11 S. 2). Dr. D.___ vertritt denn auch die Meinung, dass sowohl wegen der langen Latenzzeit und andererseits wegen der Änderung der Schwindelbeschwerden nach der Niederkunft vom 20. Juli 1994 die Unfallkausalität der Schwindelbeschwerden schwierig zu beurteilen sei (Urk. 13/5 S. 2). Die Frage, ob die Beschwerdeführerin an einem für ein Schädel-Hirn-Trauma typischen Beschwerdebild litt, sowie die Frage, ob die Schwindelbeschwerden in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum versicherten Unfall stehen, können vorliegend jedoch offen bleiben, da es, wie nachfolgend zu zeigen ist, an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs fehlt.
4.3     Da der Sachverhalt für die vorliegend im Streite stehende Frage der Unfallkausalität als rechtsgenügend abgeklärt erscheint, kann, entgegen der diesbezüglichen Vorbringen der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 2, Urk. 20 S. 4-5), von weiteren Beweismassnahmen - insbesondere der Anordnung weiterer medizinischer Abklärungen, der Beizug der Krankengeschichten von Dr. med. B.___ und von Dr. C.___ sowie von der Einvernahme dieser Ärzte als Zeugen - abgesehen werden (antizipierte Beweiswürdigung: BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d, 119 V 344 Erw. 3c je mit Hinweisen).

5.
5.1     Zu prüfen bleibt die Zuordnung des Unfallereignisses vom 8. April 1988 nach dessen objektiver Schwere in den leichten, mittleren oder schweren Bereich.
5.1.1   In Ergänzung zur Unfallmeldung vom 13. Mai 1988 (Urk. 13/18) schilderte die Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin den Unfallhergang folgendermassen (Urk. 13/19):

Ich fuhr am Freitag, den 8.4.1988 vom Geschäft zu meinem Arzt durch die ___strasse in ___, als plötzlich ein Auto rückwärts von rechts aus einer Garage in die Strasse fuhr (ca. 5 - 7 m vor mir). Ich versuchte auszuweichen auf dieser engen Fahrbahn und kam auf der nassen Strasse ins schleudern.“

5.1.2   Im Rapport der Kantonspolizei ___ vom 14. April 1988 ist folgende Schilderung des Unfallherganges enthalten (Urk. 13/20 S. 3):

F.___ fuhr mit ihrem Motorrad mit ca. 30 - 40 km/h auf der ___strasse abwärts Richtung Zentrum. Auf der Höhe der Liegenschaft Nr. 7b, sah sie plötzlich den Personenwagen ____, welcher von rechts, von einem Garagenvorplatz, rückwärts auf die Strasse hinausfuhr. Um eine Kollision zu vermeiden, wich F.___ nach links aus. Da der Platz zwischen dem rückwärtsfahrenden Personenwagen und den parkierten Fahrzeugen eng war, kam sie mit dem Motorrad ins Schleudern und stürzte.“

5.2     Das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG) hat in BGE 115 V 401 Erw. 11b ein Unfallereignis, bei dem die versicherte Person eine Treppe hinunterstürzte und anschliessend mit der Stirn an der Kante einer Stufe anschlug und sich dabei eine kleine Rissquetschwunde zuzog, als mittelschweren Unfall bezeichnet. In BGE 123 V 141 Erw. 3d hat es einen schweren Sturz auf den Rücken („lourde chute sur le dos“) und in BGE 115 V 144 Erw. 11a-b ein Unfallereignis, bei dem die versicherte Person beim Hinuntersteigen von einer Böschung ausrutschte und mit dem Rücken auf einem Betonstück am Boden aufschlug, als mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert. In BGE 117 V 368 Erw. 7b hat das EVG eine seitliche Kollision eines Motorradfahrers mit einem ebenfalls zum Überholen ausscherenden Personenwagen mit anschliessendem Sturz von ungefähr 15 Metern über die Strassenböschung als mittelschweren Unfall qualifiziert. Des Gleichen bezeichnete es in BGE 117 V 369 einen Unfall, bei dem ein Fahrradfahrer einem überholenden Auto ausweichen musste und dabei in eine Wasserrinne geriet und auf die linke Schulter stürzte sowie mit dem Kopf am Boden aufschlug, als Unfall im mittleren Bereich.
5.3     Auf Grund der augenfälligen Geschehensabläufe und der Verletzungen, die sich die Beschwerdeführerin dabei zuzog, kann der Unfall vom 8. April 1988 weder als leicht noch als schwer qualifiziert werden. Insbesondere fehlen Hinweise auf ein schweres lebensbedrohendes Geschehen (vgl. RKUV 1995 Nr. U 215 S. 91). Der versicherte Unfall ist vielmehr der Kategorie der mittelschweren Unfälle (im engeren Sinne) zuzuordnen. Zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ist daher erforderlich, dass ein einzelnes der nach der Rechtsprechung massgebenden unfallbezogenen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder dass mehrere Kriterien gegeben sind (BGE 115 V 141 Erw. 6c/bb).

6.
6.1     Der Unfall vom 8. April 1988 hat sich nicht unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet, noch war er von besonderer Eindrücklichkeit. Auch wenn dem Unfallgeschehen eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen ist, erweist es sich, objektiv betrachtet, jedoch nicht als derart gravierend, dass das Erfordernis einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfallgeschehens zu bejahen wäre.
6.2     Auch hat die Beschwerdeführerin keine Verletzungen von besonderer Schwere oder besonderer Art erlitten. Insbesondere litt die Beschwerdeführerin nicht an einer Häufung von nach einem Schleudertrauma der HWS typischerweise auftretenden Beschwerden. Vom typischen Beschwerdebild nach einem Schleudertrauma der HWS oder Schädel-Hirn-Trauma traten bei der Beschwerdeführerin nur gerade - und mit erheblicher zeitlicher Verzögerung - Schwindelbeschwerden und Kopfschmerzen von einer gewissen Erheblichkeit auf.
6.3     Nicht erfüllt ist sodann das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung. Denn aus den medizinischen Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin nur sporadisch und in grösseren Abständen behandelt wurde. So wurde sie in den Jahren 1989 und 1991 beispielsweise je nur ein einziges Mal von Dr. C.___ behandelt (Urk. 13/11 S. 2). Von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die körperlichen Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, oder einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen kann sodann nicht die Rede sein.
6.4     Auch das Kriterium der Dauerschmerzen ist vorliegend nicht erfüllt. Denn aus der Beurteilung von Dr. C.___ vom 8. Januar 1993 geht hervor, dass die Beschwerdeführerin am 10. Mai 1988 von Seiten des Rückens mehr oder weniger beschwerdefrei war und erst am 6. Juli 1988 erneut Schmerzen im Bereich der lumbalen Wirbelsäule geltend machte. Nachdem die Behandlung am 28. Oktober 1988 provisorisch abgeschlossen worden war, wurde die Beschwerdeführerin anschliessend am 12. Dezember 1988 wegen Schwindelbeschwerden und Übelkeit in Folge einer Auslandreise behandelt. Nachdem im Jahre 1989 lediglich eine Kurzkontrolle stattgefunden hatte, fand erst im November 1990 erneut eine Behandlung wegen anhaltender Kopfschmerzen statt. Die nächsten Behandlungen fanden im November 1991 wegen Schwindelbeschwerden und am 27. April 1992 wegen Rückenbeschwerden statt (Urk. 13/11 S. 2). Die Tatsache, dass sich die Beschwerdeführerin nur sporadisch und teilweise nur einige wenige Male im Jahr in ärztliche Behandlung begab, hat als Indiz dafür zu gelten, dass die Beschwerdeführerin nicht dauernd unter Rücken-, Kopf- oder Schwindelbeschwerden litt, sondern nur sporadisch in grösseren Abständen und schubweise unter Beschwerden litt, welche eine ärztliche Behandlung erforderten. Unter diesen Umständen sind Dauerschmerzen nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
6.5     Nicht als erfüllt gelten kann sodann das Kriterium von Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit. Nach der Beurteilung durch Dr. C.___ bestand initial nach dem Unfall vom 8. April 1988 lediglich in der Zeit vom 9. April bis 24. April 1988 und anschliessend vom 21. bis 28. November 1999 eine Arbeitsunfähigkeit (Urk. 13/11 S. 2).
6.6     Somit ist weder ein einzelnes Beurteilungskriterium in besonders ausgeprägter Weise noch mehrere der massgebenden Beurteilungskriterien erfüllt. Selbst wenn ein typisches Beschwerdebild bei einem Schädel-Hirn-Trauma und ein natürlicher Kausalzusammenhang der damit in Zusammenhnag stehender Beschwerden ohne organisches Substrat zum versicherten Unfall zu bejahen wären, fehlte es demnach am adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den nicht auf organischen Gründen beruhenden Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas und dem versicherten Unfall vom 8. April 1988. 

7.       Es ist demnach nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 19. März 2002 und in dem diese bestätigenden Einspracheentscheid vom 30. August 2002 mangels eines adäquaten Kausalzusammenhangs ihre Leistungspflicht für eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung verneinte. Die gegen den angefochtenen Einspracheentscheid vom 30. August 2002 erhobene Beschwerde ist daher abzuweisen. 


Das Gericht erkennt:


1.         Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.         Das Verfahren ist kostenlos.
3.         Zustellung gegen Empfangsschein an:
- Rechtsanwalt Dr. Hansjörg Fehr
- Schweizerische National Versicherungs-Gesellschaft
- Bundesamt für Sozialversicherung
4.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Eidgenössischen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht werden.
Die Beschwerdeschrift ist dem Eidgenössischen Versicherungsgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift der beschwerdeführenden Person oder ihres Vertreters zu enthalten; die Ausfertigung des angefochtenen Entscheides und der dazugehörige Briefumschlag sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die beschwerdeführende Person sie in Händen hat (Art. 132 in Verbindung mit Art. 106 und 108 OG).